Tanja hat m.E. 2 Probleme, was die Clique angeht: zu viel Zeit und zu wenig Geld. Bei den meisten anderen in eurer Truppe dürfte es genau umgekehrt sein.
Dass Tanja keine bezahlte Arbeit aufnehmen will, kann oder was auch immer, kann ich nachvollziehen. Soll der Ex doch erstmal bluten(Sorry für die Übertreibung). So wie Lufti aber Tanja beschreibt, ist sie aber nicht der Typ, der glücklich ist fürs „Nichtstun“ bezahlt zu werden. Ihr Selbstwertgefühl würde auch bei einem Unterhalt von 10000 Euro nicht viel größer.
Ehrenamtlich zu arbeiten, birgt die Gefahr mit den Leuten zusammenzutreffen, die sie aus Ehezeiten kennen und sie mit wirklichem oder vorgetäuschten Mitleid überhäufen.
Urlaub kann ja schön sein. Aber alleine, womöglich von Paaren umgeben?
Ich würde versuchen , Tanja zu bestärken, ihre Fähigkeiten wiederzuerkennen. Sie hat doch einen tollen Beruf, aber da muss sie wieder reinfinden. Es ist doch klar, dass sie sich nicht zutraut, sofort wieder in den medizinischen Betrieb einzutreten. Es gibt jede Menge Weiterbildungsseminare für Ärzte, die nur ein paar Tage dauern. die an schönen Orten stattfinden und die teuer sind. Ich bin überzeugt, dass der Ex für die Kosten aufkommen müsste, da es ihr bei der beruflichen Eingliederung helfen könnte.
Tanja käme mal raus aus der Gesellschaft, wo jeder ihr Schicksal kennt, ist nicht die verwöhnte Tussi, sondern aktiv.
@Lufti: Ich hoffe sehr, dass Tanja irgendwann erkennt was für eine großartige Freundin sie in dir hat! Ich finde es unglaublich, wie sehr du dich kümmerst!
Und "einfach mal raus" für die Freundin finde ich auch sehr gut - egal ob Wellness-Urlaub, "Stille im Kloster", Jakobsweg, Berghütte, Strand, oder was auch immer. Einfach mal raus aus der Situation ist immer gut; dann hat man selbst die größte Chance die eigene Situation mal "von außen" zu betrachten...
Lufti, ich kenne das Geflipper zwischen Beziehungsebene und Handlungsebene sehr gut. Mir hilft, innehalten und auf der Sachebene anzuschauen, ob ich, objektiv betrachtet, noch etwas "tun" kann. Meistens ist die Antwort: "Nein, den Rest musst du, Sariana, aushalten."
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Das so Tanja gegenüber zu kommunizieren, wie Sariana es für sich beschreibt, könnte ihr vielleicht auch dabei helfen, in die Handlung zu gehen : Liebe Tanja, ich unterstütze dich nach meiner Kraft, wenn du mir sagst, wobei ich helfen kann
Das erkennst du gut. Ich sehe ein Problem und dann werde ich aktiv um es zu lösen.
Ich kann es schlecht ertragen wenn andere es nicht so machen.
Das ist ja auch die gesellschaftlich akzeptierte Haltung: Machen, aktiv sein. Andererseits kann niemand den 2. Schritt vor dem 1. tun. Ich finde es wirklich prima von Dir, wie du erkannt hast und immer wieder explizit sagst, dass 6 Monate für "Tanja" relativ wenig Zeit und das Ganze für sie immer noch frisch ist. Und ich nehme an, Du kannst es so gut wie jede:r andere "aushalten", wenn jemand mit Gipsbein noch keine Kräftigungsgymnastik macht. Das geht halt erst, wenn der Gips ab ist. Und Tanja ist halt noch in der akuten Verletzungsphase, das hast Du ja richtig festgestellt.
Gerade dafür wäre Therapie im übrigen auch gut. Du demonstrierst es sehr schön: Jeder, der Tanja liebt oder gern hat, will sie jetzt irgendwie retten. Möglichst zackig und möglichst mit Action. Ich meine das durchaus positiv. Aber das erzeugt auch zusätzlichen Druck. Ein:e Therapeut:in hat die professionelle Distanz, eben genau das "auszuhalten", nicht gleich mit Action zu kommen. Sondern einfach den Raum zu geben und zu sagen: "Das ist jetzt irre schmerzhaft für dich." Und nichts weiter.
