Ich hatte fast immer auch ein schlechtes Gewissen, aber immer auch daran gedacht, dass ich nicht nur Verantwortung für sie, sondern auch für mich selbst habe.
So ging es mir auch. Schlechtes Gewissen, aber auch keine Geschwister, mit denen ich die Besuche hätte teilen können.
Langer Anfahrtsweg, mit Öffis 3 Stunden hin und 3 Stunden zurück. Arbeiten musste ich natürlich auch noch.
Bei uns war es ein Problem und zwar lange, weil einfach nichts frei war. Gar nichts. In unserer Region nicht und nicht bei meinem Vater. Vollkommen egal, ob man da selbst wohnt oder nicht, wenns keinen Heimplatzes gibt, ist es so.
Als mein Vater ins Pflegeheim musste ist meine Mutter (ohne Pflegegrad) dort auch eingezogen. Das ging problemlos. Das ist allerdings gut 16 Jahre her. Vielleicht war damals die Situation nicht so verschärft wie heute, auch von den Kosten. Eine üppige Rente hatte sie nämlich nicht.
Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert.
Wie kann man überhaupt über 3000 Euro dafür selber zahlen? Wer hat diese Rentenhöhe?
Die Preise von vor 16 Jahren kenne ich nicht, aber aktuell hatten wir kein Heim gefunden, was unter 3000 Euro war. Wir haben auch eine Freundin im Altenheim, arbeitet dort, sie bestätigt, das a, viele Plätze händeringend gesucht werden und b, die Preise.
Naja, es muss halt erstmal alles verwertet werden, was da ist (Ergänzung, genau, bis zum Schonvermögen). Dann springt das Sozialamt ein und evtl die Kinder.
Edit, wegen der Änderung nächstes Jahr: Bei meiner Schwiegermutter kommt der medizinische Dienst sowieso alle 6 Monate und prüft die Passung des Pflegegrads, ich nehme mal an, nächstes Jahr werden sie dann ggf auch zeitnah nach Änderung prüfen.
Zitat von Immernagellack im Beitrag #5784Wie kann man überhaupt über 3000 Euro dafür selber zahlen? Wer hat diese Rentenhöhe?
Ich vermute, das sind die wenigsten, die das aus ihrer laufenden Rente bezahlen. Sie knabbern dafür vermutlich ihr Vermögen an, bis es - bis auf das Schonvermögen - weg ist. Dann springt das Sozialamt ein.
Meine Schwiegermutter hat sich damals ganz vorbildlich sehr rechtzeitig im Betreuten Wohnen angemeldet und als dort eine kleine Wohnung frei wurde, zog sie dort ein, als es nicht mehr ging, ist sie ins Haus nebenan gezogen, gleiche Einrichtung, gleicher Betreiber, aber eben dann im Pflegeheim. Für diese Umsicht hab ich sie immer bewundert. Die eine Tochter wohnte direkt vor Ort und hat sich um sie gekümmert, sie war auch fast jeden Tag da. Ihre anderen beiden Kinder, also mein Mann und ihre andere Tochter, wohnten weiter weg und kamen eher selten mal zu Besuch, man könnte sagen, zum Geburtstag und zu den Feiertagen. Die Kosten für die Unterbringung im Heim hat dann das Sozialamt übernommen, die Kinder wurden einmal zu den Finanzen befragt und dann übernahm das Amt.
Meine eine Tante hat Zeit ihres Lebens aufs Heim hingespart und als es dann soweit war, ist sie dort eingezogen und hat die ersten Jahre (von insg. 8) selbst gezahlt, weil sie anfangs keinen Pflegegrad hatte, aber in ihrem Haus auch nicht mehr wohnen konnte, selbst mit Pflegedienst nicht, ich glaube, damals hieß das noch Pflegestufe und das ist auch schon ein paar Jahre her.
Aktuell ist es so, dass man ohne Pflegegrad keinen Heimplatz bekommt, so wurde es mir erklärt, für meine Mutter hatte ich ja bei der KK bereits beantragt, nun haben die in der Klinik per Eilverfahren auch noch mal einen Antrag gestellt.
das ist wohl sehr unterschiedlich zu sehen, auch was die Verfügbarkeit angeht.
Ich habe letzte Woche eine Wohnung in einer Seniorenresidenz angesehen. Zugegeben, ich war baff erstaunt und sehr positiv überrascht. Die Anlage ist wunderschön und erinnert null an ein Altersheim. Der Pflegebereich ist separat.
Zu den Wohnungen, die alle einen Balkon oder eine Terrasse haben, kann man einiges zubuchen.
