Das hier aus dem link von noBarbie spricht den Punkt an, den ich in meinem Post meinte:
......Personalentscheidungen im Bistum Münster sollen in Zukunft transparenter, nachvollziehbarer und partizipativer getroffen werden. Die Wissenschaftler der WWU sprechen von „männerbündischen Strukturen“, die mit dazu geführt haben, dass Missbrauchstäter von den früheren Personalverantwortlichen des Bistums Münster immer weiter eingesetzt wurden. Wir müssen diese Strukturen aufbrechen. Wichtig scheint mir dabei die Zusammensetzung und Arbeitsweise der Personalkonferenz zu sein. In dieser sitzen bis heute im Bistum Münster nur Männer und überwiegend Priester. Es liegen bereits Vorschläge vor, wie das im Sinne von mehr Transparenz, mehr Beteiligung und auch mehr Geschlechtergerechtigkeit geändert werden kann. ...
(Hervorhebung von mir)
Die Idee mit den Fallmanagern finde ich auch gut.
Ich denke immer noch darüber nach, was konkrete politische Maßnahmen zur Verbesserung sein und bringen könnten. So viel sehe ich da nicht, denn das Problem ist doch in den vergangenen Fällen oft gewesen, dass diese verschwiegen wurden (aus Scham, auch bei den Opfern) oder innerhalb der Kirche blieben.
Fälle, die zur Anzeige kommen, werden heute hoffentlich anders behandelt - aber so weit muss es halt erst kommen.
Ich finde diese Studie sehr gut, eben weil sich das Bistum da raus gehalten hat.
Aber. Nach so vielen Erfahrungen hätte ich es richtig gefunden, wenn die Staatsanwaltschaft ermittelt hätte. Die Politik müsste der Kirche sagen: "Parallelgesellschaft und Parallelrecht" laufen hier nicht. Und die Justiz aktiv werden.
So kochen die immer noch ihr eigenes Süppchen.
KEINE ANGST, KEINE ANGST, KEINE ANGST, KEINE ANGST!
Ja, da ist wohl eine grundsätzliche Entscheidung nötig - es sollte keine kirchliche Gerichtsbarkeit geben, die in Fällen aktiv wird, die durch staatliche Gesetze und Gerichtsbarkeit abgedeckt sind.
Doch kann man die katholische Kirche zur Offenlegung zwingen, seitens der Politik?
Ich kenne mich da juristisch nicht aus.
Es geht ja dann nicht mehr nur um die Aufarbeitung der Vergangenheit, sondern wie man jetzt und in Zukunft besser mit solchen Vorfällen umgeht und wie man sie am besten auch verhindert. Versetzung "auffälliger" Priester (also wenn schon was passiert ist) ohne Überwachung geht gar nicht, für mein Empfinden. So lange Verfahren nicht abgeschlossen sind, sollte ein Priester nicht mehr mit Kindern arbeiten dürfen, und wenn danach überhaupt: danach höchstens mit strengen Auflagen und Kontrolle. Wenn ich so darüber nachdenke: nein, gar nicht mehr. Das Risiko ist zu groß, das müsste doch - eigentlich - auch im Interesse der Kirche sein.
Äh. Wie war das mit dem Rechtsstaat? Ein Verdacht heisst doch nicht,dass es auch so ist. Es muss immer gelten,dass, wer nicht verurteilt ist,auch nicht so behandelt wird. Während eines laufenden Verfahrens kann jemand evtl suspendiert werden oder so,aber auch da ist Vorsicht geboten. Und noch nehr Selbstmorde brauchen wir nun auch nicht. Leider gibt es in dem Bereich viele Vorverurteilungen.
Den CIC wird man wohl nicht abschaffen( der gilt ha auch weltweit,weil die RKK ja weltweit tätig ist) Und seht es mal so ( das habe ich ja auch schon geschrieben): Das Kirchenrecht bietet auch die Möglichkeit. Fälle zu verfolgen,die strafrechtlich verjährt sind.
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Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.
"Kein Ziel und keine Ehre, keine Pflicht, sind's wert, dafür zu töten und zu sterben" (R. Mey)
Zitat von mono im Beitrag #55... Den CIC wird man wohl nicht abschaffen( der gilt ha auch weltweit,weil die RKK ja weltweit tätig ist)
Abgeschafft wird aber hoffentlich möglichst bald der Anspruch der katholischen Kirche, ihren Rechtskodex über rechtsstaatliche Gesetze und Verfassungen stellen zu wollen.
