Wie ist das eigentlich bei diesen Streiks, Geld aus der Streikkasse bekommen doch nur Gewerkschaftsmitglieder, oder? Was machen die andren? Oder haben die Lokführer so einen hohen Organisationsgrad in der Gewerkschaft?
Seit Jahrzehnten beobachten alle, wie die Gesellschaft immer mehr Risse bekommt, und keiner kittet sie. Da darf man sich nicht wundern, wenn sie schließlich zerbricht. (Views, Marc-Uwe Kling)
Ja, Geld aus der Streikkasse bekommen nur die Gewerkschaftsmitglieder.
Es geht den Arbeitgeber nichts an, ob jemand in der Gewerkschaft ist. Deshalb ist das auch alles ein heikles Thema.
Bei einem Streik meldet sich das Mitglied an einer bestimmten Stelle, damit es das Streikgeld bekommt. Die GDL sagen, dass sie 80% der Lokführer und 40% des Zugbegleitpersonals vertreten.
******************************** Sagt es allen weiter - besonders den jungen Menschen: Werdet StammzellenspenderIn - rettet Leben! Spende geht oft über das Blut. * DKMS
Zitat von Charlie03 im Beitrag #5927Es geht den Arbeitgeber nichts an, ob jemand in der Gewerkschaft ist. ...
Anmerkung am Rande: Wenn es um die Umsetzung von Tarifabschlüsssen geht schon, denn die gelten nur für die jeweiligen Tarifpartner:innen. Einer Bekannten hat der Gewerkschafts-Beitritt vor ein paar Wochen ca. 1,40 Euro mehr pro Stunde beschert, nachdem sie ihrem Chef klar gemacht hat, dass er (Mitglied im Arbeitgeberverband), ihr jetzt Tariflohn zahlen muss.
Neueste Studien in Deutschland haben ergeben, dass 20 bis 40 Prozent der Bevölkerung gar keine Laktose brauchen um intolerant zu sein.
... Das Schlimmste, was der Letzten Generation vorgeworfen werden konnte, war eine indirekte Gefährdung von Menschen, weil Blockaden Staus erzeugen und Staus selbst dann Rettungsfahrzeuge aufhalten können, wenn die Blockierer Rettungsgassen lassen. Gewaltbereitschaft ließ sie nie erkennen, weder in Worten noch in Taten. Trotzdem reagierte der Staat mit Schnellverfahren, Haftstrafen, mit und ohne Bewährung, Razzien, Ermittlungen wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung.
Als in Berlin eine Radfahrerin starb, und es kurz so aussah, als hätte ein durch einen Stau aufgehaltenes Bergungsfahrzeug sie retten können, äußerte sich Innenministerin Nancy Faeser von der SPD so: »All das hat mit einer demokratischen Auseinandersetzung überhaupt nichts mehr zu tun«. Justizminister Marco Buschmann von der FDP hielt es für angebracht, darauf hinzuweisen, dass man Menschen für so etwas unter Umständen auch einsperren könne. Der FDP-Abgeordnete Alexander Graf Lambsdorff rief »das erste Todesopfer« der LG aus. ...
Am Sonntagabend deponierten Menschen mit Traktoren im Rahmen von Bauernprotesten auf einer Bundesstraße westlich von Berlin Misthaufen, und, wie RTL berichtet , womöglich sogar Baumstämme. Im Dunkeln, ohne Vorankündigung. Mehrere Autos fuhren in die Misthaufen, bauten Unfälle. Fünf Menschen wurden verletzt. Eine Frau, die es traf, sagte aufgelöst: »Drei Km/h mehr, ich hätte mich hundertpro überschlagen.«
Man könnte das in der Sprache des Boulevards »Gülle-Terror« nennen, oder einen Anschlag auf das Leben von Menschen. Aber, und das ist das Auffällige: Es ist still, sehr still. Das politische Berlin zuckt die Achseln, beschäftigt sich mit anderen Themen. Die Bundesinnenministerin hat sich nicht geäußert. Der Bundesjustizminister auch nicht. ...
Dabei geht es nicht mehr allein um Doppelmoral. Es ist ein Punkt erreicht, an dem zu befürchten ist, dass dem Staat dauerhaft Schaden entsteht, weil er zugleich zu hart ist und zu weich, zu unversöhnlich und zu nachsichtig. Weil die Friedlichen das Vertrauen verlieren und die Gewaltbereiten sich ermutigt fühlen. ...
