Zitat von Lilith10 im Beitrag #4125Seit Jahrzehnten weiß man aber auch, das Flair, Ambiente, Zugang zu Toiletten, Sitznöglixhkeiten (um nur einige Faktoren zu nennen, die von den Städten zu leisten wären) wichtige Faktoren sind. In meiner Stadt wird da schon seit Ewigkeiten geredet, aber nichts tut sich in die Richtung
Es ist kaum zu glauben, aber ich kaufe Käse mittlerweile beim Metzger, weil es in meiner Nähe (Großstadt) keinen Lebensmittelladen mehr gibt, in dem man nicht abgepackten Käse kaufen kann. Noch vor einigen Jahren gab es hier ein ganz tolles Feinkostgeschäft mit Mittagstisch. Es ist weg. Die Stadt verödet immer mehr.
Zitat von Lilith10 im Beitrag #4125Seit Jahrzehnten weiß man aber auch, das Flair, Ambiente, Zugang zu Toiletten, Sitznöglixhkeiten (um nur einige Faktoren zu nennen, die von den Städten zu leisten wären) wichtige Faktoren sind. In meiner Stadt wird da schon seit Ewigkeiten geredet, aber nichts tut sich in die Richtung
es herrscht die Sorge, dass da "wer falsches" hocken könnte....
Eine Sicht der Dinge, die sicher nicht dazu beiträgt, den öffentlichen Raum attraktiver zu machen.
Ich sehe den Wandel im Handel in allererster Linie vom Handel selbstverschuldet.
Zitat von Liberta im Beitrag #4116Ich sehe an dem Galgen keine aufgehängte Regierung, sondern die Regierungspolitik.
Dass der Begriff "Ampel" in der Politik die gebräuchliche Abkürzug für "Ampelkoalition" ist, sollte eigentlich bekannt sein.
In dem Zusammenhang erinnere ich daran: "Der Deutsche Bauernverband distanziert sich aufs Schärfste von Schwachköpfen mit Umsturzfantasien, Radikalen sowie anderen extremen Randgruppen und Spinnern, die unsere Aktionswoche kapern und unseren Protest für ihre Anliegen vereinnahmen wollen." Quelle
Neueste Studien in Deutschland haben ergeben, dass 20 bis 40 Prozent der Bevölkerung gar keine Laktose brauchen um intolerant zu sein.
Klar gibt es einen Wandel im Handel. Ein-Euro Shops, Handy-Schnellreparaturläden, Brautmodesalons und Dönerbuden sind nun mal angesagter als Feinkost, Haute Coiture und Fachgeschäfte. Ich bin mir ganz sicher, daß sich daraus etwas entwickeln kann und wird, das uns teure Fernreisen ins exotische Ausland erspart. Zwei Fliegen also mit einer Klappe... so what?
Zitat von R_Rokeby im Beitrag #4127es herrscht die Sorge, dass da "wer falsches" hocken könnte....
Wer soll denn das sein?
Personen, die statt zu konsumieren "nur" auf den Sitzgelegeheiten sitzen. Womöglich den ganzen Tag. Oder Personen, die die Toiletten benutzen ohne zu konsumieren.
oder so. Daher hat es oft Bänke ohne Lehnen, keine Klos oder nur für Euronen und umständlichem Schlüsselverlangen.
Diese Art trifft aber auch Personen, die durchaus freudig konsumieren würden, einfach, weil das Ambiente abweisend wird.
Zitat von Wecker im Beitrag #4130Klar gibt es einen Wandel im Handel. Ein-Euro Shops, Handy-Schnellreparaturläden, Brautmodesalons und Dönerbuden sind nun mal angesagter als Feinkost, Haute Coiture und Fachgeschäfte. Ich bin mir ganz sicher, daß sich daraus etwas entwickeln kann und wird, das uns teure Fernreisen ins exotische Ausland erspart. Zwei Fliegen also mit einer Klappe... so what?
Mir gefällt Dein Humor!
Wenn ich mich so umhöre - ob privat, beruflich oder im Supermarkt - habe ich das Gefühl, es ist die Anzahl an Veränderungen in einem kurzen Zeitraum, die den Leuten Sorge bereitet.
Zitat von R_Rokeby im Beitrag #4131Diese Art trifft aber auch Personen, die durchaus freudig konsumieren würden, einfach, weil das Ambiente abweisend wird. KEINER fühlt sich dann Willkommen.
Besser kann man es kaum formulieren. Genau so empfinde ich einen Ausflug in meine Stadt.
