Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #3075nicht mit den tatsächlichen und tagtäglichen Problemen auseinandersetzt, nämlich dass sie, die Wähler, sich weniger leisten können als früher, sondern dass die Regierung sich an „so einem Blödsinn“ wie Gendern und „Ölheizung muss nach 30 Jahren abgeschaltet werden, egal ob noch funktionsfähig oder nicht“ abarbeitet. Dinge, die viel Energie verbrauchen, also menschliche Energie und die nichts bewirken, anstatt, wie gesagt, die richtigen Probleme anzugehen.
Also das einzelne ist nicht das Problem, aber die Summe des Ganzen. Das kann ich sogar nachvollziehen. Da fühlt man sich schnell politisch heimatlos und den Problemen hilflos ausgeliefert.
ja, so erlebe ich das auch.
und dann die Vetternwirtschaft. Egal ob Tandler oder Habeck oder Heil.
Du meinst bei Heil den Trauzeugen von 2005, der 2018 Abteilungsleiter wurde?
Du lebst doch viel in Bayern.... Amigo...das ist doch etwas ganz anderes, als das.
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Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #3075 Ich glaube, dass viele Protestwähler / AFD Wähler finden, dass sich die derzeitige Regierung nicht mit den tatsächlichen und tagtäglichen Problemen auseinandersetzt, nämlich dass sie, die Wähler, sich weniger leisten können als früher, sondern dass die Regierung sich an „so einem Blödsinn“ wie Gendern und „Ölheizung muss nach 30 Jahren abgeschaltet werden, egal ob noch funktionsfähig oder nicht“ abarbeitet. Dinge, die viel Energie verbrauchen, also menschliche Energie und die nichts bewirken, anstatt, wie gesagt, die richtigen Probleme anzugehen.
Also das einzelne ist nicht das Problem, aber die Summe des Ganzen. Das kann ich sogar nachvollziehen. Da fühlt man sich schnell politisch heimatlos und den Problemen hilflos ausgeliefert.
Das sehe ich auch so. Es ist eine große Menge an Punkten, die in der Summe die Menschen verärgern und an der Politikfähigkeit der Politik zweifeln lassen.
Quirin, es geht doch auch bei Entscheidungen pro/contra einer Partei um den Sympathiefaktor des entsprechenden Kandidaten im Wahlkreis und/oder auf Bundesebene. Ich habe bei der Landtagswahl in Bayern ernsthaft ein Problem zwischen SPD und Grünen zu wählen. Da "unsere Kathi" (Katharina Schulze, Grüne) mir persönlich (!) zum Beispiel nicht sonderlich sympathisch ist.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Dazu kommt, dass man aber auch jeden Pups eines jeden Politikers ständig um die Ohren gehauen bekommt. Eine Grüne isst in Kalifornien ein Eis, zeigt das auf Instagram und im Plastikbecher steckt ein Plastiklöffel. Darüber kann man sich jetzt ellenlang aufregen, es ist ja auch eigentlich nicht richtig, andererseits, die werden da in der blöden kalifornischen Eisdiele keine ökologisch sauberen biologisch abbaubaren Becher und Löffel haben, und wenn da zehnmal eine deutsche grüne Politikerin hinkommt.
Sowas ist doch nicht wichtig, aber klar, dass da sofort der politische Gegner mit einem Riesentrara drauf anspringt. Daraufhin berichten Journalisten darüber und lassen selbstverständlich im Namen der Ausgewogenheit auch die zu Wort kommen, die das nicht schlimm oder nicht der Rede wert finden. Derweil bekommt der Bürger immer mehr das Gefühl, dass das alles auch nur Nullachtfünfzehn Deppen sind, aber - im Unterschied zu ihm - mit hohen Diäten.
Früher erfuhr man so einen Mist gar nicht erst und ich denke mir oft, das waren bessere Zeiten. Klar, man munkelte, Willy Brandt ließ nichts anbrennen, heute wüssten wir von jeder einzelnen sämtliche Details.
Ich habe neue Laufschuhe. Ich bin schon ganz außer Atem. Jetzt noch den zweiten anziehen!
Früher erfuhr man so einen Mist gar nicht erst und ich denke mir oft, das waren bessere Zeiten.
geh weiter
Ich versuche mir inzwischen in der öffentlichen Rede, Sätze, die mit "früher" anfangen zu verkneifen.
Ich sah das Löffel-Gate von der so, dass sie halt bissl!!!! mitdenken sollte. Ich mein, dass man drauf kommt, dass die Kombi! aus Überseeurlaub und Plastik eine Steilvorlage ist für die anderen, dafür braucht es doch echt kein Abitur oder?
Bissl Hirn. Oder: weniger Posten. Einfach mal aushalten, dass man privat ein Eis isst und es nicht der Welt kund tut. Oder oder: den Spindoctor drauf schauen lassen. Oder den Justiziar.
Eh schon wieder ewig her. mir grinst sie zu blöd und zu oft, wenn ich mal ehrlich bin. Sollte ich besser nicht sein, weiß ich auch.