Zitat von Cerulean im Beitrag #5930Ja es ist sehr still auch hier im Forum, schade.
Tja, hier wird der GdL-Streik oder die beiden noch flüchtigen RAF 3.Generation-Männer offenbar als bedeutender empfunden - siehe große Fassungslosigkeiten.
@-franzi- Es geht ja nicht darum, ein Thema zu bedienen. Und auch die wenigen User:innen hier haben bei bestimmten anderen Themen ja sehr viel Ausdauer. Mich verblüfft einfach, welche Themen dafür ausgewählt werden. Obwohl nein, wenn ich ehrlich bin, verblüfft es mich nicht mehr.
Ich schon. Union, FDP, SPD und Grüne haben Schiss, sich wieder mit "Bauern" anzulegen. Die sind halt mächtig, bestens organisiert und vernetzt. Und sind von der Bevölkerung ja bereits als "die Guten" heiliggesprochen.
So genau hingucken und kommunizieren, dass zwischen gerechtfertigten Bauernprotesten und solchen Aktionen unterschieden werden könnte, ist zu schwierig. Es lohnt sich in der politischen Landschaft "as is" vermutlich auch nicht (mehr genug/schnell genug). Da kommt die Ablenkung durch Ex-RAF oder GdL-Streik doch sehr gelegen.
Alles rechts von Obigen reibt sich die Hände - sie haben m.E. den Freibrief für gewalttätigen Protest oder Terrorismus erhalten.
Mich interessiert, wie sich Bauern dazu positionieren.
In meinem Umfeld sagen die Bauern: das sind kriminelle mittlerweile. Es gibt einen Dialog mit der Landesregierung (Rlp). Die letzten "großen" Aktionen waren Blockaden der Lager von Lidl, Aldi und Co.
Was sagen die Bauern in eurem Umfeld?
@Nicolo, ich stimme dir zu. Das ist ein Meisterstück für die agierenden Querdenker, Reichsbürger, Rechtsradikale.
KEINE ANGST, KEINE ANGST, KEINE ANGST, KEINE ANGST!
Deine letzte Bemerkung verstehe ich nicht, aber ich kann für mich sagen, dass ich tatsächlich zum Teil von einer Fassungslosigkeit in die nächste falle und und nicht mehr kann. Ich kann nicht nicht mal mehr aufregen. Nur noch mit dem Kopf schütteln und hoffen, dass die Täter eine gerechte Strafe bekommen.
Zitat von -franzi- im Beitrag #5937... Deine letzte Bemerkung verstehe ich nicht, ...
Als die Aktionen der Klimakleber losgingen, hat sich aber auch jede/r nebst Onkel und Tante bemüßigt gefühlt, diese zu geißeln, als rücksichtslos oder Terrorismus zu verunglimpfen und was nicht noch alles. Kein Kaliber war groß genug. Und die Rechts-Wutbürger mit Landwirtschaftsconnection? Begehen so einen Terrorakt, der dann als gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr verniedlicht und ansonsten totgeschwiegen wird. In der "Rationalität" dieser Verbrecher bedeutet das: Wird akzeptiert, ist ok, wir können so weitermachen.
Zitat... hoffen, dass die Täter eine gerechte Strafe bekommen.
Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt - aber auch sie stirbt. Bei der LG ging das mit dem drakonischen Bestrafen ja recht flott.
Dass jemals irgendwer als Täter:in für diese Killer-Straßenblockade ermittelt, angeklagt oder gar verurteilt wird, bezweifle ich mittlerweile.
Zitat von Cerulean im Beitrag #5930Ja es ist sehr still auch hier im Forum, schade.
Tja, hier wird der GdL-Streik oder die beiden noch flüchtigen RAF 3.Generation-Männer offenbar als bedeutender empfunden - siehe große Fassungslosigkeiten.
Ich bin einfach sehr frustriert. Alles nimmt inzwischen Ausmaße an.... GDL - die normalen Bürger sollen es austragen. Lufthansa etc.- die normalen Reisenden müssen es aushalten. Und jetzt noch die Bauern, die Unfälle provozieren.
