Zitat von Chickenwings im Beitrag #370Männer gehen an sowas mit mehr Selbstbewusstsein ran und zerdenken nicht alles. Deshalb wirkt sein Gehabe nach Aussen eben souverän.
Ja, das scheint tatsächlich zu stimmen. Sein Verhalten IST ja auch, genau genommen, souverän (und wirkt nicht nur so), weil er wohl von sich selbst und seinem Vorgehen überzeugt ist.
Zitat von Aen im Beitrag #369 Die Kinder - sie sind erwachsen, sagtest Du? - würde ich auch mit ins Boot nehmen. Ist nicht schön und mag man niemanden mit belasten, trotzdem sind sie wichtig und kämen wohl nicht damit klar, in einer entscheidenden Phase nicht da gewesen zu sein.
Welche *entscheidende Phase* meinst Du?
Wenn diese erwachsenen Kinder nicht ganz blind sind, dann wissen sie doch, wie es ihrer Mutter geht.
Zitat von Lufti im Beitrag #366 Denn die öffentliche Meinung deckt sich so ziemlich wie hier. Wenn er sie von heute auf morgen ersetzt hat, dann ist da ja schon länger was im argen gewesen und wahrscheinlich waren sie schon länger getrennt und haben nur nach aussen den Schein aufrecht erhalten.
Dieses *von heute auf morgen* scheint mir eigenartig. Ist jetzt keine Frage, die zum Beantworten gedacht ist - aber Du, als Freundin, kennst doch bestimmt die Vorgeschichte und den Verlauf?
Zitat von Aen im Beitrag #364 Ja, eine "weiche" Mediation wäre mir bei einer Trennung, die jetzt schon alle Anzeichen eines knallharten Rosenkriegs zeigt, auch zu heikel.
Eine Mediation macht eigentlich am meisten Sinn, wenn sich beide Parteien darüber einig sind, dass die Ehe beendet ist und *nur noch* einzelne Modalitäten zu klären sind.
Mitten in einem strittigen Verfahren bringt sie jedoch nichts.
Wegen des knallharten Rosenkrieges ... ich denke, Tanja unterschätzt, was auf sie zukommen wird/könnte. Wenn sie jetzt schon quasi am Limit ist, dann wäre ihr am meisten damit geholfen, sie davon zu überzeugen, schnellstmöglich der Scheidung zuzustimmen. U.a. auch wegen der *Gunst der Stunde*, wie hier auch schon erwähnt wurde. Vielleicht kann man (kann @Lufti) sie darin bestärken, dass man (also die viel beachtete Öffentlichkeit) ihr das als das Gegenteil von Schwäche auslegen würde?
Zitat von Neustart im Beitrag #363 Ich habe *eine Reha bekommen, bei der es darum ging, mich emotional zu stützen * danach einen Psychologen gefunden mit dem Arbeitsauftrag ' Begleitung durch den Kampf, den ex mir ankündigte * einen Anwalt beauftragt mit dem Hinweis, dass ich mich zunächst hinter ihm verstecken können möchte, wenn ex loslegt.
Das klingt nach einer sehr überlegten - und vorbildlichen - Vorgehensweise. Gerade der begleitende Psychologe könnte für Tanja eine ganz wichtige Stütze sein, schon aufgrund seiner neutralen Stellung.
Wenn sie schon solche Vorbehalte wegen einer Reha hat - Klapse! :(( -, dann wäre wenigstens der Psychologe eine Anlaufstelle, von der niemand etwas erfahren würde.
Mich beschäftigt ein total bescheuertes Bauchgefühl. Macht mich völlig kirre.
Hab sogar schon meinen Mann angerufen, in der Hoffnung das er mich irgendwie beruhigen kann. Fehlanzeige.
Ich finde Bauchgefühl immer sehr wichtig. Höre bitte drauf und hole bitte wirklich noch andere Freunde "ins Boot". Gibt es in der Clique nicht noch irgendjemand, der ihr näher steht, so wie du?
Ihr könnte Tanja jetzt nicht ständig überwachen oder an die Hand nehmen, aber ich glaube, so Einzeltreffen, wie das gestrige, ist jetzt eher das was sie braucht, statt Ausflüge mit der ganzen Truppe.
Ansonsten werte ich es als positiv, dass sie tatsächlich ja auch in einigen Dingen Einsicht zeigt, und auch weiß dass ihre Ehe tatsächlich vorbei ist. Sie ist auf dem richtigen Weg...