Das ist Tanjas Seite. Aber, und das hast Du auch schon erkannt: Dich gibt's auch noch. Für dich sind 6 Monate plus... ganz schön lang. Um bei der Beinbruch-Metapher zu bleiben: Du hast immer wieder gewarnt, nicht...keine Ahnung, ungesichert an dieser Bergwand zu klettern. Und jetzt ist Tanja abgestürzt. Darüber darf man kann normaler Mensch schon Frust schieben. Halte ich für völlig normal. Dazu muss auch nichts tief-mysteriöses in Dir getriggert werden. Und wenn Tanja dann erklärt, Du dürftest nicht in den Skiurlaub oder nicht vom Spaziergang erzählen, weil sie ärmste ja das Bein gebrochen hat - da platzt einem die Hutschnur. Halt ich für völlig normal.
Es ist freundlich und auch irgendwie richtig von Dir, ihr diese irrationalen Gedanken zuzugestehen. Aber Deine sind eben auch berechtigt.
"It has to be possible to feel the pain in one community without denying it to the other. It has to be!" John Oliver
Moderatorin in den Foren zu Beziehung und Sex, zu Kunst, Musik und Literatur, zu Politik und Tagesgeschen und zum Handwerken (warum auch immer). Ueberall sonst gilt: Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen.
Zitat von Akri im Beitrag #426Tanja hat m.E. 2 Probleme, was die Clique angeht: zu viel Zeit und zu wenig Geld. Bei den meisten anderen in eurer Truppe dürfte es genau umgekehrt sein.
[...]
Da finde ich jede Menge wichtige Überlegungen in Deinem Beitrag. Aber wenn ich Lufti richtig verstanden habe, müssten alle Akut-Lösungshilfen vor allem eines sein: statuserhaltend. Lieber Wellness-Spa als "Kassenklinik", lieber Urlaub als Therapie, schrieb Lufti sinngemäß.
Wenn ich mal frei rumspinne, diese Statusfixiertheit also erstmal als Randbedingung nehme, ihre Lust am Ehrenamt dazuhole und das mit einem "therapeutischen" Ortswechsel kombiniere, fallen mir nur so exklusiv-abseitige Sachen ein wie, keine Ahnung, für drei Monate bei "Ärzte ohne Grenzen" untertauchen oder sich für eine Weile in einem Entwicklungshilfeprojekt einklinken. Beides ginge relativ ad hoc - und sie hätte zwei Gefühle sicher nicht: Dass Geld in diesem Umfeld irgendeine Rolle spielt und dass sie keine Bedeutung für irgendwen hat. Klingt schräg, aber passt ja vielleicht krasserweise genau zu dem, was Tanja als "schick genug" oder "ansehensaufpolsternd" braucht.
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Halte Dir jeden Tag 30 Minuten für Deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mache ein Nickerchen. (A. Lincoln)
Zitat von Akri im Beitrag #426Tanja hat m.E. 2 Probleme, was die Clique angeht: zu viel Zeit und zu wenig Geld. Bei den meisten anderen in eurer Truppe dürfte es genau umgekehrt sein.
Dass Tanja keine bezahlte Arbeit aufnehmen will, kann oder was auch immer, kann ich nachvollziehen. Soll der Ex doch erstmal bluten(Sorry für die Übertreibung). So wie Lufti aber Tanja beschreibt, ist sie aber nicht der Typ, der glücklich ist fürs „Nichtstun“ bezahlt zu werden. Ihr Selbstwertgefühl würde auch bei einem Unterhalt von 10000 Euro nicht viel größer.
Ehrenamtlich zu arbeiten, birgt die Gefahr mit den Leuten zusammenzutreffen, die sie aus Ehezeiten kennen und sie mit wirklichem oder vorgetäuschten Mitleid überhäufen.
Urlaub kann ja schön sein. Aber alleine, womöglich von Paaren umgeben?
Ich würde versuchen , Tanja zu bestärken, ihre Fähigkeiten wiederzuerkennen. Sie hat doch einen tollen Beruf, aber da muss sie wieder reinfinden. Es ist doch klar, dass sie sich nicht zutraut, sofort wieder in den medizinischen Betrieb einzutreten. Es gibt jede Menge Weiterbildungsseminare für Ärzte, die nur ein paar Tage dauern. die an schönen Orten stattfinden und die teuer sind. Ich bin überzeugt, dass der Ex für die Kosten aufkommen müsste, da es ihr bei der beruflichen Eingliederung helfen könnte.
