Ich würde auch - wenn es Zeit hat - warten bis das Wunschheim einen Platz hat. Und ich würde mich in regelmäßigen Abständen in Erinnerung bringen.
Denn ich würde davon ausgehen, dass viele vergessen sich von den Listen streichen zu lassen, wenn der Bedarf nicht mehr besteht sei es, dass man einen anderen Heimplatz hat oder ihn nicht mehr braucht wegen vorherigen Versterbens oder sonstiger Änderung der Sachlage.
Ich weiß ich nicht, wie viele Leute auf diesen Listen stehen, aber ich schätze mal, dass die Heime möglichst wenig Zeit auf die Vergabe investieren wollen und eher den nehmen, der sich gerade beworben bzw. positiv in Erinnerung gebracht hat und nicht eine lange Liste durchtelefonieren.
Womit ich nicht meine, man sollte täglich oder wöchentlich anrufen, aber vielleicht einmal im Quartal. Oder wenn das Heim so etwas wie ein öffentliches Restaurant hat oder sonstige Events für Außenstehende hat, da mal gelegentlich teilnehmen.
Letztes wird nicht jedes Heim haben, aber zB eine Nachbarin (selbst über 80 aber ausgesprochen fit) von mir hilft schon länger in einem Heim bei der Ausflugsbetreuung aus, die hat dort quasi schon einen festzugesagten Platz für den Fall der Fälle und ist bei ihrer letzten schweren Grippe auch spontan dort aufgenommen worden. Nein, das ist sicherlich kein grundsätzliches Konzept, aber als Anregung, wenn es bei jemandem passt und als Indiz, dass persönliche Beziehungen immer hilfreich sein können.
Ihr habt mich überzeugt, und ich habe mein Interesse per Mail nochmals bekundet. Danke für Eure Überzeugungsarbeit. Bei uns soll es auch *dieses* Heim sein - solange nicht ein akuter Notfall eintritt. Andere Heime haben eher schlechte Entfernungen oder schlechte Erfahrungen (die wir beim Umhören erfahren haben), auf zweimal Umziehen haben wir so gar keine Lust.
Es wird keinem Mitarbeiter Geld zugesteckt, sondern an den Förderverein für die Bewohner gespendet. Kann auch sein, dass der FöV das Geld nimmt und der Platz trotzdem an Tante Hilde geht.
So werden Kitaplätze, Plätze für schwierige Kinder an guten Schulen und eben Altenheimplätze vergeben. Genauso wie man auf dem Land nicht zum Makler geht, sondern sich mit dem Küster anfreundet, weil der als erster weiß, wann Häuser frei werden.
Ich kenne nur Fördervereine für Schulen, nicht für Kitas oder Altenheime. Aber vielleicht ist das anders in Gegenden, wo solche Institutionen oft von der Kirche getragen werden?
Hier bekommt auch die Schule überhaupt nicht mit, wer im Förderverein ist und wer da spendet. Das ist komplett getrennt.
Aber davon abgesehen: wir haben uns halt überlegt, dass alle 3-4 Wochen anrufen ein guter Rhythmus sein könnte, um nicht auf die Nerven zu gehen und gleichzeitig klar zu machen, dass es dringend ist.
Was Listen betrifft, das habe ich auch so verstanden, dass keiner mehr Listen im Sinne von "durchnummeriert und wird der Reihenfolge nach abtelefoniert" führt. Es gibt meist eine allgemeine Liste (die nur bedeutet, haben sich das Heim mal angeschaut und schon mal was Schriftliches hinterlassen) und eine "dringend"-Liste - das sind die Leute, die sagen, wenn das Heim morgen anruft, sind sie 3 Tage später zum Einzug bereit. Und ich denke, wer auf dieser Liste ist, sich regelmäßig meldet und weiterhin starkes Interesse bekundet, ist in der Liste derer, die im Falle eines Falles angerufen werden. Einfach, weil das Heim auch weiß, dass sich der Anruf dort lohnt.
"Mit Geld winken" tun wir allein deshalb, weil wir die Schwiegermutter als Selbstzahlerin angemeldet haben, was bedeutet, dass das Heim nicht ewig auf's Geld warten muss, bis die Verwandten den Antrag beim Sozialamt gestellt haben und der bearbeitet wird. Wir müssen zwar auch Zuschüsse bei der Beihilfe beantragen, aber da gehen wir in Vorleistung, und das Heim hat erstmal gar keine Arbeit damit.