Zitat von Hases_Frau im Beitrag #374Warum soll sie denn eine Reha beantragen, wenn sie mit dem Hintergrund problemlos eine Einweisung in eine Akutklinik bekommen würde ? @Lufti: Wenn Ihr da entsprechende Adressen braucht, einfach PN an mich. Gibt übrigens auch eine ganz tolle akute Psychosomatik direkt am Chiemsee, die auch noch andere Krankheitsbilder (als Reha) behandelt, so daß sie Niemandem erzählen müßte, daß sie stationär wegen der Psyche geht.
Da bin ich ganz bei dir. Eine Reha ist eine Reha. Sie ist jetzt akut psychisch krank, vermutlich. So gehört die erstmal in eine Klinik. In den Kliniken gibt es auch meist Wartelisten, aber man kann es versuchen. Ich würde ihr zureden zum Arzt ihres Vertrauens zu gehen. Sie soll ihm schildern was so los ist und wie bescheiden es ihr geht. Das Sie einfach nicht mehr klar kommt. Eine Reha kann daran anschliessen.
Lufti, bei aller Freundschaft und Hilfsbereitschaft: Übernehmt euch nicht - es zehrt extrem an einem, wenn man als Laie versucht aufzufangen, was in Profi-Hände gehört.. Der Impuls, ihr zu helfen, ist nachvollziehbar, aber es wird wahrscheinlich nicht reichen.
Sagt ihr deutlich, dass sie auf jemanden zurückgreifen muss, der Erfahrung hat in der Begleitung von Menschen, die in einer emotionalen Notsituation sind. Dass der finanzielle Aspekt für sie hart ist, ist doch eher untergeordnet - sie muss ihr gesamtes Leben neu sortieren.
Möglich, dass es dazu führt, dass sie nicht mehr Teil der Clique sein wird, sondern vielleicht nur noch Kontakt zu einzelnen Personen haben wird ... nicht wegen ihrer veränderten finanziellen Situation, sondern weil sich ihre Bedürfnisse ändern .
Vielleicht hat das auch Auswirkungen auf die gesamte Gruppe:
vielleicht beginnt der eine oder die andere in Frage zu stellen, was die Clique ausmacht, andere werden sich vielleicht von Tanja distanzieren, als wäre ihre Situation eine ansteckende Krankheit, mit der sie sich nicht infizieren wollen .... etc
Insofern ist ihre Befürchtung, dass sie "raus fallen" wird, durchaus realistisch, aber bei der Größe der Clique, die du erwähnt hast, wohl kaum zu verhindern auf Dauer.
Zitat von Aen im Beitrag #369 Die Kinder - sie sind erwachsen, sagtest Du? - würde ich auch mit ins Boot nehmen. Ist nicht schön und mag man niemanden mit belasten, trotzdem sind sie wichtig und kämen wohl nicht damit klar, in einer entscheidenden Phase nicht da gewesen zu sein.
Welche *entscheidende Phase* meinst Du?
In der ihre Mutter sich möglicherweise mit Selbstmordgedanken quält, die sie schlimmstenfalls in die Tat umsetzt.
ZitatWenn diese erwachsenen Kinder nicht ganz blind sind, dann wissen sie doch, wie es ihrer Mutter geht.
Das ist Tanja absolut zu wünschen. Aber ist ja nicht klar, wie weit entfernt die erwachsenen Kinder inzwischen wohnen, und ob Telefonate den seelischen Ausnahmezustand ihrer Mutter authentisch abbilden können.
Vorbeugend: Ich für meinen Teil hab an der Stelle keine Lust auf weitere (sich überbietende) Worst-Case-Spekulationen in Luftis Thread und schreib in dieser Richtung nichts weiteres mehr, bis sie sich wieder meldet. Ist ja nicht unwahrscheinlich, dass ihr Bauchgefühl etwas ganz anderes meinte bzw. sich längst wieder aufgelöst hat.
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Halte Dir jeden Tag 30 Minuten für Deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mache ein Nickerchen. (A. Lincoln)
"Traumatherapien" und so? Sie kommt doch nicht aus einem Kriegsgebiet. Und man kann sich auch zu sehr im Unglück vergessen, anstatt seine Energie dafür einzusetzen, ein neues Leben aufzubauen.
Und selbst wenn man es in Richtung "Trauma" deutet - in meinem Bereich hatten wir in Folge von 2015 mit einem unserer erfahrenen Psychotherapeuten über Hilfsmaßnahmen für traumatisierte Flüchtlinge gesprochen. Er sagte so ungefähr: "Traumatisierten Menschen hilft zunächst einmal, was allen Menschen guttut. Ein strukturierter Alltag, ein stabiles soziales Umfeld und eine erfüllende Arbeit."