Was ich noch nicht wusste und nochmal recherchieren muss: die GdL ist Teil der Beamtengewerkschaft? Also nicht, dass ich den Öffis die Fürsorge und Vorzüge Der Dienstherrin (als unsere) nicht gönnen würde, aber sozial und solidarisch verstehe ich eigentlich anders
Was hat denn das mit "sozial und solidarisch " zu tun? Zum DBB gehören eine ganze Menge Gewerkschaften, ua die GdL. Früher gab es mit der Gewerkschaft ÖTV ( öffentliche Dienste, Transport und Verkehr) ein ähnliches Konstrukt- dazu gehörte zum Beispiel die Postgewerkschaft. Und bitte- welche "Fürsorge und Vörsorge" der DB meinst Du? Abgesehen davon: Ich bin selbst im ÖD. Wenn ich mir den Umgang mit den Azubis ( die man nach der wirklich "knackigen" Ausbildung erstmal im Servicecenter parkt, wo sie nur telefonieren ( wir brauchen sie in etwa 5 Jahren, wenn ein Großteil der Babyboomer in Rente geht) ) oder mit befristeten Mitarbeitern umgeht ( ist nicht so, dass sie zügig entfristet werden, wenn sie gut sind, wie es in der freien Wirtschaft der Fall ist) dann wundert es mich nicht, dass gerade in Großstädten und in Abteilungen mit Publikumsverkehr Stellen nicht besetzt werden können. Wir haben eine Kollegin, die eine sog. Personalentwicklung macht- also eine "höherwertige Tätigkeit" ausübt. Seit 3 Jahren. Macht sie gut, alle sind zufrieden. Allerdings ist das keine Planstelle, wenn sie keine bekommt ( oder sich auf eine gleiche Position notfalls bundesweit bewirbt) muss sie evtl zum Ende nächsten Jahres in mein Team zurück. Was sich natürlich auch finanziell auswirkt. Kein "normaler AG" würde zu seinem Mitarbeiter sagen "Hast Du wirklich toll gemacht, danke, die Arbeit ist auch weiterhin da, aber du musst leider wieder zurück, deine Aufgaben übernimmt Frau XY aus A, die zieht aus gesundheitlichen Gründen hier an die Nordsee, die müssen wir nehmen. " Auf ihrer Planstelle in meinem Team sitzt mittlerweile der dritte befristete Kollege- die anderen Beiden sind nach jeweils nem guten Jahr gegangen ,von selbst, trotz Vertragsverlängerung, weil keine Aussicht auf Entfristung bestand. Verstehe ich absolut, man will ja auch irgendwo ankommen, irgendwann. Sie sind zur Kommune gegangen und arbeiten in einem ähnlichen Bereich- die haben sie unbefristet eingestellt.
Im Vorstellungsgespräch wird das anders verkauft- ich kannte das Spiel mit den Planstellen und den zusätzlichen Stellen allerdings aus der Vergangenheit, ich war ja schon mal im ÖD am Anfang meines Berufslebens und habe gleich gesagt- befristet fange ich nicht an. Ich kam aber auch nicht aus der Arbeitslosigkeit...
Zitat von Nicolo im Beitrag #5938Dass jemals irgendwer als Täter:in für diese Killer-Straßenblockade ermittelt, angeklagt oder gar verurteilt wird, bezweifle ich mittlerweile.
doch, das glaube ich schon... vorausgesetzt man kann die Verursacher ermitten. Das war bei den Klimaklebern ja leichter, die waren ja abgeklebt, und von daher noch vor Ort als die Polizei eingetroffen ist.
Es war übrigens nicht der erste Vorfall dieser Art... wir hatten das hier auf "unserer Hausautobahn" auch schon...
"Die Landwirte kippten laut Polizei am Freitagmorgen gegen 5.30 Uhr außer Baumstämmen sowie größeren Mistmengen auch Autoreifen auf die Autobahn, die daraufhin in Richtung Hannover gesperrt werden musste. Es bildete sich ein kilometerlanger Rückstau. Nach dreieinhalb Stunden verließen die Bauern, deren Verhalten von den Beamten als „unkooperativ“ beschrieben wurde, die Blockade zwar. Sie ließen die abgeladenen Gegenstände aber zurück.
