Zitat von Brischa im Beitrag #92 In Summe denke ich aber schon, dass "alles irgendeinen Sinn" haben wird. Und sei es nur, dass der Mensch lerne...
Naja, aber tut er das? Bzw kommt er als Individuum dann noch mal in eine Situation, wo er das Gelernte auch anwenden kann? Es gibt ja den Spruch: „Den gleichen Fehler macht man nicht zweimal. Dafür macht man dann andere.“ Dh war das aus dem ersten Fehler Gelernte dann etwas wert? Da habe ich immer ein Fragezeichen.
Allerdings sehe ich das auch als großen Fehler in unserem Bildungssystem, dass dieses rein auf „Wissens-Lernen“ („wie viele Einwohner hat die Bundesrepublik?“) und weniger auf „Reflektionslernen“ (wie man es zB aus dem agilen Projektmanagement kennt, Retrospektiven etc) setzt. Und auch das Thema „emotionale Intelligenz“ total ausklammert. Man sollte nicht vergessen, dass individuelle „Lebenskatastrophen“ (zB verkorkste Beziehungen, Einsamkeit, Entfremdung von der Familie) oft einen hohen Anteil an „zwischenmenschlichen“ Komponenten haben.
Zitat von Naomi_Nagata im Beitrag #101Naja, aber tut er das? Bzw kommt er als Individuum dann noch mal in eine Situation, wo er das Gelernte auch anwenden kann?
Ich kann ja nur für mich sprechen, aber auf mich trifft das absolut zu...
Zitat von Naomi_Nagata im Beitrag #101Naja, aber tut er das? Bzw kommt er als Individuum dann noch mal in eine Situation, wo er das Gelernte auch anwenden kann?
Ich kann ja nur für mich sprechen, aber auf mich trifft das absolut zu...
Vielleicht muss man auch zwischen dem Erlernen „allgemeiner Lebensweisheiten“ (zB „nach dem Regen kommt auch wieder die Sonne“ oder „reg dich nicht über Kleinkram auf“) und konkreten Themenstellungen unterscheiden. Ich grüble zB immer noch über mein „halbtotes Pferd“ nach (s. den Strang im Persönlichkeitsforum), weil ich da sehr viel Zeit reingesteckt habe und eine hohe Lernkurve hatte. Aus der Hubschrauber-Perspektive betrachtet war die Konstellation aber so speziell, dass man dieses Wissen eigentlich nirgendwo anders sinnvoll anwenden kann. Also war die ganze Aktion reichlich sinn-los. Bzw ein WOMBAT: waste of money, brain and time. Aber das nächste WOMBAT verkleidet sich vielleicht als Einhorn, und dann ist es wieder nicht so leicht zu erkennen. Insofern hat auch „lernen, WOMBATs zu erkennen“ nur begrenzt Aussicht auf Erfolg.
Zitat von Kambara im Beitrag #76Wäre ich nun gläubige Christin, würde mich dieses "Ich bin Gott, du verstehst mich eh nicht" sauer machen. Das klingt wie ein elterliches "Dazu bist du noch zu klein, das erkläre ich dir, wenn du größer bist" zu einem Kleinkind. Nee, das ist mir zu anthropozentrisch und dazu auch patriarchalisch gestrickt.
Für mich ist es eher tröstlich. Ich muss nicht verstehen, was passiert, aber ich kann mich darauf verlassen, dass es okay so ist. Wie ich mich auf einen Architekten oder einen Arzt verlasse, weil ich keine Ahnung von der Materie habe. Für mich ist es das theozentrisch statt anthropozentrisch. Der Fokus geht ja vom Menschen weg. Warum das Patriarchalisch sein soll, verstehe ich nicht.
Anthropozentrisch ist das Gottesbild als solches für mich deshalb, weil es nach damaligem menschlichen Vorbild von familiären Strukturen gestaltet ist. Die waren zugleich patriarchalisch: Der Vater-Gott als Oberhaupt der Familie oder des Stammes. Einerseits Beschützer, andererseits Bestimmer über die Geschicke der Angehörigen. Sein Wort war Gesetz. Der christliche Gott wurde nach den menschlichen sozialen Strukturen entworfen, die zu dieser Zeit in diesem Kulturkreis vorherrschten. So wie andere Götter oder höhere Wesenheiten zu anderen Zeiten in anderen Kulturkreisen. Der Mensch macht Gott, nicht umgekehrt. Meiner Ansicht nach.
