Lilith, Vielen Dank für den Artikel. Ja, die kollektive belastungsstörung quasi nach Corona ist nachvollziehbar. Eine Antwort, finde ich wurde direkt mitgeliefert. Was kann die Regierung machen? Uns mehr ins Boot holen, emotionaler sein. Aber Olaf Scholz ist nun mal alles andere als emotional, der kann das nicht Punkt vielleicht der Steinmeier?
Ich verstehe jedenfalls nun besser, was du gemeint hast.
Ich denke schon, dass ich verstehe, was du meinst. Ich teile allerdings nicht die Ansicht, dass irgendjemand jetzt den Stein der Weisen (er-)finden muss, bloß damit ich mich wohlig zurücklehnen kann. Und: ich weiß noch sehr genau, mit wie wenig ich schon zurechtgekommen bin ohne daran zu verzweifeln. Vielleicht bin ich mit mehr Resilienz gesegnet als die Menschen, die du im Blick hast, aber wie soll man denen denn von außen helfen, wenn sie sich selbst kein bisschen vertrauen?
Sie haben die Pandemie überlebt, die allermeisten haben ein Dach über dem Kopf, mehr als trocken Brot zu essen und wenn ein Flugzeug über ihnen fliegt, fallen keine Bomben . Du magst das als Sarkasmus empfinden, aber ich sage tatsächlich aus Überzeugung: ich bin schon dankbar, dass ich hier leben darf, aktuell in Sicherheit bin
Ja tatsächlich, ich hab all mein Geld in die Ausbildung meiner Kinder und den ökologischen Umbau des Hauses gesteckt. Ich Dummi hab echt geglaubt, ich könnte jetzt vielleicht auch mal Urlaub machen. Ist nicht drin bei der Inflation. AC-DC Karten waren auch nicht drin. Ich habe echt gedacht, wenn ich mich mein Leben lang anstrenge, kann ich vielleicht auch mal die schönen Seiten genießen. Nun werde ich in 10 Jahren in Rente gehen (1.000 € pro Monat trotz Vollzeitarbeit 49 Jahre lang) und werde wohl nie mehr einen tollen Urlaub machen. Ich finde, ich hab durchaus das Recht zu meckern, da von dem Versprechen, wenn ich mich nur genügend anstrenge, dann erntest du auch die Früchte genau nix eintrifft. Ok, selbst schuld, warum glaube ich auch so einen Mist.
Keine Ahnung, hier schreiben anscheinend nur Menschen, die genug haben, die schon öfter im Urlaub waren, die sich keine Sorgen um die Rente machen und erlauben sich dann recht arrogante Abwertungen denjenigen gegenüber, die das alles nicht haben und noch nie hatten.
@meistens-heiter Ich lese deine Unzufriedenheit. Aber es gibt kein Recht auf Luxus.
Ich weiß, wovon ich rede, ich bin seit über 10 Jahren in Rente. Nein, ich kann keine Sprünge machen. Finde ich auch doof. Das Leben ist ganz schön scheiße, und hat mir heftige Krankheiten beschert.
Wo kann ich mich beschweren?
KEINE ANGST, KEINE ANGST, KEINE ANGST, KEINE ANGST!
Keine Ahnung, hier schreiben anscheinend nur Menschen, die genug haben, die schon öfter im Urlaub waren, die sich keine Sorgen um die Rente machen und erlauben sich dann recht arrogante Abwertungen denjenigen gegenüber, die das alles nicht haben und noch nie hatten.
Volle Zustimmung. Ich füge noch hinzu: die genügend Reserven ansparen konnten, um auch Durststrecken zu überbrücken.
Stolz sein? Naja, stolz ist man doch auf Erfolge, nicht aber darauf, sich "durchgewurstelt" zu haben. Und das kann ich von mir, von meiner Familie, auch sagen. Wie oft wir im Urlaub waren, wo, unter welchen Bedingungen - das wollt ihr gar nicht wissen. Was mich auch noch stört: die Verallgemeinerungen. Wie die Leute ticken, all die Bewertungen und Abwertungen. Ein Grund von mir, im Politikforum normalerweise nichts zu schreiben. Diese bildungsbürgerliche Arroganz verschärft die Spaltung nur. Und ja, ich empfinde die Spaltung direkt persönlich und sehe momentan auch wenig Möglichkeiten, das Problem konstruktiv anzugehen oder gar aufzulösen.
Ich habe nicht gesagt, dass ich ein Recht auf Luxus hätte.
Hätte ich aber vor 40 Jahren gewusst, dass meine Anstrengungen umsonst sind, hätte ich mich nicht angestrengt. Denn es hat mir rein gar nichts gebracht.
Wäre ich nur durch‘s Leben gesandelt, würde es mir heute keinen Deut schlechter gehen und hätte die gleiche Rente. Man, war ich blöd.