Es war ein Beispiel, gibt sicher bessere. Find die auch nicht doll, andererseits: wen find ich schon doll? Was ich sagen wollte und was anscheinend nicht rüber gekommen ist: too much (personal) information, gewollt oder herbeigezerrt, trägt nicht zum Vertrauen in unsere Politiker und damit nicht zur Bürgerzufriedenheit bei, daraus resultieren noch mehr Protestwähler.
Ich habe neue Laufschuhe. Ich bin schon ganz außer Atem. Jetzt noch den zweiten anziehen!
Die Überlegungen von BlueVelvet finde ich sehr wichtig und einleuchtend: Vieles hat ungemein wenig mit Inhalten und viel mit Image im wahrsten Sinne des Wortes zu tun. Dass eine Information verfügbar ist, reicht, ob sie relevant ist steht dann kaum noch zur Debatte. Im Grunde argumentierst Du ähnlich, Rokeby, wenn Du, aus meiner Sicht zurecht, wünschst, dass Politiker*innen sich mit Privatgedöns bei Twitter, Installation und Co bedeckt halten könnten.
Bei Sanna Marin war es im Ausgang eine ähnliche Situation - wer hätte vor 20 Jahren mitgekriegt, dass die mir Freundinnen zum Tanzen geht? (Es kam glaub ich nicht von ihrem privaten Kanal, aber halt auch Social Media.)
"It has to be possible to feel the pain in one community without denying it to the other. It has to be!" John Oliver
Moderatorin in den Foren zu Beziehung und Sex, zu Kunst, Musik und Literatur, zu Politik und Tagesgeschen und zum Handwerken (warum auch immer). Ueberall sonst gilt: Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen.
Zitat von Brischa im Beitrag #3073 Es liegt doch nahe, dass das Gendern durchaus umstrittener ist, als die Befürworter des konsequenten Genderns es gerne einräumen. Es gibt viele Unzufriedene und ich bin mir nicht mal sicher, ob es überhaupt eine absolute Mehrheit für das Gendern in der Sprache gibt.
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #3084too much (personal) information, gewollt oder herbeigezerrt, trägt nicht zum Vertrauen in unsere Politiker und damit nicht zur Bürgerzufriedenheit bei, daraus resultieren noch mehr Protestwähler.
Und zerstört damit unser gesellschafts-politisches System.
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Dass sich eine Partei als Sammelbecken für Protestwähler zur Verfügung stellt, ist ja nichts grundlegend neues. Die Grünen haben auch einmal so angefangen. Mir macht viel mehr Sorgen, dass die AfD so viel Aufmerksamkeit bekommt und dass kritische, ausgewogene Berichterstattung Mangelware ist.
Planung bedeutet, den Zufall durch Irrtum zu ersetzen
Zitat von Quirin im Beitrag #3074Es liegt doch nahe, dass das Gendern durchaus umstrittener ist, als die Befürworter des konsequenten Genderns es gerne einräumen. Es gibt viele Unzufriedene und ich bin mir nicht mal sicher, ob es überhaupt eine absolute Mehrheit für das Gendern in der Sprache gibt.
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #3081Dazu kommt, dass man aber auch jeden Pups eines jeden Politikers ständig um die Ohren gehauen bekommt. Eine Grüne isst in Kalifornien ein Eis, zeigt das auf Instagram und im Plastikbecher steckt ein Plastiklöffel. Darüber kann man sich jetzt ellenlang aufregen, es ist ja auch eigentlich nicht richtig, andererseits, die werden da in der blöden kalifornischen Eisdiele keine ökologisch sauberen biologisch abbaubaren Becher und Löffel haben, und wenn da zehnmal eine deutsche grüne Politikerin hinkommt.
Sowas ist doch nicht wichtig, aber klar, dass da sofort der politische Gegner mit einem Riesentrara drauf anspringt. Daraufhin berichten Journalisten darüber und lassen selbstverständlich im Namen der Ausgewogenheit auch die zu Wort kommen, die das nicht schlimm oder nicht der Rede wert finden. Derweil bekommt der Bürger immer mehr das Gefühl, dass das alles auch nur Nullachtfünfzehn Deppen sind, aber - im Unterschied zu ihm - mit hohen Diäten.
Früher erfuhr man so einen Mist gar nicht erst und ich denke mir oft, das waren bessere Zeiten. Klar, man munkelte, Willy Brandt ließ nichts anbrennen, heute wüssten wir von jeder einzelnen sämtliche Details.
Hab das nicht mitbekommen und ist mir eigentlich nicht wichtig. Aber ihr Verhalten ist doch genau das Problem. Wer kasteienden Verzicht predigt und das korrekte Verhalten in einem engen Korridor vorgibt, der darf eben selber diesen Korridor nicht verlassen, und zwar keinen Millimeter. Wasser predigen, Wein trinken. Menschen verar$chen.
Der Plastiklöffel aus Eis ist ja nur der sekundäre Punkte. Wie ist sie denn nach Kalifornien gekommen? Gepaddelt? Mit nem Segler? Flugzeug mit E-Fuels?
Ein professor für Wirtschaftswissenschaften ist, glaube ich wenigstens, ein bisschen mehr als jemand, der nur das Parteiprogramm der fdp vorbetet. Morgen werde ich etwas daraus zitieren.
Planung bedeutet, den Zufall durch Irrtum zu ersetzen