'Trauma' bedeutet ja nicht nur 'Leben und Tod' und 'Krieg'. Ein Trauma ist in der Fachsprache u.a. eine Antwort auf eine extrem stressvolle Situation, die den Betroffenen erstmal handlungsunfähig macht, weil er mit der Situation nicht klarkommt. Das ist ja alles subjektiv.
"We can, in fact we must, continue to fight to make everything about society better, without destroying what's already great." Carrick Ryan, Australian political commentator
"We are all just walking each other home." Ram Dass, writer
Ich finde, dass das von Aussen überhaupt niemand beurteilen kann und darf, ob jemand traumatisiert ist oder nicht. Solche Vergleiche führen nur dazu, dass sich eben traumatisierte Menschen nicht wagen Hilfe zu suchen, weil sie meinen, sie hätten sie nicht verdient.
Zitat von Chickenwings im Beitrag #383Ich finde, dass das von Aussen überhaupt niemand beurteilen kann und darf, ob jemand traumatisiert ist oder nicht. Solche Vergleiche führen nur dazu, dass sich eben traumatisierte Menschen nicht wagen Hilfe zu suchen, weil sie meinen, sie hätten sie nicht verdient.
Absolut!
Und nicht jeder Flüchtling ist traumatisiert. Das sind nur die allerwenigsten und das ist ein Glück für alle Beteiligten.
Zitat von Chickenwings im Beitrag #383Ich finde, dass das von Aussen überhaupt niemand beurteilen kann und darf, ob jemand traumatisiert ist oder nicht. Solche Vergleiche führen nur dazu, dass sich eben traumatisierte Menschen nicht wagen Hilfe zu suchen, weil sie meinen, sie hätten sie nicht verdient.
Absolut!
Und nicht jeder Flüchtling ist traumatisiert. Das sind nur die allerwenigsten und das ist ein Glück für alle Beteiligten.
Witzig. Du stimmst einer Aussage zu, wonach "von Aussen überhaupt niemand beurteilen kann und darf, ob jemand traumatisiert ist oder nicht". Und beurteilst im nächsten Satz von außen, wer traumatisiert ist.
Aen, mit meinem Post wollte ich nicht einmal unterstellen, dass Luftis Bauchgefühl daher rühren könnte, dass sie vielleicht befürchtet, dass Tanja sich etwas antun könnte - ihr Bauchgefühl sagt ihr vielleicht ja auch ganz etwas anderes : ungutes Gefühl z.B., dass gerade für alle ein Bruch des Vertrauten stattfindet, wenn nur bei einem Mitglied der Clique eine Veränderung stattfindet.... und je größer eine Gruppe ist, umso kleiner ist wahrscheinlich der gemeinsame Nenner, das macht sie anfälliger
Zitat von Chickenwings im Beitrag #383Ich finde, dass das von Aussen überhaupt niemand beurteilen kann und darf, ob jemand traumatisiert ist oder nicht. Solche Vergleiche führen nur dazu, dass sich eben traumatisierte Menschen nicht wagen Hilfe zu suchen, weil sie meinen, sie hätten sie nicht verdient.
Absolut!
Und nicht jeder Flüchtling ist traumatisiert. Das sind nur die allerwenigsten und das ist ein Glück für alle Beteiligten.
Zitat von Neustart im Beitrag #386Aen, mit meinem Post wollte ich nicht einmal unterstellen, dass Luftis Bauchgefühl daher rühren könnte, dass sie vielleicht befürchtet, dass Tanja sich etwas antun könnte - ihr Bauchgefühl sagt ihr vielleicht ja auch ganz etwas anderes : ungutes Gefühl z.B., dass gerade für alle ein Bruch des Vertrauten stattfindet, wenn nur bei einem Mitglied der Clique eine Veränderung stattfindet
Oh, da war ich vielleicht missverständlich: Meine "vorbeugende" Bemerkung bezog sich auf niemanden außer mich selbst, denn ich selbst hab dieses Spekulationsfeld gestern ja aufgemacht, als ich Luftis Bemerkungen zu ihrem nagenden Bauchgefühl las und darauf reagierte. Ich wollte vorhin nur sagen, dass ich in dieser Richtung jetzt nichts weiteres mehr schreiben möchte - bis Lufti sich wieder meldet.