Anrufen ist (obwohl ich das sehr ungern mache), nach meinem Eindruck besser als schreiben. Mindestens, wenn man schon schriftlich seine Daten hinterlassen hat. Aber sich persönlich zu melden und dabei sagen, wie es dem Elternteil geht und man sich sehr freuen würde, wenn es einen Platz gibt, bleibt wahrscheinlich besser im Gedächtnis als eine E-Mail, die man kurz überfliegt. Bei einem der Heime, die ich letztes Jahr abtelefoniert habe, hat mir die Mitarbeiterin gesagt, dass es für sie viel zu aufwendig sei, eine nach Eingang der Anfrage sortierte Liste abzutelefonieren. Viele der gemeldeten alten Leute lebten nicht mehr, seien schon woanders untergebracht, die Telefonnummern stimmten nicht mehr usw. Insofern vergäben sie die Plätze an die, die bzw. deren Angehörige sich in den letzten Wochen gemeldet hätten, für mehr sei einfach keine Zeit. Aus einem Bereich kommend, in dem jede Aktion mit dem Etikett "rechtssicher" beklebt sein muss, war das ein gelinder Schock für mich, muss ich gestehen...
Jorinde, das verstehe ich. Aber nachdem ich schon erlebt habe, wie Kindergartenplätze nach "Gutsherrenart" vergeben werden, wundert mich das einfach nicht mehr.
Dass man Leute, die anrufen, eher im Gedächtnis behält als solche, die Mails schicken, verstehe ich auch. Ich habe gerade wieder erlebt, wie nervig es ist (Stichwort rechtssicher), wenn man "Serienbewerbungen" auf Stellen erhält, wo man zweifelt, ob die Leute überhaupt die Ausschreibung gelesen haben, und man trotz guter Bewerberlage noch begründen muss, warum man die Bewerber nicht einlädt.
Und auch bei der Suche nach einem Heimplatz macht es natürlich weniger Arbeit, eine (wie auch immer gut ausformulierte) Standardmail zu haben und mit der bei 20 Heimen gleichzeitig nachzufragen. Die Mühe persönlich anzurufen (man muss ja auch jemanden an die Strippe kriegen, sich die Zeit nehmen) macht man sich dann doch nur bei sehr wenigen Heimen, in denen man wirklich einen Platz möchte.
Ich habe ja gestaunt, dass mein Mann, als er jetzt anrief erfuhr, dass wir tatsächlich auf der "dringend"-Liste sind, obwohl er nach unserem persönlichen Besuch nur eine Mail geschickt hatte mit der Bitte, das zu Datum X (nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub) auf "dringend" zu setzen. Aber ich vermute auch, dass die Chancen, von dieser Liste her auch angerufen zu werden, deutlich größer sind, wenn man sich regelmäßig telefonisch meldet, wozu wir auch ermutigt wurden.
Falls man nicht zu weit entfernt lebt, halte ich es für einen sehr guten Weg, sich persönlich und vor Ort- dem Heim vorzustellen. Ich finde es ehrlich gesagt auch am sinnvollsten, wenn man sich das Heim anschaut und einen Eindruck gewinnt- und dann auch schon vor Ort sagen kann "bin ganz begeistert von Ihnen und würde mich sehr freuen, wenn meine Mutter/mein Vater o.a. bei ihnen einziehen könnte". Dazu kann man dann noch vom privaten Drama erzählen - wie schwer alles ist und wie dringend man Hilfe braucht-ich glaube, dass der persönliche Kontakt immer noch das stärkste Mittel ist.
Unabhängig davon, spielt ja Sympathie eine große Rolle und warum nicht diesen Joker auch noch mitnehmen? Halt in der Hoffnung, DASS man sich liegt und nicht vom ganzen Heim abgestoßen ist ;-)
Das haben wir ja schon längst getan. Wir leben ja in einer Großstadt, in Schlagweite gibt es gefühlt 5 Heime (Minimum). Wir haben das besichtigt, das am nächsten liegt und von dem wir nur Gutes gehört haben, was sich bei Besichtigung auch verstärkt hat. Der Heimleiter hat ein Gespräch mit uns geführt und uns rumgeführt. Die Telefonate sind dazu da, nicht in Vergessenheit zu geraten und die Dringlichkeit zu bekunden.
