Klar ist es mit einem Wellness Urlaub nicht getan.
Da hast du völlig Recht. Aber die Frau ist nun seit 6 Monaten in ihrem düsteren Trott und ich denke/hoffe das wenn sie mal raus kommt und etwas anderes sieht, das sie dadurch vielleicht die Kraft für den ersten Schritt machen kann.
Sieht sie ja bei euren Treffen und Ausflügen, dass sie sich nicht mehr wohl dabei fühlt. Da stelle ich mir das Wellness-WE ja erst recht schlimm vor, noch dazu wenn du bezahlst.
Mir erschließt sich beim Lesen ihre finanzielle Not nicht. Kann sich nichts leisten und ist stark abgestiegen mit 2000 Euro? Ist der Mann Millionär?
——————————————————————————————————— Die Dinge sind nie so, wie sie sind. Sie sind immer das, was man aus ihnen macht. (Jean Anouilh)
Lufti, Wellness ist Pflaster drauf und nach einer Woche, ein paar Tagen wieder ab. Du bist ein Handlungstyp und doch kannst du nicht die ganze Welt in Ordnung bringen. Ich vermute, du und ich ticken in der Hinsicht ähnlich. Und das Nichtstun können, wenn das Gegenüber mit 101 "ja, aber ..." kommt, macht "wütend" aus der Ohnmacht heraus.
Lufti, das wird ein Abschied auf Raten.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Annilein, im Raum München musst du keinen Millionär als zukünftig geschiedenen Ehemann haben, um mit plötzlich noch 2000 Euro im Monat haushalten zu müssen. Wenn du schnell eine Wohnung brauchst, musst du mit allermindestens 1000 Euro kalt für vielleicht 50 m² rechnen. Das ist hier einfach so. Und das ist NUR die Miete.
Dodadadiamoisongdesisahoidamoiaso
Ein kluges Wort, und schon bist du Kommunist (Autoaufkleber aus den 80ern)
Ja, Annalen, selbst wenn 2000 Euro zur Verfügung stehen, kann der Abstieg deutlich sein, ohne dass der Mann Euro-Millionär ist - aber das ist nicht das Schlimmste an Tanjas Situation, denn daran hängt neben dem Gefühl, aussortiert zu werden, auch Zukunftsangst und die Befürchtung, sich sozial ganz neu aufstellen zu müssen
Lufti, deine Freundin ist wie gelähmt- du kannst sie dir nicht dauerhaft auf den Arm nehmen und irgendwo hintragen, wenn sie selbst nicht weiß, wohin es gehen könnte
Mal ketzerisch gefragt: MUSS man denn in München wohnen?
Ich muss auch mit weniger Geld auskommen, wohne aber eben nicht in München. Wenn es dort nicht ausreicht, muss man schauen, was man ändern kann. Entweder mehr selbst verdienen (will oder kann sie aktuell nicht) oder woanders hinziehen. Was anderes bleibt doch dann gar nicht. Traume hin oder her, man hat doch keinen Geburtsanspruch auf Leben im Luxus. Wenn es nicht reicht, muss man runterschrauben. Das erdet so manch einen auch.
Zitat von Neustart im Beitrag #408Lufti, deine Freundin ist wie gelähmt- du kannst sie dir nicht dauerhaft auf den Arm nehmen und irgendwo hintragen, wenn sie selbst nicht weiß, wohin es gehen könnte
Dauerhaft sicher nicht.
Aber es sind für sie erst 6 Monate und es fühlt sich für mich nicht richtig an, sie bereits jetzt ohne Airbag zu lassen
Trauma weil sie verlassen wurde? Meine Güte. Und die Menschen die wirklich ein solches haben, müssen wegen solcher Nicklichkeiten sehr lange auf einen Termin oder einen Rehaplatz warten.
Eine alte Indianer Legende besagt: Wenn Du stirbst, begegnest Du auf der Brücke, die zum Himmel führt, allen Tieren, die Dir auf Deinem Weg zu Lebzeiten begegnet sind. Und diese Tiere entscheiden, ob Du weiter gehen darfst oder nicht.
