Zitat von Wecker im Beitrag #4818Deshalb: Übernahme zivilrechtlicher Haftung auch für Konsumenten, genauso wie Schadenersatzansprüche - natürlich nicht nur beim Einkauf im Laden, sondern auch bei der Bestellung im Internet. Auch der Konsument muß dazu angehalten werden, seine Kaufentscheidung im Hinblick auf fehlende Menschenrechte, Ausbeutung, Naturzerstörung und fehlende Nachhaltigkeit über alle Stationen der Lieferkette lückenlos schriftlich festzuhalten - Aufbewahrungsfrist mindestens 5 Jahre, schlampige oder fehlende Aufzeichnungen werden streng bestraft. Und bitte kein Wehklagen über mangelnde Verfügbarkeit von Daten oder die Belastung durch die Bürokratie! Was so ein raffgieriger Unternehmer können muß, kann der gebildete und bewusste Konsument schon lange.
Ich nehme mal an, das war jetzt Satire. Falls nicht: Wie genau stellst du dir vor soll ein Konsument an die Daten kommen?
Genau so wie der Unternehmer! Das kann doch wohl nicht sooo schwer sein, oder? Ist doch ganz einfach: wenn du ein Auto kaufst, fragst du mal nach, ob der Lieferant der Sitze bei seinen Sublieferanten - z.B. für den Stoffbezug - seinerseits genau festgehalten hat, wo der den Stoff gekauft hat. Damit auf zur nächsten Etappe: Der Stofflieferant wird gefragt, bei welcher Weberei der Stoff gewebt wurde. Kinderarbeit? Lohndumping für Frauen? Wenn da alles koscher ist, muß gefragt werden, woher die Weberei ihre Fäden bezieht. Ist dort auch alles rechtens? Keinerlei Verstöße? Gut, dann zu dem, der das Garn einfärbt. Hoffentlich ist da auch alles klar. Bleibt nur mehr die penible Überprüfung der Hersteller der Farben und und die Überprüfung der Zwischenhändler. Das alles wird wohl kaum auf Deutsch erfolgen können, ein bissl indische Dialekte, Thai, Vietnamesisch und Ähnliches wird wohl nicht zu viel verlangt sein. Aber für den Durchschnittsdeutschen, der so gerne fremde Länder besucht, kann man doch schon verlangen, sich auch mal dem lokalen Idiom zu widmen. Zur Not kann sich der woke Bürger ja an E&Y, McKinsey, Boston Consulting Group, Accenture oder PWC wenden - nichts anderes bleibt auch dem Unternehmer über.
Reaktionäres Geblubber wie in einer österreichischen Tagszeitung wird ja hoffentlich bald durch gelebte Praxis entkräftet.
Wir können uns nicht verteidigen, wissen aber, woher der Honig ist
Europa verliert sich im Kleingedruckten, auf große Fragen fehlen Antworten. Im Juni werden sich wieder alle wundern, warum die EU so weit nach „rechts“ rückt.
Woher kommt mein Honig? Das ist eine Frage, die aus Sicht der Europäischen Union dringend beantwortet werden will. Deshalb wird es künftig nicht mehr reichen, „Europa“ als Herkunftsgebiet anzugeben, es muss das jeweilige Land angegeben werden, aus dem der Honig kommt. Bei Honigmischungen müssen zumindest die vier größten Herkunftsländer auf dem Etikett stehen.
[...] Aber irgendwie ist das alles nicht mehr witzig: Europa hat die Kontrolle über seine Außengrenzen verloren, ist ohne militärische Hilfe aus den USA nicht verteidigungsfähig, fällt wirtschaftlich immer weiter zurück und hat auch keinen überzeugenden Plan, wie zu verhindern wäre, dass nach erfolgter Energiewende in ganz Europa das Licht ausgeht. [...]
Europa verliert sich im Kleingedruckten, die großen Fragen bleiben ungelöst. Die Menschen spüren das und sehen sich all dem hilflos ausgeliefert. Deshalb sind sie für die Populisten leichte Beute.
Man muss auch kein staatlich geprüfter Meinungsforscher sein, um zu sehen, was die radikalen Kräfte nach oben zieht: Es ist die unregulierte Zuwanderung. [...]
