Ich hab unlängst das neue Buch von Daniel Glattauer gelesen - "In einem Zug" Ich persönlich fand es oberflächlich, belanglos und die Geschichte nur mäßig spannend. Ich hab es nur fertig gelesen, weil ich Glattauers Stil sehr mag - er schreibt (meiner Ansicht nach einfach gut, pointiert und amüsant). Hat eine von Euch dieses Buch schon gelesen? Und wie fandet ihr es?
Da bin ich ja froh, dass ich es nicht gekauft habe als ich neulich in der Buchhandlung um den Tisch mit Neuerscheinungen herumschlich. Ich bin bei neuen Büchern eigentlich immer sehr sparsam und kaufe nur neu, was ich wirklich, wirklich "brauche".
Ich beschäftige mich im Moment viel mit der Familie Kerr:
Alfred Kerr, geboren 1867 in Breslau, war bis 1933 der bedeutendste und einflussreichste Theaterkritiker in Berlin. Als Jude floh er im Februar 1933 nach Prag - ein Polizist, der ihn nicht persönlich kannte, aber seine Texte gelesen hatte, hatte ihn gewarnt, dass am nächsten Tag sein Pass eingezogen werden sollte. Er stand ganz oben auf der Liste der Intellektuellen, die von den Nazis gehasst wurden. Seine Tochter Judith Kerr schrieb über ihre Flucht und das Exil ihre "Rosa Kaninchen"-Trilogie, und nach einer Biografie über ihren Vater von Deborah Vietor-Engländer ("Alfred Kerr. Die Biografie") habe ich nun diese Trilogie gelesen (es sind Jugendbücher aber auch für Erwachsene mehr als lesenswert). Der erste, bekannteste Teil behandelt die Flucht selber und die erste Phase in der Schweiz und Frankreich. Im zweiten Teil "Warten bis der Frieden kommt" geht es um das Leben der Familie in England, im dritten Teil, "Eine Art Familientreffen" kehrt Judiths Alter Ego "Anna" vorübergehend nach Berlin zurück. Jetzt lese ich gerade die Biografie über Judith Kerr: "Die Frau, der Hitler das rosa Kaninchen stahl" von Astrid van Nahl. Dazwischen noch die semi-autobiografische Novelle "Der Dichter und die Meerschweinchen", in der Alfred Kerr seine kreative "Stauung" im Exil verarbeitet. Judith Kerrs Bruder Michael erhielt ein Stipendium für Cambridge und wurde einer der führenden Juristen in Großbritannien und in den Adelsstand erhoben. Die Geschichte der Familie Kerr zeigt zum einen - neben der persönlichen Tragik von Flucht und Armut im Exil - den enormen kulturellen Aderlass, den wir Deutschen uns selber zugefügt haben, zum anderen aber auch, was geflüchtete Menschen erreichen können, wenn man sie lässt und ihnen Chancen gibt. Mir stellt sich die Frage, warum wir in Deutschland das nicht hinbekommen. Aber bei uns herrscht ja nicht einmal Chancengleichheit für "Einheimische".
Die Familie Kerr bietet noch unglaublich viel Stoff zum Lesen. Auch Michael Kerr hat seine Erinnerungen schriftlich festgehalten, und natürlich gibt es die ganzen Schriften von Alfred Kerr, besonders die vielen Briefe, die er aus Berlin in verschiedenen Zeitungen veröffentlichte - viele davon erst 1997 veröffentlicht bzw. von seiner Biografin in den 2010er Jahren entdeckt (Briefe, die er bis 1922 für die Königsberger Zeitung schrieb, waren bis dahin unentdeckt). Oder sein Tagebuch "Ich kam nach England", das wie "Der Dichter und die Meerschweinchen" erst postum veröffentlicht wurde. All das steht noch auf meiner Liste.
