Zitat von lyanna im Beitrag #27Da ich leider nicht fragen kann, den Text aber sehr passend finde, traue ich mich und stelle ihn doch hier ein. Ich lösche ihn sofort wieder, wenn das nicht erlaubt ist oder die Moderation löscht ...mir sagt ja keiner was ... [...]
Wenn Du den Link auf den BriCom-Strang und die Beitragsnummer noch ergänzt, hat vermutlich auch die Moderation nichts dagegen, auf andere Websites weisend wird das sonst ja auch akzeptiert.
Zitat von vultura im Beitrag #47Eigentlich hätte das von Anfang an klar sein müssen: Gläubige vs im Wortsinn Realisten
Was auch sonst, bei so einer Frage😂😂
Zitat von Avada im Beitrag #50Ich meinte damit auch nicht, dass Sinn-Glaube eine Tatsachen-Annahme ausschließt.
Dann habe ich das falsch verstanden.
Zitat von Avada im Beitrag #50Genauso wie ich es verstehen kann, dass es manchen Menschen sehr wichtig ist, dass alles seinen Sinn hat und daran festhalten. Ist eben eine Einstellungssache.
Das habe ich aber richtig verstanden😉
Zum Thema "Sinn oder Zweck": Daran habe ich mit etwas abgearbeitet, als ich wegen meiner Amputation im Krankenhaus war. Bzw. angestoßen durch meinen Mann, damals Freund, der nach meinem ewigen Gejammer "Warum ist das passiert?" irgendwann zu mir meinte: "Nicht warum - Wozu?" Später habe ich dann mal bemerkt, dass das der Status Knacksus im Buch Hiob ist. Die Frage nach dem Sinn ist für mich die Frage nach dem "Warum?". Die kann ich nicht beantworten. Für mich ist sie eine Art verschränkung von Diesseits und Jenseits, sozusagen ein eschatologischer Vorgriff, bzw. Eingriff in die Welt. Die Frage nach dem Zweck ist für mich die Frage nach dem "Wozu?". Die ist für mich rein diesseitig und manchmal - aber bei weitem nicht immer, kann ich sie beantworten.
Zitat von lyanna im Beitrag #27Da ich leider nicht fragen kann, den Text aber sehr passend finde, traue ich mich und stelle ihn doch hier ein. Ich lösche ihn sofort wieder, wenn das nicht erlaubt ist oder die Moderation löscht ...mir sagt ja keiner was ... [...]
Wenn Du den Link auf den BriCom-Strang und die Beitragsnummer noch ergänzt, hat vermutlich auch die Moderation nichts dagegen, auf andere Websites weisend wird das sonst ja auch akzeptiert.
Danke Puls, ich gehe mal gucken und hoffe, dass ich den Strang wiederfinde...da ging es wohl auch um den Sinn des Lebens.
Ich fand den Text seinerzeit ausserordentlich originell und sogar sensationell und genau passend zu meiner Situation, fast tröstlich ... deshalb habe ich ihn auch abgespeichert. Sowas finde ich nicht so oft ...dafür allein hat sich die Bri schon für mich gelohnt, obwohl ich auch noch ein paar andere Themen hatte Ich habe mich selten mit einem Text so ausdauernd befasst wie mit diesem. Ich habe einige Freundinnen, die den Text genau so sensationell finden wie ich!
Es ist kein religiöser Touch drin zu finden, und letztlich geht es auch nur um eine Meinung von vielen, der ich mich hin und wieder anschliesse.
Zitat von rahsil im Beitrag #53 Die Frage nach dem Sinn ist für mich die Frage nach dem "Warum?". Die kann ich nicht beantworten. Für mich ist sie eine Art verschränkung von Diesseits und Jenseits, sozusagen ein eschatologischer Vorgriff, bzw. Eingriff in die Welt.
Du glaubst also daran, dass einen Sinn gibt, du aber erst tot sein muss um ihn zu erfahren?
Vorneweg: ich schätze die Beschreibung deines persönlichen Glaubens sehr. Fast bin ich ein wenig neidisch.... :-)
Zitat von rahsil im Beitrag #45.... Für mich eine ganz üble Vorstellung und meiner Meinung auch vielfach ein Missverstäntnis vom AT. Das AT spricht ja oft von "Strafe", allerdings finde ich spannend, dass der Weg nicht "normal" - "Strafe" - "zurück zu normal" ist, sondern das Leid, das passiert, immer der Weg zu etwas ist, was besser als der vorherige Normalzustand war. Also anders, als das was wir juristisch unter einer Strafe verstehen. - Geht aber, wenn man es vertiefen möchte, wahrscheinlich zu weit vom Thema ab. ......