Zitat von Tigerente im Beitrag #4864 Die Telefonate sind dazu da, nicht in Vergessenheit zu geraten und die Dringlichkeit zu bekunden.
Ah ok- ich meinte das auch nicht nur auf dich/euch bezogen, sondern generell.
Dass man danach nicht mehr persönlich dort auftaucht, ist auch klar. Aber mehr machen, als dann auch angeben, dass sich der Zustand weiter verschlechtert hat- kann man dann auch nicht.
Heute hat mein Mann seine Mutter besucht und es scheint, sie fühlt sich langsam wirklich überfordert mit dem Alleineleben. Sie sagte ihm heute, wenn es noch sehr lange dauern würde mit dem Heimplatz in diesem Heim, könnte sie sich auch ein anderes in der Nähe vorstellen. Sogar das (wirklich übel heruntergekommene) in dem sie vor einem Jahr mal zur Kurzzeitpflege war. Das klingt schon sehr verzweifelt. Was "sehr lange dauert" für sie, ist mir allerdings nicht klar. Ich weiß nicht wirklich, wie sehr sie noch in der Zeit orientiert ist.
Nach dem Gespräch im Heim, bei dem der Heimleiter klar erklärte, dass es schnell gehen könne oder recht lange dauern könne, sie aber, wenn ein Platz frei wäre, innerhalb von Tagen einziehen müsste, hat sie glaube ich nur verstanden "in wenigen Tagen" und hat dann gefühlt darauf gewartet, dass es jederzeit losgeht. Erst jetzt scheint sie nach und nach zu begreifen, dass es eine Weile dauern kann. (Die Besichtigung war Anfang Juli, und es war allgemeiner Konsens, dass vor Mitte August ohnehin nicht an einen Umzug zu denken ist wegen Urlaub der Kinder etc.)
Danke für eure Beiträge. Ich hab es noch nich geschafft, darauf zu antworten. Ihr habt teilweise nach so Details gefragt, die bekomme ich nicht mehr zusammen, ohne nochmal die Berichte und meine Aufzeichnungen rauszuholen. Z.B. zur Demenz: Wir waren bei 2 verschiedenen Neurologen, die beide eine Demenz ausgeschlossen haben (nach Meinung meiner Mutter taugten die Neurologen nichts). Ich kann mich aber nicht mehr erinnern, wann das genau war, ich muss jetzt erstmal schauen, dass ich die Unterlagen mal raussuchen. Wo diese Demenzdiagnose herkommt, z.b. kann ich so ad hoc gar nicht mehr sagen. Es hat sich jetzt auch rausgestellt, dass der Hausarzt meine Mutter wohl nicht wirklich gut betreut, kommt nicht regelmäßig vorbei, wenn die irgendwelche Verordnungen von ihm brauchen, müssen sie mit ihm diskutieren...Das wurde zwar von einer Pflegekraft schonmal ansatzweise angedeutet, mir aber gestern zum ersten Mal konkret geschildert. Aber ich habe jetzt die Urlaubstage genommen und direkt genehmigt bekommen, die würden ja so oder so verfallen zum Jahresende. Danach kann ich mir immer noch überlegen, ob ich zum Hausarzt gehe für eine Krankschreibung, oder, oder. Ich mein, den Urlaub aus diesem Jahr hab ich ja auch noch.
Neurologen...da fällt mir die Story ein, dass die letzte Neurologin meine Mutter mit 86 gern einer Gehirnoperation unterzogen wüsste. Da fällt einem doch nur noch Geschimpfe ein!!
Sahnebonbon, frag die Pflegerinnen doch mal, mit welchem Hausarzt eine gute Zusammenarbeit besteht. Hier am Ort ist es EINER von vielen. Leider ist das nicht Mutters, aber sie hat ja noch mich und unsere Hilfskraft, wir passen auf, dass alles glatt geht.
