Galgen aufzustellen ist kein Umgang. Wenn man jemanden den Tod wünscht, und zwar einen unnatürlichen Tod, dann lehnt man Gespräche ab.
Nein einen Galgen aufzustellen, ist keine Diskussionsform.
Mit jemandem, der am Galgen hängt, kann man nicht reden. Der ist tot.
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"Wütende Menschen haben am Donnerstagabend Bundeswirtschaftsminister Habeck daran gehindert eine Fähre am Anleger Schlüttsiel zu verlassen. Der Reederei-Chef spricht von einem "Mob", der gerade noch daran gehindert werden konnte, auf die Fähre zu kommen.
Nach der Blockade-Aktion am Fähranleger Schlüttsiel (Kreis Nordfriesland) am Donnerstagabend hat sich die betroffene Reederei zu Wort gemeldet. Axel Meynköhn, Geschäftsführer der Wyker Dampfschiffs-Reederei, meint, dass alle etwa 30 Passagiere durch die Demonstranten am Verlassen der Fähre gehindert worden seien. Ein Lastwagenfahrer musste nach seinen Angaben sogar wieder rückwärts auf die Fähre zurückfahren, weil er wegen des Protests nicht durchkam. Der Kapitän hätte im letzten Moment verhindern können, dass die Fähre gestürmt wird, indem er wieder ablegte, so Meynköhn."
Zitat von Charlie03 im Beitrag #4101Mit jemandem, der am Galgen hängt, kann man nicht reden. Der ist tot.
An dem besagten Galgen hängt nicht "jemand", sondern "etwas". Das ist ein Unterschied.
So wie diese Leute sich an der Fähre aufführten, ist der Weg nicht weit.
Was soll denn deiner Meinung nach ein solcher Galgen aussagen?
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Für mich ist die Akzeptanz solcher Symbolik ein Zeichen dafür, dass es in der Bevölkerung angekommen ist "die Grenzen des Sagbaren auszuweiten" (Zitat Gauland, https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/ap...-zum-machbaren/) und zwar außerhalb von Satire und Karneval (wobei ich das auch dort nicht angemessen finde)
Zitat von Charlie03 im Beitrag #4105Was soll denn deiner Meinung nach ein solcher Galgen aussagen?
Es ist ein Stilmittel der Kritik. Sieht man oft z. B. in den Karnevalszügen.
Das ist die Beschreibung. Was soll ein Galgen aber aussagen. Ein Plakat ("Kein Abbau der Subventionen") reicht doch sonst aus. Ein Galgen...was für eine Message bringt dieses Stilmittel für dich rüber?
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Bloß keine Stellung nehmen ..OKich habe verstanden.
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Zitat von Neustart im Beitrag #4107Für mich ist die Akzeptanz solcher Symbolik ein Zeichen dafür, dass es in der Bevölkerung angekommen ist "die Grenzen des Sagbaren auszuweiten"
Ich habe es in einem anderen Strang kürzlich erwähnt: Die Galgen-Symbolik (die ich persönlich bescheuert finde) ist leider kein neues Phänomen und lässt auch nicht auf eine ganz aktuelle Verrohung der Debattenkultur schließen.
Hier (Bild 16) werden im Rahmen von Protesten gegen das Hoschulrahmengesetz Mitglieder der Regierung Kohl symbolisch aufgeknüpft. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet protestierende Studenten, die sich für mehr Bildung stark machen, sich derartig in ihrer Bildersprache vergriffen haben.
Ich meine mich daran zu erinnern, dass derartige Galgen bei politischen Protesten auch schon früher aufgetaucht sind. Und zwar bei Kundgebungen aus ganz verschiedenen politischen Lagern.
Die Einschätzung, dass die "Grenzen des Sagbaren" systematisch verschoben würden, teile ich ganz allgemein nicht unbedingt. Meines Erachtens war die politische Diskussionskultur vor dreißig oder vierzig Jahren nicht weniger aufgeheizt als heute.
Zitat von Liberta im Beitrag #4102An dem besagten Galgen hängt nicht "jemand", sondern "etwas". Das ist ein Unterschied.
Der Unterschied ist, dass in einer rechtsstaatlichen Demokratie eine unbeliebte Regierung nicht aufgehängt - auch nicht symbolisch - sondern abgewählt wird.
In einer rechtsstaatlichen Demokratie sollte auch niemand auf Andersdenkende mit Mistgabeln losgehen. Die CDU-Fraktion im sächsischen Landtag sieht das offensichtlich anders.
Neueste Studien in Deutschland haben ergeben, dass 20 bis 40 Prozent der Bevölkerung gar keine Laktose brauchen um intolerant zu sein.
Zitat von Liberta im Beitrag #4102An dem besagten Galgen hängt nicht "jemand", sondern "etwas". Das ist ein Unterschied.
Der Unterschied ist, dass in einer rechtsstaatlichen Demokratie eine unbeliebte Regierung nicht aufgehängt - auch nicht symbolisch - sondern abgewählt wird.
In einem Rechtsstaat gibt es erstmal keinen klar definierten Katalog von erlaubten oder verbotenen Symbolen. *) Ob eine Ampel am Galgen (straf)rechliche relvant ist, oder ob man sie als bloße Geschmacklosigkeit werten muss, werden die Gerichte klären.
Ich stimme Liberta dahingehend zu, dass es in der Symbolik einen Unterschied macht, ob man eine Person oder einen Gegenstand aufhängt. Unbeschadet dessen, dass ich die Symbolik persönlich daneben finde.