Zitat von Liberta im Beitrag #4126Es ist kaum zu glauben, aber ich kaufe Käse mittlerweile beim Metzger, weil es in meiner Nähe (Großstadt) keinen Lebensmittelladen mehr gibt, in dem man nicht abgepackten Käse kaufen kann. Noch vor einigen Jahren gab es hier ein ganz tolles Feinkostgeschäft mit Mittagstisch. Es ist weg. Die Stadt verödet immer mehr.
Wer ist denn deiner Meinung nach dafür verantwortlich?
Neueste Studien in Deutschland haben ergeben, dass 20 bis 40 Prozent der Bevölkerung gar keine Laktose brauchen um intolerant zu sein.
M.M.n. alle, die sofort nach einem Verantwortlichen fragen, ohne ihre eigene Rolle dabei zu überdenken. Fallt dem Bürgermeister lästig, redet mit den Geschäftsinhabern, daß das Umfeld so Sch..xxxe aussieht, daß keiner kommen und kaufen will, steht auf und TUT etwas.
so ging es den Menschen nach der Wende in den neuen Bundesländern. Das hat die Wessis nicht groß gestört.
******************************** Sagt es allen weiter - besonders den jungen Menschen: Werdet StammzellenspenderIn - rettet Leben! Spende geht oft über das Blut. * DKMS
so ging es den Menschen nach der Wende in den neuen Bundesländern. Das hat die Wessis nicht groß gestört.
Doch, das hat viele "Wessis" gestört. Plötzlich waren Leute, die hier Schiffbruch erlitten hatten, ruckzuck in der Ex-DDR unterwegs und haben Versicherungen und Autos verkauft, nicht immer zum Vorteil der "Ossis". Meine Familie hatte viele Verwandte in der ex-DDR, ich war geschäftlich einige Male in Bautzen und hatte dadurch viel Input, was falsch lief. .
so ging es den Menschen nach der Wende in den neuen Bundesländern. Das hat die Wessis nicht groß gestört.
Die Ärmsten mussten ihren geliebten Trabbi, auf den sie 18 Jahre gewartet haben, gegen irgend eine Karre mit Stern vorn drauf tauschen. Und das Heidewitzka an der Ostsee gab es auch nicht mehr, rund um die Welt wurden die von skrupellosen westlichen Tourismusmanagern gehetzt.
Da möchte ich noch mal das Home-Office als Verursacher ins Spiel bringen.
Hat - meiner eigenen Beobachtung nach in einer typischen Bürostadt - weitreichende Konsequenzen: Pleiten von Geschäften, Restaurants, Cafés, Mittagstischen, Buchläden, Boutiquen...etc.
Es ist halt niemand mehr in der Stadt.
Und wer eh zu Hause arbeitet, bestellt natürlich auch.
Zitat von Kaffeesahne im Beitrag #4069Allein DBV-Präsident Joachim Rukwied bekleidet derzeit mindestens 18 relevante Funktionen, darunter in den Aufsichtsräten der BayWa AG, Südzucker AG sowie der R+V Allgemeine Versicherung AG.
Ich fand es auch armselig, wie er auf die Vorgänge in Schlüttsiel am Donnerstag reagiert hat. Angemessen wäre ein Statement gewesen, bei dem Rukwied im Namen der gesamten deutschen Bauernschaft um Entschuldigung bittet. Stattdessen ein halbherziges Statement mit dem Tenor, dass Vorfälle dieser Art ein "No Go" seien und dass man bei "allem Unmut" die Privatsphäre von Politikern respektiere.
Zitat von Liberta im Beitrag #4116Ich sehe an dem Galgen keine aufgehängte Regierung, sondern die Regierungspolitik.
Das sind symbolische Mordaufrufe und Tötungsfantasien an PolitkerInnen...
Zitat von Wecker im Beitrag #4130Klar gibt es einen Wandel im Handel. Ein-Euro Shops, Handy-Schnellreparaturläden, Brautmodesalons und Dönerbuden sind nun mal angesagter als Feinkost, Haute Coiture und Fachgeschäfte. Ich bin mir ganz sicher, daß sich daraus etwas entwickeln kann und wird, das uns teure Fernreisen ins exotische Ausland erspart. Zwei Fliegen also mit einer Klappe... so what?
Mir gefällt Dein Humor!
Wenn ich mich so umhöre - ob privat, beruflich oder im Supermarkt - habe ich das Gefühl, es ist die Anzahl an Veränderungen in einem kurzen Zeitraum, die den Leuten Sorge bereitet.
