Irgendwie heißt das langsam aber anscheinend auch, dass man gar nicht mehr protestieren darf, wenn man Unrecht anprangern will, weil man sonst immer Gefahr läuft, dass die eigene Sache von den Rechtsradikalen unterwandert wird.
Ich habe neue Laufschuhe. Ich bin schon ganz außer Atem. Jetzt noch den zweiten anziehen!
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Eben Eine klare Aussage z.B. des Bauernverbandes könnte lauten: da laut Programm der AfD Subventionen abgeschafft werden sollen und ihre angeblichen Forderungen hier weder mit europäischem Recht durchzusetzen sind noch glaubwürdig , weisen wir jede Zusammenarbeit und alle Versuche, unsere Sache für eigene Zwecke zu mißbrauchen, weit von uns Das auf jeder Demo in der Auftaktrede wäre eine angemessene Aktion.
meiner Meinung nach haben die Bauern das schon getan... wenn ich nicht irre sogar schon mehr als einmal...hier z.B... "Der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV), Joachim Rukwied, hat die Teilnahme rechter Gruppierungen an den Bauernprotesten der kommenden Woche für unerwünscht erklärt. "Rechte und andere radikale Gruppierungen mit Umsturzgelüsten wollen wir auf unseren Demos nicht haben", sagte Rukwied der "Bild am Sonntag". (Quelle-Tagesschau)
Was kann man denn sonst noch tun um rechte Gruppierungen bei den Demos zu verhindern? Ich denke das ist kaum möglich... das kann man nicht ganz verhinden...
Der Bauernverband des Kreises Havelland hat sich gestern davon distanziert. „Das, was jetzt passiert ist, darf nicht passieren. Hier wurden Grenzen überschritten“, äußert sich der Präsident des Landesbauernverbandes, Henrik Wendorff, zu den jüngsten Protesten u.a. von Landwirten auf der B1/B5 in Richtung Hauptstadt. „Wir haben berechtigte Forderungen, für die wir uns mit Nachdruck auch auf der Straße eingesetzt haben. Doch wir stellten dafür einen Rahmen sicher, in dem niemand zu Schaden kam und keine Sachbeschädigungen stattfanden. Das heißt, wir melden unsere Veranstaltungen grundsätzlich mit Namen und Adresse an und übernehmen für diese auch Verantwortung. Für diese Vorgehensweise steht der Landesbauernverband und für keine andere.“ https://www.agrarheute.com/politik/bauer...aufen-b5-617275
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Das ist wirklich ein Problem, zumal in Brandenburg die "Freien Bauern" viele sind. Sie sind nicht Teil des Bauernverbandes.
Dieser hat m.E. nach zu spät gehandelt.
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Ein aktuelles Beispiel...die EVG kann auch keine Demo gegen die GDL machen.
Nein, der Bauernverband muss nachdenken, was er wie und wo sagt.
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Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #5858Klar kann man sich distanzieren. Die Frage ist, in wieweit das wahrgenommen wird.
Für die Wahrnehmung Anderer kann mensch aber nichts. Bei Straftaten wie "Nachts Gülle auf die Straße kippen" dürfte aber schon der Sache nach klar sein, dass dies keine Aktion im Rahmen einer angemeldeten, genehmigten Demo mit rechtlich verantwortlichen Veranstaltern ist, also auch keine einer Aktion einer Organisation wie dem Bauernverband. Denn die Anmelder einer solchen "Demo" wären für die Folgen haftbar, ggf. könnte sogar die ganze Organisation verboten werden
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #5858Klar kann man sich distanzieren. Die Frage ist, in wieweit das wahrgenommen wird.
Für die Wahrnehmung Anderer kann mensch aber nichts. Bei Straftaten wie "Nachts Gülle auf die Straße kippen" dürfte aber schon der Sache nach klar sein, dass dies keine Aktion im Rahmen einer angemeldeten, genehmigten Demo mit rechtlich verantwortlichen Veranstaltern ist, also auch keine einer Aktion einer Organisation wie dem Bauernverband. Denn die Anmelder einer solchen "Demo" wären für die Folgen haftbar, ggf. könnte sogar die ganze Organisation verboten werden
Dann halt nicht vom Bauernverband, aber von „den Bauern“. Wäre ich Bauer, würde ich mich ärgern, dass das als Bauernproteste wahrgenommen wird und in Wahrheit stecken Rechtsextreme dahinter. So detailliert wie wir hier guckt doch Otto Normalverbraucher nicht drauf. Wetten, dass die Blödzeitung nur von Bauern schreibt? Ist ja strenggenommen noch nicht mal falsch. Bauern waren vielleicht auch dabei.
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So dachte ich mir das auch: nicht 'Verband demonstriert gegen anderen Verband', sondern Landwirte demonstrieren gegen von Rechts unterwanderte Landwirte.
Zitat... So detailliert wie wir hier guckt doch Otto Normalverbraucher nicht drauf. Wetten, dass die Blödzeitung nur von Bauern schreibt? Ist ja strenggenommen noch nicht mal falsch. Bauern waren vielleicht auch dabei.