Noch 2016 erschien ein Kinderbuch von Judith Kerr, in dem sie eine Geschichte aus dem Leben ihres Vaters verarbeitete: "Ein Seehund für Herrn Albert". Ich habe es mir blöderweise versehentlich als Hörbuch bestellt. Auch sehr bekannt sind ihre Geschichten über die Katze Mog (die kenne ich durch meine Enkel).
Tja, ich habe mal wieder ein Thema zum "Reinknien" gefunden, und als Zwangsneurotikerin hat das Folgen.
Ein abgetipptes Gedicht von Alfred Kerr fand ich mal in einer Erstausgabe von Kästner-Gedichten aus dem Jahr 1932. Darin lagen sehr viele Zeitungsausschnitte von Kästner-Gedichten aus den frühen 1930er Jahren, sogar ein Gedicht, das seitdem nie wieder im Druck erschienen war und sein letztes veröffentlichtes politisches Gedicht ("Karneval 1933"). Und eben dieses Gedicht von Kerr, abgedruckt und abgetippt im Januar 1932, in dem er seine Hoffnung und Freude nach dem Entstehen der "Eisernen Front" ausdrückt. Diese Entdeckung in dem Buch war für mich ein absoluter "Hammer" - der Besitzer (laut Widmung ein "Werner") hat dieses verbotene, verbrannte Buch mit all den anti-faschistischen Gedichten durch das "Dritte Reich" hindurch aufbewahrt.
Ich hab unlängst das neue Buch von Daniel Glattauer gelesen - "In einem Zug" Ich persönlich fand es oberflächlich, belanglos und die Geschichte nur mäßig spannend. Ich hab es nur fertig gelesen, weil ich Glattauers Stil sehr mag - er schreibt (meiner Ansicht nach einfach gut, pointiert und amüsant). Hat eine von Euch dieses Buch schon gelesen? Und wie fandet ihr es?
Da bin ich ja froh, dass ich es nicht gekauft habe als ich neulich in der Buchhandlung um den Tisch mit Neuerscheinungen herumschlich. Ich bin bei neuen Büchern eigentlich immer sehr sparsam und kaufe nur neu, was ich wirklich, wirklich "brauche".
Na ja... es ist ja nur meine Meinung. Für Dich könnte es ja ganz anders sein! und ich will niemanden davon abhalten, sich selbst ein Bild zu machen
Zitat von fini. im Beitrag #2027Ich kann Daniel Glattauer auch nichts abgewinnen.
Daniel Glattauer schreibt - meiner Meinung nach - eigentlich ganz gut. Ich urteile da nicht ganz so eindeutig wie Du, liebe fini! Die Nordwindromane haben mich amüsiert, "Ewig Dein" war auch ganz gut und mit "Die spürst Du nicht" hat er mich wirklich beeindruckt! "In einem Zug" war aber zu belanglos (abgesehen von der Frage, wieviel Glattauer im Protagonisten steckt)
Zitat von Twix im Beitrag #2031Die spürst Du nicht @ysa👌🙌
Ein bemerkenswertes Buch... das lange, lange nacharbeitet. Zumindest mir ist es so damit ergangen
Ja, bei mir auch. Abgesehen vom Thema an sich, mochte ich auch den Schreibstil richtig gerne.
Vergesst den Genetiv - der kommt schon irgendwie durch. Rettet lieber den Konjunktiv - der hat Würde. -webfail.de-
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Dieser historische Krimi ist inspiriert vom Leben und Tagebuch der Martha Ballard, einer berühmten Hebamme aus dem 18. Jahrhundert, die sich dem bestehenden Rechtssystem widersetzte und so in die amerikanische Geschichte einging.
Maine, 1789: Als der Kennebec River zufriert und die Leiche eines toten Mannes im Eis sichtbar wird, soll Martha Ballard den Leichnam untersuchen und die Todesursache feststellen. Als Hebamme und Heilerin ist sie in vieles eingeweiht, was sich hinter verschlossenen Türen in der Kleinstadt Hallowell abspielt.