ZitatUnd seht es mal so ( das habe ich ja auch schon geschrieben): Das Kirchenrecht bietet auch die Möglichkeit. Fälle zu verfolgen,die strafrechtlich verjährt sind.
Die Verjährung von schweren sexuellen/sexualisierten Gewalttaten gesetzlich aufzuheben, halte ich für den besseren Weg im Sinne der Opfer, deren Leid nie verjähren wird.
Mono, kann ich noch mit dem in #50 erbetenen Beleg rechnen?
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻
Nochmal zu der Stellungnahme Genns zu dem Gutachten, die ich in weiten Teilen gut finde, vorausgesetzt, den Worten werden sehr bald Taten folgen, zum Beispiel hier: "Die Studie bestätigt erneut: Sexueller Missbrauch ist immer auch Missbrauch von Macht. In der katholischen Kirche wurde er durch ein gänzlich fehlgeleitetes Verständnis von Autorität und Hierarchie, das sich insbesondere in einem überhöhten Priesterbild zeigte, begünstigt. Damit muss Schluss sein. Jede Form von Klerikalismus muss ein Ende haben."
Womit ich nicht klar komme ist, dass Genn eingesteht Fehler gemacht zu haben, aber einen Rücktritt kategorisch ablehnt. Und auch, dass er es in dieser Situation für wichtig hält anzukündigen, dass die Bischofsgruft im Münsternaner Dom geschlossen wird, kann ich nicht nachvollziehen. Mag u. a. daran liegen, dass ich nicht katholisch bin.
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻
Genn ist eher einer derer,die es wirklich versuchen. Wenn die alle zuruecktreten, bleibt WER übrig? Genau. Jetzt mal abgesehen davon,dass er ja bei Marx gesehen hat, was bei einem Rücktrittswunsch rauskommt.
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Zitat von mono im Beitrag #55... Den CIC wird man wohl nicht abschaffen( der gilt ha auch weltweit,weil die RKK ja weltweit tätig ist)
Abgeschafft wird aber hoffentlich möglichst bald der Anspruch der katholischen Kirche, ihren Rechtskodex über rechtsstaatliche Gesetze und Verfassungen stellen zu wollen.
ZitatUnd seht es mal so ( das habe ich ja auch schon geschrieben): Das Kirchenrecht bietet auch die Möglichkeit. Fälle zu verfolgen,die strafrechtlich verjährt sind.
Die Verjährung von schweren sexuellen/sexualisierten Gewalttaten gesetzlich aufzuheben, halte ich für den besseren Weg im Sinne der Opfer, deren Leid nie verjähren wird.
Mono, kann ich noch mit dem in #50 erbetenen Beleg rechnen?
Ich finde die Anspruchshaltung sehr arrogant. In #31 habe ich #25 zitiert
Zur gesetzlichen Regelung: Die ist momentan,wie sie ist. Und das Kirchenrecht ist da anders.
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Zitat von mono im Beitrag #59 Ich finde die Anspruchshaltung sehr arrogant. In #31 habe ich #25 zitiert ...
Und in #25 findet sich, ebenso wie in der Studie kein Wort, über Frauen als Täterinnen, die du in deinem Beitrag, trotz deiner gegenteiligen Behauptung, völlig zusammenhanglos thematisiert hast. Da jetzt von Arroganz zu sprechen, finde ich schlicht unverschämt. Zumal deine Relativierung der Straftaten innerhalb der patriarchalischen Strukturen der katholischen Kirche m.E. ein Affront gegenüber den Opfern ist, die in der Studie benannt sind.
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻
Bitte lasst die ständigen Spitzen doch einfach weg. Danke. sprachlos, Moderation
Mir stellt sich aktuell u. a. die Frage, wie das konkret aussehen soll, wenn das offizielle Nachrichtenportal der katholischen Kirche in Deutschland ein Abschiednehmen vom Priester als "heiligem Mann" fordert.
Da wird es bestimmt viele Gemeindepfarrer geben die diese Forderung sehr gerne erfüllen werden. Bei ewig gestrigen, sich gerne immer wieder selbst erhöhenden Würdenträgern vom Schlage Tebartz Van Elst kann ich mir das kaum vorstellen.
