Ich habe das jetzt ausführlich nachgeschlagen - weil mich solche sprachlichen Feinheiten wirklich interessieren und ich zb Fels’ „nicht alle“ automatisch gelesen habe als „aber es gibt Ausnahmen“ - in sprachwissenschaftlichen Büchern, deutsch-deutschen Wörterbüchern, thesaurus etc, und ich habe wirklich keinen Hinweis darauf gefunden dass „nicht alle“ impliziert „aber die meisten“. In den meisten Quellen wurde es erläutert mit genau dem, was dasteht: eben: nicht alle. Einmal sogar explizit erklärt als „manche“. Wenn jemand eine anders lautende Quelle findet, gerne mir schicken ;)
Und lasst uns doch lieber darüber diskutieren, das hat weniger explosives Potential :)
Zitat von Agathe13 im Beitrag #6726Sind Straftaten seitens Muslimen eine besonders große Gefahr für Deutschland,
Du meinst sicher politisch motivierte Straftaten?
Ich denke, es ist entscheidend, zwischen extremistischen Individuen und der gesamten muslimischen Gemeinschaft zu differenzieren.
Die Gefahr durch islamistischen Terrorismus in Deutschland sehe ich als gegeben, denn seit dem 7. Oktober haben sich die PM Straftaten im Kontext des aktuellen Nahost-Konflikts stark erhöht.
Aktuell trauen Polizei und Geheimdienste nach Angaben des Bundesinnenministerium 549 Personen aus der Islamisten-Szene in Deutschland einen Terrorakt zu. Ein knappes Fünftel davon sind deutsche Konvertiten. Darüber hinaus umfasst das Personenpotenzial “Islamismus/islamistischer Terrorismus” insgesamt 27.480 Personen im Jahr 2022. Etwa 40% der Personen, die aus islamistischer Motivation heraus von Deutschland in Richtung Syrien und Irak gereist sind, befinden sich wieder in Deutschland.
Die Zahl der Menschen, die die Rolle einer Führungsperson übernehmen, ist mir nicht bekannt. IS-Chef Al-Ansari jedenfalls ruft schon länger seine Anhänger zu weltweiten Anschlägen auf.
Die Mehrheit der Muslime lebt m.E. aber friedlich und trägt positiv zur Gesellschaft bei.
Gestiegen sind insbesondere die Anzahl der Straftaten in den Phänomenbereichen „PMK -ausländische Ideologie-“, nämlich um 33,04 Prozent auf 5.170 Fälle, sowie „PMK -religiöse Ideologie-“. Hier vervierfachten sich Zahlen auf 1.458 Fälle.
Zitat von Agathe13 im Beitrag #6679 Ich habe nicht gesagt, dass jemand hier gesagt hätte, die Mehrheit der Muslime wäre gewaltbereit. Ich habe einen Teilnehmer gefragt, ob er das denkt.
...
Der "Teilnehmer" hatte bereits gesagt, dass er das nicht denkt, da "er" im täglichen Leben sehr viel Erfahrung mit ihnen hat.
Warum auch immer es dir wichtig ist, das zu behaupten..... Nein, hatte er nicht.
. Die stärksten Anstiege verzeichnen die Phänomenbereichen PMK -ausländische Ideologie- und PMK -religiöse Ideologie-. So stieg im Phänomenbereich PMK ausländische Ideologie die Anzahl der Taten um 31,99 Prozent auf 491, für PMK religiöse Ideologie um 76,47 Prozent auf 90 Fälle.
Also durchaus besorgniserregend...
Während die rechtsextremen Taten die weitaus höchsten Zahlen verzeichnen und weiter steigen.
Zitat von Agathe13 im Beitrag #6679 ...., dass meiner Meinung nach islamistische wie auch rechtsextreme oder sonstige Täter eine Gefahr darstellen, gegen die etwas getan werden muss, statt den Focus auf Islamisten oder am besten gleich noch auf Muslime an sich zu legen. ...
Den Focus lege ich auf Islamisten, aber nicht auf Muslime generell, um das nochmal explizit zu sagen.
Zitat von Brischa im Beitrag #6729Du meinst sicher politisch motivierte Straftaten?
Danke Brischa - ich denke, so wird eher ein Schuh draus.
Es sollte schon etwas sein, was zu Fassungslosigkeit Anlass gibt - andernfalls wärt ihr in diesem Strang ja auch falsch.