Ja, allerdings auch ganz plastisch, hätten es die Menschen sonst annehmen können?
Das Buch Hiob macht mich ratlos, es ist eine Prüfung - quasi eine Wette zwischen Gott und Satan.
Mir geht es um das Ende, wo Hiob dann - weil er zwar gehadert aber doch fest im Glauben geblieben ist - zur Belohnung (?) viel mehr bekam, als er zuvor hatte. Inklusive Frau & Kindern.
Erstens geschieht das eher selten so im Leben, und zweitens verstehe ich den Sinn nicht - "braucht" der Gott des AT diesen Beweis? Oder ist es doch "nur" eine Geschichte, durchaus spirituell oder philosophisch inspiriert? Welchen Sinn hat das?
Du schreibst, du suchst nicht nach dem Sinn und vertraust, dass es einen gibt - auch wenn du ihn nicht verstehst. Ich kann mir tatsächlich nicht vorstellen, mit dieser Haltung zu leben, aber: Hut ab!
Ich meine, ich war sicher nicht der einzige Mensch auf Erden, der mit Latein schwer auf Kriegsfuß stand. Oder Hebräisch. Oder was weiß ich.
Ich hab da schon als Schülerin einen gewissen Stille-Post-Effekt vermutet. Und mangelnden Kenntnisse in Lexik und Idiomatik.
Und die jew. Agenden derer, die sich ans Übersetzen machten. Warum denk ich jetzt an Telefonate mit Putin?
Egal.
Also Papier ist geduldig. Was mich aber auch seit jeher fasziniert und ja, auch sehr berührt!, ist die tiefe Sehnsucht von im Grunde allen Menschen zu allen Zeiten und Kulturen nach Sinn. Das ist wenn überhaupt der Sinn. Dass man als Mensch das zu brauchen scheint. Den Zusammenhang. Die Rädchen neben und über und unter einem. Die Perspektive.
das berührt mich schon und davon bin ich nicht frei.
Sinn wäre für mich, dass es gut war, dass es mich gab. Just so. Auch wenn ich nix zerreiße oder beitrage und in der Nanosekunde meines Lebens im Nix verschwinde. Spurlos. Aber dass ich dazu gehörte. Zum Ganzen. Das kann ich auch gut fühlen.
Zitat von vultura im Beitrag #41welchen "Sinn" sollten sie denn haben? Einen alttestamentarisch unterlegten: Strafe, Prüfung, göttliche Laune...?
Für mich persönlich kann ich sagen: mich hat alles stärker gemacht. Ich konnte aus allem was lernen (vielleicht nicht immer soviel, wie ich wollte, aber es geht ja auch nicht immer drum, das Maximum rauszuholen, gell? Und manchmal zeigte sich die Lektion mit Verspätung. Erinnert mich an den Spruch, den ich mal gehört hab: In der Schule zu sein heißt gesagt zu bekommen, man soll sich die Taschen mit schweren Steinen füllen - macht man recht ungerne - aber eines Tages kommst du drauf, dass sich diese Steine in Gold verwandelt haben ...).
Es hat oft weh getan, der Schmerz war der Kessel für Neues. (War beim Kinderkriegen nicht anders :-))
Zum Stichwort Prüfung: In einem von mir sehr geliebten Roman hab ich den Satz gefunden, man müsse sich vor Augen halten, "dass das Leben kein Bilderbuch ist, sondern ein Lehrbuch mit Aufgaben, die Verstand und ein tapferes Herz erfordern." Auch damit kann ich gut leben.
Zitat von R_Rokeby im Beitrag #58Ach ich weiß nicht... Bibelübersetzungen....
Hast du mal "Jenseits von Eden " von Steinbeck gelesen? Da geht es teilweise auch darüber - die richtige Übersetzung der Bibel von Hebräisch ins Englische.... Kann man überhaupt Worte in eine andere Sprache übersetzen und sie behalten genau diesselbe Bedeutung - mit Ausnahme natürlich von Stuhl, Tisch, Haus - die entsprechen sich normalerweise.
Ich erinnere mich noch an ein Wort im Hebräischen ,so wie es im Roman beschrieben wurde - und ich habe Google gefragt und das gefunden - anscheinend hat das nicht nur mich fasziniert. In dem link werden die verschiedenen Übersetzungsmöglichkeiten aufgezeigt, die dann ganz andere Bedeutungen ergeben.