Das Beispiel mit dem Arzt, auf den du dich verlässt, weil du keine Ahnung von seiner Materie hast: Dieses Vertrauen ist doch nicht bedingungslos. Wenn dir seine Behandlungsmethoden fragwürdig erscheinen, hinterfragst du sie. Oder holst eine zweite Meinung ein, suchst dir gleich einen anderen Arzt etc. Es gibt schließlich nicht nur einen sondern viele. Du glaubst ihm also nicht einfach so und ordnest dich seinen ärztlichen Anweisungen unter. Jedenfalls musst du das nicht heutzutage in unseren Breitengraden.
Zitat von Sariana im Beitrag #102Für mich hat "sinnlos" etwas mit lösen zu tun. Sich davon lösen eine Erklärung finden zu wollen, loslassen wenn es für mich keine Erklärung gibt.
Interessanter Gedanke.
das KuhSinchen... zum Finale der WM - leider ohne Trophäe
Da bin ich ganz bei dir. Das ist eher eine Sache der Fachleute, aber durch bestimmte Bibelübersetzungen, Kommentare und auch durch Predigten können auch die, die die Sprachen nicht oder nur rudimentär können, etwas davon nachvollziehen. [...]
Nein, du verstehst mich immer noch nicht. Mündlich überlieferte und zig-fach übersetzte und überarbeitete Geschichten sind nicht mehr als eine Sammlung von Geschichten, die vielleicht irgendwann mal einen winzigen wahren Kern hatten. Aber durch das Weitererzählen , Ausschmücken und Anpassen sind sie nur das - eine Ansammlung von Geschichten umgangssprachlich auch als Märchen bezeichnet. Und der Gedanke, dass Glaube eine Sache für Fachleute wäre, die mir die Welt erklären müssen, weil ich das sonst nicht verstehe....nein, ganz einfach nur nein. Diese Art von Glauben, dass andere oder auch eine höhere Macht allwissend sind und alles schon richtig ist, wie das so abläuft, auch wenn mein Intellekt nicht dazu ausreicht, dies zu fassen ...... äh, nein.
rahsil, ich gönne dir deinen Glauben und wünsche dir damit alles Gute. Aber du verstehst nicht , was ich schreibe. Belassen wir es dabei.
Im übrigen kann ich mich Kambara mit ihren Erläuterungen #105 nur anschließen.
Zitat von R_Rokeby im Beitrag #49@mono ich wollte wissen, was DU unter "Sinn" empfindest. Bei Wiki lesen kann ich auch.
Mich interessiert deine Meinung. Deine Gefühle zum Konzept "Sinn".
...
Witzbold. Ich habe da nachgeguckt, weil ich nicht auf eine gute Formulierung /Definition kam. und wenn jemand anders es gut formulieren kann, warum nicht "klauen"?
und wie nicht anders zu erwarten, gibt es nicht "die Definition", sondern mehrere Ansätze- und ich bin halt ehr beim metaphysischen Ansatz- was ich ja schon schreibe.
Signatur:
Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.
"Kein Ziel und keine Ehre, keine Pflicht, sind's wert, dafür zu töten und zu sterben" (R. Mey)
Ich glaube Rahsil hat, auch durch ihren familiären Hintergrund den ich irgendwo aufschnappte ;-) ein sehr großes Wissen um die Bibel und die Interpretation dieser.
Ich finde das toll. Man muss sich nicht dafür interessieren, aber man muss es auch nicht abtun.
Ich finde man kann auch mal anerkennen, dass jemand sich besser auskennt und man ggf. von ihm/ihr Lernen könnte. Wenn man will.
Manche scheinen da schon sehr "abgeschlossen" zu haben. Ist ja auch in Ordnung, es aber dann als "Märchen" zu benennen, muss in meinen Augen nicht sein.
Aber gut, religiöse Diskussionen in der Bri fand ich schon immer schwierig, da so viele zu "wissen" scheinen.