Zitat von Lufti im Beitrag #399 Ich muss zugeben das es mir nur bedingt gelingt. Ich war nie 30 Jahre mit jemanden verheiratet.... Ich war nie abhängig von einem Mann..... Ich kann mir auch nicht vorstellen finanziell so abzurutschen....
Ich meine nicht, dass das Geld das Hauptproblem ist. Ich sagte es ja schon, ihr Leben und ihre Welt war vollkommen auf Ehe, Ehemann und das Konstrukt um diese Versorgungsehe gestrickt. Das ist von jetzt auf gleich vollkommen zusammengebrochen. Die persönliche Enttäuschung und Fassungslosigkeit dürfte grenzenlos sein. Und ja, ich bin nicht von meinem Mann abhängig, verheiratet und wenn ich die Zeit des Zusammenlebens mitzähle, kommen wir auch fast auf diese Zahl. Wenn ich mir vorstellte, dass mein Mann unsere Ehe auf die von dir geschilderte Art und Weise aufkündigte - nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Auch für mich bräche eine Welt zusammen. Ob ich dann die nächste Zeit noch arbeiten könnte, kann ich mir auch nicht vorstellen.
Zitat von Lufti im Beitrag #399 Und natürlich ist auch ein Impuls in mir da, der sagt: verdammt nochmal ich habe die vor vielen Jahren gesagt das du dich besser absichern musst, das du dein eigenes Geld brauchst, das es keine Garantie für ein immer und ewig gibt.
Es geht nicht um Absicherung. Sie IST abgesichert, das hast du hier nun schon mehrfach ausgeführt. Sie hat Unterhalt, sie ist krankenversichert, sie ist rentenversichert - so habe ich dich verstanden. Dass das Niveau sich nicht mehr ganz auf dem bewegt, was man vor der Trennung hatte, dürfte nicht so überraschend sein. Ganz nebenbei, würden mein Mann und ich uns trennen, müssten wir sicher auch Abstriche machen. Wir leben von zwei nicht schlechten Gehältern - muss jeder wieder nur noch mit dem zurechtkommen, was er selbst verdient, bliebe weniger für den freien Verbrauch.
Tanja hat ein Problem, sich damit abzufinden und zurechtzufinden, dass das, was sie als ihre Welt angesehen hat, nicht mehr vorhanden ist. Dazu kommen massive Verletzungen und Verunsicherungen. Wenn sich ein Punkt verändert, verändert sich doch auch alles rundherum. Das ist ihr Problem in meinen Augen, nichts anderes. Das kann sie aber sicher nicht so sehen und noch weniger verbalisieren. Auch deshalb wäre therapeutische Hilfe sicher anzuraten.
Das erkennst du gut. Ich sehe ein Problem und dann werde ich aktiv um es zu lösen.
Ich kann es schlecht ertragen wenn andere es nicht so machen.
Du bist nicht in ihrer Situation. Nie gewesen bisher. Du kannst nicht wissen, wie du in so einer oder einer von der Reichweite und dem Schock vergleichbaren Situation empfinden und agieren würdest. nach wenigen Monaten, wohlgemerkt.
Wenn sie nach 6 Jahren immer noch so marode wäre - würde ich auch sagen, Madl, aufgeht's! Aber jetzt ist das auch überfordernd, schätze ich.
DU kannst nix tun, außer Angebote machen und die offen lassen. Und mal in einer ruhigen Stunde überlegen, warum dich eigentlich der finanzielle Ruin eines anderen Mensch so triggert. Was für Gefühle das bei dir macht. Für dein Leben.
Jetzt würde ich DIR raten, mal loszulassen für diesen Monat. Das tut euch beiden sicher gut.
Finanziell wird sie weicher fallen als andere, emotional liegt sie bildlich gesprochen momentan im Sumpf. Nur muss sie sich selbst rausziehen, die Hilfsmittel nutzen, die bereits herumliegen.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Zitat von Kleinfeld im Beitrag #412Trauma weil sie verlassen wurde? Meine Güte. Und die Menschen die wirklich ein solches haben, müssen wegen solcher Nicklichkeiten sehr lange auf einen Termin oder einen Rehaplatz warten.