Du wohnst anscheinend in einer Immobilie, die dir gehört, das ist m.M.n. schon 'etwas erreicht haben', was ohne deinen Einsatz nicht möglich gewesen wäre - und damit steht es dir offen, ob du sie im Rentenalter versilberst und mit dem Erlös dein monatliches Budget erhöhst ( und hast noch 10 Jahre bis dahin, um dir Wünsche zu erfüllen, vielleicht nicht nicht 'aus der Portokasse', aber bis dahin wird wahrscheinlich nicht alles für die Ausbildung der Kinder draufgehen.)
Aber gut, was weiß ich schon mit einer aktuellen Rente, die unter dem von dir genannten Betrag liegt- aber mit dem Verkauf der ehemaligen Immobilie, die auch Ausgaben erforderte ....
Zitat von Kaffeesahne im Beitrag #5731 Ich weiß, wovon ich rede, ich bin seit über 10 Jahren in Rente. Nein, ich kann keine Sprünge machen. Finde ich auch doof. Das Leben ist ganz schön scheiße, und hat mir heftige Krankheiten beschert.
Wo kann ich mich beschweren?
2.
Erwerbsminderungsrente ist scheiße, Kranksein auch.
Zitat von meistens-heiter im Beitrag #5729Nun werde ich in 10 Jahren in Rente gehen (1.000 € pro Monat trotz Vollzeitarbeit 49 Jahre lang)
Das kann ich mir fast nicht vorstellen. Ist das wirklich so? Mit 49 Jahren gehörst Du zu den besonders langjährig Versicherten. Hast Du Dir das ausrechnen lassen von einem Fachmann/einer Fachfrau?
Zitat von Neustart im Beitrag #5735Du wohnst anscheinend in einer Immobilie, die dir gehört, das ist m.M.n. schon 'etwas erreicht haben', was ohne deinen Einsatz nicht möglich gewesen wäre -
Zu einer eigenen Immobilie (sei es Haus, Wohnung) habe ich es nie geschafft, wobei ich das allerdings auch nie wollte (unterschiedliche Gründe: Nicht so lange in Schulden sein; Einengung der Freiheit = mal eben wegziehen, wenn es einem nicht (mehr) gefällt) und letztlich die Verantwortung.
Meine Anfänge (alleinerziehend mit einem Kind) waren unterirdisch. Geld immer rechnen, erst stets das Kind, dann mal irgendwann war man selbst mal dran (immer Billigklamotten gekauft für sich selbst). Wohnung nach Trennung Sanierungsfall; viel auch in die Wohnung gesteckt.
Urlaub? Okay Chambord ... träum weiter. Das auf viele Jahre.
Betreuter Urlaub für das Kind nach ca. 8 Jahren möglich. Bevor Muttern das erste Mal in den Flieger steigt, war es Töchting.
Okay, dann doch im Verlauf der Jahre besser verdient und in Anbetracht der Verlautbarungen der Regierung, für die Rente privat vorzusorgen, Lebensversicherung abgeschlossen, die im Erlebensfall doch ein gutes Sümmchen gebracht hat. Mit 100 DM mal angefangen und geendet (wegen Geldwertverfall) bei über 200 Euro. Da war aber Töchting schon für sich und ich hatte mein Geld für mich.
Ansonsten ja, gesetzliche Rente + betriebliche + Ersparnisse + Auszahlung LV, wo der Betrag aus Letzterer in ETF angelegt wurde.
Also- keine Ahnung, wen Ihr meint. Mich auf jeden Fall nicht. Ein "richtig toller Urlaub ", was immer das sein soll, steht bei mir noch aus- die regelmäßigen 24 Std Durchknatter-Fahrten in meiner Kindheit zur Verwandtschaft waren eher ein Abenteuertrip. Und so schön es dort war, man musste ja auch wieder zurück... Ich bzw wir haben unser Geld in Haus und Kinder gesteckt, zumindest der erste Teil sorgt dafür, dass wir als Rentner keine Miete mehr zahlen müssen. Wenn man das nicht als Belohnung ansehen kann für das, was man in der Vergangenheit geschafft hat- dann weiß ich nicht. Du könntest Dein Haus verkaufen, in die billigste verfügbare Wohnung ziehen ( oder in ein Wohnmobil) und den Überschuss "verleben"- Wer hindert Dich daran?
Ausserdem: Es gibt keine Garantie dafür, dass das Leben immer so bleibt, wie es ist. Ich habe für diese "Luxusklagen" wirklich kein Verständnis.
Vergessen: Ich habe Verständnis, dass die kurze Abfolge verschiedener Krisen, die auch ein Stück weit miteinander zu tun haben, belastend sind. Das führt vermutlich zu allgemeiner Dünnhäutigkeit und Nervosität. Aber diese Krisen hätte keine Regierung zufriedenstellend für alle lösen können.