Die Berichterstattung der BILD hat mich auch interessiert. Immerhin findet selbst BILD derlei dann doch nicht mehr in Ordnung, aber als Tätergruppe werden "protestierende Bauern und ihre Unterstützer" benannt. Die Querdenken-Verbindung wird erwähnt, das ist für BILD-Verhältnisse ja schon mal was.
Selbst ich, der ich kein Bauer bin, ärgere mich darüber, dass derlei tatsächlich noch als Aktion "protestierender Bauern" bezeichnet wird, da ich davon ausgehe, dass der Durchschnittsbauer derlei Terrorismus nicht als legitimen Protest ansieht.
Zudem ist ja sichtbar, dass tatsächliche Bauernproteste nicht mehr nur von Rechtsextremen unterwandert werden, sondern mittlerweile Rechtsextreme "Proteste organisieren", die nichts weiter als Straftaten sind, aber von den Verantwortlichen selbst notdürftig als "Bauernproteste" getarnt werden. Siehe Link weiter oben.
Aber wie ich schon schrieb: Für die Wahrnehmung Anderer kann ich nichts. Ich kann auch niemanden zwingen, genauer hinzuschauen. Sondern nur mich bzw. meine Organisation klar positionieren - für den Fall, dass jemand genauer hinschaut.
So ist das eben, wenn das gesellschaftlich-politische Klima vergiftet ist: Schon sozusagen traditionell werden Aktionen linksextremer bis -radikaler Gruppen allen angekreidet, die politisch irgendwie links stehen, z.B. links = mindestens mitlitante Antifa oder RAF-Symapthisant. Alle AfD-Wähler:innen, mindestens aber alle Mitglieder sind Nazis. Von den fragwürdigen Aktionen der Klimakleber wird auf die gesamte Klimaschutz-Bewegung kurzgeschlossen. Nichtdeutschstämmige begehen Straftaten = alle Nichtdeutschstämmigen sind mindestens potentielle Straftäter. Die Demonstrationen gegen rechtsradikale Politikphantasien wie Deportation etc. sind bezahlte Aktionen der Ampel-Parteien. Und so weiter. Es kann sich ja jede/r mal selbst hinterfragen, welche Form von "Alles in einen Sack und dann draufhauen" er/sie selbst schon mit Freuden praktiziert hat. Und dann überlegen, wem das nützt oder genützt hat.
Nun trifft es halt "die Bauern" und die Bauern, die sowas nicht befürworten, müssen sich abgrenzen.
Zitat von Neustart im Beitrag #5867So dachte ich mir das auch: nicht 'Verband demonstriert gegen anderen Verband', sondern Landwirte demonstrieren gegen von Rechts unterwanderte Landwirte.
Wenn sie das denn wollen und für erforderlich halten, ok. Aber das Ausbleiben einer solchen Demo sagt (mir) nicht, dass eine Mehrheit der Landwirte solche Straftaten gutheisst oder mit den Zielen derer, die sie organisieren, konform geht. Öffentliche Erklärungen entsprechender Verbände sollten erfolgen, müssen m.E. aber auch erst mal ausreichen.
Das Spiel für Doofe geht doch so: Irgendeine kleine Gruppierung macht irgendwas Unliebsames oder Strafbares Und schon werden von jeder anderen Gruppierung, die auch nur in entferntesten (gern auch schlicht behauptetem) Zusammenhang mit der Tätergruppe steht oder stehen könnte, maximale Distanzierungsaktionen verlangt. Die natürlich weder angemessen noch leistbar sind. Und wenn sie ausbleiben, ist "bewiesen": "Wer nicht die maximalen Distanzierungsaktionen durchführt, ist für die Taten oder verurteilt sie zumindestens nicht."
So verblödet sind Teile diese Gesellschaft mittlerweile.
Zitat von Sariana im Beitrag #5864Es gibt nun mal nicht "den" Bauernverband. Die sind sich untereinander nicht "grün".
Egal, wie ungrün sie einander sind, solche Aktionen wird wohl keine dieser Organisationen befürworten oder schweigend als "Bauernprotest" durchgehen lassen wollen.
Nicolo, davon gehe ich aus und hoffe, dass es auch intern noch ordentlich rappelt im Karton. Maxi Schafroth hat anlässlich des Starkbieranstiches als Fastenredner auch in diese Richtung sehr deutliche Worte gefunden.
Maxi Schafroth thematisierte auch die Bauernproteste und deren Gründe. Politiker biederten sich bei den Wählern an. "Wenn das so weiter geht, räkelt sich der Hubert für den Jungbauernkalender auf der Haube vom Fendt-Geräteträger. Und dass die Grünen jetzt lachen, zeigt mir, dass ihr nicht wisst, dass ein Fendt-Geräteträger gar keine Haube hat."
Tatsache sei, die Bauern wollten Lösungen und kein Anbiedern. "Es geht nicht um den Agrardiesel, es geht um die erdrückende Bürokratrie. Und das Problem haben einige Branchen", meinte er. Und dann wandte Schafroth sich direkt an die Landwirte: "Das Problem ist, dass ihr von einem Großagrarier-Lobbyisten-Verband, dem BBV, vertreten werdet." Auch vor "Huberts markigen Parolen" sollten sie sich hüten: "Der Hubert ist der politische Selbstgebrannte, a gewisse Schärfe, aber er führt nicht selten zur Erblindung."