Zitat von Agathe13 im Beitrag #25Man könnte? Wer ist "man"? Und wie soll das gehen, ohne das, was du "Medienhype" nennst?
"Man" könnten z.B. die sein, die immer gerne anprangern. Und dann dafür den Medienhype nutzen. Nicht reden, sondern machen.
Ja, aber was denn? Was machen? Das kann dann nämlich wieder niemand beantworten.
Ist mir schon klar. Also sollte man doch merken, dass man zwar schnell anprangern kann, aber die Lösungen liegen nicht so leicht auf der Hand. Und die Zusammenhänge auch nicht.
Ja, Sondermodell, dann kommt ja gerne ein Beitrag mit dem Inhalt, dass das nicht seine Aufgabe sei.....so beisst sich die Katze in den Schwanz. Den meisten geht es da sicher eher darum ihr Gewissen zu beruhigen, wenn sie sich darüber aufregen "auf der richtigen Seite" zu sein. Nur eben ohne Hintergründe und ohne auch andere Seiten zu betrachten wird es eben nix. Leider.
Ich kann das sogar nachvollziehen. Ich habe auch oft Dinge zu kritisieren, aber natürlich keine Lösung zur Hand, weil das meiste im Leben viel zu komplex ist, um es mit ein paar Sätzen zu regeln. Was mich aufregt, ist dieses Geschrei, dieses "XY deckt auf", aber dabei nur ganz wenig an der Oberfläche kratzen, Hauptsache, die Quote stimmt.
Ja, das sehe ich genauso. Das ist das gleiche wie dieses "Clickbaiting" im Netz. Die Überschriften sind zum Haareraufen, damit ja jemand anklickt, Drama ohne Ende und dann kommt nur heisse Luft.
Und das ist fatal, ganz besonders beim Problem des Rechtsextremismus in diesen Reihen. Das ist eigentlich zu wichtig für solche marktschreierischen Aktionen. Dennoch: Bei ca. 300.000 Polizisten mit 16 Stichproben zu kommen, finde ich schon ... ja, mir fehlen wieder die Worte.
Zitat von R_Rokeby im Beitrag #54ja, das marktschreierische "aufdecken"
bin mir auch gar nicht soooo sicher, ob ich heute den Wallraff noch so gut fände wie mit 14....
Lustig, hab ich mich kürzlich auch gefragt. Ich finde die unerbittlich selbstgerechte Pose schwerverträglich, mit der immer "eh schon klar" ist, wie (besonders) gut und (besonders) richtig geht - und zwar subito! und für bittedanke alle.
Vielleicht weil ich früher jederzeit damit rechnen konnte, dass auch "ein Joschka Fischer" es mal investigativ auf die Mütze kriegt, oder "eine Monika Griefahn", oder, keine Ahnung, "sogar Greenpeace". Heute nicht mehr - jederzeit.
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Halte Dir jeden Tag 30 Minuten für Deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mache ein Nickerchen. (A. Lincoln)
was sagst du denn inhaltlich zu solchen Journalismuskatastrophen wie Relotius. (der Spiegel ist ja nun nicht das HInterhuglhapfiner Tagblatt) Oder dass in "Reportagen" kaum mehr nachprüfbar sind wenn die vermeintlichen Beteiligten über die berichtet wird, nicht genannt werden?
Der Relotius-Skandal war 2018. Warum beziehst du dich nur auf ihn als "Journalismuskatatstrophe", während andere Pressehäuser, im Gegensatz zum Spiegel, in diessen vier Jahren Klagen und Presserats-Rügen gesammelt haben, wie manche Leute Briefmarken.
Wenn du von Reportagen ausschließlich nachprüfbare Fakten erwartest, blendest du den Unterschied dieses journalistischen Formats zu Nachrichten und Berichten aus.
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Zitat von Aen im Beitrag #57Lustig, hab ich mich kürzlich auch gefragt. Ich finde die unerbittlich selbstgerechte Pose schwerverträglich, mit der immer "eh schon klar" ist, wie (besonders) gut und (besonders) richtig geht - und zwar subito! und für bittedanke alle.