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
************************************ Moderatorin in der Pandemie und Politik, bei der Nachhaltigkeit, beim Sozialen Engagement und den Festen, bei Klatsch & Tratsch, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Zitat von Analuisa im Beitrag #6735Es sollte schon etwas sein, was zu Fassungslosigkeit Anlass gibt - andernfalls wärt ihr in diesem Strang ja auch falsch.
Was zu Fassungslosigkeit Anlass gibt, dürfte doch wohl individuell verschieden sein.
Zitat von Agathe13 im Beitrag #6733Während die rechtsextremen Taten die weitaus höchsten Zahlen verzeichnen und weiter steigen.
Warum bleibst du nicht beim Thema?
Zitat von Agathe13 im Beitrag #6726"Sind Straftaten seitens Muslimen eine besonders große Gefahr für Deutschland, wenn ja, warum, wenn nein, warum nicht, und was folgt daraus?"
Zitat von Agathe13 im Beitrag #6732 Der "Teilnehmer" hatte bereits gesagt, dass er das nicht denkt, da "er" im täglichen Leben sehr viel Erfahrung mit ihnen hat.
Warum auch immer es dir wichtig ist, das zu behaupten..... Nein, hatte er nicht.
[/quote]
Dann hatte ich dich anders verstanden. Aber Ok jetzt.
Zitat von Agathe13 im Beitrag #6736Was zu Fassungslosigkeit Anlass gibt, dürfte doch wohl individuell verschieden sein.
Natürlich.
Deswegen versuchte ich ja, aus deiner Themenformulierung die Fassungslosigkeit zu ermitteln.
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
************************************ Moderatorin in der Pandemie und Politik, bei der Nachhaltigkeit, beim Sozialen Engagement und den Festen, bei Klatsch & Tratsch, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Ich fürchte, ganz banal, dass das, was wir ganz persönlich als gefährlich empfinden auch damit zusammenhängt, was für einen ganz persönlichen gefährlicher ist bzw. sich gefährlicher anfühlt - auch wenn es statistisch gesehen nicht „die größte Gefahr“ ist. Das mag wenig sympathisch sein, ist aber menschlich und auf individueller Ebene ja irgendwie auch „vernünftig“. Als Mann finde ich Gewalt an Frauen prinzipiell falsch, habe aber keine Angst davor. Als „biodeutscher“ falle ich eher einem großen, unspezifischen Terroranschlag zum Opfer als einem rechtsradikalen Schläger, der dunkelhäutige zu Tode hetzt. Deswegen kann man natürlich trotzdem mit anderen Gruppen mitfühlen, und natürlich trifft sowohl rechtsextreme als auch linksextreme als auch islamistische Gewalt ganz viele Menschen außerhalb der „eigentlichen Zielgruppe“. Und natürlich definieren die Gewalttäter die Gruppen nicht rational, so dass zb muslime, die „falsch“ leben, weltweit gesehen statistisch gesehen mehr gefährdet sind, Opfer islamistischer Gewalt zu werden. Aber wir denken und vor allem fühlen halt nicht nur „statistisch gesehen“, sondern empfinden etwas als besonders bedrohlich, bei dem wir denken „das hätte auch mich treffen können“.
Zitat von Agathe13 im Beitrag #6733Während die rechtsextremen Taten die weitaus höchsten Zahlen verzeichnen und weiter steigen.
Warum bleibst du nicht beim Thema?
Zitat von Agathe13 im Beitrag #6726"Sind Straftaten seitens Muslimen eine besonders große Gefahr für Deutschland, wenn ja, warum, wenn nein, warum nicht, und was folgt daraus?"
...
Weil das - IMO - zum Thema gehört. Die Einordnung in den Gesamtkontext sozusagen.
Zitat von bri_honzina im Beitrag #6740Aber wir denken und vor allem fühlen halt nicht nur „statistisch gesehen“, sondern empfinden etwas als besonders bedrohlich, bei dem wir denken „das hätte auch mich treffen können“.
Richtig. Und genau deswegen finde ich es so wichtig, zwischen Gefühl und Tatsache zu unterscheiden. Und beides nebeneinander, aber getrennt zu betrachten.
Die Gefahr, von einem machetenschwingenden Flüchtling auf offener Straße verletzt oder getötet zu werden, ist statistisch gesehen um ein Vielfaches geringer als die Gefahr, vom eigenen Ehemann verletzt oder getötet zu werden. Das Gefühl aber ist wohl bei vielen oder den meisten umgekehrt. Das ist verständlich, aber IMO sauber zu trennen, vor allem, wenn es darum geht, Handlungen daraus abzuleiten oder sich öffentlich zu äußern.