Tanja käme mal raus aus der Gesellschaft, wo jeder ihr Schicksal kennt, ist nicht die verwöhnte Tussi, sondern aktiv.
@Akri
Sehr gute Analyse!
Sehe exakt auch so.
Im Grunde ist das Beste, dass Tanja Ärztin ist. Wäre sie Bankkauffrau oder Graphikerin sähe die Maläse noch malader aus.
Du skizzierst auch gut den Weg. Und auch als angestellte Assistenzärztin wird sie derzeit gesucht noch und nöchter. Insbesondere, wenn sie deutsch schon kann Mit paar Tagen Symposium dürfte die Expertise nicht reanimiert sein, aber vielleicht wäre es gut, da mal Berufsluft zu schnuppern, sich auf die alten Meriten zu besinnen und paar Kollegen zu treffen.
@Aen, zu "Ärzte ohne Grenzen": ich glaube, wer die letzten 30 Jahre nicht bzw. seit Studium und Promotion überhaupt noch nie gearbeitet hat und dann gleich vollen Einsatz bringen soll, wird das - so fürchte ich - nicht packen.
Ich schrieb ja gleich zu Beginn im Thread, dass es mir scheint, als würden durch den "Fall Tanja" die Werte aller Beteiligten zur Debatte gestellt. Alles andere ist dann Beiwerk. @Lufti, ich finde wirklich beeindruckend, wie sehr Du Dich kümmerst und engagierst. Du bist ihr da eine wahre Freundin! Andererseits habe ich, die ich komplett außen vor bin, den Eindruck, dass Du die Person Tanja möglicherweise auch ein bisschen verklärst. Du schreibst, sie hätte sich jetzt so verändert - hm. Vielleicht hattest Du vorher nur nie Anlass und Gelegenheit, Dich intensiver mit ihr als Person auseinanderzusetzen? Sie war eben "da", Ihr wart Euch sympathisch und gut war es. Nun gibt es Umstände, die sie und ihre Persönlichkeit viel stärker herausstellen.
Ganz aus der Ferne wundere ich mich, dass Tanja ihren Lebensweg so wie beschritten gewählt hat. Sie ist nur wenig älter als ich, und in meiner Generation war die Hausfrauenehe schon ein komplett überholtes Modell vorvergangener Generationen. Und als Medizinerin - hm. Auch in wohlsituierten Kreisen und auch wenn der Mann eine Person des öffentlichen Lebens darstellt, hat sie doch Medizin studiert und nicht irgendein Orchideenfach, um dann auf Empfängen geistreich plaudern zu können (überspitzt gesagt). Will heißen, ich bin erstaunt, dass darauf keine Berufstätigkeit folgte. Was gestern hier dazu geschrieben wurde, dass sie am liebsten möchte, Ihr fahrt auch nicht mehr Boot und bestellt kein Catering mehr, da ploppte bei mir "Prinzessin" auf.
Kann sein, dass ich völlig falsch liege und ihr unrecht tue. Ich schreibe es trotzdem hier hin, weil Du ja Anregungen zum Umgang suchst und weil ich denke, dass es Dir evtl. gut tun könnte, von dieser "Sie hat sich so verändert"-Schiene etwas Abstand zu gewinnen. Ich lese Dich immer als argumentativ sehr klare und deutliche Userin. Verständlich, dass Dir hier die eigene Hilflosigkeit nicht guttut. Aber ich fürchte, Du wirst damit umgehen lernen müssen, dass Dein Einfluss hier begrenzt ist. Und die Traurigkeit, die Du gestern beim Treffen spürtest, kann ich nachvollziehen. Egal, wie es kommt - mit Tanja und Dir und der Clique wird es nicht mehr so sein, wie es war. Das ist ein Abschied, auch für Dich.
Zitat von Lori-OT im Beitrag #434@Aen, zu "Ärzte ohne Grenzen": ich glaube, wer die letzten 30 Jahre nicht bzw. seit Studium und Promotion überhaupt noch nie gearbeitet hat und dann gleich vollen Einsatz bringen soll, wird das - so fürchte ich - nicht packen.
Wäre auch mein erster Gedanke. Ich hab allerdings unlängst eine Dokumentation gesehen, die mir zeigte, dass die Bandbreite der Aufgaben in Anspruch und Umfang durchaus gestaffelt ist - und vor allem, dass die Vor-Geschichten derer, die eine Weile als "Ärzte ohne Grenzen" mithelfen, erstaunlich unorthodox sind.