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻
Es ist "wenig politisch", wenn Jahrhunderte alte, überhöhte patriarchalische Vorstellungen und Ansprüche infrage gestellt und Wege zu deren Abschaffung gesucht werden sollen? Was ist es deiner Meinung denn dann?
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻
Zitat von noBarbie im Beitrag #62 Mir stellt sich aktuell u. a. die Frage, wie das konkret aussehen soll, wenn das offizielle Nachrichtenportal der katholischen Kirche in Deutschland ein Abschiednehmen vom Priester als "heiligem Mann" fordert.
Das ist in erster Linie ein Problem der katholischen Kirche, soll sie das doch selbst lösen. Aber, das (aus deinem Link)
Zu Recht hat der Papst kürzlich vor Bischöfen und Priestern das Tragen von Priesterkleidung aus der Zeit vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil kritisiert. Franziskus weiß nur zu gut: Solche textilen Vorlieben dienen nicht selten als äußeres Zeichen für ein längst korrigiertes Priester- und Kirchenverständnis.
ist doch geradezu grotesk. Der Papst ist das Oberhaupt der Kirche, er entscheidet, welche Dienstkleidung getragen wird. Dann muss es eben Konsequenzen geben, wenn sich jemand an die Kleiderordnung nicht hält.
Und auch was das Prister- und Kirchenverständnis betrifft - warum werden die, die die Anforderungen nicht erfüllen, einfach ausgewechselt? Weil zu wenig Personal da ist, weil man den Konflikt innerhalb der eigenen Reihen scheut. So wird das nichts. Ist mir persönlich aber ziemlich wurscht. Mir geht es darum, dass der Staat endlich seine Aufgabe der Strafverfolgung innerhalb der Kirche wahrnimmt.
Zitat von skribifax im Beitrag #65 Das ist in erster Linie ein Problem der katholischen Kirche, soll sie das doch selbst lösen. ...
Die Vertuschung und Verharmlosung der Übergriffe und Gewalttaten, das Wegsehen und Schweigen sowie die Strukturen, die das ermöglicht haben, sind natürlich das Problem der katholischen Kirche. Wede maße ich mir an zu den Problemlösungen beitragen zu können, noch habe ich irgendwelche Ambitionen dazu. Aber Fragen und auch eine Meinung habe ich, über die ich mir erlaube in diesem Strang zu schreiben.
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻
Im Grunde sollte für die Kirche - egal welche - die Gesetze des Landes gelten, in dem sie tätig sind. Also in Deutschland auch das deutsche Strafrecht und keine interne Lösung. Dies sollte ganz einfach zu lösen sein. Warum die katholische Kirche hier Sonderregelungen erhält, hat sich mir noch nie erschlossen.
—————————————— Die Bösen halten zusammen, auch wenn sie einander hassen, das ist ihre Stärke. Die Guten sind in alle Winde zerstreut, das ist ihre Schwäche.
Die katholische Kirche hat laut Artikel 140 des Grundgesetzes keine Sonderregelungen: Jede Religionsgesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes. Und deutsche Gesetze sehen meines Wissens(!) keine Anzeigepflicht für bereits begangene Straf- und Gewalttaten vor (was ich persönlich gerade bei Fällen sexueller/sexualierter Gewalt gegen Kinder für fragwürdig halte). Falls ich damit falsche liege, wäre ich dankbar für eine Korrektur/Aufklärung durch Jurist/innnen in diesem Forum.
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻
Heißt das, die Schwierigkeit liegt darin, dass sich die Opfer oft selbst nicht an den Staat wenden - also diese Gewalttaten anzeigen - und stattdessen mit der Kirche Kontakt aufnehmen, in dem Glauben/der Hoffnung, diese Struktur würde sich besonders zuständig fühlen?
- "Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts zu seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen." - Epikur von Samos
Soweit ich gelesen habe, ist das wohl nicht selten passiert, und sowohl kirchliche Bedienstete als auch ehrenamtliche Laien haben den Opfern keinen Glauben geschenkt und versucht den Ruf der Institution Kirche und der Täter zu bewahren. Siehe das Zitat Genns in #57.