Für ältere Leute ohne Angehörige vor Ort ist so eine schöne Anlage - noch dazu zentral gelegen - eine sehr gute Option. Eine Freundin von mir (72) will demnächst in ein Augustinum ziehen. Das ist glaube ich die Upper Class, das muss man sich leisten können.
Ich war gestern ziemlich überrascht, als ich zuerst einen Anruf von der Sozialstation, die meine Mutter betreut, bekam und mich dann jemand vom MD gefragt hat, ob ich damit einverstanden sei, dass sie die Arbeit der Sozialstation bei ihr überprüfen. Sie wurde zufällig ausgewählt.
Ich habe zwar eine Vollmacht, aber keine Betreuungsvollmacht. Ich habe mein okay gegeben, aber darum gebeten, dass sie sie selber fragen, denn sie reagiert ziemlich schnell 'verschnupft', wenn sie das Gefühl hat, es wird etwas über ihren Kopf hinweg entschieden.
Luci, ja, Augustinum ist Upper Class. @Mercédès, ist heute der Umzug deiner Mutter?
Freundschaft ist das Seil, das hält, wenn alle Stricke reißen
Ja, heute zieht meine Mutter um, sozusagen, heute beginnt die Kurzzeitpflege in einem Heim ca. 15 km entfernt, was wirklich noch geht, trotzdem ist es nicht unser "Wunsch-Heim", das Heim ist sehr groß, hat 142 Betten und, wie ich hörte, nicht unbedingt den besten Ruf, aber da müssen wir nun erstmal durch.
Der Sozialdienst im KH hatte mich gebeten, mich dort im Heim zu melden, das war telefonisch gar nicht möglich, nun habe ich da heute früh mal eine Mail hingeschrieben, einmal meine Mutter und mich kurz vorgestellt und auch im Rahmen unsere Wünsche geäußert, es dauerte gar nicht lange, da kam schon eine super nette Mail zurück, auch darauf eingehend, was ich mir für meine Mutter wünsche bzw. auf den Hinweis eingehend, sie nicht ruhigzustellen, sondern sie zu mobilisieren.
Gestern Abend rief mich noch eine Bekannte meiner Mutter an, die wollte mich darauf hinweisen, dass ich bitte drauf achten möge, dass man meiner Mutter keine "Opiate" verabreichen möge. Das hat nämlich im letzten Jahr bei der Bekannten dazu geführt (sie war gestürzt und hatte sich was gebrochen), dass sie, als sie wieder nach Hause kam, nicht mal wusste, in welchem ihrer Schränke sie zum Beispiel ihre Frotteehandtücher hatte.
Dieses Ruhigstellen hatten sie bei meiner Mutter ja auch auf der anderen Station gemacht und das hat bei ihr zu völliger Verwirrung geführt, das hat mir auch gestern eine Ärztin am Telefon so bestätigt und auch, dass später nocheinmal nachdiagnostiziert werden muss. So eine starke Demenz, wie ursprünglich gedacht, hat sie vielleicht gar nicht, ein Teil dessen ist sicherlich der Medikamentengabe geschuldet.
Na, wir werden es sehen, ich werde heute nachmittag zu ihr fahren und gucken, wie es ihr geht und wie es da so ist, fragen, was sie alles von Zuhause alles haben möchte und ihr das dann morgen noch hinbringen.
Unsere Fee von nebenan ist nach wie vor ein Geschenk, sie kümmert sich wirklich toll und ist auch minimum jeden zweiten Tag im Krankenhaus bei meiner Mutter gewesen und diese Taktung will sie jetzt auch beibehalten. Sie ist ja aus der Pflegebranche und hat da nochmal ein ganz anderes Auge auf meine Mutter samt Umgebung, als ich.
Das betreute Wohnen, wo meine Schwiemu untergebracht war, war auch ein ganz tolles Haus, nichts erinnerte an Pflege oder ähnliches, es war alles nur sehr gut durchdacht und die Wohnung war auch sehr hochwertig gebaut, also schon echt toll, aber eben dem Heim nebenan angeschlossen.
ich wünsche Dir und Deiner Mama, dass ich ein bisschen zur Ruhe kommen könnt. Die gute Fee ist wirklich Gold wert.
Ich war gerade mit Mutti unterwegs. Wir wollten ganz profan Blumen für ihren Balkon kaufen, wir sind ja beide Gartenfans.
Also Mutti ins Auto, den ersten Blumenladen angefahren. Mutti raus, langsamer Marsch zum Gewächshaus der Gärtnerei . . da gab es alles ausser Blühpflanzen. Also retour, ab zur nächsten Gärtnerei.
Wieder ein Marsch, da gab es zwar Blühpflanzen . . der Laden hat aber Urlaub. .