Zitat von R_Rokeby im Beitrag #58Ach ich weiß nicht... Bibelübersetzungen....
Ich meine, ich war sicher nicht der einzige Mensch auf Erden, der mit Latein schwer auf Kriegsfuß stand. Oder Hebräisch. Oder was weiß ich.
Ich hab da schon als Schülerin einen gewissen Stille-Post-Effekt vermutet. Und mangelnden Kenntnisse in Lexik und Idiomatik.
Und die jew. Agenden derer, die sich ans Übersetzen machten. Warum denk ich jetzt an Telefonate mit Putin?
...
Dafür habe ich einen extra Faden aufgemacht... Das ist eine sehr interessante Sache. Netterweise gibt es viel Wissenschaftler, die sich damit auseinandersetzen, so dass einige Stellen mittlerweile ja auch anders übersetzt werden. Aber klar: Übersetzung ohne Interpretation gibt es nicht. Und das AT ist über einen langen Zeitraum entstanden und von einigen Autoren verfasst. Da fließen viele Erfahrungen ein, es ist ja auch alles andere als einheitlich. Die Bibel schildert menschliche Erfahrungen mit Gott und die sind halt so unterschiedlich wie Menschen unterschiedlich sind. Außerdem muss mitbedacht werden, dass die Texte nciht nur alt sind, sondern auch in einem anderen Kulturraum als dem Unseren entstanden sind.
Hier aber OT.
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Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.
"Kein Ziel und keine Ehre, keine Pflicht, sind's wert, dafür zu töten und zu sterben" (R. Mey)
Zitat von Kambara im Beitrag #105 Anthropozentrisch ist das Gottesbild als solches für mich deshalb, weil es nach damaligem menschlichen Vorbild von familiären Strukturen gestaltet ist. Die waren zugleich patriarchalisch: Der Vater-Gott als Oberhaupt der Familie oder des Stammes. Einerseits Beschützer, andererseits Bestimmer über die Geschicke der Angehörigen. Sein Wort war Gesetz. Der christliche Gott wurde nach den menschlichen sozialen Strukturen entworfen, die zu dieser Zeit in diesem Kulturkreis vorherrschten. So wie andere Götter oder höhere Wesenheiten zu anderen Zeiten in anderen Kulturkreisen. Der Mensch macht Gott, nicht umgekehrt. Meiner Ansicht nach.
Dafür ist mir persönlich das Gottesbild im AT zu unterschieden von der Familienvorstellung und auch Gott als Mutter zu ausgeprägt. Meiner Ansicht nach macht der Mensch die Rede von Gott, und die ist immer durch die entsprechende Kultur bestimmt.
Zitat von Kambara im Beitrag #105Das Beispiel mit dem Arzt, auf den du dich verlässt, weil du keine Ahnung von seiner Materie hast: Dieses Vertrauen ist doch nicht bedingungslos. Wenn dir seine Behandlungsmethoden fragwürdig erscheinen, hinterfragst du sie. Oder holst eine zweite Meinung ein, suchst dir gleich einen anderen Arzt etc. Es gibt schließlich nicht nur einen sondern viele. Du glaubst ihm also nicht einfach so und ordnest dich seinen ärztlichen Anweisungen unter. Jedenfalls musst du das nicht heutzutage in unseren Breitengraden.
Na ja, wie alle Vergleiche hinkt natürlich auch dieser😏 Gott ist halt kein Mensch, deshalb kann ich ihm bedingungslos vertrauen.
Zitat von Rosalie im Beitrag #107Nein, du verstehst mich immer noch nicht. Mündlich überlieferte und zig-fach übersetzte und überarbeitete Geschichten sind nicht mehr als eine Sammlung von Geschichten, die vielleicht irgendwann mal einen winzigen wahren Kern hatten. Aber durch das Weitererzählen , Ausschmücken und Anpassen sind sie nur das - eine Ansammlung von Geschichten umgangssprachlich auch als Märchen bezeichnet. Und der Gedanke, dass Glaube eine Sache für Fachleute wäre, die mir die Welt erklären müssen, weil ich das sonst nicht verstehe....nein, ganz einfach nur nein. Diese Art von Glauben, dass andere oder auch eine höhere Macht allwissend sind und alles schon richtig ist, wie das so abläuft, auch wenn mein Intellekt nicht dazu ausreicht, dies zu fassen ...... äh, nein.
