Und ich ärgere mich gerade so über mich selber. Ich hab mich mal wieder überreden lassen, nächste Woche ein paar Tage auf die Tochter einer Bekannten aufzupassen, obwohl mir so schon alles zu viel ist. Aber jetzt hab ich zugesagt, das kann ich nicht wieder absagen.
Ich komme mit ihrem Papierkram nicht hinterher. Hier stapeln sich die ungeöffneten Briefe, die meine Mutter betreffen.
Liebe Sahnebonbon,
zu der Situation mit deiner Mutter kann ich gar nichts beitragen, aber ich kann dir sagen, dass du nicht aufs Kind aufpassen musst, nur weil du zugesagt hast. Du kannst auch wieder absagen, weil es nicht passt und du den Schriftverkehr für Muttern machen musst. Es sind ja auch noch eine paar Tage bis zur nächsten Woche, da wird sich vielleicht ein Babysitter oder die Oma zur Betreuung des Kindes finden lassen?
Ich hab auch mal gedacht, dass ich es machen muss, wenn ich ohne gross zu Überlegen oder voreilig eine Sache zugesagt habe, dann müsste ich sie auch machen ... da hab ich falsch gedacht, ich hatte Schwierigkeiten, "Nein" zu sagen, und ich kannte auch noch nicht das Sprichwort von Bert Brecht:
"Wer A sagt, muss nicht unbedingt auch B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch ist."
Das hat mir spätere Entscheidungen, Zu- und Absagen sehr erleichtert. Wenn ich um etwas gefragt wurde, habe ich meistens mit NEIN geantwortet, damit ich ua. Zeit hatte, zu überlegen, ob vielleicht doch was geht?
Du kannst unbedingt wieder absagen, denn es geht dir ja nicht gut mit deiner Zusage. Das darfst du auch unverblümt so sagen. Es tut mir sehr leid, dass du so viel Unangenehmes zu wuppen hast ...hast du schon mit dem Sozialdienst des Krankenhauses gesprochen? Die wissen auch des öfteren Lösungen, an die man noch nicht selbst gedacht hat.
Viel Kraft und Mut für dich selbst einzustehen und mit den Gegebenheiten klar zu kommen, Sahnebonbon.
Ich habe länger nix geschrieben, weil ich keine Zeit hatte.
Mutti hat mich vor 3 Wochen am Telefon damit überrascht, dass sie Schmerzen hat und kaum laufen kann. Schmerztabletten hatte sie keine im Haus und eingekauft musste auch werden, also habe ich alle Helferlein vor Ort aktivert. Zum Glück habe ich dieses Netzwerk aufgebaut . .
Dann Sachen gepackt und hin. Ich hätte heulen können. Sie konnte vor Schmerzen keine 10 meter, laufen. Ab zum Orthopäden, nebenher noch zum Hörgerätefritzen weil ein Hörgerät kaputt war und natürlich kochen für sie.
Inzwischen ist Entwarnung angesagt, mit Schmerztabletten und Wärme wird es zum Glück langsam wieder.
Muss ich erwähnen, dass sie zwar 2 Bettflaschen hatte, aber beide uralt waren . . die eine kannte ich noch aus meiner Kindheit, die andere war von ihrer Mutter . . Oma ist seit fast 50 Jahren tot. Der Erfolg war, dass das Bett durchnässt war. Also wieder los um ein Heizkisssen kaufen . .
Ich erspare euch Einzelheiten zu meinem Aufenthalt, aber die Woche bei ihr war sehr anstrengend. Ich bin nicht einmal dazugekommen, in dieser Woche auf dem Reiterhof vorbeizuschauen zu meinem dortigen Pflegepferd und das will was heissen.
Zitat von luciernago im Beitrag #4927Ich erspare euch Einzelheiten zu meinem Aufenthalt, aber die Woche bei ihr war sehr anstrengend.
Liebe luciernago, deine Mutter hat wirklich das große Los mit dir gezogen, weil du stets eine Lösung parat hast und zusätzlich den weiten Weg auf dich nimmst. Lass mich raten, dein Bruder war nicht involviert, obwohl der näher dran wohnt?
Es freut mich, dass es deiner Mutter wieder besser geht. Sie ist noch bemerkenswert regenerationsfähig für ihr fortgeschrittenes Alter. Ich drücke die Daumen, dass es so bleibt und ihr euch beide erholen könnt.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
das tut mir leid! Ich hoffe sehr, dass Du Dich nun auch erholen kannst und es bei Deiner Mutter wieder aufwärts geht. Gibt es am Wohnort Deiner Mutter niemanden, der mal mit ihr zum Arzt geht (also z. B. jemanden, dessen Bezeichnung mit "B" beginnt und mit "ruder" endet?
Mein Bruder schaut einmal die Woche bei ihr vorbei, das wars. Im Notfall habe ich Helferlein vor Ort.
Vorgestern habe ich eine alte Bekannte getroffen, sie ist Krankenschwester. Sie hat 6 Jahre lang Vollzeit gearbeitet und ihre betagte Mutter und ihren krebskranken Vater versorgt. Ihr Bruder hat sich vornehm zurückgehalten. Dafür ist er jetzt sauer, weil sie mehr vom Erbe bekommen hat und hat den Kontakt zu ihr abgebrochen . .
Helferlein vor Ort kann ich euch allen empfehlen. Es ist ein gutes Gefühl, dass ich, wenn der Kittel brennt, binnen einer Stunde jemanden aktivieren und zu Mutti schicken kann und mir, wenn ich 160 km weg bin, keine Sorgen machen muss.