Also wieder retour und zu OBI. Da sind wir dann fündig geworden. .
Wir waren an die 90 Minuten on tour.
Morgen steht ein Ausflug zu ihrer Gegenschwieger an. Die ist krank, wohnt jwd und freut sich schon sehr. Wenn ich das nicht gelegentlich mache, sehen sich die alten Damen gar nicht mehr.
Mercedes, welche Medikamente und in welcher Dosierung deine Mutter bekommt, kannst (und solltest) du mit dem Arzt besprechen, der deine Mutter dann im Heim betreut. Vielleicht ist das ja der jetzige Hausarzt, wenn der sie allerdings im Heim nicht weiter betreuen möchte, gibt es sicherlich im Heim andere Ärzte, die dort regelmäßig hinkommen, und die deine Mutter weiter behandeln können.
Das ist nicht so, dass ein Heim nach Belieben Medikamente an die Bewohner ausgeben könnte. Das geht nur nach vorheriger Verordnung durch einen Arzt auf jeden einzelnen Patienten bezogen. Der Patient hatte natürlich Mitspracherecht, und wenn es der Patient nicht mehr entscheiden kann, sein Betreuer oder Bevollmächtigter, also du. Ich empfehle, dir in regelmäßigen Abständen den Medikamentenplan deiner Mutter geben zu lassen, dann hast du schriftlich, was sie bekommt. Ich habe aber auch immer Kontakt zu den behandelnden Ärzten gehalten, hab denen proaktiv meine Generalvollmacht geschickt und von denen hätte niemand meiner Mutter was verordnet, ohne mit mir darüber zu sprechen. Das war auch so in der Akte meiner Mutter im Heim so vermerkt. Man hat das also durchaus in der Hand, muss sich aber auch selbst kümmern. Vielleicht beruhigt dich das etwas in Bezug auf deine Befürchtung wegen der Ruhigstellung.
Dass deine Mutter jetzt stärker verwirrt ist als üblich, kann auch an dem Delir liegen, von dem ich (und andere) schon öfter sprach(en). Auch bei der Mutter deiner Bekannten könnte es das gewesen sein. Ein Delir ist viel häufiger, als man meint. Es gibt mittlerweile Studien, die davon ausgehen, dass bei älteren Patienten im Krankenhaus über 50 % ein Delir entwickeln.
Ich habe neue Laufschuhe. Ich bin schon ganz außer Atem. Jetzt noch den zweiten anziehen!
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #5793 Dass deine Mutter jetzt stärker verwirrt ist als üblich, kann auch an dem Delir liegen, von dem ich (und andere) schon öfter sprach(en). Auch bei der Mutter deiner Bekannten könnte es das gewesen sein. Ein Delir ist viel häufiger, als man meint. Es gibt mittlerweile Studien, die davon ausgehen, dass bei älteren Patienten im Krankenhaus über 50 % ein Delir entwickeln.
Ja, ich hatte das gelesen, konnte aber nicht so recht was damit anfangen, aber ich schätze, genau das hat sie.
Unsere gute Fee, die sie regelmäßig besucht, ist ja aus der Pflegebranche und die sagt, sie weiß, wie an Demenz erkrankte Menschen sind und meine Mutter ist nicht so. Ich kann das schwer beurteilen, weil ich mit Demenz bisher noch nichts zu tun hatte, von daher bin ich da auf die Meinung und Erfahrung anderer angewiesen und ich hoffe, dass sie im Heim gut behandelt wird.
Ich fahre heute hin und gebe den unterschriebenen Vertrag ab, ich werde einen Medikamentenplan anfordern, sowie den Arztbrief aus dem KH.
Es ist für sie leider nicht mehr ihr Hausarzt zuständig, weil der die Strecke nicht fährt, somit wird ein anderer Arzt sie betreuen, zu dem werde ich heute Kontakt aufnehmen. Und vielleicht ist es ja gar nicht so schlecht, dass nochmal ein anderer Arzt auf ihren Zustand schaut.
Zitat von Mercédès im Beitrag #5795Unsere gute Fee, die sie regelmäßig besucht, ist ja aus der Pflegebranche und die sagt, sie weiß, wie an Demenz erkrankte Menschen sind und meine Mutter ist nicht so.
Es gibt ja nun verschiedene Formen von Demenz, vaskuläre z.B. und Alzheimer. Die äußern sich auch verschieden. Und dass deine Mutter ein Problem mit der zeitlichen Orientierung und anderem hat, liegt ja nun auf der Hand.
wie geht es Deiner Mutter und Dir nach dem Umzug? Seid ihr mit der Interimslösung halbwegs zufrieden?