Textkritik ist aber ein anderes Thema als Bibelübersetzungen. Auf die Textkritik bin ich bewusst nicht eingegangen, weil ich nicht glaube, dass man da mehr tun kann, als die unterschiedlichen Meinungen nebeneinander stehenzulassen. Für mich ist die Textkritik kein Grund, die Bibel oder den Glauben anzuzweifeln, aber das sind rein persönliche Argumente, die in einer Diskussion nicht viel bringen. Zumal historisch-kritische Bibelforschung hier eigentlich nicht das Thema ist. Und, nur um das klarzustellen: Ich glaube nicht, dass Menschen den Glauben alleine nicht verstehen können.
Zitat von Rosalie im Beitrag #107 Diese Art von Glauben, dass andere oder auch eine höhere Macht allwissend sind und alles schon richtig ist, wie das so abläuft, auch wenn mein Intellekt nicht dazu ausreicht, dies zu fassen ...... äh, nein.
rahsil, ich gönne dir deinen Glauben und wünsche dir damit alles Gute. Aber du verstehst nicht , was ich schreibe. Belassen wir es dabei.
Es versucht dich doch keiner zu bekehren? Warum so viel Emotion? Ich bin seit jeher Atheistin, aber mich stört das nicht, was Razil schreibt. Die Ansicht kann man ja haben.
Zitat von Saily im Beitrag #109Ich glaube Rahsil hat, auch durch ihren familiären Hintergrund den ich irgendwo aufschnappte ;-) ein sehr großes Wissen um die Bibel und die Interpretation dieser.
Ich finde das toll. Man muss sich nicht dafür interessieren, aber man muss es auch nicht abtun.
Ich finde man kann auch mal anerkennen, dass jemand sich besser auskennt und man ggf. von ihm/ihr Lernen könnte. Wenn man will.
Saily, das geht doch nicht gegen Rahsil persönlich. Wir tauschen uns doch hier zu einem Thema aus, das für viele auf unterschiedliche Art interessant ist.
An Rahsil, so wie sie sich in ihren Beiträgen darstellt, schätze ich ich sehr ihre offene und sympathische Art und ich finde es beeindruckend mit welcher Kraft und Souveränität sie in ihrem jungen Alter schon einiges an Schicksalsschlägen bewältigt hat. Ihr Glauben ist für sie eine besondere Kraftquelle.
Wenn ich (kann ja nur für mich sprechen) meine so ganz andere Einstellung zu Glaubens- und Sinnfragen formuliere indem ich auf ihre Beiträge eingehe, hat das nichts mit Missachtung oder dergl. zu tun sondern ist eben Austausch, Diskussion zum Thema - nichts Persönliches oder Angreifendes.
Sorry, Rahsil, dass ich hier gerade über dich schreibe statt mit dir. Aber ich denke, an diesem Punkt sind solche Klarstellungen und Differenzierungen ganz gut, gerade weil erfahrungsgemäß religiöse/spirituelle Diskussionen schnell aus dem Ruder laufen.
Eine Schriftensammlung, die mündlich über Jahrhunderte überliefert wurde und dann auch noch mit ganz bestimmten Zielen im Sinn übersetzt, interpretiert und umgeschrieben wurde, damit es zu der jeweiligen Doktrin paßt, kann ich in der jetztigen Form nicht als Wahrheit akzeptieren. Egal wieviele sich um Authentizität bemühen, keiner hat mit den Autoren geredet und in dieser Zeit gelebt.
Zustimmung!
Sehe Bibeltexte (oder die Schriften anderer Buchreligionen ...) auch eher als "Diskussionsgrundlage" auf derer wer will dann aktuell versucht für sich was rauszuziehen.
Bin aber nicht religiös und respektiere natürlich, dass andere das anders sehen.
Zitat von Rosalie im Beitrag #107 Diese Art von Glauben, dass andere oder auch eine höhere Macht allwissend sind und alles schon richtig ist, wie das so abläuft, auch wenn mein Intellekt nicht dazu ausreicht, dies zu fassen ...... äh, nein.
rahsil, ich gönne dir deinen Glauben und wünsche dir damit alles Gute. Aber du verstehst nicht , was ich schreibe. Belassen wir es dabei.