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻
Zitat von noBarbie im Beitrag #68Die katholische Kirche hat laut Artikel 140 des Grundgesetzes keine Sonderregelungen: Jede Religionsgesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes. Und deutsche Gesetze sehen meines Wissens(!) keine Anzeigepflicht für bereits begangene Straf- und Gewalttaten vor (was ich persönlich gerade bei Fällen sexueller/sexualierter Gewalt gegen Kinder für fragwürdig halte). Falls ich damit falsche liege, wäre ich dankbar für eine Korrektur/Aufklärung durch Jurist/innnen in diesem Forum.
Das ist wohl sehr dehnbar:
In dem Bericht war von 1670 katholischen Geistlichen die Rede, zwischen 1946 und 2014 sollen sie 3677 meist männliche Minderjährige sexuell missbraucht haben. Auch niedersächsische Fälle waren aufgeführt. Fälle, von denen die niedersächsische Justiz teils noch gar nichts wusste. Die Kirche hatte keine Anzeige erstattet. Auch jetzt nannte sie keine Täter. Sie legte die Namen nicht offen. Die umfassende Aufklärung der im Raum stehenden Vorwürfe sei "selbstverständlich Aufgabe der Justiz und nicht der Kirche", erklärte die Justizministerin Havliza daraufhin verärgert - und verlangte Akteneinsicht.
Mir wurde damals - in den 90ern gesagt - ich dürfe das was ich gesehen und verhindert habe nicht anzeigen, denn das sei Kirchensache. Im gleichen Satz wurde mir mitgeteilt welche negativen Folgen es für mich und meine Familie haben würde, wenn ich das herum erzähle. Von daher bin ich da auch nicht ganz objektiv…
—————————————— Die Bösen halten zusammen, auch wenn sie einander hassen, das ist ihre Stärke. Die Guten sind in alle Winde zerstreut, das ist ihre Schwäche.
Zitat von xanidae im Beitrag #67Im Grunde sollte für die Kirche - egal welche - die Gesetze des Landes gelten, in dem sie tätig sind. Also in Deutschland auch das deutsche Strafrecht und keine interne Lösung. Dies sollte ganz einfach zu lösen sein. Warum die katholische Kirche hier Sonderregelungen erhält, hat sich mir noch nie erschlossen.
Jeder Verein hat eine eigene Satzung. Es ist ja auch völlig in Ordnung, wenn interne Dinge intern geklärt werden, im Sinne von Subsidiarität auch sinnvoll. Der Staat würde sich bedanken...
Die RKK ist zudem eine Institution, die weltweit existiert und in der weltweit das Gleiche gilt.
Strafrechtlich Relevantes muss aber natürlich strafrechtlich verfolgt werden. Das Problem bei vielen Missbrauchfällen ist, dass sie oft verjährt sind.
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Zitat von noBarbie im Beitrag #64Es ist "wenig politisch", wenn Jahrhunderte alte, überhöhte patriarchalische Vorstellungen und Ansprüche infrage gestellt und Wege zu deren Abschaffung gesucht werden sollen? Was ist es deiner Meinung denn dann?
Oh, das ist schon politisch. (Fass sich Menschen als besonders wichtig ansehen allerdings niciht, und das meine ich. ) Gilt übrigens nicht zuletzt für die Politik selbst. Diese Strukturen findest du ja überall.
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Eine strafbare Handlung ist kein "internes Ding". wird aber so behandelt - das geht nicht und gehört abgestellt.
Verjährung ist darum ein Problem, weil die Strukturen der RKK und "internen Dinge" die Verjährung mit bedingt haben, weil zu lange vertuscht und totgeschwiegen wurde.
Immer dann, wenn gewisse Priester versetzt oder sonstige aus dem Verkehr gezogen wurden, im Wissen da das was vorgefallen ist oder sein könnte, wurde eine Ermittlung und Strafverfolgung behindert und das allein ist schon strafbar.
Strafbare Handlungen, habe ich schon geschrieben, gehören strafrechtlich verfolgt.
Wenn allerdings Straftaten verjährt sind und /oder die Verantwortlichen gestorben sind, dann kann da ja nichts verfolgt werden. Und Taten, die erst gar nciht zur Anzeige gebracht wurden- auch schwierig.
Dass etwas vorgefallen sein könnte, ist aber nur ein Grund für eine Untersuchung. Vorverurteilungen sind hier genauso falsch wie anderswo auch.
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