War jetzt auch nicht als "beste Lösung" für Tanja gedacht, eher als Versuch, ihrem ungewöhnlichen Krisen-Anspruchsprofil irgendwie entgegenzudenken.
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Halte Dir jeden Tag 30 Minuten für Deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mache ein Nickerchen. (A. Lincoln)
Aen, sorry, aber MsF oder Entwicklungshilfe gleichsam als Therapieprojekt? Nein danke. Für sowas muss man erstens gefestigt und kompetent sein (ich staune über 'sie könnt jederzeit als Medizinerin' - 30 Jahre nach der Promotion, ohne Erfahrung?) und zweitens geht's dabei darum, _anderen_ zu helfen.
Klar, sie muss jetzt erstmal aus der Nabelschau rauskommen und möglicherweise wär ein Hardcore-Programm, wo sie sie sich um andere kümmern soll - so sie das kann! - und nicht ständig auf sich fixiert ist, genau das Richtige. Aber dann würd ich eher mal kleinere Brötchen backen.
Zitat von Lori-OT im Beitrag #434 Andererseits habe ich, die ich komplett außen vor bin, den Eindruck, dass Du die Person Tanja möglicherweise auch ein bisschen verklärst. Du schreibst, sie hätte sich jetzt so verändert - hm. Vielleicht hattest Du vorher nur nie Anlass und Gelegenheit, Dich intensiver mit ihr als Person auseinanderzusetzen? Sie war eben "da", Ihr wart Euch sympathisch und gut war es. Nun gibt es Umstände, die sie und ihre Persönlichkeit viel stärker herausstellen.
Natürlich kamen mir die Gedanken auch schon in der ganzen Drama Zeit.
Viele Gedanken....
Natürlich auch Überlegungen wie die anderen agieren wurden in der Situation.
Ich habe schon immer gesagt, es ist recht einfach hohe Moralvorstellungen und Werte zu haben wenn man im sicheren Bett liegt.
Jemand der genug Geld hat wird sicher nicht auf die Idee kommen ein Brot zu klauen. Jemand der kein Geld und großen Hunger hat, wird es in Erwägung ziehen
Nun zu sehen wie sie sich verändert hat, stellt natürlich einiges aus der Vergangenheit in Frage. Ich hätte sie anders eingeschätzt. Auch das muss ich verdauen.
Und auch meine eigenen Werte müssen überdacht werden. Dazu auch der kritische Blick auf andere in der Gruppe.
Sie ist ja nun finanziell sehr weit weg vom Brot klauen. Da könnte man in der Tat auch in der Clique mal einen etwas realistischeren Blick auf viele Einkommen in Deutschland richten. Wir klauen auch alle kein Brot. Wenn sich 2000 Euro im Monat plus Privatversicherung für sie so arm anfühlt, dann ist sie vorher zu hoch geschwebt......
Lufti, in der Rückschau gingen mir oftmals ganze "Kronleuchter" auf. Die Person(en) waren schon vorher so, ich wollte/konnte es nur nicht sehen, obwohl mich meine beste Freundin auf die Alarmglocken hinwies.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Lufti, Kontakt reduzieren ist reiner Selbstschutz und Fürsorge für dich. Ob du ihr signalisierst, dass du dennoch für sie da bist oder nicht, sie wird es als "Fallenlassen" interpretieren. Machst du nichts.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Zitat von Kitty_Snicket im Beitrag #436Aen, sorry, aber MsF oder Entwicklungshilfe gleichsam als Therapieprojekt? Nein danke. Für sowas muss man erstens gefestigt und kompetent sein (ich staune über 'sie könnt jederzeit als Medizinerin' - 30 Jahre nach der Promotion, ohne Erfahrung?) und zweitens geht's dabei darum, _anderen_ zu helfen.
Klar, sie muss jetzt erstmal aus der Nabelschau rauskommen und möglicherweise wär ein Hardcore-Programm, wo sie sie sich um andere kümmern soll - so sie das kann! - und nicht ständig auf sich fixiert ist, genau das Richtige. Aber dann würd ich eher mal kleinere Brötchen backen.
Akri - deine Signatur ist super!