OT: Selbstgerecht und arrogant hat er sich schon in den 70ern präsentiert, als ich ihn mal live erlebt habe. Meine jugendliche Begeisterung hatte sich innerhalb von 60 Minuten vollkommen in Luft aufgelöst.
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
was sagst du denn inhaltlich zu solchen Journalismuskatastrophen wie Relotius. (der Spiegel ist ja nun nicht das HInterhuglhapfiner Tagblatt) Oder dass in "Reportagen" kaum mehr nachprüfbar sind wenn die vermeintlichen Beteiligten über die berichtet wird, nicht genannt werden?
Der Relotius-Skandal war 2018. Warum beziehst du dich nur auf ihn als "Journalismuskatatstrophe", während andere Pressehäuser, im Gegensatz zum Spiegel, in diessen vier Jahren Klagen und Presserats-Rügen gesammelt haben, wie manche Leute Briefmarken.
Wenn du von Reportagen ausschließlich nachprüfbare Fakten erwartest, blendest du den Unterschied dieses journalistischen Formats zu Nachrichten und Berichten aus.
na soooo lang ist 18 jetzt auch nicht her. Bei dir klingt das wie 1968 oder so Das war einfach der größte Skandal seit den Sterntagebüchern. Warum sollte ich mich nicht darauf beziehen? Ich nehme den max. Skandal Pars pro toto.
Was erwartest du denn von Reportagen außer nachprüfbaren Fakten? Ich staune. Gute Unterhaltung? Eine Reportage ohne nachprüfbare Fakten ist ein Roman oder?
Wenn man nix nachprüfen kann, kann alles erstunken und erlogen sein, und da sind wir wieder mal beim Relotius. Den vergisst man nicht. Warum auch.
Zitat von Aen im Beitrag #57Lustig, hab ich mich kürzlich auch gefragt. Ich finde die unerbittlich selbstgerechte Pose schwerverträglich, mit der immer "eh schon klar" ist, wie (besonders) gut und (besonders) richtig geht - und zwar subito! und für bittedanke alle.
OT: Selbstgerecht und arrogant hat er sich schon in den 70ern präsentiert, als ich ihn mal live erlebt habe. Meine jugendliche Begeisterung hatte sich innerhalb von 60 Minuten vollkommen in Luft aufgelöst.
:-)
Hm, aber dann ist der Verständnisweg für Dich ja vielleicht nicht soo lang, wenn andere hier im Thread vom Start weg anmerken, dass bei ihnen eben (auch) bei Jan Böhmermann der Sich-selbst-exrem-klasse-find- und Selbstgerechtigkeitsalarm anschlägt. Aber Du hast schon einen Punkt, wenn Du sagst, das sollte der Begutachtung der inhaltlichen Ausbeute seiner Polizei-Recherche nicht im Wege stehen.
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Zitat von Lizzie64 im Beitrag #35Böhmermann ist ein selbstverliebter Krachmacher
Böhmermann sollte sich langsam entscheiden, ob er lieber Hofnarr oder Staatsspitzel sein will. Beides zugleich funktioniert nicht, weil sich der für guten humoristischen Erfolg unverzichtbare chaotische Charakter eines Komikers nicht mit der misstrauischen Blockwartmentalität eines Schnüfflers vereinbaren lässt...
Zitat von Lizzie64 im Beitrag #35Böhmermann ist ein selbstverliebter Krachmacher
Böhmermann sollte sich langsam entscheiden, ob er lieber Hofnarr oder Staatsspitzel sein will. Beides zugleich funktioniert nicht, weil sich der für guten humoristischen Erfolg unverzichtbare chaotische Charakter eines Komikers nicht mit der misstrauischen Blockwartmentalität eines Schnüfflers vereinbaren lässt...