Es versucht dich doch keiner zu bekehren? Warum so viel Emotion? Ich bin seit jeher Atheistin, aber mich stört das nicht, was Razil schreibt. Die Ansicht kann man ja haben.
@Naomi
Ich finde @Rahsils Posts total interessant. Ich glaube nicht das, was sie vielleicht glaubt, aber na und?
Ich finde Austausch immer interessant und wichtig. Auch wenn am Ende vielleicht sogar der Dissens noch größer ist. Dissens heißt ja nicht, dass man einander verachtet oder abwertet!
Da bin ich ganz bei dir. Das ist eher eine Sache der Fachleute, aber durch bestimmte Bibelübersetzungen, Kommentare und auch durch Predigten können auch die, die die Sprachen nicht oder nur rudimentär können, etwas davon nachvollziehen. [...]
Nein, du verstehst mich immer noch nicht. Mündlich überlieferte und zig-fach übersetzte und überarbeitete Geschichten sind nicht mehr als eine Sammlung von Geschichten, die vielleicht irgendwann mal einen winzigen wahren Kern hatten. Aber durch das Weitererzählen , Ausschmücken und Anpassen sind sie nur das - eine Ansammlung von Geschichten umgangssprachlich auch als Märchen bezeichnet. Und der Gedanke, dass Glaube eine Sache für Fachleute wäre, die mir die Welt erklären müssen, weil ich das sonst nicht verstehe....nein, ganz einfach nur nein. Diese Art von Glauben, dass andere oder auch eine höhere Macht allwissend sind und alles schon richtig ist, wie das so abläuft, auch wenn mein Intellekt nicht dazu ausreicht, dies zu fassen ...... äh, nein.
rahsil, ich gönne dir deinen Glauben und wünsche dir damit alles Gute. Aber du verstehst nicht , was ich schreibe. Belassen wir es dabei.
Im übrigen kann ich mich Kambara mit ihren Erläuterungen #105 nur anschließen.
Gerade Märchen haben einen sehr wahren Kern und sind auch wichtig - nicht nur für Kinder. Wenn eine Geschichte immer wieder und weiter erzählt wird, dann weil sie "wahr" in dem Sinn ist, das sie etwas Wesentliches im Menschen berührt und verständlich macht. Dabei geht es nicht darum, ob das exakt so im Jahr xy passiert ist.
Die Bibel ist allerdings nochmal ein anderer Fall.
Signatur:
Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.
"Kein Ziel und keine Ehre, keine Pflicht, sind's wert, dafür zu töten und zu sterben" (R. Mey)
Wobei ich sagen muss, dass es selbst für mich als Atheistin beeindruckend war, mal die in der Bibel erwähnten Stätten in Israel zu sehen (Berg Massada und so was). Das „Märchen“ wurde dadurch greifbarer.
Ich fühle mich hier von niemandem angegriffen oder beleidigt. Bei allen (nicht-) Glaubensdingen gibt es nun einmal verschiedene Meinungen🤷♀️ Ich denke, eine vertiefte Diskussion über die Bibel und ihre Entstehungsgeschichte sollte man trotzdem in einem eigenen Strang behandeln. Das führt hier zu weit vom Thema ab.
Gerade Märchen haben einen sehr wahren Kern und sind auch wichtig - nicht nur für Kinder. Wenn eine Geschichte immer wieder und weiter erzählt wird, dann weil sie "wahr" in dem Sinn ist, das sie etwas Wesentliches im Menschen berührt und verständlich macht. Dabei geht es nicht darum, ob das exakt so im Jahr xy passiert ist.
Die Bibel ist allerdings nochmal ein anderer Fall.
Warum?
Auch die z.B. Gleichnisse berühren imho menschliche Wünsche und Sorgen.
Zitat von Sariana im Beitrag #102Für mich hat "sinnlos" etwas mit lösen zu tun. Sich davon lösen eine Erklärung finden zu wollen, loslassen wenn es für mich keine Erklärung gibt.