Zitat von Agathe13 im Beitrag #6742Die Gefahr, von einem machetenschwingenden Flüchtling auf offener Straße verletzt oder getötet zu werden, ist statistisch gesehen um ein Vielfaches geringer als die Gefahr, vom eigenen Ehemann verletzt oder getötet zu werden. Das Gefühl aber ist wohl bei vielen oder den meisten umgekehrt. Das ist verständlich, aber IMO sauber zu trennen, vor allem, wenn es darum geht, Handlungen daraus abzuleiten oder sich öffentlich zu äußern.
Bedingt ja. Da wir ja alle noch leben hier, sind wir wohl alle kein (Todes-)Opfer von Gewalt geworden. Allerdings betreffen gerade grosse Terroranschlaege, egal von links oder rechts, ja riesige "Kreise" von indirekten Opfern. Ich kenne z.B. jemanden, der beim islamistischen Terroranschlag in London in 2005 ein Familienmitglied verloren hat. Ich kenne jemanden, der am 9.11. im WTC war (aber es zum Zeitpunkt des Anschlags verlassen hatte), und mein Mann hat eine Kollegin bei den Terroranschlaegen in Paris verloren. Der Breitscheidplatz wurde ja hier schon erwähnt, da gibt es in Deutschland alleine sicher 1000e, die um 1-3 Ecken davon betroffen waren. Zudem hat sich unsere Welt durch diese Art von Anschlägen (nicht nur die islamistischen, aber die waren halt in den letzten 25 Jahren im Westen vorne mit dabei bei Opferzahlen und "Impact") verändert: jedes Museum hat inzwischen Taschenkontrollen, bei Grossereignissen spielt das Sicherheitskonzept eine riesige Rolle etc.
Ich kenne aber niemanden, dem vom eigenen Ehemann getötet wurde, auch nicht um 3 Ecken.
Das ist wie bei Covid: so lange im Umfeld niemand erkrankt war, dachten viele, es beträfe nur Alte und Kranke und Dicke oder oder oder... bei mir im Buero ist dann der vorher gesunde Ehemann einer Kollegin gestorben, und ein sehr sportlicher, topfitter Freund hat nur mit Glueck überlebt - da rückt es einem eben deutlich näher und man bekommt eventuell Angst bzw fühlt sich betroffen bzw. ist ja auch "indirekt betroffen".
Zitat von bri_honzina im Beitrag #6743Allerdings betreffen gerade grosse Terroranschlaege, egal von links oder rechts, ja riesige "Kreise" von indirekten Opfern. Ich kenne z.B. jemanden, der beim islamistischen Terroranschlag in London in 2005 ein Familienmitglied verloren hat. Ich kenne jemanden, der am 9.11. im WTC war (aber es zum Zeitpunkt des Anschlags verlassen hatte), und mein Mann hat eine Kollegin bei den Terroranschlaegen in Paris verloren. Der Breitscheidplatz wurde ja hier schon erwähnt, da gibt es in Deutschland alleine sicher 1000e, die um 1-3 Ecken davon betroffen waren. Zudem hat sich unsere Welt durch diese Art von Anschlägen (nicht nur die islamistischen, aber die waren halt in den letzten 25 Jahren im Westen vorne mit dabei bei Opferzahlen und "Impact") verändert: jedes Museum hat inzwischen Taschenkontrollen, bei Grossereignissen spielt das Sicherheitskonzept eine riesige Rolle etc.
Ich kenne aber niemanden, dem vom eigenen Ehemann getötet wurde, auch nicht um 3 Ecken.
Ich kenne weder noch direkt. Um 1-3 Ecken dürften auch z.B. Femizide viele betreffen: alleine schon mathematisch angesichts einer dreistelligen Zahl von ihren (ex-)Männern getöteter Frauen jedes Jahr in D.