Wie die Polizei mitteilte, blieb die Autobahn daher „aufgrund notwendiger Reinigungsarbeiten“ zunächst weiter gesperrt. Der Verkehr wurde auf eine Umleitungsstrecke geleitet. Erst gegen Mittag war die Fahrbahn nach rund acht Stunden wieder geräumt und frei. Die Einsatzkräfte hätten Identitäten von Protestierenden festgestellt und Ermittlungen eingeleitet, hieß es." (Quelle-mopo)
scheint aber kaum jemanden interessiert zu haben... vermutlich weil es keinen Unfall sondern "nur" Stau gab und Kosten für die Reinigung entanden sind. Was bei den Ermittlungen raus gekommen ist, weiß ich nicht... aber zumindest die Bauern, mit denen ich gelegentlich zu tun habe haben versichert, nichts damit zu tun zu haben... ich glaube ihnen.
Mir fällt gerade ein Grund ein, warum mir die Klimakleber trotz allem weniger unsympathisch waren, was die Aktion selbst anbelangt.
Nein, insgesamt fand ich das auch nicht gut, nicht in dem Ausmaß jedenfalls.
Mir geht es jetzt nur um diesen Punkt dabei:
Die haben immerhin ihr Gesicht gezeigt. Die ganz Aktion war so gestaltet dass man den Menschen ins Gesicht sehen konnte. Das finde ich mutig (nochmal: unabhängig von Sinn und Zweck einer Aktion). Da war immer auch ein persönliches Bekenntnis dabei. Ein Einstehen für die Tat. Kein: "die müssen mich erstmal erwischen".
Danke Nicolo für #5938 . Genau so. Wollte eigentlich heute Morgen auch noch was dazu schreiben. Aber du hast es schon getan.
Natürlich kann jeder hier schreiben,oder auch nicht, wo es ihm gefällt. Aber es ist schon auffällig. Und für mich sind die, die mit Schaum vor dem Mund , bei den Klebern, sich ereifert haben, völlig unglaubwürdig geworden. Es ging Ihnen keineswegs um die Gefahr die von solchen Aktionen ausgehen kann. Nein , die politische Richtung der Kk hat nicht gefallen, und wer wird ausserdem gerne daran erinnert das es den Klimawandel überhaupt gibt.
Zitat von print im Beitrag #5945Die haben immerhin ihr Gesicht gezeigt. Die ganz Aktion war so gestaltet dass man den Menschen ins Gesicht sehen konnte. Das finde ich mutig (nochmal: unabhängig von Sinn und Zweck einer Aktion). Da war immer auch ein persönliches Bekenntnis dabei. Ein Einstehen für die Tat. Kein: "die müssen mich erstmal erwischen".
Zitat von Cerulean im Beitrag #5946Natürlich kann jeder hier schreiben,oder auch nicht, wo es ihm gefällt. Aber es ist schon auffällig. Und für mich sind die, die mit Schaum vor dem Mund , bei den Klebern, bei sich ereifert haben, völlig unglaubwürdig geworden.
ich hatte schon überlegt, ob es vielleicht damit zusammenhängt, wo sich eine solche Aktion abspielt... die Klimakleber waren mehr in den Innenstädten aktiv... die "Bauern" mehr in den Außenbezirken. Und so rein gefühlt (!!) wird mehr über Dinge berichtet die die Innenstädte betreffen. Das "Landvolk" ist ja nicht so interessant.
Ob das wirklich so ist, weiß ich nicht... ist nur so eine Überlegung.
Zitat von Ranunkel im Beitrag #5940Außerdem wurde z. B. das RAF-Thema in den Fassungslosigkeiten-Strang getragen, vor allem von einer Userin. Die es mit ihren Beiträgen dominiert.
Das wurde von der Moderation bereits bemerkt.
An alle:
Bitte eröffnet zu relevanten politischen Themen selbsttätig eigene Stränge im Politikforum.
Beispielsweise könnte auch zu den "Bauernprotesten" ein eigener Strang eröffnet werden. Die Betonung liegt auf "selbsttätig" - das Auseinanderpflücken von Strängen und nachträgliche Verlagern von Beiträgen ist sehr aufwändig und kann von uns nur in besonderen Fällen geleistet werden.
Analuisa, Moderation
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
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