_____________________________________ Ich bin Karla48 aus dem alten Brigitte-Forum.
Meine Mutter liegt nun seit Freitag vor einer Woche im Spital, seit Dienstag in der sog. Akutgeriatrie. Ich hatte an jenem Freitag gegen ihren Willen (und aus dem Ausland) bestimmt, dass sie ins Spital muss, weil zwei „Zeitzeugen“ mir eindringlich ihren schlechten Zustand schilderten.
Durch die Untersuchungen wurde festgestellt, dass sie wohl schon vier Wochen zuvor einen Hirnschlag erlitten hatte.
Nun ist sie seit Dienstag auf dieser Station, hatte täglich Ergo-, Physio- und Logotherapie (jetzt am Wochenende wohl nicht), aber sie klingt und wirkt nicht merklich besser. Ab Mitte nächster Woche ist dann vorgesehen, dass sie für mindestens zwei Wochen in eine geriatrische Reha wechselt. Weil das zuständige medizinische Team Potential sieht, dass ihre Mobilität verbessert werden kann, inkl. Teile der Selbstversorgung. Was für meine Mutter enorm wichtig wäre - und ich werde tun was ich kann, dass sie nicht in ein Pflegeheim muss. Durch die folgende Reha hoffe ich, dass sie mit Hilfe durch die Spitex eigenständig in einer Wohnung bleiben kann. Aber wissen tut man derzeit nichts.
Und nun frage ich mich, ob ich alles falsch gemacht habe.
Meine Mutter hat mit meiner Hilfe letztes oder vorletztes Jahr eine Patientenverfügung aufgesetzt, in der lebenserhaltende Massnahmen ausgeschlossen wurden. Ihre Freundin, die an besagtem Freitag bei ihr war und mit der ich telefonieren konnte, meinte am Tag danach, sie glaube nicht, dass meine Mutter die Nacht überlebt hätte. Meine Mutter wollte nicht ins Spital, und ich habe sie einfach überstimmen können…
Wie gesagt, sie klingt nicht gut, ich habe keine Ahnung, ob die nächsten Wochen Reha den gewünschten Erfolg bringen, so dass sie halbwegs eigenständig wird leben können, und mache mir nun Vorwürfe, dass ich interveniert habe 🙈
Sich über andere zu ärgern ist wie Gift zu trinken und zu hoffen, dass der andere davon stirbt. - Buddha
Ja, danke, Nora, das sind die zwei Gedanken, die mich beschäftigen.
Ich war am Mittwoch dort und gehe morgen wieder hin, und werde versuchen, darüber mit ihr zu reden.
Nur, sie kann kaum sprechen… nur so ganz leise, dazu mein Tinitus - ich verstehe leider nicht die Hälfte.
Am Mittwoch konnte ich schon einiges regeln, dass die ansonsten sehr netten Pflegekräfte nicht auf dem Schirm hatten:
- So eine Rohrstange, die ans Bettgestell geschraubt werden kann und die Fernbediehnung des Bettes daran gehängt wird, so dass man sich nicht aus dem Bett lehnen muss, um dran zu kommen (rechte Seite) - Kopfhörer für das TV/Radiotablet am Schwenkarm (Zweierzimmer) - Kissen für „unter die Beine“ bei Bandscheibenvorfall (nicht der Grund der Hospitalisation) - Seitliches Bettgestell (linke Seite), das Zugang zum Nachttisch und Servierwagen verhindert, wurde versenkt
Wie gesagt, morgen gehe ich wieder hin und will wirklich wissen, was sie will.
Sich über andere zu ärgern ist wie Gift zu trinken und zu hoffen, dass der andere davon stirbt. - Buddha
Das ist doch gut! Es liest sich gerade nicht so, als ginge es Deiner Mutter sehr gut… ein Hirnschlag ist ja schon eine ziemlich kritische Diagnose mit schwieriger Prognose.
Hast Du Dir überlegt, wie Du reagieren kannst, wenn Du einen Anruf bekommen solltest „es wäre gut, wenn Sie schnell kommen?“ Bzw. im Ernstfall auch mehrere Tage bei ihr bleiben wolltest?
Ich drücke Dir die Daumen, daß Du das dann zumindest organisatorisch gut umsetzen kannst. Und nicht durch solche Schwierigkeiten zusätzlich belastet wirst.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.