Geld in Kinder und ja auch in Urlaub gesteckt. Kein Eigentum, da es sehr auf Kante genäht gewesen wäre Meine Rente wird auch klein sein.
Dennoch... Kinder sind gesund und machen sich gut in ihren Studien. Sorge habe ich schon, denn, ich werde die Wohnung nicht alleine halten können und was dann wird Da mag ich nicht nachdenken.
Ich lebe allerdings in Frieden und mein Mann lebt auch und das, das ist mir viel wert.
Und ja ... wir (die Gesellschaft insgesamt) haben lange Zeit über unsere Verhältnisse gelebt und waren es die letzten Jahre immer gewohnt, dass es irgendeinen Zuschuss gibt - und nicht wie Bürgerinnen, sondern auch die Wirtschaft.
******************************** Sagt es allen weiter - besonders den jungen Menschen: Werdet StammzellenspenderIn - rettet Leben! Spende geht oft über das Blut. * DKMS
Ich sehe auch nicht, dass es ungewöhnlich ist, für Haus und Kinder 'zurückzustecken' - für mich ist das einfach ein Setzen von Prioritäten. 'Im lääwe nich' käme ich auf die Idee, deshalb zu klagen.
Zitat von Charlie03 im Beitrag #5742Und ja ... wir (die Gesellschaft insgesamt) haben lange Zeit über unsere Verhältnisse gelebt und waren es die letzten Jahre immer gewohnt, dass es irgendeinen Zuschuss gibt - und nicht wie Bürgerinnen, sondern auch die Wirtschaft.
Ich habe nie Zuschüsse bekommen, sei es zum Kindergarten oder Sonstiges (Wohngeld o.a.).
Die Grenzen waren zumindest in den 80ern recht hoch.
Habe schon zu spüren bekommen, dass ich den staatlich gewünschten Deal "Ehe" aufgelöst habe. Ja, dann sieh mal zu, wie Du klarkommst.
Zitat von SASAPI im Beitrag #5741Vergessen: Ich habe Verständnis, dass die kurze Abfolge verschiedener Krisen, die auch ein Stück weit miteinander zu tun haben, belastend sind. Das führt vermutlich zu allgemeiner Dünnhäutigkeit und Nervosität. Aber diese Krisen hätte keine Regierung zufriedenstellend für alle lösen können.
Das trifft wirklich zu.
Ich überlege jetzt zurück: Geboren und aufgewachsen in der alten Bundesrepublik: Einmal im Jahr in Urlaub, kein Eigentum der Eltern, es wurde sparsam gelebt, Vater war auch arbeitslos in den 80ern.
Krisen: Ja, die RAF, der kalte Krieg und die Zeit der Aufrüstung Anfang der 80er. Und Waldsterben gab es schon in den 70ern.
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Zitat von Charlie03 im Beitrag #5745Krisen: Ja, die RAF, der kalte Krieg und die Zeit der Aufrüstung Anfang der 80er. Und Waldsterben gab es schon in den 70ern.
RAF: Zu der Zeit habe ich gelernt und hab's krachen lassen. Unpolitisch.
Kalte Krieg/Aufrüstung: War mir auch egal, immer noch unpolitisch.
RAF: ich war ein Kind, aber es gab Bande zu Schleyers und Ensslins. Und die Kontrollen haben mir Angst gemacht.
Ab kalter Krieg/Aufrüstung war ich politisch aktiv.
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Zu #5745 -Charlie03 Ja, so habe ich es auch erlebt.
Und damals in Anfang 90gern auch sehr kleines Muttergeld vom Staat - und doch war ich sehr glücklich darüber. Nichts mit Elternzeit vom Staat.
Ich sehe heute einfach eine gewisse Anspruchshaltung. Sehe ich auch in meiner direkten Umgebung.
Und ich werde nicht vergessen zu RAF Zeiten, als ich in die Polizeikontrolle nachts fuhr und sich vor mir 2 Beamten in Kampfuniform aufbauten mit großen Maschinenpistolen. Ich schlotterte vor Angst und fand nicht mal mehr meinen Blinker. Und der Schock über die Ermordung von Schleyer, die Entführungen überall ( Kronzucker)... also eine angstfreie Jugend bzw. Leben sieht anders aus.
Wir lernten damit zu leben.
" I hope the Russians love their children too "
Ich verabschiede mich jetzt, das ist zu zermürbend.
Wir haben es uns alle anders gewünscht. Ja! Ich auch! Das verstehe ich, meistens heiter! Total! Und die Trauer darüber auch.
Aber manches können wir nicht beeinflussen (Putin, Gesundheit). Reagieren können wir am Besten in Vereinen und Parteien und im Gespräch.
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Ja - und den völlig verdreckten Rhein, in dem Töpfer wegen einer verlorenen Wette gebadet hat, Tschernobyl, als die Spielplätze gesperrt wurden und man plötzlich hinter Treibhausgemüse her war ....