Windstärke 17 von Caroline Wahl habe ich jetzt beendet. Auszug aus dem Klappentext:
Ida hat nichts bei sich außer dem alten, verschrammten Hartschalenkoffer ihrer Mutter, ein paar Lieblingsklamotten und ihrem MacBook, als sie ihr Zuhause verlässt. Es ist wahrscheinlich ein Abschied für immer von der Kleinstadt, in der sie ihr ganzes bisheriges Leben verbracht hat. Im Abschiednehmen ist Ida richtig schlecht; sie hat es vor zwei Monaten nicht einmal auf die Beerdigung ihrer Mutter geschafft. Am Bahnhof sucht sie sich den Zug aus, der am weitesten wegfährt – auf keinen Fall will sie zu ihrer Schwester Tilda nach Hamburg –, und landet auf Rügen. Ohne Plan, nur mit einem großen Klumpen aus Wut, Trauer und Schuld im Bauch, streift sie über die Ostseeinsel. Und trifft schließlich auf Knut, den örtlichen Kneipenbesitzer, und seine Frau Marianne, die Ida kurzerhand bei sich aufnehmen.
Wie schon beim Vorgänger, 22 Bahnen, hat mich die Entwicklung der Hauptperson überzeugt. Die Darstellung erzeugt so viel Nähe, dass das allein schon reicht, um einen Sog zu entwickeln. Wermutstropfen, ebenso wie bei „22 Bahnen“: Die Liebesgeschichte empfinde ich als flach bis unglaubwürdig.
Nichts gegen Happy endings, aber dass zwei gebrochene Menschen sich Halt geben können, ohne tiefere Arbeit an ihrer Beziehung… Und dann der drogenerfahrene, unbeständige Star-DJ, der zum Marmeladekoch und Rosengärtner mutiert…
**************************** Die schönsten Wege sind aus Holz. (Annett Louisan) ****************************
Manet sticht auf ein Doppelporträt ein, das sein Freund Degas von ihm und seiner Frau gemalt hat. Im Wettstreit mit Matisse verändert Picasso seinen Kunststil radikal und malt sein Meisterwerk »Les Demoiselles d’Avignon«. Francis Bacon und Lucian Freud verbindet nicht nur die Fixation aufs Porträt, sondern auch der Hang zum selbstzerstörerischen Exzess.
Es sind nicht nur solche Geschichten, die das Buch von Pulitzer-Preisträger Sebastian Smee über vier enge Künstlerfreundschaften zu einer so unterhaltsamen und spannenden Lektüre machen.
In Biographien von acht weltberühmten Künstlern erzählt Smees Buch von Freundschaft und Rivalität zwischen höchst unterschiedlichen Charakteren, von Bewunderung, Affären, Krisen und Triumph und von einigen der bahnbrechendsten künstlerischen Entwicklungen der Moderne.
Meine Meinung dazu.... Wer sich für Kunst/Künstler/Kunstgeschichte interessiert, der sollte dieses Buch von Sebastian Smee unbedingt lesen (und genießen!).
Der Autor entwickelt die These, dass Künstler, die befreundet sind, in dieser Freundschaft auch starke Konkurrenz erleben. Allerdings ist dies eine Konkurrenz, die immer wieder wichtige Impulse für die Entwicklung aller Beteiligten liefert. Anhand von 4 Freundespaaren erzählt er von Partnerschaft und Solidarität genauso wie von Neid, Eifersucht und Rivalität – es menschelt…
Es sind faszinierende Porträts von großartigen Künstlern – spannend und mit sehr viel Verständnis für die außergewöhnlichen Charaktere geschrieben. Ganz nebenbei bekommt man einen guten Einblick in die künstlerische Entwicklung der Protagonisten und erfährt auch viele recht unbekannte Anekdoten aus deren Leben.
Alles zusammen ergibt informative Lektüre, die gleichzeitig extrem unterhaltsam ist! Wirklich empfehlenswert!
Zitat von ysa im Beitrag #2202"Kunst und Rivalität" von Sebastian Smee Meine Meinung dazu.... Wer sich für Kunst/Künstler/Kunstgeschichte interessiert, der sollte dieses Buch von Sebastian Smee unbedingt lesen (und genießen!). ... Alles zusammen ergibt informative Lektüre, die gleichzeitig extrem unterhaltsam ist! Wirklich empfehlenswert!
Das ist sicher ein Buch für mich! Schon vermerkt! Danke für den Tipp!