Ihr Tagebuch ist eine Aufzeichnung aller Geburten und Todesfälle, Verbrechen und Debakeln, die sich in der engen Gemeinschaft ereignen. Monate zuvor dokumentierte Martha die Einzelheiten einer angeblichen Vergewaltigung, die von zwei der angesehensten Herren der Stadt begangen wurde – einer von ihnen wurde nun tot im Eis aufgefunden. So ist Martha sich sicher, dass sie es hier mit einem Mord zu tun hat. Doch ein örtlicher Arzt widerlegt ihre Schlussfolgerung und erklärt den Tod für einen Unfall. Martha ist entschlossen, den schockierenden Mord auf eigene Faust zu untersuchen.
Im Laufe eines Winters, während der Prozess näher rückt und Gerüchte und Vorurteile zunehmen, ist Martha beharrlich auf der Suche nach der Wahrheit. Ihr Tagebuch gerät bald in den Mittelpunkt des Skandals, verwickelt diejenigen, die sie liebt, in die Sache und zwingt Martha, zu entscheiden, wo ihre eigene Loyalität liegt.
Clever, vielschichtig und subversiv stellt Ariel Lawhons neuestes Werk eine unbeugsame Heldin vor, die sich weigerte, etwas Geringeres als die Gerechtigkeit zu akzeptieren, in einer Zeit, in der es galt, Frauen am besten nur zu sehen und nicht zu hören. „Der gefrorene Fluss“ ist eine spannende und zärtliche Geschichte über eine bemerkenswerte Frau, die ein beispielloses Erbe hinterlassen hat und dennoch bis heute fast vergessen ist.
Habe den Roman zu Weihnachten geschenkt bekommen und finde ihn passend für dieses kalte Winterwochenende.
Die Bücher über Chani Kaufmann reizen mich auch sehr, ich muss mir wenigstens mal den ersten Teil besorgen.
Über den neuen Glattauer habe ich bisher wenig Gutes gehört, das scheint wohl nicht sein bestes Buch zu sein.
Was ich zuletzt gelesen habe:
Nick Hornby - Just Like You Nach dem Ende ihrer Ehe verliebt sich Lucy, Anfang 40, unverhofft in den jungen Verkäufer aus der Metzgerei. Joseph ist nicht nur 20 Jahre jünger, sondern auch sonst in vielem das krasse Gegenteil von Lucy: er ist schwarz, hofft auf einen Durchbruch als Musikproduzent und schlägt sich bis dahin mit Gelegenheitsjobs durch, unter anderem als Babysitter für Lucys Söhne. Eigentlich eine Beziehung, die zum Scheitern verurteilt scheint. Ich habe den Culture Clash auf diversen Ebenen gerne gelesen, gerade auch, weil Hornby die Geschichte vor dem Hintergrund der Brexit-Abstimmung erzählt und dadurch mehr Ernstes ins Spiel kommt, als ich angenommen hatte.
Jason Mott - Am Ende das Leben Bei einem Flugshow-Unglück rettet die dreizehnjährige Ava auf wundersame Weise ihren besten Freund, der eine potentiell lebensgefährliche Verletzung dank ihrer besonderen Kräfte unbeschadet überlebt. Die Presse stürzt sich auf das Wunder und Ava wird zur Hoffnungsträgerin für schwer kranke Menschen, doch dass sie das alles unglaublich viel Kraft kostet, scheint niemand sehen zu wollen. Eine interessante Prämisse, aber leider gefiel mir die Umsetzung gar nicht, vieles fand ich unlogisch und aufgesetzt. Keine Empfehlung.
