Zitat von luciernago im Beitrag #3270Warum lässt man es zu, dass ein Militärregime, vor dem viele zu uns flüchten, hier ein Festival abhält?
Nun, zunächst mal würde ich davon ausgehen, dass ein eritreisches Festival, das auf deutschem Boden stattfindet, von Exil-Eritreern ausgerichtet wurde - und nicht vom eritreischen Regime.
Es war bekannt, dass die Militärregierung von Eritrea dieses Festival, das es im übrigen schon über 10 Jahre in Giessen gibt, mitbestimmt. Das ist für mich unglaublich.
Ich liefere einen Link nach, bin nur gerade bei meinen Pferden und weiss nicht, wie ich mit dem Ipad verlinken kann *schäm*
Zitat von caramia_2.0 im Beitrag #3273Und danach? Weil du von zunächst schreibst?
"Zunächst" heißt, bevor ich recherchiert habe und es dann u.U. besser weiß. Inzwischen habe ich nachgelesen (ja, das passiert, wenn man einmal die Tagesschau verpasst) und mich davon überzeugt, dass es sich offenbar wirklich um eine Propagandaveranstaltung des Regimes handelte.
Grundsätzlich gilt aber, dass die Userin/ der User, der/die eine Nachricht einstellt, diese selbst zu belegen hat.
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
************************************ Moderatorin in der Pandemie und Politik, bei der Nachhaltigkeit, beim Sozialen Engagement und den Festen, bei Klatsch & Tratsch, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Es gab eine Verbotsverfügung der Stadt, die auf eine gaststättenrechtliche Unzuverlässigkeit und sicherheitsrechtliche Bedenken gestützt wurde. In zwei Eilverfahren hat das zuständige Verwaltungsgericht die Verfügung aufgehoben.
Das Gericht hat die Entscheidungen unter anderem damit begründet, dass die Gefahrenlage nicht vom Veranstalter ausgeht, sondern von außen kommt. In solchen Fällen kann nicht einfach untersagt werden.
Das Sicherheitskonzept lag rund zwei Wochen vor der ersten Beanstandung vor. Ich sehe es so, dass die Anforderungen zu gering waren und künftig auch unter Einbeziehung der Ausschreitungen bei dieser Veranstaltung anzupassen sind. Hätte man allerdings auch im Hinblick auf die von 2022 schon jetzt absehen können.
Zitat von luciernago im Beitrag #3276Ich liefere einen Link nach, bin nur gerade bei meinen Pferden und weiss nicht, wie ich mit dem Ipad verlinken kann *schäm*
Nicht mehr nötig, luci, schafwolle und Sasapi haben netterweise ausgeholfen.
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
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Zitat von caramia_2.0 im Beitrag #3281Mich irritiert, dass die hier lebenden Eritäer doch vor dem dortigen Regime geflüchtet sind. Und dann unterstützen sie es?
Das ist das gleiche Theater wie die hier lebenden Türken Erdogan wählen.
Du hasst mich, ich mag das, ich lebe durch dich. (Böhse Onkelz)
Hier nochmal ausführlicher aus dem T-Online Link von Schafwolle für die, die es noch nicht gelesen haben, die Regierung Eritreas erhebt bei allen im Ausland lebenden Eritreern eine Diasporasteuer und treibt sie auch ein:
Zitat Was ist die Diasporasteuer? Mit Erreichen der Unabhängigkeit im Jahr 1993 führte die Übergangsregierung eine Rehabilitations- oder Diasporasteuer für alle im Ausland lebenden Eritreer ein. Seitdem müssen sie zwei Prozent ihres Einkommens an die eritreische Regierung abführen und zwar unabhängig davon, ob es sich um Einkommen handelt, das aus Arbeit oder Sozialleistungen erzielt wird. Kann die eritreische Diaspora nicht einfach die Steuer umgehen? Nein. Das eritreische Regime richtete ein Netzwerk diplomatischer Vertretungen in allen Ländern ein, in denen die eritreische Diaspora in erheblichem Umfang vertreten ist. Dadurch können sie eritreische Gemeinschaften im Ausland organisieren und kontrollieren. Warum kann das Regime die Steuer von in Deutschland lebenden Eritreern verlangen? Ganz einfach. Wollen nach Deutschland geflohene Eritreer aufgrund der deutschen Bestimmungen zum Familiennachzug nachträglich Dokumente beschaffen, müssen sie sich an den eritreischen Staat wenden. Wenn sie ihre Beiträge zur Diasporasteuer entrichten, erhalten sie eine "Clearance" (Bescheinigung). Sie ist eine Voraussetzung dafür, Pässe oder Geburtsurkunden zu erhalten, Eigentum in Eritrea zu kaufen oder erben zu dürfen sowie andere Leistungen eritreischer Botschaften und Konsulaten in Anspruch nehmen zu können. Die Bundesregierung besteht darauf, dass bestimmte Dokumente vorgelegt werden und zwingt so die Geflüchteten, sich an eritreische Behörden zu wenden. Eritreer müssen demnach die Diasporasteuer zahlen, weil dies der einzige Weg ist, um ihre Ehepartner und Kinder zu sich zu holen.
Ich habe neue Laufschuhe. Ich bin schon ganz außer Atem. Jetzt noch den zweiten anziehen!
Unter den hier lebenden Eritreern (w, d, m) sind nicht nur die Geflohenen, sondern auch viele! der wie ich sie für mich nenne "Eritrea-Gestapo".
Die werden vom Regime ganz bewusst in die Länder geschickt um die Geflohenen weiter zu terrorisieren. Und das gelingt effektiv und einfach. Auch, weil kaum wer in den Ländern das schnallt, wer wer ist.