Zitat von Twix im Beitrag #2197Ysa, steht auch auf meiner Liste 👌
Mein drittes Leben hab ich durch und bin gespannt, was du Frangi sagst
Ich fand es sehr schön
Ich habs heute zuende gelesen. Es gefiel mir sehr gut, macht Lust auf mehr von ihr. Sie hat eine sehr schöne und ruhige Art, mit Wörtern umzugehen. Kurz und auf dem Punkt. Ich konnte mich gut in die Protagonistin hineinversetzen und ich finde, sie hat die Entwicklung, die Linda durchgemacht hat, gut beschrieben. Nur der Schluss hat mir nicht ganz so gefallen.
ich weiss nur noch nicht so richtig, warum. Vielleicht hätte ich mir etwas anderes für Linda gewünscht, mehr Entwicklung in was Neues? Aber da es ja ein Cliffhanger ist, kann sich ja noch viel draus entwickeln.
"We can, in fact we must, continue to fight to make everything about society better, without destroying what's already great." Carrick Ryan, Australian political commentator
"We are all just walking each other home." Ram Dass, writer
Barbara Kingsolvers wurde zu Recht !!! für ihre neue Erzählung "David Copperfield" mit dem Pulitzer-Preis und dem Women' s Prize for Fiction ausgezeichnet.
Darum geht es im Buch: Ein Trailer in den Wäldern Virginias, dem Land der Tabakfarmer und Schwarzbrenner, der Hillbilly-Cadillac-Stoßstangenaufkleber an rostigen Pickups. Hier kommt Demon Copperhead zur Welt - die Mutter ist noch ein Teenie und frisch auf Entzug, der Vater tot. Ein Junge mit kupferroten Haaren, großer Klappe und einem zähen Überlebenswillen, bei allem, was das Leben für ihn bereithält: Armut, Pflegefamilien, Drogensucht, erste Liebe und unermesslichen Verlust. Es ist seine Geschichte, erzählt in seinen Worten, unbekümmert, vorwitzig, von übersprudelnder Lebenskraft. Ein mitreißender Roman über ein Leben auf Messers Schneide, in dem in jedem Moment Hoffnung aufscheint.
Ich musste mich zwingen das Buch mal aus der Hand zu legen. Trotz der Schwere des Themas, lässt sich das Buch durch den Humor und die Lebensfreude, die Demon immer wieder ausstrahlt , unterhaltsam lesen und die mehr als 800 Seiten fliegen nur so dahin. Man lacht und weint mit Demon und freut sich einfach, wenn es ihm gut geht und drückt ihm die Daumen, dass es so bleibt. Ein toller, schrecklicher, berührender, einfach ein atemberaubender Roman der mir sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird.
"Du stolperst nicht, weil ich hinter dir gehe", sagt die Vergangenheit. "Du stolperst, weil du so oft zu mir zurückblickst."
Ich bin - bis jetzt - echt begeistert von dem Buch. Mir gefällt der ruhige Stil und die Tatsache, dass die Diskrepanz zwischen Recht und Gerechtigkeit mehr oder weniger subtil aufgezeigt wird... viel Material für meine Gehirnwindungen und sehr viel Diskussion.
Aber: noch hab ich es nicht fertig gelesen.... es kann also noch all ganz anders kommen
Ich habs meinem Mitbewohner zum Geburtstag geschenkt. Der liest ausschließlich im Urlaub und der steht vor der Tür. Danach bin ich dann damit dran.
Ich habe es mir mittlerweile als Hörbuch runtergeladen und werde es dann im Urlaub hören.
@ Aubree: "Demon Copperhead" reizt mich thematisch sehr, der Umfang schreckt mich aus Zeitgründen allerdings ein bisschen - aber Dein Bericht macht mir Mut :)
Ich lese gerade auch ein Buch mit Kunst-Bezug, "Let Me Tell You About a Man I Knew" von Susan Fletcher. Erzählt wird aus Sicht von Jeanne, deren Ehemann Wärter in einer psychiatrischen Einrichtung in Saint-Rémy ist - zur Zeit der Handlung hätte man es vermutlich eher Irrenhaus genannt. Kürzlich ist ein neuer Patient in der heruntergekommenen Anstalt eingetroffen, ein malender Holländer mit roten Haaren und nur einem Ohr. Jeanne, die mit ihrem Mann in einer Dienstwohnung direkt neben der Einrichtung lebt, ist ganz gebannt von dem Neuankömmling.
