Ja, und vielleicht sollte man sich das deshalb für eine der kommenden Lesechallenges vormerken, denn mir ist in Erinnerung: es gibt da eine Kategorie im Lostopf, die diese Zusammenarbeit super mitabdecken könnte!
Jodi Picoult tourt hier gerade mit ihrem neuesten Roman 'By any other name' - sie spinnt da einen Faden zwischen zwei Frauen. Die eine lebt in der heutigen Zeit, die andere im 16. Jahrhundert. Eine ist Theaterautorin, die ein Stück über das Leben ihrer Vorfahrin Emilia geschrieben hat und ahnt, dass es im männlich gesprägten Theater nicht so gut ankommen wird. Daraufhin reicht eine Freundin hinter ihrem Rücken das Stück unter einem männlichen Namen ein. Die andere ist Emilia, ein Mündel der englischen Aristokratie. Sie schreibt für ihr Leben gern, weiss aber, dass ihr die Wege ans Theater verwehrt bleiben .. und bezahlt einen Schauspieler, ihr Stück auf die Bühne zu bringen. Der Mann ist William Shakespeare.
Historische Romane sind nicht ganz oben auf meiner Liste, aber der klingt interessant, ich werd ihn mal in der Bücherei bestellen. Nachdem ich einige Jahre etwas satt von Picoult war, gefielen mir ihre letzten 3 Romane wieder ganz gut.
"We can, in fact we must, continue to fight to make everything about society better, without destroying what's already great." Carrick Ryan, Australian political commentator
"We are all just walking each other home." Ram Dass, writer
Zitat von Nachtkatze im Beitrag #1879Jetzt lese ich: "Marx stand still in Darwins Garten" von Ilona Jerger. Wie in ihrem Roman "Lorenz" über den Tier-Verhaltensforscher erfährt man auf unterhaltsame und durchaus humorvoll geschriebene Weise nicht nur viel über die Lebenswege der beiden Protagonisten, sondern auch über ihre wissenschaftlichen Arbeitsweisen und ihre Theorien (ohne dass das ganze zu trocken wird). Ein wirklich empfehlenswertes Buch! Mir sind Darwin und Marx dadurch näher gekommen. Man merkt Ilona Jerger ihre Begeisterung für die Wissenschaft an, aber auch ihr Talent, Wissenschaft und Biografie auf unterhaltsame Weise zu einer Geschichte zu verknüpfen, die man gerne liest, ist bemerkenswert. Ich hoffe, sie bringt uns auf diese Weise noch viele andere Wissenschaftler(oder :innen) nahe
Ich habe gerade "Lorenz" beendet, den ich aufgrund deines Tipps hier gelesen habe. Das hat mir sehr gut gefallen, ich mochte den Stil der Autorin sehr. Da ich sowieso gerne biographische Romane lese, werde ich den Marx/Darwin ebenfalls auf meine Leseliste setzen.
Den "wilden Vogel" habe ich mir kürzlich auch auf den Wunschzettel geschrieben, das klingt ganz nach meiner Kragenweite.
Ich lese aktuell "Das Fenster zur Welt" von Sarah Winman. Eine Kunsthistorikerin Anfang 60 trifft während des 2. Weltkrieges in Italien auf einen jungen Soldaten, der ebenfalls kunstbegeistert ist, sie verbringen einen Abend zusammen (nix Amouröses) und dann trennen sich ihre Wege. Der Soldat, Ulysses, kehrt nach Kriegsende zurück nach England und muss feststellen, dass seine Frau ein Kind von einem Amerikaner bekommen hat, der aber verschwunden ist. Bislang (nach etwa 120 Seiten) ist Evelyn, die Kunsthistorikerin, noch nicht wieder in der Handlung aufgetaucht, es dreht sich alles um Ulysses und die schrägen Vögel in seiner Stammkneipe. Das liest sich nett und unterhaltsam, allerdings legt Winman ihren Figuren auch manchmal etwas erklärbärhafte Töne in den Mund und die Übersetzung überzeugt mich nicht immer.