Was den Mix der Form angeht, hast Du mE völlig recht, das hängt gewaltig schief. Aber Du wirst an der inhaltlichen Ausbeute der himmelschreienden Fakten, die er in diesem schrillen Formenmix zutage fördert, halt jedes Mal aufs neue nicht vorbeikommen. Nicht bei Fynn Kliemann, nicht bei der Polizei, zu deren Tätigkeitsbeschreibung es u.A. nunmal gehört, übler Nachrede "neuerdings auch im Netz" stringent nachzugehen.
Und genau um dieses Stichverhältnis weiß Böhmermann einfach gut Bescheid, ist mein Eindruck.
Plump blöd wird's mE nur, wenn deutlich wird, dass Böhmermann eben auch seine Buddies hat, bei denen er auf den Anfangsverdacht anderer hin dann, nanu?, lieber nicht genauer prockelt und wühlt. So ließ er etwa Joko und Klaas die mE fiesen Fake-Sudeleien ihres Spaßformats halt doch lässig durchgehen - murmelte direkt nach Aufdeckung des NDR kurz was dazu in den Bart und gut war's. Und erstaunlich still für den notorischen Krawalloaufdecker und Skandale"weiterdreher".
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Nun ja, im Fall Klaas wurde sofort gehandelt und er bekam einen Preis aberkannt.
Anzeigen, von tatsächlichen Hassbotschaften - Angezeigt wurden Morddrohungen ebenso wie antisemitische Inhalte und verfassungsfeindliche, rechtsradikale Symbole - sind jedoch in manchen BL bis heute nicht bearbeitet, während diese in anderen BL zum Ziel führte. https://www.stern.de/kultur/tv/jan-boehm...z-31902514.html
Laut Informationen der ZDF-Redaktion verweigerte ein Polizist die Aufnahme der Anzeige und empfahl, den "Betreiber der Internetseite" zu kontaktieren. Danach soll er gefragt haben, ob die Frau "keine anderen Sorgen" habe und sie weggeschickt. In einer Polizeimeldung hieß es: "Die Polizeiinspektion Magdeburg befindet sich bereits in einer gründlichen und umfassenden Untersuchung." Es werde wegen Strafvereitlung im Amt ermittelt. ...
Die Ermittlungen liefen aktuell noch gegen Unbekannt, hieß es. Demnach hatte die Leipziger Polizei ihre IT-Systeme nach der Anzeige durchforstet. "Im Ergebnis ist zu konstatieren, dass Fakt ist, was nicht sein darf", sagte Leipzigs Polizeipräsident René Demmler: "Auch wenn ich versichern kann, dass dies kein Standard der Polizeidirektion Leipzig ist, zeigt der Fall ein Defizit auf." .. Nach Angaben des "ZDF Magazin Royale" machten die Polizeien etwa in Bayern und Baden-Württemberg den Täter in diesem Fall ausfindig. In NRW blieben die Ermittlungen dagegen ergebnislos. "Grundsätzlich beantwortet Telegram entsprechende Anfragen der Behörden erfahrungsgemäß sehr unzuverlässig beziehungsweise gar nicht", erklärte das Innenministerium. Daher sei ein Abgleich der Methoden mit denen in Bayern und Baden-Württemberg nötig. https://www.mdr.de/nachrichten/deutschla...tlungen100.html
Ein Beamter in Friedland habe die Anzeige unmittelbar nach der Aufnahme an den Staatsschutz beim Kriminalkommissariat Neubrandenburg weitergeleitet. Dort seien die Ermittlungen Anfang August begonnen worden und dauerten seither an. Ergebnisse lägen noch nicht vor. Die Äußerung eines Polizisten zu dem Mitarbeiter, dass der Vorgang möglicherweise im Papierkorb landet, sei etwas flapsig, werde aber keine Konsequenzen für den Beamten haben, sagte die Sprecherin. https://www.n-tv.de/regionales/mecklenbu...le23364788.html
Obwohl die Aufnahme der Anzeige laut Redaktion "nicht optimal" verlief, kam es in Baden-Württemberg bundesweit zu der bislang einzigen Verurteilung. Die Staatsanwaltschaft Freiburg habe Ermittlungen gegen einen Verdächtigen aufgenommen, der bei Telegram ein Hakenkreuz gepostet haben soll. Der Verdächtige wurde ermittelt, wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen angeklagt und im November vom Amtsgericht Aalen zu einer Geldstrafe verurteilt. "Strafverfolgung auf Telegram ist also möglich", resümiert das "ZDF Magazin Royale". ... Besser sei es laut Böhmermann dagegen in Hessen gelaufen. Dort sei die Relevanz der Anzeige von den Polizistinnen und Polizisten sofort erkannt und an den Staatsschutz weitergeleitet worden. "In elf Minuten war alles erledigt. (...) So einfach kann es gehen", so die Redaktion. https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuer...m-netz-100.html
So weit ich weiß, ist die Polizei aufgefordert jede Anzeige aufzunehmen und dieser nachzugehen. Allein dies sollte doch möglich sein.