Die Sprache ist ein wenig spröde und einiges wird nur angedeutet, so dass das Lesen mehr Konzentration erfordert, als ich erwartet hätte, aber ich finde es auch faszinierend, in die Lebensrealität dieser Frau hineinzublicken, die sich insgeheim wohl mehr vom Leben erhofft hatte, in ihrer Zeit aber nicht aus den Zwängen von Geschlecht, Stand und Konventionen ausbrechen konnte.
This is a broken world and we live with broken hearts and broken lives but still that is no alibi. (Leonard Cohen)
I would love to live like a river flows,carried by the surprise of its own unfolding. (John O'Donoghue)
Moderatorin in Kultur und Unterhaltung | Mode und Kosmetik | Andere Sprachen - anderes Leben | Photographie | Hobbies aller Art
Malaysia 1921 Lesley Hamlyn lebt das äußerlich angenehme und gleichförmige Leben einer Frau der britischen Kolonialgesellschaft. Mit dem Eintreffen von Willie Sommerset Maugham, einem alten Freund ihres Ehemanns Robert, kehrt Lebendigkeit in das Haus zurück, und Geschehnisse aus der Vergangenheit drängen an die Oberfläche. Öffentliche Moral und persönliche Freiheit, das sind die Kontrahenten in diesem klassisch erzählten Roman über Liebe , Pflicht und Betrug
Das Buch ist wunderbar zu lesen . Bis jetzt mein Buch 2025. Es wird in verschiedenen Zeitebenen erzählt. Ein Buch zum abtauchen
Gestern beendet: "Let Me Tell You About a Man I Knew" von Susan Fletcher. Jeanne Trabuc ist mit einem Krankenwärter in der Nervenheilanstalt von Saint-Rémy in der Provence verheiratet und lebt in einem kleinen Häuschen gleich neben dem Hospital. Die Söhne sind erwachsen und aus dem Haus, ihre einzige Freundin hat ihren Mann und damit auch die Stadt verlassen und Jeannes Leben plätschert ereignislos vor sich hin. Ihre Ehe ist längst zur Routine geworden, man hat sich nicht mehr allzu viel zu sagen und manchmal sehnt sich Jeanne nach mehr, nach Anderem, nach Neuem. Und dann kommt ein neuer Patient in die Einrichtung, ein rothaariger Maler aus Holland, der sich ein Ohr abgeschnitten haben und nackt durch die Gegend gelaufen sein soll. Entgegen der Anweisungen ihres Mannes, auf gar keinen Fall Kontakt zu Patienten zu suchen, geht Jeanne auf den Neuling zu, den sie häufig draußen beim Malen beobachtet hat, und die beiden freunden sich in gewisser Weise an.
Das Buch ist ein wenig spröde-modern erzählt, in einem sparsamen, knappen Stil, so dass man sich anfangs einiges zwischen den Zeilen zusammenreimen muss. Ich brauchte deshalb eine Weile, um mich einzulesen, aber irgendwann hat es mich dann doch gekriegt und ich habe es sehr gerne zu Ende gelesen. Gefallen hat mir unter anderem, dass sich ein zentraler Konflikt auf unerwartete Weise entwickelt hat und dass Jeanne nicht übermodern wirkte. Gleichzeitig habe ich ihren inneren Zwiespalt als sehr glaubwürdig empfunden.
Auf deutsch hat es den sperrigen Titel "Lass mich dir von einem Mann erzählen, den ich kannte". Da bin ich ausnahmsweise mal nicht glücklich damit, dass man den Originaltitel übernommen hat. Auf deutsch klingt es in meinen Ohren furchtbar umständlich.
Dann habe ich noch in einem Rutsch die Comic-Biographie "Leonard Cohen: Like a Bird on a Wire" von Philippe Girard gelesen. Die Idee, Cohens Leben in Bilder nachzuzeichnen, gefiel mir gut und schön waren zahlreiche Anklänge an seine Songtexte in den Dialogen. Ohne Vorkenntnisse über Cohens Lebensweg hätte ich das Buch allerdings nicht verstanden. Es werden knappe Schlaglichter auf wichtige Stationen im Leben geworfen, man steigt aber nie sehr tief in die Geschehnisse ein. Und der Zeichenstil gefiel mir zwar von der Farbgebung her gut, die Gesichter der Figuren sahen aber großenteils für mich viel zu ähnlich und zu wenig individuell aus. Gerade bei Cohen mit seinem doch sehr markanten Gesicht hätte ich mir da mehr gewünscht. (Reinhard Kleist ist da für mich ja der Meister, seine Graphic Novel über Johnny Cash fand ich grandios.)
