Eritrea-Festivals wie nun in Gießen bergen Konfliktpotenzial, weil die eritreische Diaspora nicht nur in Deutschland gespalten ist. Da sind zum einen jene Menschen und ihre Nachfahren, die das Land einst verließen, weil sie sich während des 30-jährigen Unabhängigkeitskrieges für die Abspaltung Eritreas von Äthiopien einsetzten. Heute steht diese Gruppe immer noch mehrheitlich aufseiten der Regierung, die aus der 1993 schließlich erfolgreichen Unabhängigkeitsbewegung hervorging. Die Gruppe zeigt das zum Beispiel auf dem Eritrea-Festival in Gießen.
Und da sind jene Eritreer, die vor eben dieser Regierung geflohen sind. Das Regime des Langzeitherrschers Isaias Afewerki, der zuletzt Staatsbesuche in Peking und Moskau absolvierte, gehört zu den repressivsten der Welt. Hauptgrund für die Flucht Hunderttausender ist der sogenannte Nationaldienst, den Männer wie Frauen etwa beim Militär leisten müssen - zeitlich unbefristet. "Diese Menschen sind durch die Sahara und über das Mittelmeer geflohen und sehen nun, wie die Regierung, unter der sie gelitten haben, in Deutschland gefeiert wird", sagt Nicole Hirt vom German Institute for Global and Area Studies in Hamburg.
Dazu kommt, dass die Festivals stellvertretend für den langen Arm des Regimes in Asmara stehen. Gemessen an seiner Größe hat kaum ein Land der Welt eine so große Diaspora wie Eritrea. Auf die etwa fünf Millionen Einwohner kommen noch einmal ebenso viele Eritreer sowie Menschen eritreischer Herkunft in anderen Ländern, schätzt Hirt, vor allem in den Nachbarstaaten. Sie spricht von einer "transnationalen Nation". In Deutschland wohnen etwa 75 000 Menschen mit eritreischer Staatsangehörigkeit.
Und so groß die Diaspora ist, so wenig will das Regime seine Bürger auch jenseits der eigenen Grenzen loslassen. Manche Flüchtlinge werden wieder eingefangen und zurückgebracht, etwa im Sudan. Eritreer, die im Ausland Anträge bei Botschaften stellen wollen, müssen ihre Reue über die Flucht bekunden. Und dann gibt es die Diasporasteuer für Auslands-Eritreer. Eingetrieben wird sie auch, indem Verwandte im Land unter Druck gesetzt werden. Die Steuer ist eine wichtige Einnahmequelle für das Regime. Eine andere sind die Eritrea-Festivals.
Das, was ich wichtig finde, ist hier fett markiert. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Flüchtlingsgruppen.
******************************** Sagt es allen weiter - besonders den jungen Menschen: Werdet StammzellenspenderIn - rettet Leben! Spende geht oft über das Blut. * DKMS
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Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #3305Danke Charlie. Das war mr beim Nachlesen heute Nachmittag nicht klar geworden, dass es zwei verschiedene Gruppierungen gibt.
Genau deswegen bin ich fassungslos, dass diese Veranstaltung seit über 10 Jahren stattfindet.
Zwischendurch, habe ich gelesen, war sie mal in Italien.
Es ist ein Privatgelände - da kann jede/r ein Fest ausrichten.
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Zitat von Charlie03 im Beitrag #3307Zwischendurch, habe ich gelesen, war sie mal in Italien.
Es ist ein Privatgelände - da kann jede/r ein Fest ausrichten.
Es besteht m.E. Schon ein Unterschied, ob man ein friedliches Fest ausrichtet oder Anhänger einer Militärdiktatur auf unserem Grund und Boden ein „Familienfest“ feiern, das wir letztendlich mit Steuergeldern schützen müssen.
Ich habe gerade bei WO gelesen, dass aus mehreren Bundesländern Bereitschaftspolizei hinzugezogen wurde und die Einwohner von Giessen den Ratschlag erhielten, die (eigene) Innenstadt zu meiden.
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Übrigens...das Kostenargument ist meines Erachtens das geringste Argument, denn das beträfe Veranstaltungen wie Fussballspiele, WMs, Olympiade auch.
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Zitat von Takamine im Beitrag #3315Es kann doch nicht angehen, dass Bürger die Stadt meiden sollen und sich zu Hause verstecken sollen, weil da sowas stattfindet. Das geht nicht!
Zitat von Takamine im Beitrag #3315Es kann doch nicht angehen, dass Bürger die Stadt meiden sollen und sich zu Hause verstecken sollen, weil da sowas stattfindet. Das geht nicht!
Zitat von Takamine im Beitrag #3315Es kann doch nicht angehen, dass Bürger die Stadt meiden sollen und sich zu Hause verstecken sollen, weil da sowas stattfindet. Das geht nicht!
Zitat von Takamine im Beitrag #3315Es kann doch nicht angehen, dass Bürger die Stadt meiden sollen und sich zu Hause verstecken sollen, weil da sowas stattfindet. Das geht nicht!
Redest Du vom Oktoberfest? 😁
Was soll sowas? Öffentliche Veranstaltung und Privatklopperei vergleichen?
Du hasst mich, ich mag das, ich lebe durch dich. (Böhse Onkelz)
Zitat von Charlie03 im Beitrag #3316Hast du das Urteil gelesen ?
Ich habe nur den von dir verlinkten Kommentar dazu gelesen und kann die Entscheidung des Gerichts angesichts früherer Vorkommnisse ebenso wenig nachvollziehen (habe aber auch keine juristischen Fachkenntnisse) wie die unzureichende Begründung des Verbots durch die Stadtverwaltung.
Aber Veranstaltungen unter dem Deckmantel "Kultur", bei denen mit Gewalt zu rechnen ist, Pollizeibeamt:innen attackiert werden und deren Organisator:innen und Teilnehmer:innen eine fragwürdige Gesinnung haben (was allein kein Grund für ein Verbot sein kann), gibt es doch seit Jahren zahlreich und regelmäßig. Nennen sich dann Rechtsrock-Konzerte, sorgen aber für weniger überregionales öffentliches Interesse und Aufregung.
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