Ich würde jetzt nicht sagen, DASS Tanja ein Trauma hat, aber auch nicht, dass sie es nicht hat.
Zitat von R_Rokeby im Beitrag #414 Und mal in einer ruhigen Stunde überlegen, warum dich eigentlich der finanzielle Ruin eines anderen Mensch so triggert. Was für Gefühle das bei dir macht. Für dein Leben.
Du hast es mehrfach angedeutet....
Es triggert bei mir sicher nicht, das es mir Angst macht selbst in diese Position zu kommen. Denn das kann (finanziell)überhaupt nicht passieren.
Es triggert mich in ihrem Fall weil es total unnötig bzw. Zu verhindern gewesen wäre.
Zitat von Kleinfeld im Beitrag #412Trauma weil sie verlassen wurde? Meine Güte. Und die Menschen die wirklich ein solches haben, müssen wegen solcher Nicklichkeiten sehr lange auf einen Termin oder einen Rehaplatz warten.
Genau das ist der Punkt. Es steht dir nicht zu das zu beurteilen.
Zitat von Chickenwings im Beitrag #410Mal ketzerisch gefragt: MUSS man denn in München wohnen?
Nein, muss man nicht.
Ich bin hier geboren und die Stadt ist meine Heimat. Hier habe ich ein soziales Netzwerk.
Ich habe mehrmals im Ausland gewohnt und kam immer wieder zurück. Und ich würde eher in der Schuhschachtel leben bevor ich mein München aufgebe.
Für die Freundin wäre es aber vielleicht nicht die schlechteste Idee, woanders ihr neues Leben anzufangen. Gerade, wenn es anscheinend so problematisch ist, dass sie überall bekannt ist.
Zitat von Chickenwings im Beitrag #410Mal ketzerisch gefragt: MUSS man denn in München wohnen?
Nein, muss man nicht.
Ich bin hier geboren und die Stadt ist meine Heimat. Hier habe ich ein soziales Netzwerk.
Ich habe mehrmals im Ausland gewohnt und kam immer wieder zurück. Und ich würde eher in der Schuhschachtel leben bevor ich mein München aufgebe.
Für die Freundin wäre es aber vielleicht nicht die schlechteste Idee, woanders ihr neues Leben anzufangen. Gerade, wenn es anscheinend so problematisch ist, dass sie überall bekannt ist.
Das finde ich auch einen guten Punkt. Sie sollte es dann auch nicht so sehen wie: der mich vertrieben, sondern ich fange ein neues Leben an. Ich sehe sie in der Opferrolle. Da muss sie raus.
Zitat von Lufti im Beitrag #419[. Denn das kann (finanziell)überhaupt nicht passieren.
t
nun, du hast dir das doch überlegt. Das halte ich für recht automatisch, dass man das überlegt.
Mehr meinte ich übrigens nicht...
Ich finde, du bist eine gute Freundin. ICH hätte bei einer Freundin nur "Grad8-9" wesentlich distanzierter und wurstiger reagiert. Eher : "Ach du Arme, schlimm schlimm, was ein Idiot, wirst sehen, nächstes Jahr sieht alles anders aus!, Herr Ober, bitte noch ein Glas Merlot für uns..."
Zitat von Kleinfeld im Beitrag #412Trauma weil sie verlassen wurde? Meine Güte. Und die Menschen die wirklich ein solches haben, müssen wegen solcher Nicklichkeiten sehr lange auf einen Termin oder einen Rehaplatz warten.
Weißt du, was im stillen Kämmerlein an alten Verletzungen hochkommt? Selbst wenn es "nur" eine sogenannte Anpassungsstörung ist, die einen berappeln sich, weil sie es gelernt haben, lernen mussten, die anderen kommen nur mit externer Unterstützung und professioneller Hilfe raus. Und wenn Tanja aufgrund ihrer privaten Krankenversicherung eine Chance hat, schnell an einen Therapeuten oder in eine Klinik zu kommen, umso besser. Ich habe in einer Lebenskrise trotz wenig Geld meine Therapie selbst bezahlt.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)