Im Wochentakt werden neue Regularien auf den Weg geschickt, die einen einzigen Zweck haben: aus den Bürgern bessere Menschen zu machen. [...]
Nach der Europa-Wahl im Juni werden wieder alle ganz aus dem Häuschen sein, weil Europa so weit „nach rechts“ abdriftet. Aber zumindest wissen dann alle, ob der Honig aus Österreich, Italien oder Rumänien kommt.
Überlanges Zitat gekürzt. Und bitte noch Quellenangabe nachreichen. Flau, Moderation
Kann aber viele auch nicht interessieren... Temu ist z.B nun so richtig günstig im Vergleich und arme Menschen brauchen eben auch Schuhe, Schlafanzüge, Haushaltsartikel, usw.
Sollte es einmal passieren, daß wir bei einem Usertreffen auf einander stoßen, dann erklär ich dir den Artikel sehr gerne - auch in leicht fasslicher Sprache.
Wenn das alles wahr ist - was schließt du denn daraus? Brauchst du neben dem Vorleser noch einen Interpreten, der dir das eigene Denken abnimmt? Oder ist es für dich total okay, wenn sich die EU demnächst mit der Mindestdicke der einzelnen Lagen vierlagigen Klopapiers befasst - und gleichzeitig solches berichtet wird. Oder solches.
Zitat von Wecker im Beitrag #4826Wir können uns nicht verteidigen, wissen aber, woher der Honig ist
Das ist zwar alles wahr, nur ... was willst du uns damit sagen?
Vermutlich, dass es völlig egal ist, was genau das nun für ein Honig wäre... denn er würde uns nicht bleiben ??? Egal woher er käme... der Honig wäre futsch.
Weil "wir" (wer ist das?) uns um Pipikram kümmern statt um Lebenswichtiges, muss "uns" (Konsumenten und damit auch die Produzenten) das Leben derer nicht kümmern, die unser aller Leben so angenehm wie nur möglich machen. so billig wie es der Markt grade noch hergibt, damit so viel Profit wie nur irgendmöglich bleibt. Davon profitieren wir - ja wir so ziemlich alle - mittelbar auch wieder. weil auch die private wie die öffentliche Daseinsvorsorge ohne globale Finanzierung implodieren würde. und weil das alles so wahnsinnig kompliziert, komplex und undurchschaubar verfilzt ist, lassen "wir" es doch ganz. oder?
Und viel zu häufig grüßt das Murmeltier: ... Das US-Militär hat nach dem tödlichen Angriff proiranischer Milizen in Jordanien mit Gegenschlägen auf Ziele im Irak und in Syrien reagiert. Die Luftangriffe hätten mehr als 85 Zielen gegolten, die in Verbindung mit den Revolutionswächtern Irans und den von diesen unterstützten Milizen stünden, teilte das US-Militär am Freitag mit. ... Am Freitag wohnte Biden auf einem Luftwaffenstützpunkt im Bundesstaat Delaware der Ankunft der sterblichen Überreste der getöteten US-Soldaten bei – kurze Zeit später startete der Gegenschlag. Er habe Militärschläge gegen Einrichtungen im Irak und in Syrien angeordnet, die mit den Gruppen in Verbindung stehen, die die US-Streitkräfte angegriffen haben, sagte der US-Präsident in einer schriftlichen Erklärung. Die Reaktion werde fortgesetzt.
»Unsere Antwort hat heute begonnen. Wir werden zu gegebener Zeit und an Orten unserer Wahl weitermachen«, so Biden weiter. »Die Vereinigten Staaten suchen keinen Konflikt im Nahen Osten oder anderswo auf der Welt. Aber alle, die uns schaden wollen, sollen wissen: Wenn ihr einem Amerikaner schadet, werden wir antworten ... Für den US-Präsidenten ist das Vorgehen gegen die Milizen ein Drahtseilakt. Er will einerseits vermeiden, dass sein Land in einen regionalen Krieg im Nahen Osten hereingezogen wird. Andererseits will er Stärke zeigen und ein Ende der Angriffe erreichen. Gleichzeitig ist er in den USA unter Druck – einige Republikaner fordern aggressivere Gegenmaßnahmen auf die Angriffe gegen das US-Militär. ... https://www.spiegel.de/ausland/usa-start...1a-a3ebdc7a1069
Sollen sie doch den Trump in ein Schlauchboot setzen und durchs rote Meer paddeln lassen. Der kriegt das schon hin....