Aber ja, es geht um das Gefühl. Und es mag leichter fallen, bei einem Femizid sich zu sagen "Ja, Augen auf bei der Partnerwahl, meiner würde sowas nie machen" oder "Assos halt" oder "patriarchalische Steinzeitkultur, die haben hier nix zu suchen", während bei einem Attentat oder Amoklauf eher der Gedanke kommt "das hätte ich sein können." Aber de facto, wenn wir Leben retten wollen, müssten wir uns, statt plakativ von Abschiebungen nach Afghanistan zu reden, eher damit befassen, wieso noch so viele Männer aller Provenienzen Frauen als ihren Besitz zu betrachten scheinen und mit Problemen nicht anders als mit Gewalt umgehen (können). Und lernen, die Augen offen zu halten im Umfeld, ob da vielleicht eine Frau bedroht ist. (Ich habe jüngst im Coaching eine Frau gehabt, die von einem Kollegen berichtet hat, der mir wirklich Angst gemacht hat. Da würde ich mich nicht wundern, wenn ich von dem mal in der Zeitung lese. :-(. Mehr als ihr meinen Eindruck zu schildern und ihr dringlich zu Vorsicht zu raten, kann ich aber nicht.)
Was mir Angst macht: Irgendwelche Islamisten erscheinen mir fern (auch wenn ich schon mit welchen mehr als mir lieb war zu tun hatte), was aber nicht fern liegt, ist das Polizeirevier in Frankfurt, von dem aus jemand Drohbriefe an "unbotmäßige" Frauen geschrieben hat. Da komme ich mehrmals die Woche dran vorbei. Wo es Chatgruppen gab, in den in allerübelster Weise gegen alle möglichen Personengruppen gehetzt wurde. Wenn schon "die Guten" nicht mehr gut sind, auf wen kann ich dann vertrauen? Ich sehe nicht, dass sich Islamisten in die Polizei oder die Bundeswehr einschleusen, wohl aber, dass Rechtsextreme das tun, und das geht mir unter die Haut.
Und nein, ich finde das nicht off-topic. Das sind meine Befindlichkeiten, die hier genauso ihren Platz haben wie die von anderen.
Ich finde nicht, dass es da ein „statt“ geben muss oder sogar darf. Wir müssen nicht entweder über die Abschiebung krimineller oder über das Frauenbild von einschlägigen Männern reden. Sondern über beides!
Schwierig wird es, wenn beide Aspekte/Diskussionslinien jeweils benutzt werden um die andere Linie zu relativieren oder zu verharmlosen. Meine ich jetzt ganz allgemein, nicht im Bezug auf die letzten Beiträge hier. Das bindet dann Energie und führt zu Streitereien, jedenfalls nicht zu gegenseitigem Verständnis.
Zitat von bri_honzina im Beitrag #6743Das ist wie bei Covid: so lange im Umfeld niemand erkrankt war, dachten viele, es beträfe nur Alte und Kranke und Dicke oder oder oder... bei mir im Buero ist dann der vorher gesunde Ehemann einer Kollegin gestorben, und ein sehr sportlicher, topfitter Freund hat nur mit Glueck überlebt - da rückt es einem eben deutlich näher und man bekommt eventuell Angst bzw fühlt sich betroffen bzw. ist ja auch "indirekt betroffen".
Ja. Und ich (!) finde es den Gipfel der Unverschämtheit, wenn jemand glaubt, bewerten zu dürfen, wovor jemand Angst hat. Niemandem steht dieses Recht zu, denn in der Regel kann man nicht beurteilen, welche Geschichte Menschen haben, die zu diesen Ängsten führt. Bei Flüchtlingen ist wohl allen klar, dass sie vermutlich traumatisiert sind, aber bei Einheimischen geht man gerne mal großzügig über ihre Erfahrungen hinweg.
Im konkreten Falle waren das migrantische und/oder grüne/linke Frauen, die in irgendeiner Form in der Öffentlichkeit standen oder stehen. Z.B. eine türkischstämmige Anwältin oder die türkischstämmige Kabarettistin Idil Baydar (aka "Jilet Ayse") und weitere. Kleine Zusammenfassung hier: https://www.tagesschau.de/inland/drohbri...rinnen-101.html
Zitat von Agathe13 im Beitrag #6744.... das Polizeirevier in Frankfurt, von dem aus jemand Drohbriefe an "unbotmäßige" Frauen geschrieben hat...
kurze Zwischenfrage...
ich gehe davon aus, dass es sich dabei um die NSU2.0-Drohbriefe handelt... ich dachte dafür ist jemand verurteilt worden, der nichts mit dem Polizeirevier zu tun hatte. Es mag ja durchaus sein das ich nicht alles mitbekommen habe... gibt es da schon weitere Verurteilte?... Ich habe noch nichts gehört oder gelesen.