Bauern in Bayern oder BW haben aber eben auch oft andere Voraussetzungen als Andernorts... die haben halt zum Teil Almen und Winterställe... z.B... Dörfer, mit Ortskeren in den Bergen... Ställe kann man nicht immer weit raus auf das neue und unbebaute freie Feld klotzen.
Diese Realität wird man kaum ändern können ... nicht überall.
Manches hier hat schlicht Tradition... und Milchwirtschaft treiben sie seit Jahrhunderten ... z.B. im Allgäu.
Tradition ist kein Argument. Dann sollen die Betroffenen einen eingetragenen Verein gründen und sich von diesem bezahlen lassen. Abgesehen davon: An den norddeutschen Küsten ist Krabbenfischerei seit Jahrhunderten Tradition. Trotzdem dürfen die Krabbenfischer nur noch in eng gesteckten Zeitkorridoren und mit vorgegebenen Methoden fischen. Sie halten sich dran und haben sich zusätzliche Einnahmequellen geschaffen.
Warum funktioniert das für süddeutsche Bauern nicht?
Sasapi, ich sehe das mit der Anbindehaltung, die der Bayerische Bauernverband nicht will, genauso kritisch wie du. Da wird immer so getan, als habe man vorrangig das Tierwohl im Sinn und das kann bzw. will man nicht umsetzen?
Aber bezweifelt das denn jemand hier? Nachtrag: ah, ich war zu langsam. Blondine ist dagegen. Tradition. Tja, und da wollen wir den Japanern verbieten, dass die den Haien die Flossen abschneiden und sie wieder ins Meer kippen, wo das doch Tradition ist. Und den Walfang. Pelzzucht in Dänemark war sicher auch Tradition.
Mein Psychologe meinte, ich solle spazierengehen, wenn ich wütend bin. Langer Rede kurzer Sinn: ich bin jetzt in Italien.
Zitat von Leuchtkachel im Beitrag #5513Ich habe auch nicht behauptet, dass ich das erklären könnte, oder?
Nein, aber du sagst, man soll die Verantwortlichen eben nicht mehr wählen. Und da stellt sich dich die Frage, wer das ist. Was sollte das sonst bedeuten ?
Das bedeutet, dass man vor Protesten erstmal genau überlegt, wer wofür verantwortlich ist, und nicht einfach hingeht und auf einen Sündenbock eindrischt.
Söder und damit die CSu bewerten und unser Ministerpräsident bewerten anders... und brachten das auch beim polit. Aschermittwoch zur Sprache und als Thema auf den Tisch ...... Söder äußerte sich zu den Kühen und der Stallfrage ... es wurde beklatscht ,dass man da anders sein möchte und denkt als in Berlin!
Ich pers. fand es sehr plump... aber so war es!
Söder argumentierte er wäre lieber Bulle in Bayern ...
Es war auch mal Tradition, in einer Höhle zu hocken und ums Feuer zu fegen. Machen wir auch nicht mehr.
Fakt ist doch: Die Welt hat sich, durch Klimawandel, durch Kriege...verändert. Eine Landwirtschaft, die auf immer mehr, Immer billiger...ausgerichtet ist, können wir uns nicht mehr leisten, und zwar europaweit nicht. Da nützt es wenig, zu brüllen und zu protestieren, ob mit Trecker oder ohne. Genauso verhält es sich mit der Energie- die war billig, weil wir billiges Gas aus Russland bekamen. Das funktioniert nicht mehr, zumindest solange, wie Russland tickt, wie es eben tickt. Ebenso brauchen wir, und das besser heute als morgen, sehr viel Geld, um die Bundeswehr in einen vernünftigen Zustand zu versetzen und in Europa unabhängiger von der Unterstützung durch die USA zu werden. Auch das lässt sich nun nicht ändern.
ZitatIch habe es oben schon mal geschrieben: die fetten Jahre sind vorbei, und alle müssen sich einschränken. Bauern bekommen weniger Subventionen, Arbeiter weniger Lohn und so weiter – man hat weniger Geld in der Tasche und fühlt sich vielleicht von der Politik betrogen. Das macht wütend.
Ja, aber dann muss man sich doch nicht wundern, das es gesamtgeselkschaftlich bröckelt und das viele das eben nicht achselzuckend hinnehmen.
(Als ich h das übrigens etztens sagte, hieß es noch " wäre doch alles immer noch ganz prima " und "ich solle mich mal nicht anstellen" )
Habe ich das geschrieben? Das alles noch ganz prima sei? Nee, oder?
Es ist einfach nur meine Meinung, meine Beobachtung. Andere denken vielleicht etwas ganz anderes, und vielleicht liege ich auch falsch. Aber die Kriege um uns herum haben ordentlich "reingehauen". Und da muss ich selbst der Nächste ist, wird man es nicht zulassen, und nicht einsehen, dass wir Geld ausgeben für Leute, denen es schlechter geht. Denn: uns geht es ja nun auch schlecht (denken manche.)