Ironie off. Nachdem das mit der Ukraine nix mehr wird (die Russen haben gezeigt, daß sie Atomwaffen direkt an ihren Grenzen im Falle eines NATO-Beitrittes der Ukraine nicht goutieren) und der ganze Konflikt zu einem Abnützungskrieg ohne bedeutende Gewinne einer Seite verkommt (nix Tolles für die Presse und die Nachrichten) braucht man jetzt wieder eine neue Bedrohung.... Ohne die könnte man schlecht die Waffenlobby befriedigen und die Wählerschaft hinter sich scharen. Mehr dazu siehe ...wie Recht er doch hatte.
Zitat von Wecker im Beitrag #4834Wenn das alles wahr ist - was schließt du denn daraus? Brauchst du neben dem Vorleser noch einen Interpreten, der dir das eigene Denken abnimmt?
Ich habe ja DICH gefragt, was DU daraus schließt. Eine Gegenfrage ist da keine Antwort. Aber du wolltest halt einfach mal unverschämt werden, wie es aussieht
Die bayerische Landesregierung zeigt mal wieder Nähe zu flüchtlingsfeindlichem Rechtspopulismus und geht in Sachen Bezahlkarten für Asylbewerber:innen einen, wie ich finde, geradezu menschenverachtenden Sonderweg, wenn Landes"vater" Söder frohlockt "Unsere Bezahlkarte kommt schneller und ist härter." (Hervorhebung von mir).
Und, zunächst in einem Pilotprojekt, wird das dann so aussehen: Die "Bayern-Karte" soll demnach deutlich weniger Bargeldabhebungen ermöglichen, als es in anderen Bundesländern vorgesehen sei. Sie solle nur in der Nähe der Unterkunft genutzt werden können und für ein stark eingeschränktes Warensortiment gelten. "Es können nur noch Waren in Geschäften des täglichen Gebrauchs gekauft werden", sagte Söder. "Wir stoppen Online-Shopping, Glücksspiel und Überweisungen ins Ausland. Bargeld gibt es nur noch als kleines Taschengeld bis 50 Euro." Quelle
Mal abgesehen davon, dass ich nirgendwo Zahlen finden konnte, wieviel Geld Asylbewerber:innen tatsächlich in ihre Heimat schicken, sind die einzigen Glücksspiele, an denen sie sich nach meinem Kenntnisstand in bemerkenswerter Zahl beteiligen, die um einen Platz in einem Sprachkurs und um eine möglichst zeitnahe Bearbeitung ihres Asylantrags.
Erwachsenen Menschen vorschreiben zu wollen, was und wo sie einkaufen dürfen, ist grundsätzlich eine m. E. sehr fragwürdige Angelegenheit, zumal ja spannend ist, was in Bayern zum "täglichen Bedarf" gehören soll. Aber richtig übel wird es, wenn Geflüchtete z.B. bei der Einschulung ihrer Kinder den Tornister nicht mehr über Internet-Plattformen wie ebay-Kleinanzeigen kaufen, sondern in Kleinstädten im einzigen Fachgeschäft nur teure Markenware bekommen können, und wenn sie nicht wissen, woher sie z. B. ein neues Kinderbett kriegen sollen, wenn es in der Nähe ihrer Unterkunft keinen Möbel-Discounter gibt.
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Aber, vielleicht ist das aber auch weniger nötig, denn es gibt in diesem Fall ja dann das sog. Schulstarterpaket und ein sog. Schulgeld für die Kinder von Geflüchteten in Bayern? Hier eine Info: https://hartz4widerspruch.de/ratgeber/fa...pruch,Schulgeld“%20grundsätzlich%20ohne%20besonderen%20Antrag.