Wenn ich aufrichtig zu mir selber bin: An meinem Wohnort hat man in den Siebzigerjahren ein riesiges Wohn- und Einkaufszentrum in die historische Kernstadt gesetzt. Ein ästhetischer Alptraum in Beton. Weite Teile der Innenstadt sind damals gnadenlos als Parkflächen ausgewiesen worden, das Auto war das Verkehrsmittel in den Deutschen Städten. Luftaufnahmen von damals wirken bedrückend. Um halb sieben wurden die Läden geschlossen und die Gehsteige hochgeklappt.
Das Flair und die Atmosphäre zwischen Haute Couture und Feinkostläden hat es vielleicht auf einigen angesagten Einkaufsmeilen in den Großstädten gegeben, aber im großen und ganzen müssen die Städte eher trostlos gewesen sein. (Meine eigene Erinnerung reicht so weit nicht zurück.)
Ich kann die Angst vor zu schnellen Veränderungen sehr gut nachvollziehen, sie ist mir auch nicht fremd. Aber man neigt teilweise wirklich dazu, die Zustände von "früher" zu idealisieren.
Zitat von Wecker im Beitrag #4130[...] Brautmodesalons und Dönerbuden [...]
Bei dir auch? Kein Käse, aber Brautkleider und Döner an jeder Ecke.
Döner ist bei fast allen Bundesbürgern mit und ohne Migrationshintergrund beliebt, Arbeitnehmer verzehren ihn ebenso wie Schüler in der Mittagspause. Vor vierzig Jahren wäre an Stelle des Dönerladens eine Würstchenbude gestanden, aber nicht unbedingt ein Feinkostgeschäft mit erlesenem Käse.
Die Skepsis, wie viel Einwanderung eine Gesellschaft schultern kann, kann ich durchaus nachvollziehen. Aber es spricht alles dafür, dass unsere Innenstädte ohne Zuwanderer noch deutlich öder und weniger belebt wären. Man nölt immer gerne über Empfänger von Transferleistungen, aber wenn die Migranten sich selbständig machen, ist es auch wieder nicht recht.
Zitat von Kaffeesahne im Beitrag #4069Allein DBV-Präsident Joachim Rukwied bekleidet derzeit mindestens 18 relevante Funktionen, darunter in den Aufsichtsräten der BayWa AG, Südzucker AG sowie der R+V Allgemeine Versicherung AG.
Ich fand es auch armselig, wie er auf die Vorgänge in Schlüttsiel am Donnerstag reagiert hat. Angemessen wäre ein Statement gewesen, bei dem Rukwied im Namen der gesamten deutschen Bauernschaft um Entschuldigung bittet. Stattdessen ein halbherziges Statement mit dem Tenor, dass Vorfälle dieser Art ein "No Go" seien und dass man bei "allem Unmut" die Privatsphäre von Politikern respektiere.
Ich finde diese Stellungnahme sehr deutlich und überhaupt nicht halbherzig.
Um Entschuldigung müsste er nur dann bitten, wenn sein Verband den Vorfall in dieser Form geplant oder aktiv unterstützt hätte. Man verlangt ja auch keine Entschuldigung von den "gesamten deutschen gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmern", wenn es am Rande von Erster-Mai-Kundgebungen zu Ausschreitungen kommt.
Zitat von Schreckgespenst im Beitrag #4145Vor vierzig Jahren wäre an Stelle des Dönerladens eine Würstchenbude gestanden, aber nicht unbedingt ein Feinkostgeschäft mit erlesenem Käse.
Vor 40 Jahren gab es hier viele Restaurants und ganz viele Einzelhandelsgeschäfte. Es ist alles weg. Leute, die nach längerer Zeit in die Stadt kommen, erkennen die Stadt nicht wieder und sind entsetzt.
Zitat von R_Rokeby im Beitrag #4131Personen, die statt zu konsumieren "nur" auf den Sitzgelegeheiten sitzen. Womöglich den ganzen Tag.
Hier in der Stadt gibt es viele Sitzgelegenheiten, die meistens von Senioren genutzt werden. Warum sollte das jemanden stören?
In einer Nachbargemeinde sind "migrantische Großfamilien" auf den Bänken gesessen und prompt gab es Forderungen, die Bänke abzumontieren.
Da habe ich nicht schlecht gestaunt. Man mag über Migration und Großfamilien ja unterschiedlichster Meinung sein, aber ganz grundsätzlich sind Bänke doch dazu da, darauf Platz zu nehmen. Warum sollten da keine Mütter mit Kindern draufsitzen und reden oder Eis essen? Konkret wurde darüber geklagt, dass die Kinder laut sind, von aggressiven Jugendlichen oder ähnlichem war keine Rede.