*) Nachtrag: Das stimmt natürlich nicht ganz, es gibt bestimmte, klar definierte, verbotene Symbole (z.B. das Hakenkreuz).
Zitat von Liberta im Beitrag #4102An dem besagten Galgen hängt nicht "jemand", sondern "etwas". Das ist ein Unterschied.
Der Unterschied ist, dass in einer rechtsstaatlichen Demokratie eine unbeliebte Regierung nicht aufgehängt - auch nicht symbolisch - sondern abgewählt wird.
Ich sehe an dem Galgen keine aufgehängte Regierung, sondern die Regierungspolitik.
Zitat von Schreckgespenst im Beitrag #4115Ich stimme Liberta dahingehend zu, dass es in der Symbolik einen Unterschied macht, ob man eine Person oder einen Gegenstand aufhängt. Unbeschadet dessen, dass ich die Symbolik persönlich daneben finde.
Ich finde den Galgen nicht besonders originell, aber die Symbolik/Provokation, wie man auch hier sehen kann, scheint zu wirken.
Zitat von Liberta im Beitrag #4118Ich denke, dass es noch ganz dicke kommen wird. Aber wenn man soziale Probleme jahrelang schleifen lässt, dann soll man sich auch nicht wundern.
Ich denke auch, in 2024 wird es recht ungemütlich. Es sind einfach zuviele Änderungen zum Nachteil der arbeitenden Bevölkerung (hohe Energiekosten, Inflation, immer höhere Lebensmittelpreise) und die Veränderung der Innenstädte wegen Geschäftsaufgaben macht mir Sorge. Ich war gestern kurz in der Innenstadt. Karstadt und das einzige grosse Modegeschäft schliessen in wenigen Tagen. Damit wird vermutlich viel weniger Publikumsverkehr in der Stadt sein, was den kleinen Läden zu schaffen machen wird. Der Charme eines Stadtbummels ist weg.
Zitat von Lilith10 im Beitrag #4111Noch ist das ein Sturm im Wasserglas. Mal schauen, ob es so bleibt
Ich denke, dass es noch ganz dicke kommen wird. Aber wenn man soziale Probleme jahrelang schleifen lässt, dann soll man sich auch nicht wundern.
Ich finde darum auch die Aussagen " ja, wenn noch so viele in den Urlaub können, Auto fahren tbc". so merkwürdig, weil, wenn das alles auch nicht mehr ist, möchte ich nicht erleben, was dann hier los ist.
Zitat von Liberta im Beitrag #4118Ich denke, dass es noch ganz dicke kommen wird. Aber wenn man soziale Probleme jahrelang schleifen lässt, dann soll man sich auch nicht wundern.
Ich denke auch, in 2024 wird es recht ungemütlich. Es sind einfach zuviele Änderungen zum Nachteil der arbeitenden Bevölkerung (hohe Energiekosten, Inflation, immer höhere Lebensmittelpreise) und die Veränderung der Innenstädte wegen Geschäftsaufgaben macht mir Sorge. Ich war gestern kurz in der Innenstadt. Karstadt und das einzige grosse Modegeschäft schliessen in wenigen Tagen. Damit wird vermutlich viel weniger Publikumsverkehr in der Stadt sein, was den kleinen Läden zu schaffen machen wird. Der Charme eines Stadtbummels ist weg.
Luci
Nicht nur das. Auch das führt zu einer Konzentration auf wenige große "Player". So, wie es jetzt schon im Lebensmittelsektor ist. Und die bestimmen dann alles. Nicht gut
Zitat von luciernago im Beitrag #4119Es sind einfach zuviele Änderungen zum Nachteil der arbeitenden Bevölkerung (hohe Energiekosten, Inflation, immer höhere Lebensmittelpreise) und die Veränderung der Innenstädte wegen Geschäftsaufgaben macht mir Sorge. Ich war gestern kurz in der Innenstadt. Karstadt und das einzige grosse Modegeschäft schliessen in wenigen Tagen. Damit wird vermutlich viel weniger Publikumsverkehr in der Stadt sein, was den kleinen Läden zu schaffen machen wird. Der Charme eines Stadtbummels ist weg.
Ich teile dein Bedauern über die Situation in den Innenstädten.
Aber das sind nun Probleme, die man beim besten Willen nicht in erster Linie der Regierung anlasten kann. Wenn es in der Innenstadt einen Kaufhof, ein eingesessenes Modegeschäft und zehn Flagship-Stores gibt, die allesamt dieselben nichtssagenden Fähnchen anbieten, während die Kunden online kaufen, dann kann die Ampel dafür nun wirklich nichts.
Die Veränderung der Innenstädte war schon ein Thema, als wir hier alle noch Kinder waren.
@Luci, du kennst die Diskussionen um die Königsstraße in Stuttgart, ganz gewiss.
70er/80er Jahre.
Jede Mall, jedes einkaufen auf der Wiese, Amazon usw. tragen dazu bei.
Und ...vor allem, derjenige, der dort einkauft...der nur noch bestellt, sich aber im Geschäft beraten lässt.
Das ist nichts Neues.
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Zitat von luciernago im Beitrag #4119Es sind einfach zuviele Änderungen zum Nachteil der arbeitenden Bevölkerung (hohe Energiekosten, Inflation, immer höhere Lebensmittelpreise)
Seit Jahrzehnten weiß man aber auch, das Flair, Ambiente, Zugang zu Toiletten, Sitznöglixhkeiten (um nur einige Faktoren zu nennen, die von den Städten zu leisten wären) wichtige Faktoren sind. In meiner Stadt wird da schon seit Ewigkeiten geredet, aber nichts tut sich in die Richtung