Irgendwie ist es dann ja klar, daß diese Feste eskalieren. War ja letztes Jahr auch so. Die Polizisten tun mir so leid. Falls es in dieser Berufssparte noch keinen Fachkräftemangel gibt, wird sich das bald ändern.
das ist alles nicht selten und sogar fast Standard... Also dass die Akteure im Heimatland ihre Konflikte mitbringen oder die Regimes ihre Schergen entsenden, getarnt als Migranten.
Ist auch bei Syrien so! Assad-Schergen, die hier weiter terrorisieren, in dem sie wissen, wer wo ist, wer welche Familie noch wo daheim hat. Und dann ist es einfach schwer zu sortieren, wer ist wer. Wer sagt nur über den anderen, dass dieser... - denn das ist ja auch Programm! Da durchzusteigen - komplex.
Ein Mensch mit Muttersprache Arabisch erkennt am ersten Wort, wo der andere her ist. Wie bei uns auch... Ich höre sofort, ob wer aus Sachsen, Wien oder Luzern kommt. Ich höre sogar ob der aus Regensburg ist oder aus Weiden...
Ob das aber wen interessiert, wenn wir alle z. B. in der Pampa in Alaska hocken würden (Vergleich) - ich bezweifle.
Ich hab auch von einigen Eritreerinnen schon öfters mitbekommen, dass die dann sagen dass ein Mitmensch aus Äthiopien stammt. Nicht aus E. Aber das sagen die nur untereinander oder eben bei besonderem Vertrauens- oder Schutzverhältnis.
Schade das man es nicht verbieten konnte. Das die Geflohenen auch hier noch so unter Druck gesetzt werden , wusste ich nicht. Aber ja, es ist ein schwieriges Thema.
Zitat von Cerulean im Beitrag #3289Schade das man es nicht verbieten konnte. Das die Geflohenen auch hier noch so unter Druck gesetzt werden , wusste ich nicht. Aber ja, es ist ein schwieriges Thema.
Das gilt vermutlich nicht nur für die Eritreer, sondern auch für andere Nationalitäten. Wer dachte, dass die Flüchtlinge ihre (teils mitgebrachten Glaubens-) Kriege hier nicht weiter fortführen, war wirklich arg optimistisch. Deshlab kommt es ja auch immer wieder zu Gewalt in den Unterkünften.
Das ist ein vermutlich unterschätztes Gewaltpotential.
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #3290Wobei die Randalierer ja Gegner des Festivals waren, die unbedingt auf das Festivalgelände wollten. Nur zur Klarstellung.
Das ist mir schon klar. Unfassbar für mich ist nur, dass seit über 10 Jahren ein brutales Militärregime und dessen Anhänger hier eine solche Veranstaltung durchführen dürfen derweil wir deren Gegner Asyl gewähren.
Da fehlt mir irgendwie die Logik. Man sperrt ja auch nicht einen Mörder mit den Angehörigen eines Opfers in eine Zelle (hoffe ich doch).
Zitat von luciernago im Beitrag #3292 Mörder mit den Angehörigen eines Opfers in eine Zelle (hoffe ich doch).
nein, wenn du weißt, wer wer ist.
Das hab ich gemeint mit dem (anderen) Beispiel mit den Sprachen... Für den Beamten hier: alles "arabisch". Für den, der das als Muttersprache hat, der hört! ob wer aus Syrien ist oder aus Gaza oder aus dem Libanon oder aus Saudiarabien.
Und grad Eritrea ist so ein komplexes Thema. Durch dieses brutale Regime ist es nicht zu sagen, wer "gut" wer "böse" ist. Vor allem nicht vom Landratsamt "Lalaland" oder so.
Da steckt man nicht drin. Und ja klar fanden sich syrische Folteropfer schon in einer Unterkunft mit den Folterschergen Assads. Das ist ja auch Programm. Dass die Opfer noch im Ausland terrorisiert werden. oder zur Kooperation bzw. Denunziation gezwungen, weil der Folterknecht sagt, du bist hier in Manching, aber ich weiß wo deine Oma wohnt ...
Ist nichts neues, gab es schon im Nationalsozialismus.
Zitat von luciernago im Beitrag #3291Wer dachte, dass die Flüchtlinge ihre (teils mitgebrachten Glaubens-) Kriege hier nicht weiter fortführen, war wirklich arg optimistisch. Deshlab kommt es ja auch immer wieder zu Gewalt in den Unterkünften.
Allerdings nicht nur deshalb - sondern weil unter den Bedingungen mancher Gemeinschaftsunterkünfte wohl so ziemlich jeder aggressiv würde, vor allem, wenn es länger dauert und die Zukunft ungewiss ist.
Zitat von luciernago im Beitrag #3291Wer dachte, dass die Flüchtlinge ihre (teils mitgebrachten Glaubens-) Kriege hier nicht weiter fortführen, war wirklich arg optimistisch. Deshlab kommt es ja auch immer wieder zu Gewalt in den Unterkünften.
Allerdings nicht nur deshalb - sondern weil unter den Bedingungen mancher Gemeinschaftsunterkünfte wohl so ziemlich jeder aggressiv würde, vor allem, wenn es länger dauert und die Zukunft ungewiss ist.
Da bin ich ganz bei Dir. Sperre 100 junge biodeutsche Männer über Wochen in eine Unterkunft/Turnhalle oder was auch immer . .die bleiben auch nicht friedlich.
Genau aus diesem Grund denke ich, dass wir überfordert sind. Wir haben ein Problem.