Also Freitag ist sie da ja angekommen und war komplett verwirrt, sie wusste nicht mal, wie sie dort hin gekommen ist, das hab ich dann von einer Dame der Verwaltung erfahren - sie ist mit dem Taxi gekommen!
Also hat die Klinik ihr einfach ein Taxi bestellt und sie musste selbst zusehen, wie sie das meistert, obwohl ich um einen Krankentransport gebeten hatte, das kenne ich auch so von meinen beiden Tanten. Die Klinik hat es einfach so gemacht, ohne mich nochmal zu kontaktieren, ich finde, die hätten mich anrufen sollen, meine Mutter war mit dieser Aktion total überfordert und entsprechend fertig war sie den Tag dann auch, also nicht nur die neue Umgebung setzt ihr zu, sondern eben auch diese Art und Weise der Behandlung, schätze ich, auch wenn das vielleicht nur unterbewusse bei ihr ankommt.
Sonst ist es ein großes Heim und sie ist in dem Demenzbereich gelandet, wo sie mit Leute zusammen am Tisch sitzt, zum Essen, die kein Wort mehr sprechen können, die mit ihrem Essen auf dem Teller gar nichts mehr anzufangen wissen und damit nur rummatschen, was ja auch ok ist, aber somit hat meiner Mutter natürlich vor Augen, was ihr evtl. blüht. Aber das ist nun mal der Zustand und die Unterbringung jetzt, damit müssen wir irgendwie zurecht kommen.
Meiner Mutter groß zuzureden bringt von meiner Seite aus nichts, null Komma nichts, aber das kenne ich schon.
Wir werden sehen, wie es in dieser Woche läuft, nun fängt der Alltag ja erst richtig an, also mit Veranstaltungen, Stuhlgymnastik und allem, was das Heim so anbietet.
Gestern hab ich mit unserer guten Fee telefoniert, sie war am Freitag Abend auch noch bei meiner Mutter und sie hat sie auch bettfertig gemacht! Ich hoffe mal, das hätte sonst das Heimpersonal übernommen.
Samstag, als ich da war, war sie zumindet wieder ordentlich angezogen und ihr Nachthemd lag am Fußende des Bettes, sprich, es hat sich morgens jemand um sie gekümmert und - hört sich vielleicht lustig an - jemand hat ihr ihren kleinen Damenbart abrasiert und das war jemand vom Heim, das war nicht die gute Fee, die hatte ich gefragt, also auch auf sowas wird da geachtet, was mich ein kleines bisschen beruhigt und gefreut hat.
Die Kurzzeitpflege ist ja nun für vier Wochen angesetzt und ich hoffe, meiner Mutter kommt da ein wenig in Wallung, also ich hoffe, sie versucht alles, um wieder ein bisschen auf die Beine zu kommen.
Unsere gute Fee ist ja noch der Hoffnung, dass meine Mutter wieder nach Hause kommt, ich wage das zu bezweifeln, aber damit versucht sie ja, meine Mutter aufzubauen bzw. ihr ein Ziel aufzuzeigen, wofür es sich lohnt, sich anzustrengen.
Danke der Nachfrage, Luci, das, was du mit deiner Mutter noch alles machst, hört sich schön an, auch wenn es bestimmt auch anstrengend ist, aber es ist toll, dass ihr das alles noch so zusammen machen könnt und dass du für sie da bist.
Zitat von Mercédès im Beitrag #5795Unsere gute Fee, die sie regelmäßig besucht, ist ja aus der Pflegebranche und die sagt, sie weiß, wie an Demenz erkrankte Menschen sind und meine Mutter ist nicht so.
Es gibt ja nun verschiedene Formen von Demenz, vaskuläre z.B. und Alzheimer. Die äußern sich auch verschieden. Und dass deine Mutter ein Problem mit der zeitlichen Orientierung und anderem hat, liegt ja nun auf der Hand.
Das wollte ich ja auch gar nicht abstreiten, das hab ich ja auch hier im Strang schon geschrieben, dass ich die Diagnose "keine Demenz" vom Hausarzt sehr kritisch sehe.
Zitat von Mercédès im Beitrag #5797Gestern hab ich mit unserer guten Fee telefoniert, sie war am Freitag Abend auch noch bei meiner Mutter und sie hat sie auch bettfertig gemacht! Ich hoffe mal, das hätte sonst das Heimpersonal übernommen.
Wenn die gute Fee öfter da ist, werden die Pfleger*innen das sicherlich freudig ihr überlassen. Sonst werden sie das wohl übernehmen - aber wenn deine Mutter Pech hat, direkt nach dem Abendessen abends um 7 oder so.