This is a broken world and we live with broken hearts and broken lives but still that is no alibi. (Leonard Cohen)
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Zitat von Suzie im Beitrag #2186Ich lese gerade eine schönen Schmöker, passend für eine verregneten Sonntag. KATE THOMPSON-DIE BBILOTHEK DER HOFFNUNG (...) Erzählt wird die wahre Geschichte der U-Bahn-Station Bethnal Green in London, die während des 2. Weltkriegs für 5.000 Menschen zu einer Art Zuhause wurde. Die Protagonistin führt dort eine kleine Bücherei. Ich bin, wie gesagt, noch ganz am Anfang. Anfangs wird auf das wahre Unglück an dieser U-Bahn-Station, bei dem bei einer Massenpanik 173 Menschen starben verwiesen. Dann geht es mehr um die kl Bücherei, die Besitzerin, ihre Freundin, die Kinder, die in der U-Bahn leben. (...) Suzie
Das war ein richtig schöner Schmöker. Etwas fürs Herz, am Ende gab es noch eine Überraschung, vorher Drama, Happy-End.
Alles Gute für 2026!
Gesundheit Zufriedenheit und was ihr euch sonst noch wünscht
"Wenn es Nacht wird in Frau Yeoms kleinem Laden" von Kim Ho-yeon.
Die Fortsetzung von "Frau Yeoms kleiner Laden der großen Hoffnungen" entführt uns wieder in den kleinen 24-Stunden-Laden in Seoul. Wieder fängt dort ein geheimnisvoller neuer Mitarbeiter an und wieder hilft dieser den Leuten im Viertel durch interessante Gespräche weiter und gibt überraschende Anregungen, um das eigene Leben durch kleine Veränderungen neu zu gestalten. Allerdings scheint dieser Mitarbeiter auch eine Verbindung zu dem Laden und vor allem zu Dok-go, seinem Vorgänger zu haben...
Die Grundidee der Story ist also nicht neu und daher wiederholt sich einiges, aber anders als Band 1 spielt dieser hier zur Corona-Zeit und bringt daher eine neue Facette in die Geschichte. Die Pandemie macht den Figuren auf verschiedene Arten sehr zu schaffen und so liegt eine düstere Stimmung über der Stadt.
Hab das Buch jetzt bis zur Hälfte durch und es kommt nicht ganz an Band 1 ran, hat aber trotzdem viele schöne Momente.
Ein Roman über eine Aufsteigerin auf einem Bauernhof vor 200 Jahren. Ich mag Aufstiegsgeschichten.
Auszug aus dem Klappentext (1555 Zeichen):
Anfang des 19. Jahrhunderts, zwei Höfe im Nirgendwo. Lisa und Maximilian heiraten, sie kennen sich von Kindheit an, und Lisa ist die Einzige, die Maximilian mit seinem Sprachfehler versteht. Es ist eine Zweckehe aus der Not. Denn Bauer Andres ist verschwunden, er, der Träumer, hat den Hof für eine Schiffspassage in die Neue Welt beliehen und Maximilian, seinem Sohn, riesige Schulden hinterlassen. Das junge Paar könnte alles verlieren. Doch in Lisa erwacht der Kampfgeist. Ganz allein fährt sie in die Stadt, und bald kommt sie der jahrelangen Übervorteilung durch die Kornhändler auf die Spur. Die beiden erkennen, dass sie alles hinterfragen, neu wirtschaften lernen müssen, um den Hof zu retten. Während sie ihr Schicksal in die Hand nehmen, wächst auch ihre Liebe.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 21.06.2025
Obwohl die Geschichte des Debütromans von Ralf Westhoff, im Hauptberuf Filmemacher, vor rund zweihundert Jahren spielt, ist sie doch höchst gegenwärtig, befindet Rezensent Jan Drees: Liza hat in eine Bauernfamilie eingeheiratet, die nun hoch verschuldet ist. Mit vielen Zitaten gespickt erzählt Drees nach, wie sie nach einem Gedanken des Ökonomen Piketty ihr wirtschaftliches Leben selbst in die Hand nimmt, Stück für Stück die Schulden abbezahlt, sich den Anbau von Roggen, Kartoffeln und Bohnen aneignet und ihre Resilienz zur Schau stellt. Für den Kritiker ein hellsichtiger Roman und eine liebenswerte Protagonistin, die mehr Aufmerksamkeit verdient hätten.