Mal gucken, was noch alles passiert, schlecht ist es nicht.
This is a broken world and we live with broken hearts and broken lives but still that is no alibi. (Leonard Cohen)
I would love to live like a river flows,carried by the surprise of its own unfolding. (John O'Donoghue)
Moderatorin in Kultur und Unterhaltung | Mode und Kosmetik | Andere Sprachen - anderes Leben | Photographie | Hobbies aller Art
Wieder so viele Anregungen! Da ist auch für mich Einiges dabei.
Zu Jodi Picoult: Früher habe ich sie, sehr abhängig vom jeweiligen Thema, teils gerne gelesen, mit dem Wermutstropfen, dass sie für meinen Geschmack zu sehr zum Abdriften in Langatmigkeit neigt.
Ich habe mir jetzt mal ihre neueren Bücher angeschaut und eines über Corona entdeckt, welches sich für meine "Seuchenhelden-Serie" eignen würde. Es heißt "Ich wünschte, Du wärst hier." Kennt das jemand? Mich interessiert, ob es wirklich um die Auswirkung der Pandemie auf die Protagonistin geht, oder ob die nur Beiwerk ist, und ob es ansatzweise langatmig ist.
Zitat von Thinking im Beitrag #1920ysa, das ist noch gar nicht lieferbar. Habt ihr ein Vorexemplar lesen können?
Ja, im Rahmen der leserunde bekommen wir oft vorabexemplare. Meine lieblingsbuchhandlung organisiert diese leserunde. Wir werden auch immer kulinarisch verwöhnt.... zum Buch passend. Heute besprechen wir 'sing, wilder Vogel, sing' ...
Galah, ich hab das Pandemiebuch von Picoult gelesen (wish you were here). Die Pandemie spielt eine tragende Rolle, heisst, sie ist konstant praesent, egal ob in NYC oder auf Galapagos. Allerdings musst du im Auge behalten, dass JP das im ersten Coronajahr schrieb, als noch soviel im Dunklen lag. Es ist aber nicht so, dass die Heldin irgendwen in der Pandemie rettet oder so. Corona veraendert nur ihr Leben. Die Story nimmt in ca der Mitte eine ziemliche Wendung, die mich erst reichlich irritiert hat. Langatmig fand ich es nicht.
Ihren Ägyptenroman mochte ich auch. Der war etwas lang, aber mich interessierte die Geschichte dahinter.
"We can, in fact we must, continue to fight to make everything about society better, without destroying what's already great." Carrick Ryan, Australian political commentator
"We are all just walking each other home." Ram Dass, writer
Zitat Amerika in der nahen Zukunft. Nachdem Donald Trump zwei Amtszeiten durchregiert hat, ist jetzt seine Tochter Ivanka an der Macht. Das Land ist tief gespalten, die Jahre populistischer Politik haben ihre Spuren hinterlassen. Derweil erhält Frank Brill, ein anständiger Zeitungsredakteur in einer Kleinstadt, der gerade in den Ruhestand getreten ist, eine folgenschwere Diagnose: Krebs im Endstadium. Anstatt sich all die Dinge vorzunehmen, die er schon immer machen wollte, erstellt er eine sogenannte F*ck-it-Liste. In seinem Leben musste er wiederholt Tiefschläge erleiden, nun beschließt er sich an den Menschen zu rächen, die für diese Tragödien verantwortlich zeichneten.
Die F*ck-It-Liste ist einerseits politische Satire, andererseits ein gnadenloser Thriller, der John Niven in angriffslustiger Form zeigt.
"Frau Yeoms kleiner Laden der großen Hoffnungen" von Kim Ho-yeon.
Ein schönes Buch über einen kleinen 24-Stunden-Laden und die Schicksale der Menschen in dessen Nachbarschaft.
Ich lese solche Sammlungen von Alltagsgeschichten momentan echt gerne. Als Nächstes steht "Donnerstags im Café unter den Kirschblüten" von Michiko Aoyama auf meiner Liste, das ähnlich aufgebaut zu sein scheint.