Trotzdem: wenn wir aus unserem eigenen mini-kreis raustreten, müssten wir doch eigentlich erkennen, dass wir nur miteinander vorwärtskommen, und das ein Gegeneinander nicht weiterhilft.
Ja nun- Söder hat ja auch gesagt, Deutschland braucht Bayern, Bayern braucht Deutschland nicht. Lasst es doch drauf ankommen und versucht es alleine, mein Gott.
Ja... aber Ställe für Kühe zu bauen, die eh monetlang gar nicht drin sind... kann sich eben nicht jeder Milchbetrieb so umfassend leisten, wie gefordert ... es sind wirtschaftliche Fragen... die die Bauern zum kompletten aufgeben zwingen... obwohl deren Kühe eigentlich gut versorgt sind und ein schönes Leben haben!
Da geht es wirklich um so Sachen wie 20 cm zu wenig Abstand zwischen den Kälberglocken ... Unterstände für Kälbchen im Freilauf... die entscheiden, wieviele Tiere nun wo sein dürfen ... das kann strange sein ... finden die Bauern!
Zitat von SASAPI im Beitrag #5534Ja nun- Söder hat ja auch gesagt, Deutschland braucht Bayern, Bayern braucht Deutschland nicht. Lasst es doch drauf ankommen und versucht es alleine, mein Gott.
Tja.. politischer Aschermittwoch... so kraftvoll wie Strauß und so sinnvoll wie ein Ascheregen ... keine Ahnung, was das eigentlich sollte... irgendwie politisch gewollt oder umsetzbar ist es jedenfalls nicht... beklatscht wurde aber auch jenes.
Ja.. man könnte so vieles wohl mit Humor nehmen und einfach mal nur lachen ...
Tja. Ich weiß nicht wie, aber meine Kühe waren von Mai bis Ende Oktober draußen und nutzten den Stall nur nach Belieben. Wie die der anderen Milchviehhalter auch. Was anderes bekommt man hier schon seit den frühen 2000er nicht mehr genehmigt. Funktioniert.
Wer das nicht hinbekommt, gibt auf und sucht sich etwas anderes. Ganz einfach.
Ja... oder Du kannst halt mit dem polit. Aschermittwoch und Söder so gar nix anfangen ... aber exakt jenes Geschwätz hat nun auch Tradition... Zumindest das habe ich gestern verlinkt...
Und wer dazu nicht alles extra in den Süden gefahren ist gestern... und manche kamen gut an!
Nunja ... Über Humor soll man bekanntlich nie streiten ... das bringt wohl nix.
Zitat von Lilith10 im Beitrag #5504Das Problem ist so groß, daß es sich über halb Europa zieht, aber anscheinend ist hier nur wichtig, was einzelne User denken, oder das ja nur nicht die Grünen verantwortlich zu machen seien.
Verrückt
Die Probleme aller Art werden nicht dadurch gelöst wenn man stumpf "die Grünen" oder "die Parteien" pauschal für alles verantwortlich macht. Abgeleitet aus der Tatsache, dass die Bauern ja ausschließlich vor der Aschermittwochslocation der Grünen Krawall gemacht haben - dann müssen ja wohl die Grünen zu Recht den schwarzen Peter haben. Denken manche Bauern, denken andere Menschen auch, ist ihr gutes Recht - stimmen muss das noch lange nicht.
Wenn nicht einmal Sachlichkeit in einer Diskussion in einem kleinen Forum gelingt, wie sollen dann große Probleme im RL gelöst werden?
Die Gemengelage ist bezüglich der Probleme der Bauern (und nicht nur da!) komplexer als es ein "die da" - setzte XY ein - sind allein verantwortlich abbilden könnte. Meine Meinung dazu, die ich auch begründen kann. mag mich nur nicht wiederholen. Ich hab das gestern mal dargestellt (und es war bestimmt nicht vollständig), da tragen mehrere Gruppen dazu bei. Also meinerseits der Versuch das Thema zu vertiefen und weg zu holen von pauschalen Vorwürfen. Seltsam dass darauf kaum jemand reagiert.
Und schon gar nicht diejenigen, die dann klagen wie du jetzt.
Zitat von -franzi- im Beitrag #5517Ich habe es oben schon mal geschrieben: die fetten Jahre sind vorbei, und alle müssen sich einschränken. Bauern bekommen weniger Subventionen, Arbeiter weniger Lohn und so weiter – man hat weniger Geld in der Tasche und fühlt sich vielleicht von der Politik betrogen.
Nein, die ARbeiter bekommen nicht weniger Lohn. Sie bekommen nur nicht immer weiter im selben Tempo wie früher steigenden Lohn.
Das ist doch dasselbe wie in der Gesamtwirtschaft. Da geht das große Geheule los wegen zu niedriger Wachstumsraten. Das bei steigenden Erwerbstätigenzahlen, weniger Insolvenzen als unter Merkel etc.
Also nochmal: Es geht nicht um Rückgang von Wohlstand, sondern um geringeren Zuwachs von Wohlstand.