Sehr interessant.... wird aber deine Zweifel an Bibelübersetzungen wohl eher bestätigen.
Zitat von rahsil im Beitrag #53 Die Frage nach dem Sinn ist für mich die Frage nach dem "Warum?". Die kann ich nicht beantworten. Für mich ist sie eine Art verschränkung von Diesseits und Jenseits, sozusagen ein eschatologischer Vorgriff, bzw. Eingriff in die Welt.
Du glaubst also daran, dass einen Sinn gibt, du aber erst tot sein muss um ihn zu erfahren?
Vielleicht erfahre ich ihn dann, vielleicht aber auch nicht. Für mich persönlich ist nur wichtig, dass es einen Sinn gibt, aber nicht welcher Sinn das ist. Dass ich damit wirklich und endgültig meinen Frieden gemacht habe, ist ungefähr eine Woche her und einer höchst interessanten Diskussion über die Theodizeefrage geschuldet😁 Vorher hing ich doch auch immer wieder am "warum?" fest.
Zitat von print im Beitrag #56Mir geht es um das Ende, wo Hiob dann - weil er zwar gehadert aber doch fest im Glauben geblieben ist - zur Belohnung (?) viel mehr bekommen, als er zuvor hatte. Inklusive Frau & Kindern.
Erstens geschieht das eher selten so im Leben, und zweitens verstehe ich den Sinn nicht - "braucht" der Gott des AT diesen Beweis? Oder ist es doch "nur" eine Geschichte, durchaus spirituell oder philosophisch inspiriert? Welchen Sinn hat das?
Ach ja, der gute Hiob ...
Ich denke, man kann das Buch nicht einfach als eine Geschichte lesen, sondern mindestens als zwei: Die Rahmenerzählung mit der "Wette" und der poetische Teil mit den Reden. Die Rahmenerzählung dient meiner Meinung nach nichts anderem, als den Tun-Ergehen-Zusammenhang auszuhebeln. Spannend: Das Leid kommt nicht von Gott, sondern er lässt es zu und grenzt es ein. Beim Schluss geht es ganz stark um Symbolik: 10 Kinder, 7 Söhne, 3 Töchter, 140 Jahre, "alt und lebenssatt" ... Es geht da auch nicht um Belohnung, Gott handelt aus freien Stücken. Spannend: Zuerst wird die Gottesbeziehung wiederhergestellt, dann die Beziehung zu den Freunden, und erst am Schluss stehen die Güter (und die Kinder, wobei Kinder ja immer "neue Kinder" und kein "Ersatz" sind).
Den poetischen Teil mag ich, einfach, weil Hiob da kein "frommer Dulder" ist, sondern Gott direkt anklagt. Finde ich super! 😁 Er lässt sich nicht einfach alle gefallen, fragt nach. Da ist es dann so, dass Hiob und die ersten 3 Freunde ganz stark nach dem "Warum" fragen und Elifas dann die Frage nach dem "Wozu" stellt. Spannend: Die Frage wird im Buch nicht beantwortet. Da ist für mich entscheidend, dass a) übers Leid zu klagen und Gott anzuklagen als legitim anerkannt wird b) Hiob durch die Klage zur Begegnung mit Gott kommt und dadurch die Situation annimmt. c) die klassischen Erklärungen wie "Strafe für Sünde", "göttliche Erziehungspädagogik", "Prüfung" etc. zurückgewiesen werden. Und die Gottesreden erklären das Leid dann mit "Ich bin Gott, du verstehst mich eh nicht" - platt ausgedrückt 🤷♀️
Zitat von R_Rokeby im Beitrag #58Ach ich weiß nicht... Bibelübersetzungen....
Ehe die Bibelentstehung. Man geht von einer mehrschichtigen Redaktionsgeschichte aus. Falls es dich im Einzelnen interessiert: hier ist eine ganz gute Seite. Die Geschichte hat ja unfassbar viele altorientalische Paralleltexte.
Zitat von rahsil im Beitrag #62[ Falls es dich im Einzelnen interessiert: hier ist eine ganz gute Seite. Die Geschichte hat ja unfassbar viele altorientalische Paralleltexte.
Zitat von R_Rokeby im Beitrag #61naa, aber "Die Geschichte vom Wassertrinker" von Irving...