Kennst du den Zenspruch "Gewinn ist Illusion, Verlust ist Erwachen"? :-)
Zitat von frangipani im Beitrag #88Ich hab Schwierigkeiten mit dem Wort 'Sinn'. Sinn, Bedeutung, Ergebnis .... das ist mir aufs gesamte Leben oder spezielle Ereignisse bezogen irgendwie zu schwammig.
Wie meinst du das genau? - Das erinnert mich an das geflügelte Wort, das ich irgendwo mal gelesen habe, leider find ich's nimmer, sinngemäß: Je komplexer und spezifischer und damit auch seltener ein Wort bzw. eine Phrase, umso präziser wird es in der Beschreibung und umso weniger Missverständnisse wird es geben. Je simpler und gebräuchlicher, umso mehr wird sich drum gestritten. 'Liebe', 'Gerechtigkeit', etc - da hat eben jeder seine eigene Definition davon.
Du meinst Sinn so wie rahsil es schreibt - die Frage nach dem Warum? Quasi: Die Bedeutung, der Grund, weshalb genau mir genau diese Sache zu genau diesem Zeitpunkt passiert? (oder zumindest ein bis zwei dieser Faktoren)
Mit der Erklärung sprichst du auch was Wichtiges an: Ursache und Wirkung sind denk ich recht gut objektiv feststellbar und Kausalität kann wertungsfrei beschrieben werden. Wobei Kausalität auch stattfindet, wenn man sie nicht erklären und/oder beschreiben kann.
Wenn wir davon ausgehen, dass auch Dinge stattfanden, als wir sie noch nicht erklären und beschreiben konnten (Schwerkraft, Blitz und Donner), lässt sich das umlegen auf die Sinnfrage, die Komplexität des Lebens/Universums, die Frage nach dem Ursprung der Schöpfung?
PS: Was genau vom Frankl hattest denn im Sinn? (Ha!! auch wieder ohne nachzudenken von mir so geschrieben )
Zitat von print im Beitrag #90Erinnere mich an eine Diskussion mit jemandem der eben meinte, das alles kann gar nicht ohne Schöpfer zufällig so gekommen sein, dass es quasi einen Sinn geben muss - und dass wir ihn meist nur nicht erkennen. Hatte was, auch wenn es mich letztendlich nicht überzeugte, denn das Leid konnte damit für mich nicht erklärt werden. Ich kann diesen Aspekt aber auch nicht einfach ausklammern, ein Gottesbild müsste für mich ganzheitlich sein.
Tatsächlich kann ich mir vorstellen, dass der Mensch sich selbst eine Hilfskonstruktion schafft, um sich das Leben und dessen Sinn zu erklären. Vielleicht ist diese Fähigkeit, über die realen Dinge hinaus zu denken, nur eine Laune der Evolution?
Vielleicht ist es aber auch der Beginn eines Verständnisses, der erste Schritt im Dunkeln auf ein Licht (der Erkenntnis) zu, welches wir noch nicht sehen. Verständnis weniger durch denken, sondern durch andere Mittel - Transzendenz ist etwas, was ich in seltenen Momenten durchaus empfinde, es ist aber nicht das Ergebnis eines Denkprozesses.
Es ist womöglich das _Gegenteil_ von einem Denkprozess - die Schule des Nondualismus z.B. sieht das identisch mit der Trennung von Ich und 'alles andere' - Subjekt versus Objekt. Tatsächlich ist aber alles eins. Solche Momente der Verschmelzung kennt übrigens jede/r, das ist garnicht mal so esoterisch-abstrus :-))
Deinen Einwand hatte ich auch mal gegenüber meinem Ex, der ziemlich fanatisch in solchen Dingen war: Woher weiß ich denn, dass der Ansatz, dass mein Ich etc im Grunde nicht separat ist und es etwas Höheres/Weiteres/... gibt und die Möglichkeit der Verschmelzung etc - denn sowas wie Erleuchtung (oder Einblick ins Universum oder zumindest ansatzweises Verstehen) ist und nicht eben einfach nur wieder - ein Gedanke? Hatte er auch keine Antwort (was nicht heißt, dass es sie nicht gibt).