Ich lese gerade "Legends and Lattes" (dt. "Magie und Milchschaum") von Travis Baldree, sehr nette Wohlfühl-Fantasy. Die Ork-Frau Viv hat die Nase voll vom Kämpfen und beschließt, ihre Leidenschaft für das noch weitestgehend unbekannte Getränk namens Kaffee zum Beruf zu machen. Dabei gilt es natürlich ein paar Hürden zu überwinden, mit einem Schutzgeldeintreiber fertigzuwerden und die Kundschaft bei Laune zu halten. Das ist herrlich schräg, herzerwärmend geschildert und auch oft ziemlich witzig. Und es macht mir wirklich Spaß, Orks, Zwerge und andere Phantasiewesen mal nicht in den üblichen Klischeerollen zu erleben.
Parallel dazu habe ich noch etwas sehr Realistisches am Start, "Die Unschärfe der Welt" von Iris Wolff. Nach etwa 60 Seiten gefällt es mir sehr gut, man taucht richtig ein in das Banat der 70er Jahre. Darüber wusste ich zuvor so gut wie nichts. Florentine ist mit ihrem Mann, einem jungen Pfarrer, dorthin gegangen, und es ist eine ganz eigene Welt, die wie aus der Zeit gefallen wirkt, aber gleichzeitig ist klar, dass die kommunistische Politik, der Überwachungsstaat und parteitreue Spitzel selbst dort nie weit weg sind.
This is a broken world and we live with broken hearts and broken lives but still that is no alibi. (Leonard Cohen)
I would love to live like a river flows,carried by the surprise of its own unfolding. (John O'Donoghue)
Moderatorin in Kultur und Unterhaltung | Mode und Kosmetik | Andere Sprachen - anderes Leben | Photographie | Hobbies aller Art
Gabriele Reuter "Aus guter Familie" Ist 1895 zuerst erschienen, jetzt bei "Reclams Klassikerinnen" neu aufgelegt.
Tja ... "man" hat viele bürgerliche Frauengestalten aus dem 19. Jahrhundert gelesen, und dachte "ja, kann es nachvollziehen, die Heiratsfrage, die Mitgift, womit sie sich beschäftigen, wieviel Neigung, wieviel Pfllicht, das ewige Warten ..." grauenhaft genug. Aber hier ist, wenn keiner kommt. Und wie die Protagonistin da von Überspanntheit (die wohl noch in milder Form geduldet wurde) bis zum Verrücktwerden begleitet wird, hat Reuter sehr gut beschrieben. Und endet eben nicht mit einem Knall - Suizid, Tod des Unerreichbaren oder ähnlichem, Fontaneartigem. Sondern man lässt es einen Ausbruch bleiben, führt sie in ihre leere stählerne Hülle zurück. Um noch Jahrzehnte so zu leben.
Gemeinschaft und Zugehörigkeit kennt William Waters nur vom Basketballplatz. Das ändert sich, als er am College die temperamentvolle Julia Padavano kennenlernt und sich in sie verliebt. Er, der eine unglückliche Kindheit erlebt hat, erfährt, was es heißt, eine Familie zu haben. Denn Julia und ihre drei Schwestern sind unzertrennlich und ihre Eltern immer präsent. William wird Teil des so herrlichen wie anstrengenden Chaos aus Liebe und Fürsorge. Zusammen überstehen die Schwestern den Tod des Vaters und den Weggang der Mutter. In allen Krisen geben sie einander Halt und erfreuen sich gemeinsam an Julias Glück mit William. Doch seine tiefe Einsamkeit wirft nicht nur Julias genau durchdachte Pläne für ihre gemeinsame Zukunft über den Haufen, sondern treibt auch die vier Schwestern auseinander – bis ein Schicksalsschlag ihren alten Zusammenhalt erfordert.