Manche Leute sind echt kompliziert. Die wollen belebte Innenstädte und Atmosphäre, sind aber in heller Aufregung, sobald jemand auf einer Bank sitzt, der nicht komplett ihren Wunschvorstellungen entspricht.
(Und damit sind wir gedanklich wieder in der schlechten alten Zeit. Da hat man sich über die "Gammler" empört, sobald ein paar Jugendliche in der Sonne saßen...)
Zitat von Neustart im Beitrag #4100Zwischen Meinungsfreiheit und dem, was mittlerweile an Pöbelei bis hin zu der "Aktion" aus den Reihen der Bauern am Fähranleger stattfindet, sind für mich Welten. Ich finde nicht, dass dieses Spektrum als "normale" Umgangsformen gesehen werden sollte, sondern nenne es Verrohung
Das waren nur Einige wenige - nicht, dass ich deren Verhalten entschuldigen will oder etwa gut heisse, keinesfalls. Aber ich sehe hier auf dem Land und in der nahen Verwandtschaft die Auswirkungen der Preispolitik und die daraus resultierende Verzweiflung. Wenn ein junger Bauer arbeitet und arbeitet, am Morgen nach seiner Hochzeit um sechs Uhr im Stall steht, bei der Geburt des ersten Kindes zwischendurch zum Melken weg muss, und arbeitet und rackert.... aber der Ertrag pro Liter Milch immer weniger wird.... Ist es da ein Wunder, dass er aufgibt? Er liebe seinen Beruf und die Tiere, aber tat Geld dabei seine Arbeit lohnt sich nicht mehr. Und so wie ihm geht es vielen kleinen Bauern. Wir brauchen sie aber, wir wollen ja essen. Obwohl - solange das ganze Essen aus dem Supermarkt kommt und die Milch so billig ist, ist ja alles paletti, oder? "Ironie off".
Zitat von Schreckgespenst im Beitrag #4112Meines Erachtens war die politische Diskussionskultur vor dreißig oder vierzig Jahren nicht weniger aufgeheizt als heute.
Das ist auch meine Empfindung. Wenn ich am Wehner oder Strauss und Konsorten denke...
Zitat von luciernago im Beitrag #4119Der Charme eines Stadtbummels ist weg.
Ist hier auch so. Die schönen Geschäfte sind weg, was bleibt, hat Wecker weiter oben auf seine humorvolle Art gut beschrieben. Lange habe ich mich gegen das Bestellen von Dingen gewehrt, ihr wisst schon: heimische Geschäfte unterstützen usw. Aber es gibt inzwischen immer weniger, ich bekomme in meiner Stadt kein vernünftiges Spielzeug mehr für die Enkel. Einzig bei Müller gibt es was, aber das ist alles der Disney oder Hasbro Plastik Mist. Nichts, was ich als verantwortungsvolle Konsumentin kaufen möchte. Also bestelle ich. Vielleicht ändert sich da gerade gesellschaftlich etwas. Genau so, wie sich der Focus verschiebt vom Automobil hin zu Rädern aller Art und zum ÖPV, verschiebt sich gerade auch das Einkaufsverhalten der Menschen und die Nutzung der Innenstädte. Weg vom Einkaufserlebnis hin zu....ja, zu was? Zu Nagelstudios, Ein-Euro-Shops und Handyläden oder zu Erlebnisräumen und Treffpunkten mit schönen Cafés, Brunnen und Bänken?
Zitat von R_Rokeby im Beitrag #4127es herrscht die Sorge, dass da "wer falsches" hocken könnte....
Hier auch. Ich war mit Enkeltochter in der Stadt, wir brauchen eine Pause und suchten eine Bank zum sitzen - es war keine (mehr) da. Alle abmontiert, weil sich auf dem Marktplatz in den letzten Wochen testosteronüberschwemmte Jungmänner gegenseitig auf die Birne geschlagen haben. Und weil sich dort manchmal Obdachlose bzw betrunkene Männer herumlümmeln. Aber das ist doch Kapitulation! Wir mussten auf den kalten Steinen der Kirchentreppe sitzen. In einem Café waren wir vorher schon, jetzt suchen wir einen Rastplatz für kurze Zeit. Bänke abmontieren ist der falsche Weg, aber was wäre der richtige?
Zitat von Ranunkel im Beitrag #4140Es ist halt niemand mehr in der Stadt.
Wenn die Städte für die Menschen nichts mehr bieten...