Sarah Langan - Good Neighbours In einer wohlanständigen Nachbarschaft auf Long Island gerät alles aus den Fugen, als sich im benachbarten Park plötzlich ein riesiges Loch auftut, aus dem übelriechende Gase entweichen. Und nicht nur das Loch stinkt zum Himmel - hinter der perfekten Fassade von Familie Schroeder lauern ebenfalls tiefe Abgründe, und als schwere Vorwürfe gegen den nebenan lebenden Ex-Rockstar Arlo Wilde erhoben werden und schließlich auch noch die Tochter der Schroeders verschwindet, ist das soziale Gefüge endgültig aus dem Gleichgewicht und die Wildes werden für die Nachbarn plötzlich zur Verkörperung allen Übels und eine Spirale von Misstrauen, Verdächtigungen und Gewalt beginnt. Ein düsterer Psychothriller, der hier und da ein bisschen "drüber" wirkt, aber trotzdem spannend zu lesen war.
Lisa Scottoline - Niemand sieht mich kommen Der Psychiater Eric Parrish hat schon bessere Zeiten gesehen. Seine Frau hat sich von ihm getrennt und droht auch noch, die kostbare Zeit mit seiner kleinen Tochter zu beschneiden. Auf Station im Krankenhaus gibt es einen Zwischenfall mit einem ausflippenden Patienten, ein anderer, junger Patient vertraut ihm besorgniserregende Dinge an, eine Medizinstudentin baggert ihn ständig an und schließlich kommt eine junge Frau zu Tode und Eric fragt sich, ob er den Mord hätte verhindern können. Ein routinierter, spannender und ziemlich typischer US-Thriller nach bewährtem Strickmuster mit einigen üblichen Klischees. Ein paar Twists habe ich kommen sehen, der Weg dahin hat mich aber trotzdem ganz gut unterhalten.
This is a broken world and we live with broken hearts and broken lives but still that is no alibi. (Leonard Cohen)
I would love to live like a river flows,carried by the surprise of its own unfolding. (John O'Donoghue)
Moderatorin in Kultur und Unterhaltung | Mode und Kosmetik | Andere Sprachen - anderes Leben | Photographie | Hobbies aller Art
Habe grade etwas ergänzt. Die Autorin ist Sharon Guskin. Das Buch spielt mit der Idee der Wiedergeburt. Wobei,wenn es damit spielen würde,wäre das okay. Aber sie meint das schon sehr ernst. Ich habe auch " Anomalie" und "Die Mitternachtsbibiothek" gelesen,die jeweils auch mit Prämissen spielen,die ich für eher gewagt halte- aber da waren keine Sachbuchtexte eingestreut.
Gedankenexperimente in der Literatur mag ich sogar sehr gerne, gerade weil man sich in der Belletristik ja nicht unbedingt an irgendwelche Machbarkeitsgrenzen halten muss. Da braucht es doch gar keine Unterfütterung.
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"Der König von Albanien" von Andreas Izquierdo liegt auf meinem Nachttisch
Salzburg, März 1913. Der Schausteller Otto Witte wird in eine Irrenanstalt eingewiesen, weil er steif und fest behauptet, König von Albanien gewesen zu sein. Der junge Doktorand Alois Schilchegger ist von diesem Mann fasziniert und nimmt sich seiner an. Ottos Version der Weltgeschichte beginnt im Oktober 1912 in Konstantinopel. Das Osmanische Reich droht auseinanderzubrechen. Albanien nutzt die Gunst der Stunde, erklärt sich unabhängig und sucht einen König. Otto und sein Kumpan, der Schwertschlucker Max Hoffmann, riskieren einen waghalsigen Coup: Albanien sucht einen König? Albanien bekommt einen König! Nämlich Otto, der einem möglichen Kandidaten auf den Thron zum Verwechseln ähnlich sieht. Otto und Max treten im Kostüm als Prinz und dessen Sekretär auf. Niemand stellt auch nur eine Frage. Fünf Tage geht es drunter und drüber in Albanien. Otto hält Paraden ab, wird proklamiert, lässt sich vom Volk bejubeln, gründet einen Harem und macht gegen Serbien und Montenegro mobil. Der Schwindel bleibt freilich nicht unbemerkt und fliegt am Ende auf. Dieser Roman um Albaniens angeblichen Kurzzeitkönig ist eine höchst vergnügliche Hommage an die Kunst des Herumspinnens und Hochstapelns.