Selten ist so mitreißend, so intelligent und zärtlich über Familie und Liebe, Schmerz und Heilung geschrieben worden
Napolitano widersteht dem Sentimentalen und gibt sich nie mit einfachen Antworten zufrieden
Ich fühle mich wie das tapfere Schneiderlein. Drei auf einen Streich (der Rest folgt noch). Gleich drei Bücher in Folge, die ich sehr genossen habe.
1. Die F'ck-It-Liste (schon erwähnt) von John Niven. Empfehlenswert, auch wenn es nichts für zarte Gemüter ist.
2. Bestechung von John Grisham. Grisham hat sich selbst übertroffen, was mich und die Themen im Buch betrifft. Als ob er es für mich geschrieben hätte. Bei Grisham bin ich mir oft nicht so sicher, ob ich den Justiz-Thriller schon kannte. Genau die Details über die Natives, deren Gesetze, die Casinos, die andere wohl langweilten, interessierten mich, klar auch die Abläufe bei Gericht, Rechtsanwälten, FBI uvm.
3. The Catch von T.M. Logan - ich mag den Erzählstil, spannend und selbst beim dunkelsten Krimi sollte noch Humor drin vorkommen. Gut gemacht!
ZitatErkennst du die wahre Gefahr?
Familienvater Ed freut sich, endlich den Verlobten seiner Tochter Abbie kennenzulernen. Auf den ersten Blick ist Ryan der perfekte Schwiegersohn. Doch irgendetwas stimmt nicht mit ihm, da ist sich Ed sicher. Aus Angst, seine Tochter könnte in die Fänge eines Psychopathen geraten, beginnt Ed, Ryans vermeintlich dunkle Vergangenheit aufzudecken – während er seine eigene verbirgt. Doch je tiefer Ed gräbt, desto weniger glaubt ihm seine Familie, dass Ryan böse Absichten hat. Sie sind überzeugt, dass er der Richtige für Abbie ist. Ed sieht das anders. Denn er erkennt ein Monster, wenn er es sieht ...
ZitatT. M. Logan, the bestselling author of LIES, was born in Berkshire to an English father and a German mother. He studied at Queen Mary and Cardiff universities before becoming a national newspaper journalist. He currently works in communications and lives in Nottinghamshire with his wife and two children.
Zitat von Marie-Madeleine im Beitrag #1936Ich lese gerade "Legends and Lattes" (dt. "Magie und Milchschaum") von Travis Baldree, sehr nette Wohlfühl-Fantasy. Die Ork-Frau Viv hat die Nase voll vom Kämpfen und beschließt, ihre Leidenschaft für das noch weitestgehend unbekannte Getränk namens Kaffee zum Beruf zu machen. Dabei gilt es natürlich ein paar Hürden zu überwinden, mit einem Schutzgeldeintreiber fertigzuwerden und die Kundschaft bei Laune zu halten. Das ist herrlich schräg, herzerwärmend geschildert und auch oft ziemlich witzig. Und es macht mir wirklich Spaß, Orks, Zwerge und andere Phantasiewesen mal nicht in den üblichen Klischeerollen zu erleben.
Das Buch haben wir im Buchclub zusammen gelesen. Es hat wirklich Spaß gemacht!
So, Frau Yeoms kleiner Laden der großen Hoffnungen ist durchgelesen. Hat mir wirklich gut gefallen, aber das letzte Kapitel fand ich etwas kitschig und irgendwie auch etwas oberflächlich und teilweise unlogisch, sodass die Geschichte für meinen Geschmack leider kein ganz befriedigendes Ende bekommen hat.
Ich habe "Legends and Lattes" gestern ausgelesen, wirklich ein richtig schönes Wohlfühlbuch (auch wenn sich ein Konflikt für mich fast ein bisschen zu wohlfühlig aufgelöst hat).