Kam mir noch nicht unter, werde ich aber zu meiner Liste hinzufügen....
Ich hatte eine lange und glückliche Irving Phase....
Gibt noch einen anderen Roman , der sich mit verschiedenen Religionen und Kulturen beschäftigt - Ein Ruch von Heiligkeit / An Odor of Sanctity von Frank Yerby. Hab ich so oft gelesen, das Taschenbuch ist in Fetzen. Da werden auch religiöse Geschichten und Mythen in Romanform auf Wahrscheinlichkeiten überprüft.....
Danke, kenzia! Für das nette und vor allem konstruktive Feedback.
Ja, ich könnt den Teil mit den biologischen Wesen verketten mit dem Zitat von bratkartoffel (danke, lyanna!).
Klar kann man's auch so nüchtern sehen - irgendwo las ich mal, wir sind im Grund nix anderes als mathematische Gleichungen, die irgendwie durchs Weltall schweben. Dann braucht man auch nicht wirklich nach Sinn suchen oder sich sonstwie Gedanken machen. Oder aber "trotzdem" und so weiter. Ist ja die eigene freie Entscheidung.
Du hast mich an eins von zwei Dingen erinnert, die ich noch ins EP schreiben wollte, aber vergessen hatte: Nämlich 'des einen Freud, des andern Leid' - sozusagen. Das wenigste im Leben ist eindimensional und ein und dieselbe Sache kann, wie du sagst, für x super sein und für y die Katastrophe. (Ich hatte ein drastischeres Bild vor Augen, nämlich z.B. Nahrung - da hängt's auch wesentlich davon ab, an welchem Ende der Kette man sitzt).
ZitatOb ich es gedanklich nur anpasse, weil es sich gut anfühlt- wer weiß das schon.
Gute Frage. Weil es bedarf dann wohl einer recht schonungslosen Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und dem Mut, einer trostlosen Wahrheit ins Aug zu blicken.
(Mir fällt jetzt der Schlusssatz von 'Stoner' ein, dem Roman von John Williams - nein, nicht dem Komponisten - den ich übrigens grad in diesem Zusammenhang jedem nur ans Herz legen kann.)
Ich denke auch, dass alles einen Sinn macht im Leben. Ob es immer ein Sinn ist..... Daran liegt es für mich. Es muss nicht immer der "positive Sinn" sein. Von wegen alles fand seinen Weg und würde gut. Sondern ebenso der "negative Sinn". Zu lernen damit umzugehen, egal mit was. Zu fallen um zu lernen mit diesem Gefühl zu leben von Trauer, Schmerz, Wut Enttäuschung und den Schicksalsdingen Krankheit, Leid und Tod ...
Ebenso die Freude, Liebe, Glück und Gesundheit, Leben, .....
Es ist für mich der Sinn egal ob Positives oder Negatives, eine Ressource und eine Art "Widerstandskraft" daraus zu ziehen nicht um im Leben hoher schneller und weiter zu kommen, sondern einfach es zu Leben.
Somit ist für mich es irgendwie so: das Leben ist der Sinn. Egal wie hart oder gut. Zu zeigen egal ob oben oder unten , egal ob arm oder reich, i c h lebe und das ist der Sinn
Zitat von mono im Beitrag #31Sinn ist nicht gleich Zweck. Das wurde mir drüben schon zu sehr vermischt. Eine Sache und erst recht kein Mensch muss nicht zu etwas "gut" sein.
Wenn z.B. jemand nur kurz lebt, dann ist doch dieses Leben und die Beziehung,die entstanden sind,nicht sinnlos.
Für Gott ( ich bin religiös) soundso nicht, das sind menschliche Massstaebe.
Das war das zweite, was ich vergessen hatte, aber noch erwähnen wollte, weil die Unterscheidung hätte mich auch interessiert - ich hab sie zugegebenermaßen bisher auch eher ein bissl vermantscht.
Wie würdest du sie definieren? rahsil hat schon was gepostet, das mir sehr zusagt und schlüssig erscheint.
(Jetzt frage ich mich noch, ob es also Leut gibt, die eventuell an einen Sinn glauben, aber nicht an einen Zweck, oder umgekehrt - oder ob die Hand in Hand gehen müssen.
Übrigens auch, ob die Trennung zwischen Realisten und Gläubigen, wie angesprochen, zwingend notwendig ist oder ob es Überschneidungen gibt.