Bis jetzt richtig witzig... ich hoffe, das bleibt so!
Zitat von Marie-Madeleine im Beitrag #2039Gedankenexperimente in der Literatur mag ich sogar sehr gerne, gerade weil man sich in der Belletristik ja nicht unbedingt an irgendwelche Machbarkeitsgrenzen halten muss. Da braucht es doch gar keine Unterfütterung.
" Meinungsfreiheit" - das gefährliche Spiel mit der Demokratie ... von Wofgang Kubicki
ich lese gerade jenes schon 2020 erschienen Buch in der günstigen Taschenbuchvariante, weil ich es schon länger auf meiner Leseliste hatte .... und denke, dass man spätestens seit J.D Vance in seiner Rede bei der Münchner Sicherheitskonferenz den europäischen Verbündeten Einschränkungen und gemeinsamer demokratischer Grundwerte vorgeworfen hat und kritisierte, dass Meinungsfreiheit als Falschinformation verfolgt würde .. sich tatsächlich jenem Thema auseinandersetzen sollte und es sich also aktuell diese Lektüre anbieten würde!
Wenn also nicht jetzt lesen ... dann wohl nie!
Zum Inhalt:
Wolfgang Kubicki liefert eine treffende Analyse zu einem der höchsten Güter unserer Demokratie. Die zunehmende Angst vieler Bürgerinnen und Bürger, ihr Grundrecht auf freie Meinungsäußerung auszuüben, wirkt erschreckend. Wo von rechts und links lautes Gebrüll kommt, Meinungskorridore sich verengen und Debatten nicht mehr sachlich geführt, sondern aufs Äußerste moralisiert werden, stirbt die Meinungsfreiheit und mit ihr die Grundlage unseres gesellschaftlichen Diskurses. Mit seiner kritischen Betrachtung deckt Wolfgang Kubicki Probleme auf und bietet Lösungsvorschläge zu einer offeneren und respektvolleren Diskussion im Sinne unserer Demokratie an.
Nun lese ich weiter von Asako Yuzuki - Butter Hatte ich im vergangenen Jahr schon angefangen, dann aber irgendwie nicht rein gefunden. Mal sehen, ob es jetzt besser läuft.
Ich habe es ausgelesen. Ich mag japanische Literatur, deswegen weiß ich schon, dass ich mich auf eine Art "Andersartigkeit" einstellen muss und sollte. Hier ist mir der Zugang schwer gefallen. Deswegen hat es auch die zwei Anläufe gebraucht. Essen ist ein großes Thema. Hungrig sollte man das Buch nicht lesen :-) Irgendwann habe ich dann doch Zugang gefunden und dann hat es mich auch gepackt, wenn es auch streckenweise etwas langatmig ist. Aber gerade das letzte Drittel habe ich dann doch sehr schnell gelesen. Männer kommen nicht allzu gut weg. Die japanische Gesellschaft und ihre Ansichten werden beleuchtet und unters Brennglas gehalten. Die Figuren blieben mir immer ein wenig fremd, hat mich aber nicht gestört. Hm, eigentlich kann ich nicht sagen, ob ich das Buch weiter empfehlen würde oder nicht :-)
ABER, ich habe es mir aus Versehen doppelt gekauft. Wenn hier jemand Interesse hat, verschenke ich das zweite Exemplar gern.
Gerade erst erschienen, der siebte Band einer meiner Lieblingskrimiserien: "Enna Andersen und die dunklen Tage" von Anna Johannsen:
ZitatEine neue Cold-Case-Ermittlung führt Hauptkommissarin Enna Andersen auf die ostfriesische Insel Spiekeroog. Vor einigen Jahren verschwand dort eine junge Frau spurlos von einem idyllischen Campingplatz, später wurde ihre Leiche am nahen Strand aufgefunden. Die Todesursache ist mehr als mysteriös: ein Schlangengift, das dem Opfer gespritzt wurde.