Zitat von Blondine im Beitrag #4828Kann aber viele auch nicht interessieren... Temu ist z.B nun so richtig günstig im Vergleich und arme Menschen brauchen eben auch Schuhe, Schlafanzüge, Haushaltsartikel, usw.
Auch reiche Menschen kaufen bei Temu. Davon abgesehen: wenn ein armer Mensch (Definition lasse ich mal außen vor) was bei Temu kauft, ist die Lieferkette egal, also Kinderarbeit und Ausbeutung egal oder nicht so schlimm? Oder hab ich dich falsch verstanden?
Mein Psychologe meinte, ich solle spazierengehen, wenn ich wütend bin. Langer Rede kurzer Sinn: ich bin jetzt in Italien.
Zitat von noBarbie im Beitrag #4841Die bayerische Landesregierung zeigt mal wieder Nähe zu flüchtlingsfeindlichem Rechtspopulismus und geht in Sachen Bezahlkarten für Asylbewerber:innen einen, wie ich finde, geradezu menschenverachtenden Sonderweg, wenn Landes"vater" Söder frohlockt "Unsere Bezahlkarte kommt schneller und ist härter." (Hervorhebung von mir).
Und, zunächst in einem Pilotprojekt, wird das dann so aussehen: Die "Bayern-Karte" soll demnach deutlich weniger Bargeldabhebungen ermöglichen, als es in anderen Bundesländern vorgesehen sei. Sie solle nur in der Nähe der Unterkunft genutzt werden können und für ein stark eingeschränktes Warensortiment gelten. "Es können nur noch Waren in Geschäften des täglichen Gebrauchs gekauft werden", sagte Söder. "Wir stoppen Online-Shopping, Glücksspiel und Überweisungen ins Ausland. Bargeld gibt es nur noch als kleines Taschengeld bis 50 Euro." Quelle
In meinem direkten Umfeld gibt es übrigens 2 Bäcker, wo man nur mit Cash zahlen kann - da haben die Geflüchteten dann halt Pech gehabt?
ZitatMal abgesehen davon, dass ich nirgendwo Zahlen finden konnte, wieviel Geld Asylbewerber:innen tatsächlich in ihre Heimat schicken, sind die einzigen Glücksspiele, an denen sie sich nach meinem Kenntnisstand in bemerkenswerter Zahl beteiligen, die um einen Platz in einem Sprachkurs und um eine möglichst zeitnahe Bearbeitung ihres Asylantrags.
Traurig aber wahr.
ZitatErwachsenen Menschen vorschreiben zu wollen, was und wo sie einkaufen dürfen, ist grundsätzlich eine m. E. sehr fragwürdige Angelegenheit, zumal ja spannend ist, was in Bayern zum "täglichen Bedarf" gehören soll. Aber richtig übel wird es, wenn Geflüchtete z.B. bei der Einschulung ihrer Kinder den Tornister nicht mehr über Internet-Plattformen wie ebay-Kleinanzeigen kaufen, sondern in Kleinstädten im einzigen Fachgeschäft nur teure Markenware bekommen können, und wenn sie nicht wissen, woher sie z. B. ein neues Kinderbett kriegen sollen, wenn es in der Nähe ihrer Unterkunft keinen Möbel-Discounter gibt.
Zitat von Blondine im Beitrag #4842Aber, vielleicht ist das aber auch weniger nötig, denn es gibt in diesem Fall ja dann das sog. Schulstarterpaket und ein sog. Schulgeld für die Kinder von Geflüchteten in Bayern? Hier eine Info: https://hartz4widerspruch.de/ratgeber/fa...pruch,Schulgeld“%20grundsätzlich%20ohne%20besonderen%20Antrag.
Das hat gar nichts mit den Menschen zu tun, die eine Bezahlkarte kriegen sollen, denn Asylbewerber:innen bekommen bekanntlich kein Bürgergeld.
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Zitat von Frau S im Beitrag #4848Es gibt auch Sozialkaufhäuser und Basare.
Abgesehen von der Kartenzahlung, die Agathe bereits erwähnte, finde ich es eine spannende Frage, welcher "tägliche Bedarf" z. B. auf dem Weihnachtsbasar der Kirchengemeinde am Ort angeboten wird.
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.