Seitenanzahl 864 Diogenes Taschenbücher Übersetzung Jürgen Bauer, Edith Nerke
Darum geht es im Buch: John Irvings Auseinandersetzung mit einem halben Jahrhundert amerikanischer Geschichte, mit der Frage nach dem Glauben in einer chaotischen Welt: die bewegende Geschichte der einzigartigen Freundschaft zwischen Owen Meany und John Wheelwright. Man schreibt den Sommer 1953, die beiden elfjährigen Freunde Owen und John spielen Baseball, als ein fürchterliches Unglück passiert. . .
Eines der schönsten Bücher überhaupt! Zum Darin-versinken, zum herzlich Lachen, zum Augen-zu-halten-und-trotzdem-weiterlesen, zum Oh-mein-Gott-das-passt-heute-genauso-wie-damals-denken, zum immer-wieder-Lesen.
"Du stolperst nicht, weil ich hinter dir gehe", sagt die Vergangenheit. "Du stolperst, weil du so oft zu mir zurückblickst."
Irving ist auch einer meiner ganz großen Lieblinge - vor allem Garp. Aber mir hat der letzte Sessellift auch gefallen - Irving hat hier alle seine Themen verhandelt und es fühlte sich als Abschied an... logisch. Er wird ja auch nicht jünger. Vielleicht war es auch nur meine Sentimentalität, die dazu führte, dass mir das Buch gefallen hat. @PiazzaNavona, Du bist nicht die einzige, die dieses Buch nicht mochte.
Ich hatte mit Anfang/Mitte 20 eine ausgeprägte Irving-Phase. Da mochte ich aber auch schon nicht alles und dachte öfter mal " bitte nicht noch ein Ringer mit ausgefallener Sexualität und bloß keine Bären aus Neuengland mehr".
Dann hab ich gute 15, fast 20 Jahre nur die Neuerscheinungen gelesen, die ich gut fand, aber nicht mehr so grandios wie Garp, Owen oder Hotel New Hampshire. Der Sessellift war mir zu viel Wiedergekäutes ohne den Twist, mit dem Irving seine Motive immer wieder interessant macht.
(M)Ein halbes Leben und 3 Kinder später lese ich schon anders.
Habe mir für faule Lesenachmittage auf der Liege nochmal die Feuerblüten-Trilogie von Sarah Lark vorgenommen
1.) Die Zeit der Feuerblüten 2.) Der Klang des Muschelhorns 3.) Die Legende des Feuerberges
Eine große Familiensaga, die mit der Auswanderung von Siedlern aus Meck-Pomm nach Neuseeland beginnt und die Geschichte der Familie über 3 Generationen weitererzählt. Schön zu lesen, vor allem wenn man schon mal in Neuseeland war
Jeder Tag ist ein Geschenk Manchmal ist er nur Scheiße verpackt
Owen Meany ist super, auch einer meiner Lieblings-Irvings wie auch "Gottes Werk und Teufels Beitrag". Von den neueren mochte ich "Until I Find You" und "Letzte Nacht in Twisted River" besonders gerne. Beim Rest war alles dabei von Büchern, die ich gerne gelesen habe bis zu einem Abbruch (mit der "Mittelgewichts-Ehe" konnte ich so gar nichts anfangen). Den Sessellift habe ich noch nicht gelesen, da bin ich auch wegen des sehr gemischten Echos bei anderen Lesern sehr gespannt, wie er mir am Ende gefällt.
Was ich bei ihm neben seiner Art zu schreiben sehr schätze: wenn in seinen Büchern im Original deutsche Einsprengsel vorkommen, sind sie im Gegensatz zu sehr vielen anderen englischsprachigen Autoren immer korrekt.
Ich lese übrigens gerade "Call Me By Your Name" von André Aciman. Das ist ja spätestens durch die Verfilmung viel durch die Medien gegeistert. Ich bin noch dabei, mich einzulesen, der Einstieg fiel mir nicht ganz so leicht, aber ich glaube, so langsam wird's.
This is a broken world and we live with broken hearts and broken lives but still that is no alibi. (Leonard Cohen)
I would love to live like a river flows,carried by the surprise of its own unfolding. (John O'Donoghue)
Moderatorin in Kultur und Unterhaltung | Mode und Kosmetik | Andere Sprachen - anderes Leben | Photographie | Hobbies aller Art