Jetzt gibt's "The Complete Polysyllabic Spree" von Nick Hornby, gesammelte Kolumnen über sein Leseleben. Was ich sehr witzig finde: er führt wie ich Buch über gelesene und gekaufte Bücher. Wie das mit Kolumnensammlungen so ist, gibt es Texte, die mich mehr ansprechen als andere, im großen und ganzen liest es sich aber unterhaltsam und ich finde es vor allem interessant, wenn er über Bücher schreibt, die ich auch gelesen habe. Eine Handvoll Buchtips möchte ich mir noch notieren.
Was mich ein klein wenig stört, aber vielleicht auch daran liegt, dass ich die britische Literatur-Zeitschriften-Szene der 2000er nicht so gut kenne: an manchen Stellen fällt es mir schwer, zu erkennen, was noch Realität und was schon Satire ist.
This is a broken world and we live with broken hearts and broken lives but still that is no alibi. (Leonard Cohen)
I would love to live like a river flows,carried by the surprise of its own unfolding. (John O'Donoghue)
Moderatorin in Kultur und Unterhaltung | Mode und Kosmetik | Andere Sprachen - anderes Leben | Photographie | Hobbies aller Art
"Donnerstags im Café unter den Kirschblüten" von Michiko Aoyama habe ich heute in einem Rutsch gelesen.
Es handelt sich um zwölf Kurzgeschichten, die lose miteinander verbunden sind. Damit erinnert der Roman an "Frau Komachi empfiehlt ein Buch" von derselben Autorin (und auch an "Frau Yeoms kleiner Laden der großen Hoffnungen" von Kim Ho-yeon, das ich zuletzt gelesen habe) - Frau Komachi gefiel mir aber deutlich besser.
Das Café hat mich leider nicht so ganz überzeugt. Es war okay zu lesen, aber teilweise sehr esoterisch-kitschig und für mich sind die Figuren zu blass geblieben.
Zitat von Twix im Beitrag #1939Ebenfalls eine Empfehlung
Und dahinter das Meer von Laura Spencer-Ash
Das hat mir auch sehr gut gefallen.
Das Glück steigt nach dem Tief der mittleren Jahr stetig. Es ist die Zeit des Seins, des Nicht-mehr-alles-Müssens. Und es ist die Zeit der Ernte. Kinder machen etwa erst richtig glücklich, wenn sie ausgezogen sind. (Arthur C. Brooks)
Irgendjemand hier hatte geschrieben, dass er die Bücher der Longlist für den deutschen Buchpreis liest und die Idee hat mir gut gefallen. Ich habe bisher diese gelesen und kann jedes einzelne empfehlen:
Die Passagierin Nach Jahren kehrt Heather zurück nach Kolchis. In das Sanatorium, in das sie als Teenager evakuiert wurde – durch eine Zeitreise. Heather leidet seitdem, wie viele Evakuierte, unter „Phantomerinnerungen“ und dem Schmerz der Einsamkeit, denn sie hat ein Leben und eine Zukunft zurückgelassen, die sie kaum gekannt hat. Sie hofft, innere Ruhe zu finden, doch auch Kolchis hat sich verändert. Das Sanatorium ist verfallen, die übrig gebliebenen Bewohner haben sich in ihre eigene Welt zurückgezogen. Matthias, der aus der Zeit der Bauernkriege evakuiert wurde, wird für Heather dennoch zu einem Vertrauten, der ihr zeigt, dass Kapitulation das Ende von Menschlichkeit bedeutet.
-> Liest sich nicht ganz leicht, man muss sich einiges selbst zusammen reimen und ich hätte das Buch gern im Lesekreis gelesen, um andere Eindrücke zu hören. Hier wünsche ich mir eine Fortsetzung.
Mein drittes Leben Sie hat alles gehabt und alles verloren: Sekunden der Unachtsamkeit kosten ihre einzige Tochter das Leben. Tief sieht Linda in den Abgrund und wäre beinahe gefallen, doch da sind hauchfeine Fäden, die sie halten – die Hündin Kaja, die steten Handgriffe im Garten, das Mitgefühl für andere. Wie viel Kraft in ihr steckt, ahnt sie erst, als sie zurückfindet in einen Alltag und zu sich selbst.
