Alter ist kein Grund, jemandem den Führerschein abzunehmen. Hast du abgesehen von der Fahrerflucht, die begehen ja auch jüngere, denn das Gefühl, sie sollte nicht mehr fahren?
Wenn ich so richtig Lust auf Schokolade habe, esse ich anstatt der Schokolade eine Banane. Dann eine Paprika, einen Apfel, Reiswaffeln, Naturjoghurt, eine Gurke und dann die Schokolade.
sie fährt zum Glück sehr langsam. Ich habe einfach Angst, dass sie mal einen Menschen anfährt. Ihre alte A-Klasse hat keine Rückwärts- Fahr-Piepser. Inzwischen fährt sie nur noch zu Kaufland.
Wie sagte mein Fahrlehrer immer: "Auch auf kurzen und bekannten Strecken kann Schlimmes passieren."
Luci, ich teile deine Angst, meine ist mittlerweile 91 und fährt noch. Für sie sind die Bushaltestellen oft zu weit weg, abgesehen davon ist das mit Rollator oft nicht so einfach, das erlebe ich hier ja nicht anders und ich bin fast 30 Jahre jünger. Dazu kommt, dass in einen Rollatorkorb nur maximal 5 kg rein dürfen und das Gewicht vorn erschwert zusätzlich insbesondere den Ausstieg.
Freundschaft ist das Seil, das hält, wenn alle Stricke reißen
Zitat von Heaven im Beitrag #5199Ich weiß nicht, ob es die Regel ist, aber meiner Erfahrung nach meinen diversen Krankenhausaufenthalten ist, dass demente Patienten einfach auf die entsprechenden Stationen kommen. Es war furchtbar. Die arme Frau schrie die ganze Zeit, weil sie nicht wusste, was mit ihr passiert. Ruhig wurde sie nur , wenn sich eine Schwester an ihr Bett setzte und ihre Hand hielt. Das war natürlich nicht oft möglich. Es war für alle, die Demente, die Schwestern und die übrigen Patienten, eine unhaltbare Situation.
Erleben wir gerade mit meiner Tante. Sie musste in die Klinik, weil dehydriert. Ich war nicht dabei, aber es muss ganz schlimm gewesen sein. Für sie unbekannter Ort, raus aus ihrer Routine. Im Krankenhaus selbst interessiert sich nicht wirklich jemand für sie. Alt und Demenz scheint keine Mühe mehr wert.
Eine alte Indianer Legende besagt: Wenn Du stirbst, begegnest Du auf der Brücke, die zum Himmel führt, allen Tieren, die Dir auf Deinem Weg zu Lebzeiten begegnet sind. Und diese Tiere entscheiden, ob Du weiter gehen darfst oder nicht.
Zitat von Monkele im Beitrag #5203 Für sie sind die Bushaltestellen oft zu weit weg, abgesehen davon ist das mit Rollator oft nicht so einfach, das erlebe ich hier ja nicht anders und ich bin fast 30 Jahre jünger. Dazu kommt, dass in einen Rollatorkorb nur maximal 5 kg rein dürfen und das Gewicht vorn erschwert zusätzlich insbesondere den Ausstieg.
Das persönliche Dilemma verstehe ich, und ich hätte es auch gern, wenn sowohl mein Vater als auch mein Schwiegervater, beide Ü80 und nicht mehr so fit, das Fahren sein ließen. Ich verstehe auch, was da für eine Freiheit dran hängt bzw, andersrum, welche Einschränkung mit dem Verzicht.
Trotzdem muss ich ganz ehrlich sagen: Ich hoffe, dass meine Grundschultochter auf dem Schulweg nur sehr selten AutofahrerInnen begegnet, die Auto fahren, weil die Bushaltestelle mit dem Rollator (!) so schlecht erreichbar ist bzw. der Einstieg schwierig. Ich kann mir sehr schlecht vorstellen, dass die Reaktionsgeschwindigkeit und auch die Kraft in den Beinen da in der Regel noch ausreichend ist, um ein Auto zu fahren.
Hier: Die Schwiegermutter erholt sich langsam, aber relativ stetig. Das hätte vor 2 Monaten wohl kaum jemand gedacht. Sie sagt selbst, dass sie dem Tod von der Schippe gesprungen ist, und das stimmt wohl auch. Mittlerweile ist sie ja vollstationär. Nachdem sie die ersten vier Wochen nur lag, kann steht sie mittlerweile (mit Hilfe) vormittags auf und nimmt Frühstück und auch Mittagessen im Gemeinschaftsraum ein. Nachmittags liegt sie, da ist sie dann auch erledigt. Trotzdem eine tolle Steigerung.
Zum Fahren im Alter: der Termin meines 90jährigen Schwiegervaters mit der Fahrlehrerin hat inzwischen stattgefunden. Zum meiner sehr großen Überraschung hält sie ihn für fahrtauglich. Sie hat eine Liste abgearbeitet mit den Dingen, die er können müsste, und die hat er geschafft. Das wird jetzt an den Hausarzt weitgemeldet, so dass er weiterhin autofahren kann. Schön für ihn und unsereins ist somit nicht "schuld", wenn er doch jemanden umfährt.
Trotzdem - meine letzte Autofahrt mit ihm ist schon ein paar Jahre her und da ist er schon so um die Kurven gezischt, dass man sich in die Seite gelegt hat (und er hätte bei einem Hindernis sicherlich nicht rechtzeitig bremsen können). Reality check: in der Schweiz ist es mit den regelmäßigen ärztlichen Kontrollen der Fahrtauglichkeit auch nur auf dem Papier besser...
Ich hatte mal mit einem Gutachter zu tun, der relevant war, wenn man den Führerschein zurück wollte und sich vor Gericht eine letzte Chance erstritten hatte. Der meinte auch, er gibt ihn durchaus Leuten mit gewissen Defiziten wieder, wenn er erkennt, dass diese angepasst fahren. Also beispielsweise Rentner, die bewusst nur zwischen 10 und 11:00 fahren, weil da wenig los ist und relativ langsam, aber sicher. Immer gegeben, dass sie auch den medizinischen Teil der MPU bestanden haben und nach Fahrprobe.
Bei meinem Schwiegervater hat die Familie kurzerhand das Auto verkauft, als er im Krankenhaus nach Kopf-Op aufwachte und meinte "Laufen kann ich jetzt nicht mehr, aber zum Glück habe ich ja mein Auto noch". Da hatten sie auch gerade herausgefunden, dass der sich vom Nachbarn hatte erpressen lassen, der ihn bei einem Unfall mit Fahrerflucht beim Ausparken beobachtet hatte. Das war rechtlich sicher daneben (also beides, sich erpressen lassen, aber auch das Auto zu verkaufen) - aber effektiv.
@all tröstlich, dass ich mit dem Autoproblem nicht alleine bin, auch wenn das ja für uns alle ein etwas mulmiges Gefühl beschert. Mutti fährt nur noch zu Kaufland und i.d.R. Vormittags, wenn die Kinder in der Schule sind. Sie schleicht wie eine Schnecke, da bin ich schon mal froh . .