Ich denk, Realisten können durchaus 'zweckorientiert' sein (ob das den Sinn inkludiert, siehe oben) Gläubige ohne die Dimension des Sinns gibt's womöglich nicht soviele (man korrigiere mich, wenn ich falsch liege).
Den Satz mit dem kurzen Leben könnt ich für mich unterschreiben. Da können ganz ungeheure Samenkörner versteckt sein.
Den Satz mit den menschlichen Maßstäben - ist es nicht auch ein menschlicher Maßstab, zu sagen, wir legen menschliche Maßstäbe an :-)) Sorry, eigentlich andere Baustelle.
Zitat von Rosalie im Beitrag #60Ich erinnere mich noch an ein Wort im Hebräischen ,so wie es im Roman beschrieben wurde -und ich habe Google gefragt und das gefunden -anscheinend hat das nicht nur mich fasziniert.In dem link werden die verschiedenen Übersetzungsmöglichkeiten aufgezeigt, die dann ganz andere Bedeutungen ergeben.
Die Elberfelder und die Interlinearübersetzungen setzten auf sprachliche Exaktheit, die anderen bemühen sich, mehr oder weniger nah am Wortlaut zu bleiben, aber in einer Sprache und Bildwelt, die hier und heute (einigermaßen) verständlich ist. Und die Gute Nachricht, die er aufführt, geht tendenziell in die Richtung "Übertragung" statt "Übersetzung" ... Was in dem Link steht, ist auch keine neue Erkenntnis (man denke nur an Faust I). Und תִּמְשָׁל ist ein Imperfekt Qal, das übersetzt man in der Regel futurisch, modal oder präsentisch geht auch. Das ist ja das Spannende in der hebräischen Sprache: rein philologisch kann man das Wort mit "du wirst herrschen", "du musst herrschen", "du kannst herrschen" und "du herrschst" übersetzen und alles ist richtig. Im Kontext betrachtet ergibt "du wirst herrschen" oder "du musst/sollst" herrschen weitaus mehr Sinn als "du kannst herrschen". Deshalb muss ja selbst mein Mann als Relilehrer noch die alten Sprachen lernen, Pfarrer sowieso. Die Pfaffen, die ich kenne, übersetzen auch noch jede Woche ihren Predigttext. Das ist dann aber, wenn man nicht freiwillig die Sprachkurse besucht eher eine Sache der "Profis", wo man als Laie nicht so gut durchblickt. Aber es gibt mittlerweile auch einige Kommentarreihen, die auch für Laien gut verständlich sind und eben solche Erklärungen bieten.
Zitat von Kitty_Snicket im Beitrag #70(Jetzt frage ich mich noch, ob es also Leut gibt, die eventuell an einen Sinn glauben, aber nicht an einen Zweck, oder umgekehrt - oder ob die Hand in Hand gehen müssen.
Ja, hier🙋🏻♀️ Ich glaube, dass nicht alles einen Zweck hat, bzw. dass wir den Zweck auch selbst in der Hand haben können. Beispiel: Eine Bekannte, die durchs Examen gefallen ist, weil sie eine Prüfung knapp nicht bestanden hat und die jetzt nachholen muss. Sie bereitet sich jetzt ganz konzentriert darauf vor und sagt, dass sie dadurch viel mehr Zeit dafür hat und das am Ende wahrscheinlich ihrer Note zugute kommen wird.
Kitty ich denke ohne Dimensionen des Sinns ist einfach für viele Gläubige der Grund oft es zu " ertragen " . Um mit diesem Glauben dazu auch Welt und Gesellschaftsordnung aufrecht zu erhalten ... Meine momentane Einstellungen zum Thema Religion.
Zitat von Kuhliebe im Beitrag #69Tolles Thema Danke!
Ich denke auch, dass alles einen Sinn macht im Leben. Ob es immer ein Sinn ist..... Daran liegt es für mich. Es muss nicht immer der "positive Sinn" sein. Von wegen alles fand seinen Weg und würde gut. Sondern ebenso der "negative Sinn". Zu lernen damit umzugehen, egal mit was. Zu fallen um zu lernen mit diesem Gefühl zu leben von Trauer, Schmerz, Wut Enttäuschung und den Schicksalsdingen Krankheit, Leid und Tod ...
Ebenso die Freude, Liebe, Glück und Gesundheit, Leben, .....
Es ist für mich der Sinn egal ob Positives oder Negatives, eine Ressource und eine Art "Widerstandskraft" daraus zu ziehen nicht um im Leben hoher schneller und weiter zu kommen, sondern einfach es zu Leben.