Es wurden wahllos 16 Dienststellen ausgesucht und wie viele davon haben korrekt gehandelt?
—————————————— Die Bösen halten zusammen, auch wenn sie einander hassen, das ist ihre Stärke. Die Guten sind in alle Winde zerstreut, das ist ihre Schwäche.
Interessant, wie der Strang lief bisher. An der Tatsache schienen sich nur wenige zu stören. Es scheint egal zu sein, ob die Polizei Anzeigen aufnimmt- also ihren Job macht.
Jede Menge relativierungen.
Mir ist es nicht egal. Ich erwarte, das Anzeigen bearbeitet werden.
Habt ihr - die die Person Böhmermann und die eigenen Gefühle zu ihm in Spiel brachten - die Auffassung, nur "genehme Personen" dürften "genehme Anzeigen" stellen?
Und Hasskommentare sind nicht genehm?
Danke an die, die sich die Sache durchgelesen haben und zum Thema diskutieren. Das war die Intention des Stranges.
Zitat von Kaffeesahne im Beitrag #1Wir haben in unserer Gesellschaft große Probleme mit Hasskriminalität. Das wurde schon längst erkannt und diskutiert. Das macht nicht nur unsere Gesellschaft kaputt, verstört und zT zerstört die Opfer, ist Nährboden für die Übertragung ins reale Leben.
Das ist strafbar. Nun hat Jan Böhmermann einige Anzeigen erstattet. Und beobachtet und dokumentiert, was geschah:
Das Konzept des Experiments war ganz einfach: 16 Polizeidienststellen in allen Bundesländern meldete das Team der Sendung »ZDF Magazin Royal « Hassrede im Internet – und dokumentierte dann den Umgang der einzelnen Behörden mit den jeweiligen Fällen. Einige Dienststellen reagierten auf die Meldungen im vergangenen Sommer umgehend, andere gar nicht. Nach der Ausstrahlung der Sendung am Freitagabend ist nun klar: Gegen mindestens zwei Polizisten wurden Ermittlungen eingeleitet. https://www.spiegel.de/politik/hassposti...3f-ad3703156e33
Anzeigen von Hasskriminalität Ermittlungen gegen Polizisten nach Böhmermann-Sendung Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, aber offenbar gibt es bei der Strafverfolgung in Deutschland Defizite. Eine Aktion des "ZDF Magazin Royale" führte nun sogar zu Ermittlungen wegen Strafvereitelung innerhalb der Polizei.Eine Recherche-Aktion des Moderators Jan Böhmermann für seine Sendung "ZDF Magazin Royale" zur Verfolgung von Hassverbrechen im Internet hat bei Polizeibehörden in mehreren Bundesländern Konsequenzen für Beamte.
Hier ist die Seite, in der Böhmermann und seine Mitarbeiter dokumentiert und analysiert haben, wie in Deutschland 2021 mit Anzeigen von Hasskommentaren bei der Polizei umgegangen wird: https://tatütata.fail
Also, es ist so: hier gehen Polizisten über Recht hinweg. Hier werden Anklagende und Opfer von diesen Polizisten ihrer Rechte beraubt. Der persönliche und gesellschaftliche Schaden ist enorm.