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Halte Dir jeden Tag 30 Minuten für Deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mache ein Nickerchen. (A. Lincoln)
Zitat von Chickenwings im Beitrag #383Ich finde, dass das von Aussen überhaupt niemand beurteilen kann und darf, ob jemand traumatisiert ist oder nicht. Solche Vergleiche führen nur dazu, dass sich eben traumatisierte Menschen nicht wagen Hilfe zu suchen, weil sie meinen, sie hätten sie nicht verdient.
Absolut!
Und nicht jeder Flüchtling ist traumatisiert. Das sind nur die allerwenigsten und das ist ein Glück für alle Beteiligten.
Das halte ich mal für sehr gewagt.
da ich seit 2015 fast täglich in Kontakt stehe und zwar einschlägig, beschreibe ich meine beruflichen und privaten Erfahrungen.
Zitat von Chickenwings im Beitrag #383Ich finde, dass das von Aussen überhaupt niemand beurteilen kann und darf, ob jemand traumatisiert ist oder nicht. Solche Vergleiche führen nur dazu, dass sich eben traumatisierte Menschen nicht wagen Hilfe zu suchen, weil sie meinen, sie hätten sie nicht verdient.
Absolut!
Und nicht jeder Flüchtling ist traumatisiert. Das sind nur die allerwenigsten und das ist ein Glück für alle Beteiligten.
Das halte ich mal für sehr gewagt.
da ich seit 2015 fast täglich in Kontakt stehe und zwar einschlägig, beschreibe ich meine beruflichen und privaten Erfahrungen.
Danke erstmal das ihr euch alle so viel Gedanken macht. Da ist viel wahres dran und genau deswegen hab ich diesen thread eröffnet. Ihr seid emotional nicht drin und habt daher einen objektiveren Blick
Mein Bauchgefühl ist nicht das sie sich was antut, sondern ganz eigenartig .... Ich kriege es nicht in Worte gefasst.
Es hat was von Abschied. Wir waren gestern wirklich nah und haben sehr offen gesprochen und trotzdem gleichzeitig so fern.
Es fühlt sich für mich wie mein persönliches versagen an, das wir es nicht besser hinkriegen.
Dieses drecks verdammte Geld und das wir beide gestern gefühlt haben, das es genau daran liegt.
Ich hoffe das ich mich täusche und es anders wird, wenn sie emotional wieder gefestigt ist.
Eine Reha Klinik oder Kassenklinik kommt so erstmal nicht in Frage.
Es muss was privates sein. Eher Wellness/Urlaub mit Therapie Option.
Pass aber auf, dass du dich nicht zu verantwortlich fühlst. Jemandem zu helfen geht nur, wenn derjenige auch Hilfe will. Das ist kein Versagen, wenn derjenige ablehnt und andere Wege beschreitet.
Lufti, du bist wirklich ein Schatz von Freundin. Nur: du bist für nichts verantwortlich was die Freundin betrifft und brauchst dir kein Versagen ankreiden. Wg dem Geld, und ich weiss wovon ich spreche, das ist nicht das Hauptthema. Geld ist natürlich ein grosses Hindernis wenn es nicht vorhanden ist. Aber wenn sie die Kurve da nicht kriegt liegt es viel an ihrer Persöhnlichkeit. Wenn sie eine Kämpferin ist schafft sie das. Wenn ihr alles nur zuviel ist und sie jemanden braucht der ihr alles macht dann wird das nichts. Wellnessurlaub ? Damit ist es bei weitem nicht getan. Reib dich nicht auf !
Ich Versuche mich ja in sie und ihre Gefühlswelt reinzudenken/fühlen.
Ich muss zugeben das es mir nur bedingt gelingt. Ich war nie 30 Jahre mit jemanden verheiratet.... Ich war nie abhängig von einem Mann..... Ich kann mir auch nicht vorstellen finanziell so abzurutschen....
Und natürlich ist auch ein Impuls in mir da, der sagt: verdammt nochmal ich habe die vor vielen Jahren gesagt das du dich besser absichern musst, das du dein eigenes Geld brauchst, das es keine Garantie für ein immer und ewig gibt.
Und dann Versuche ich mir vorzustellen was mir in der Situation helfen würde .... Aber da ich mich nur bedingt einfühlen kanny fällt mir das schwer
Aber auch die stärkste Persönlichkeit braucht bisweilen Zeit und Raum. Das ist jetzt erst 6 Monate. Wenn ich mal auf eine schwere Erkrankung umlege, was sind da bitte 6 Monate? Da kapiert die Patientin oft erst, was die Erkrankung bedeutet, im Alltag, für die Zukunft, was sie evtl schon verloren hat oder noch verlieren könnte etc.