-> Sehr schwieriges Thema, ich habe selbst zwei Töchter und wollte das Buch deshalb eigentlich nicht lesen. Aber ich mag Daniela Krien und bin jetzt auch froh, dass ich es gewagt habe. Sie schreibt einfach toll. Aber es ist schwere Kost.
Das Wohlbefinden Versteckt in den Kiefernwäldern vor den Toren Berlins liegen die Arbeiter-Lungenheilstätten Beelitz. Hier begegnen sich im Jahr 1907 zwei ungleiche Frauen. Die Fabrikarbeiterin Anna Brenner, die sich als Patientin in den Heilstätten aufhält und die Schriftstellerin Johanna Schellmann, die dort recherchiert. Anna gilt als hellsichtig, und obwohl die Avantgarde der Kaiserzeit begeistert mit dem Okkulten experimentiert, wird Annas wachsende Anhängerschaft für den Leiter der Heilstätten zum Problem. In Johanna legt die Begegnung eine tief verschüttete Spiritualität frei, und sie ahnt, dass Anna eine Schlüsselrolle in ihrer Kunst spielen könnte. Doch Anna lässt sich nicht vereinnahmen und wird zur Rivalin. Erst ihre Urenkelin Vanessa bringt Licht in Johannas Verstrickungen – mitten in einem luxussanierten Beelitz, durch das noch die Geister der Vergangenheit wehen. Vom Kaiserreich bis in die Gegenwart porträtiert Ulla Lenze drei Frauenleben, die Befreiung und Aufstieg erfahren und sich doch nicht vor dem drohenden Bedeutungsverlust retten können.
-> Ich war kurz vorher mit einer Tochter in Beelitz und deshalb sehr gespannt auf das Buch. Ich mag Bücher die in mehreren Ebenen spielen, deshalb hat es mir auch gefallen. Aber ich fand es lange nicht so gut, wie die beiden ersten.
Runtergeladen habe ich mir jetzt "Reichskanzlerplatz" und ich will das Buch lesen, das gewonnen hat: "Hey guten Morgen, wie geht es dir?"
Das Glück steigt nach dem Tief der mittleren Jahr stetig. Es ist die Zeit des Seins, des Nicht-mehr-alles-Müssens. Und es ist die Zeit der Ernte. Kinder machen etwa erst richtig glücklich, wenn sie ausgezogen sind. (Arthur C. Brooks)
Gehört: Terezia Mora: "Muna oder die Hälfte des Lebens" Puuh, krass!! Sehr speziell und harte Kost, aber ich war, trotz relativ wenig Handlung, vom Sog des Buches gefesselt, und empfehle es weiter. Es geht um die Hörigkeit einer Frau. Das Setting ähnelt Erpenbecks "Kairos": Die Protagonistin hat das gleiche Geburtsjahr wie die Kairos-Protagonistin, und ist auch in der DDR aufgewachsen. Der Typ ist genauso mies wie bei "Kairos". Dennoch ist das Buch ganz anders, und zwar was mich an "Kairos" gestört hatte, gefiel mir hier besser: Die in meinen Augen bei "Kairos" unausgereifte DDR-BRD-Thematik spielt hier keine Rolle, das Buch will nur ein Psychogramm von Muna sein. Muna erschien mir im Gegensatz zur Kairos-Protagonistin absolut glaubwürdig, obwohl sie mir charakterlich fremder nicht sein könnte. Und Muna wird 20 Jahre lang begleitet. Die Geschichte erinnerte mich an den Film "Take this waltz", weil das gleiche Grundproblem beschrieben wird, nur in einer anderen Ausführung. Wo Michelle Williams im Film eine sympathische Frau mit sympathischen Partnern spielt, sind Muna und ihre Männer unsympathisch. Aber beide Frauen können sich nur über aufregende Beziehungen spüren, und beide Male fand ich es extrem glaubwürdig dargestellt. Dazu kommt noch eine Besonderheit: "Muna" soll wohl Teil 1 einer künftigen Trilogie darstellen, und zwar als Gegenpol zur einer schon existierenden Triologie der Autorin über einen Mann. Jede Trilogie soll die Gefährdung der menschlichen Existenz darstellen, die erste aus männlicher, die zweite aus weiblicher Perspektive. So hat es sich mir nach etwas Googlen dargestellt. Weil mir "Muna" gefiel und aus Neugierde auf das Gesamtkonzept habe ich mir jetzt den ersten Teil der ersten Trilogie ("Der einzige Mann auf dem Kontinent") ausgeliehen. Ob mir das Gesamtkonstrukt zusagt, wird man dann sehen. Grundsätzlich mag ich es sehr, wenn die Summe von mehreren Teilen noch etwas Neues ergibt, wie z.B. bei Lucinda Rileys Schwestern-Reihe.