Meine Frage ist: WARUM? Wie kann das geändert werden?
Nachtrag: Hessen hat sehr gut reagiert! Und es gibt viele Polizisten, die ihren Job gut und sehr gut machen, das muss auch gesehen werden. Es geht mir um die Problempolizisten.
Zitat von Kaffeesahne im Beitrag #66Interessant, wie der Strang lief bisher. An der Tatsache schienen sich nur wenige zu stören. Es scheint egal zu sein, ob die Polizei Anzeigen aufnimmt- also ihren Job macht.
Jede Menge relativierungen.
Mir ist es nicht egal. Ich erwarte, das Anzeigen bearbeitet werden.
Hmweißnicht, in der Absolutheit hat dieser Anspruch dann doch auch was Gekünsteltes, finde ich. Jedenfalls wenn ich mir den dichten Arbeitsalltag, das vollgepackte Arbeitsspektrum und das Arbeitsumfeld runtergeschlunzter Dienststellen so vor Augen führe, in denen Polizist/innen werkeln und wirken dürfen / müssen. Da hab ich dann doch üppig Verständnis übrig, wenn nicht jede "Das Gebell des Nachbarhundes traumatisiert mein Kaninchen im Garten"-Anzeige hochpriorisiert behandelt wird, und wenn sich der Polizist, der das Gejammer, zufällig diensthabend, ans Ohr bekommt, nicht mit artiger Verve die nächsten Stunden hinter genau diese eine Anzeige klemmt. Auch wenn die juristische Ausgangslage das nahelegt.
Ist das nun bei "Hasskommentaren" anders? Mal so überhaupt finde ich persönlich das Wort Hasskommentar reichlich aufgepustet. Derzeit gibt's, soweit ich das überblicke, keine juristisch klargezogene Handreichung dafür, was denn nun Hass in einem Kommentar ist, wo die überhaupt Grenzen des individuellen Hassendürfens a) liegen bzw. b) sinnvollerweise von c) wem gezogen werden können. Da hängen bei mir noch ein paar Fragezeichen rum. So allgemein gesprochen.
Bezogen auf die konkret vorliegenden Fälle, die Böhmermann aus dem Netz gefischt hat, braucht's allerdings mE keine frickelige Textexegese, um festzustellen: Geht nicht. Geht überall nicht. Und da, meine ich, muss ich als Polizist in die Schuhe, um zu schauen, wie ich dazu beitragen kann, dass solcher Mist nachhaltig geahndet wird.
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Zitat von Aen im Beitrag #67 "Das Gebell des Nachbarhundes traumatisiert mein Kaninchen im Garten"
Versteh die Bagatellisierung nicht. Wirklich nicht.
Man kann den Böhmermann scheiße, mediengeil und linksversifft finden, aber warum dieses vehemente Wehren gegen Aufdeckung von verschlampten Anzeigen? Es ist doch GUT, wenn das ans Tageslicht kommt!
Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume. Ich lebe in euch und geh durch eure Träume.
Hm? Du musst meine Beiträge ja nicht vollständig lesen, wenn sie Dir zu lang sind oder Dir das generell zu lästig ist. Aber Deine Fragen passen dann halt nicht recht zu ihnen.
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Es wurde betont, das es sich um strafrelevante Postings handelt (die ja zb auch dich hätte bedrohen können).
Das mal wo was schiefläuft- sollte nicht sein, aber es menschelt - aber das flächendeckend dieser Teil des Berufes nicht ausgeführt wurde, ist eine eigene Hausnummer.
Die 7 anzeigen waren: 1. Hakenkreuze 2. Sieg Heil 3. Durch die impfung wollen diese d*** juden die menschheit dezimieren 4. Digga ich schlitz dich auf 5. Ausrotten muss man diese drecksleute 6. Tuerken gehoeren auf die steckband 7. An die wand stellen...