Somit ist für mich es irgendwie so: das Leben ist der Sinn. Egal wie hart oder gut. Zu zeigen egal ob oben oder unten , egal ob arm oder reich, i c h lebe und das ist der Sinn
Zum ersten Absatz: Das geht ziemlich in Richtung 'radical acceptance'.
Tatsächlich kann auch in der Trauer, im Schmerz etc. eine Schönheit liegen - halt eine bittersüße (aber allein in diesem Wort liegt schon wieder eine ganze Philosophie). Im Glücksstrang hatte ich ein paar Gedanken, die ich noch nicht vollständig ausformulieren konnte, aber im Sinne von: es gehört alles dazu, es ist alles auf dem selben Gemälde (auch mit derselben Farbpalette gemalt ...) - ich er-lebe davon eben alles, und wohl alles mit derselben Intensität.
Der indische Philosoph Jiddhu Krishnamurti hat es so zusammengefasst:
"Wer alles Hässliche meidet und nur das Schöne um sich duldet, ist ein gefühlsarmer Mensch. Jede Betonung von Gegensätzen engt das Bewusstsein ein und fesselt das Herz. Tugend ist nie im Gegensatz, und wenn sie es dennoch ist, hört sie auf, Tugend zu sein. Nur wer der Schönheit jenes Dorfes innewerden kann, hat auch ein echtes Empfinden für das Grün und die Blütenpracht des Gartens. Wir möchten immer nur Schönes um uns haben und schließen uns von allem ab, was nicht schön ist. Dieser Ausschluss des Hässlichen erzeugt nur Gefühlsarmut, hebt also nicht den Sinn für die Schönheit, sondern stumpft ihn nur ab."
(Nur ein Ausschnitt, aber der ganze Aufsatz ist sehr lesenswert! Ich habe jetzt übrigens zuerst 'lebenswert' geschrieben )
@kenzia: aus dem ist auch "Wir finden den Garten schön und das Dorf nicht, aber dieser Unterschied liegt nicht in den Objekten, sondern nur in unserem eigenen Empfinden jenseits derselben." - also das, was du eh geschrieben hast
Wenn ich viele Beiträge so lese, dann glaube ich, dass einfach auf unterschiedlichen Ebenen diskutiert wird, kann das sein?
Ich glaube z. B. nicht an einen höheren Sinn, aber das Beispiel von Rahsil (das vermasselte Examen mit dem nachfolgend intensiven Lernen), das kauf ich absolut 😉 Genauso wie generell das Lernen aus Krisen, und das Gutes aus diesen entstehen kann. Für mich ist es aber der Mensch, der dann so handelt. Die Konsequenz aus dem, was passiert ist.
Zitat von lyanna im Beitrag #27Da ich leider nicht fragen kann, den Text aber sehr passend finde, traue ich mich und stelle ihn doch hier ein. Ich lösche ihn sofort wieder, wenn das nicht erlaubt ist oder die Moderation löscht ...mir sagt ja keiner was ...
Das Leben ist sinnlos und erfüllt nur den Zweck der Reproduktion, um das System am Leben zu halten. Für das Individuum ist das Leben komplett sinnlos, da es mit dem Tod endet und all das was passiert, ist egal. Man könnte sagen, dass der Fortschritt ein Sinn ist, um dem kommenden Leben ein einfacheres, besseres zu bescheren, aber auch das ist völlig egal, denn auch das zukünftige ist vergänglich und damit sinnlos.
Die Kunst ist nun entweder das alles einfach zu ignorieren und so lange durchzuhalten bis man vom Tod überrascht wird oder einen persönlichen Sinn in der ganzen Sinnlosigkeit zu finden. Das ist für jeden Menschen etwas anderes. Viele Menschen scheitern daran.
von bratkaroffel
Das sagt mir zu, das ist in etwa das, was ich glaube. Die Natur hat nur den einen Sinn, dass es weitergeht, vom Universum bis hinunter zum Einzeller. Ganz ohne emotional aufgeladene Bedeutung, die fügen wir Menschen hinzu. Damit kann ich gut leben. Mein kleines Leben in diesem Gefüge und das der Menschen, die mich umgeben, ist aber sinn-voll, weil ich ihm Sinn gebe, in dem Rahmen, in dem ich mich in der Welt bewege. Aber eben nicht darüber hinaus.
Can 'truth' mean what it says and not what power thinks is best. Latin Quarter
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