Ich möcht hier kurz einhaken, weil ich mich bei dem Gedanken, dass Tanja jetzt mit Kusshand in die Medizin... etwas schwer tue. Wir hatten kürzlich einen ähnlichen Fall (von den beruflichen Eckdaten her) - das ging GARNICHT. Also null. Allein schon die IT, geschweige denn das Fachliche. Trotz Ärzte-(Nachwuchs)Mangel - da tu ich mich schwer zu glauben, dass sie sich nach einer Anstellung (nehmen wird man sie ws sogar "müssen" im ÖD, wenn keine qualifizieteren Bewerbungen zeitgleich da sind). Aber bleiben wird sie ggf nicht lang. Das möcht ich nur kurz zu bedenken geben, also dass es nicht zwangsläufig so sein muss, dass sie da nun tolle berufliche Chancen hat.
Zitat von Lufti im Beitrag #439Für sie sind es erst 6 Monate und für mich ist es eine gefühlte sehr langes halbes Jahr der Rücksichtnahme.
Habt Ihr denn vor diesen sechs Monaten auch schon gelegentlich über Probleme und Sorgen, die ja jeder mal hat, gesprochen? Ich habe ein bisschen den Eindruck, dass hier einfach aus einer lockeren Bekanntschaft aus der Notlage heraus mehr geworden ist.
Zitat von Sariana im Beitrag #442Lufti, in der Rückschau gingen mir oftmals ganze "Kronleuchter" auf. Die Person(en) waren schon vorher so, ich wollte/konnte es nur nicht sehen, obwohl mich meine beste Freundin auf die Alarmglocken hinwies.
Ja, das wollte ich mit meinem vorigen Beitrag auch sagen. @Lufti, es ist gut, wenn Du da jetzt schon "dran" bist. Du sollst Sie ja nicht fallenlassen, aber emotional bissl zurücktreten. Und Dein Hilfsangebot steht dabei ja nach wie vor.
Habt Ihr denn vor diesen sechs Monaten auch schon gelegentlich über Probleme und Sorgen, die ja jeder mal hat, gesprochen? Ich habe ein bisschen den Eindruck, dass hier einfach aus einer lockeren Bekanntschaft aus der Notlage heraus mehr geworden ist.
Doch wir waren auch davor schon enger. Aber seitdem hat es sich noch intensiviert.
Und eben weil wir vorher bereits enger waren, komme ich mit der Veränderung nicht gut zurecht.
Zum Beruf: Es ist halt die Frage, ob sie um des Prestiges willen Medizin studiert hat oder aus Leidenschaft für das Fach. Je nachdem kann sie sich dann jetzt noch beruflich wirklich etwas aufbauen oder nicht. Das Fachliche sehe ich dabei weniger als Problem (spätestens seit mir ein Klinikchef neulich sagte, ich solle jetzt bitte mal kurz still sein, denn er müsse im PC nachsehen, was die Leitlinien für meinen Fall denn besagen, denke ich, dass auch Späteinsteigerinnen wie Tanja nicht abgeschrieben werden müssen) denn die Frage, ob sie will und was sie einzubringen und zu investieren bereit ist. Ein Syrer als Arzt mit Sprachbarriere und abweichender beruflicher Laufbahn ist mir im Zuge obiger Krankheit übrigens auch untergekommen. Für mich als Patientin konnte er wesentlich mehr zur Heilung beitragen als genannter Klinikchef - aber das nur am Rande (er war dort angestellter Arzt). Will heißen: Möglichkeiten wären für sie schon da, aber ob es ihr taugt und zu ihrer Persönlichkeit passt, muss sie selbst sehen.
Zitat von Lufti im Beitrag #439Ich finde die ganze Situation sehr komplex und schwer zu sortieren.
Für sie sind es erst 6 Monate und für mich ist es eine gefühlte sehr langes halbes Jahr der Rücksichtnahme.
Kein Kontakt bzw reduzieren wäre sicher hilfreich. Auf der anderen Seite würde sie sich dann genau im fallen lassen bestätigt fühlen.
Ahhhhh.....
Also das sehe ich nicht so tragisch!
Du hast sie gestern ausführlich gesehen, gesprochen, gestützt. Heute ist der 15.
Wenn du sie jetzt am 02. Juli wieder anfunkst, fragst, Tanja wie geht es? Hast Lust auf ein Eis oder Bier im Biergarten? dann ist das imho ein vollkommen normaler Rhythmus und liebevoll unterstützend.