Bei der Wiederaufnahme der Ermittlungen stößt Andersens Team auf eine neue Spur. Die Verstorbene hatte offenbar mit psychischen Problemen zu kämpfen, die sie mit viel Mühe vor ihrem Umfeld verborgen hielt. Gleichzeitig entdecken die Ermittler weitere Fälle, die dem der jungen Frau ähneln. Sind sie einem Serienmörder auf der Spur?
(Quelle: amazon.de)
Ich bin noch nicht sehr weit, aber es ist schon schön spannend!
Zitat von saggi im Beitrag #2036"Noah will nach Hause". Gut zu lesen,aber leider unterfüttert die Autorin ihre Prämisse mit Zitaten aus Sachbüchern aus der Esoterik.
Ich habe mir das Buch gerade eben bestellt ...du hast mich mit wenigen Worten neugierig drauf gemacht, saggi.
Ausgelesen habe ich von Colm Toíbín das Buch Brooklyn
Die junge Irin Eilis Lacey wandert um 1950 nach Amerika aus, um in Brooklyn Arbeit zu finden. Sie wird Verkäuferin in einem Warenhaus. Die Anpassung fällt schwer, das Heimweh ist groß – bis sie Tony begegnet. Mit dem jungen Italiener an ihrer Seite eröffnet sich eine rosige Zukunft. Da ruft eine tragische Nachricht sie zu ihrer Mutter nach Südirland zurück.
Es ging gut los, hat mich aber letztendlich enttäuscht. Ich fand das Buch fast oberflächlich, auf jeden Fall dünn vom Inhalt her. Da hätte man mehr daraus machen können. Die Figuren haben bis zum Schluss keine Emotionen in mir hervor gerufen. Schade.
Da sind die Geschmäcker mal wieder sehr unterschiedlich, ich mochte "Brooklyn" sehr gerne und fand das Hin- und Hergerissen sein zwischen dem alten und dem neuen Leben sehr gut eingefangen.
Aber ich kenne das von anderen Büchern, manchmal kriegt man einfach keinen Draht zu den Figuren und sie bleiben einem egal.
Ich lese gerade "Smoke and Mirrors" von Neil Gaiman, frühe phantastisch angehauchte Kurzgeschichten und andere Texte, meist Auftragsarbeiten für Zeitschriften oder Anthologien. Mit den gedichtartigen oder anderweitig mit der Form spielenden Texten kann ich weniger anfangen, die "richtigen" Kurzgeschichten fand ich bis auf eine bisher alle sehr gelungen, skurril, witzig und oft auch ein bisschen böse. Am schönsten war bisher die über eine alte Dame, die in einem Trödelladen den Heiligen Gral findet, ihn sich dekorativ in die Wohnung stellt und dann von einem Ritter genervt wird, der das gute Stück unbedingt zurückholen möchte. Und der Mengenrabatt für Auftragsmorde in einer anderen Story, ziemlich böse, aber auch sehr lustig.
This is a broken world and we live with broken hearts and broken lives but still that is no alibi. (Leonard Cohen)
I would love to live like a river flows,carried by the surprise of its own unfolding. (John O'Donoghue)
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Ich lese gerade DAS HOLLÄNDERHAUS von Ann Patchett und bin sehr begeistert. Der Ich-Erzähler und seine Schwester leben mit ihrem Vater zusammen. Der Vater heiratet eine viel jüngere Frau und als er unerwartet stirbt, verweist sie die beiden des Hauses. Ich bin bei der ca. 50% des Buches. Ich würde es - im Moment - v.a. als eine coming-of-age-Geschichte beschreiben. Der ich-Erzähler ist 12-17 ca., er blickt aus der Gegenwart auf des Geschehen. Zeitlich sind wir Ende der 60er Jahre. Mir gefallen die Charaktere, die Geschwisterbeziehung ist sehr besonders, der Ton der Erzählung hat etwas, das mich sehr mitnimmt. Ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte sich entwickelt. Spontan erinnert es mich an Ein letzter Sommer von Steve Tesich.