Von 7 wuerde ich evtl 3 untersuchen. Wegen eines hakenkreuzes oder sieg Heil ist es schon lachhaft. Die polizei ist unterbesetzt, wenn sie sich um sowas auch noch kuemmern muss, wird ihr wichtige zeit genommen. Vielleicht sind diese anzeigen deshalb im buero liegengeblieben? Vielleicht gab es wichtigeres? Eine eigen soko fuer diesen online onlinescheiss gibt es nicht? Sorry, ich finde diese aeusserungen auch schlimm, aber die gesinnung dieser leute kann man mit einem "dudu" auch nicht aus der welt schaffen.
Zitat von Agathe13 im Beitrag #14Na, dann ist doch gut, dass Böhmermann auf das Problem aufmerksam gemacht hat.
Das wird sicher genau so viel bringen, wie die Aufmerksamkeit, die mittlerweile seit Jahren (!) in den Medien für die Pflegesituation generiert wird. Solange die Berufsgruppen selbst nicht massive Proteste auf die Beine stellen, bei denen wirklich jedem klar wird, was auf dem Spiel steht, wenn wir sie weiter ignorieren, wird da nichts passieren. Ganz sicher nicht, weil jemand wie Böhmermann mal wieder ein neues Thema gefunden hat, mit dem er sich selbst ins Rampenlicht rücken kann.
Böhmermann hat nun einmal eine wöchentliche Sendung und stellt daher wöchentlich ein Thema dar. Das hat für mich nichts damit zu tun, sich selbst ins Rampenlicht zu rücken.
Abgesehen davon sollte man die Relevanz eines Themas weder vom Überbringer abhängig machen noch davon, ob es andere relevante oder vernachlässigte Themen gibt. Und es geht uns hier genau wie in der Pflege alle etwas an.
Die Frage ist doch schlicht und einfach: interessiert es uns als BürgerInnen, dass die Polizei sich bzgl. Gewalt im Internet, aus welchem Grund auch immer, machtlos gibt oder machtlos ist, oder interessiert es uns nicht?
Ich für meinen Teil interessiere mich tatsächlich mehr für den Pflegenotstand und setze mich da ein, als dass mich ein Hakenkreuz im Internet interessiert. Und mir ist schnelles und konkretes Handeln gegen Kinderpornografie auch wichtiger als jemandem nachzuhecheln, der irgendeinen Blödsinn im Netz schreibt. Und ich unterstelle einigen PolizitInnen, dass sie das ähnlich priorisieren. Auf der anderen Seite muss man verstehen, dass die Stimmen im Internet Meinungen im real life entscheidend beeinflussen, dass sie Stimmungen beeinflussen, dass sich Hass und Gewalt ins real life überträgt, dass sich sowohl Amokläufer hier ggf.beeinflussen lassen als auch Gruppierungen bilden. Und dass auch "nur"im Internet verfasstes seelischen Schmerz auslöst, Angst macht, verstört, auch Existenzen zerstört. Ich erinnere da an Berichte über Menschen, wie ihr und ich, über die im Internet so viele falsche Gerüchte gestreut wurden, dass sie tatsächlich alles verloren haben.
Das Internet ist schon lange kein luftleerer Raum mehr und deshalb ist es ernst zu nehmen. Und mir kann keiner erzählen, dass man nicht mit den richtigen Ressourcen schnell und unspektakulär Namen, Adressen und Ersteller ausfindig machen kann und auch VPN umgehen. Wenn das Hacker können, warum dann nicht Spezialisten bei der Polizei?
@kaffeesahne: Nein natuerlich nicht. Aber ein hakenkreuz kann doch nicht wichtiger sein als zu einem einsatz gerufen zu werden. Es gibt mitlerweile so viele verbrechen online, dass eine normale polizeistation in wo-auch-immer nicht immer hinterherkommen kann. Mit faellt da z.b. online banking fraud ein. Ist auch eine straftat, wird aber kaum noch verfolgt weil zu haeufig passiert.