Zitat von kenzia im Beitrag #93Wenn wir uns in der Gegenwart aufhalten- im Hier und Jetzt- existiert "der Sinn" gar nicht, weil es dazu ein Denken braucht mit dem wir reflektieren. Genau das findet aber im SEIN gar nicht statt- sondern man IST nur.
Wobei wir wieder beim Menschen landen, der die Fähigkeit des Denkens hat und sich damit viel Gutes getan und ......vielleicht gerade mit der Sinnfrage- weniger Gefallen ;-)
Die Gedanken sind bereits in der Vergangenheit, ja.
Und das enorme Hirnkastl vom Homo Sapiens Sapiens hat, wie du eh sagst, Vorteile UND Nachteile. Das geht gar nicht anders, wenn man davon ausgeht, dass (wie es Krishnamurti in dem Aufsatz im Grunde sagt) ein Ding an sich keine Bedeutung hat, sondern wir es immer nur dazu machen, was es uns ist - und das wird umso komplexer, je mehr Leute dazukommen. In diesem Sinne (ich muss jetzt immer lachen, toll) - wer sagt denn, dass die Sinnfrage was Anstrengendes sein muss - ist doch toll, ich liebe solche stundenlangen Sinnierereien, das Forschen, das In-die-Hand-Nehmen und Herumdrehen und Begutachten von unterschiedlichen Ansätzen und Gedanken und Fragen - da bin ich wie ein Kind, das an einem Strand Steine und Muscheln anschaut
Und dann reden Leute miteinander, erzählen von sich, tauschen sich aus - am Ende geht der eine oder andere gscheiter nach Hause ... So entsteht auch 'social fabric'! Und dann eben auch durch alles andere, wenn man's will und kann.
Ein Beispiel, das mir in Erinnerung geblieben ist - dass sich in Gaza/Jerusalem Eltern zusammengetan haben, die ein Kind 'an die andere Seite' verloren haben (oder sonstwie Verwandte) - und ein Friedensprojekt gründen.
Klar, Ursache-Wirkung gibt's dabei auch und alle Beteiligten haben Beweggründe, da bräucht man nicht lang nach Sinn suchen. Und die Glas-halbleer-Fraktion argumentiert "tja, ohne Konflikt müsst auch niemand Frieden stiften wollen, so schön und rührend das auch ist" - dann hätten die Leut eben andere Hobbys. Aber es gibt nun mal Krieg und manche konzentrieren sich drauf, ihn weiterzuführen - manche sind davon gelähmt und trauern langfristig/werden und bleiben verbittert - und manche - machen dann halt sowas draus.
Die Aussage in dem Text von Bratkartoffel: das Leben hat keinen Sinn, weil es mit dem Tod endet.
Und meine Frage dazu: hätte es denn (allein dadurch) einen Sinn, dass es nicht mit dem Tod endet?
Ich finde, der Tod bringt noch einmal einen ganz anderen Aspekt ins Spiel. Denn wenn ich an den Tod denke, ist doch das Leben hier - in meinen Augen egal. Entweder es ist ein endgültiges Ende- ein Nichts oder die Seele verlässt den Körper und ich gehe mal davon aus, dass sie sich nicht mehr über die unfreundliche Fleischereifachverkäuferin ärgern wird ;-)
Insofern würde ich den Sinn im Leben gar nicht am Tod spiegeln (können). Außer wir nehmen Karma dazu und einen noch höheren Sinn ins Boot, der weit über unserem Leben liegt und eine Erfüllung bringen soll, die - dann aber doch wohl auch unseren Verstand weit überbieten müsste.....oder?? glaubt jemand, dass das Wissen des Menschen die Krönung des Denkens ist???).
Für mich macht zB mein Verhalten Sinn, wenn man meine Geschichte kennt. Schon das kann das Leben oft vereinfachen und entspannen. Und zu wissen, dass wir ja immer nur "in Folge" reagieren, also aufbauend auf all das, was wir schon erlebt haben, macht es auch das Verhalten anderer Menschen "sinnvoller" im Sinne von "du wirst einen guten Grund für dein Verhalten haben".
@kitty- klar 'social fabric' ist ne schöne Sache und man kann gerade bei dem Thema weit diskutieren- was doch auch sehr spannend ist!