Bzgl. Print-Lektüre: Da bin ich immer noch beim Frisch-Bachmann-Roman. Das liegt z.Tl. daran, dass ich wenig Gelegenheit zu Print-Lektüre habe, zum anderen zieht sich der Roman etwas, trotz des an und für sich interessanten Themas.
Mein Bruder, mein Feind - My Enemy, Myself - Ein älteres Buch, deutsch 1990. Lesenswert!
While written in 1984, it is just as relevant today. It is eye-opening
ZitatA respected Israeli journalist, fluent in Arabic and often mistaken as a compatriot by Palestinians, decides to experience Arab life in Israel firsthand by posing as a Palestinian
ZitatEin halbes Jahr lang lebt der israelische Journalist Yoram Binur unerkannt unter Palästinensen. Als Hilfsarbeiter unter erbärmlichen Bedingungen, ständig gedemütigt und kontrolliert von seinen Landsleuten, in dauernder Angst, von den Arabern als Spitzel entlarvt zu werden, gerät er physisch und psychisch an den Rand seiner Existenz.
"Wenn ein Palästinenser dies alles erzählte, würde man ihm nicht glauben. Er würde als Terrorist und Fanatiker etikettiert werden." NEW YORK POST
ZitatThis is “Palestinian Like Me” or “Undercover Colonizer”—an Israeli Jewish journalist downpasses as a Palestinian, takes odd jobs, visits a refugee camp, attends a right-wing demonstration, volunteers on a kibbutz, tries to visit the airport. All of these activities are fraught with danger: from Israeli security forces, fanatical settlers, racist kibbutzniks, and from suspicious Arab activists. How does he pass? He smokes different cigarettes, holds an Arabic newspaper, speaks Arabic, wears some older clothes. That’s it. This book might have been written last year so many of the conditions are still the same, except that Israelis do not hire Palestinians from the territories as much as before the Intifada, which broke out as Binur was concluding his investigation. The experiment reveals shocking levels of prejudice and racism against Arabs, even among otherwise liberal Israelis. On the crucial aspects of employment, housing, education and safety the life of an Arab is measurably limited. Elliot Ratzman goodreads
-
To Understand How Palestinians Have Suffered, Read Yoram Binur’s Great Memoir(medium.com)
An Israeli insider goes undercover to reveal ugly truths
Zitat...Heute, Jahre nach der Veröffentlichung seines Buches, das in viele Sprachen übersetzt wurde, jedoch nicht ins Hebräische, scheint Binur nicht mehr zu schreiben und hält sich bedeckt. Angesichts dessen, was in Israel, Gaza und im Westjordanland geschieht, wäre es wunderbar, nach all den Jahren ein Gespräch mit dem Autor zu führen. Natürlich rate ich nur, aber ich glaube zu wissen, was er bei einer Tasse Kaffee sagen würde, wenn ein solches Gespräch stattfinden würde.
übersetzt mit Google
about:
Board members medium.com Colin Kaepernick (Civil-Rights-Ikone) and others
ZitatColin Kaepernicks "Taking a Knee" und sein Protest für Gleichberechtigung und gegen Polizeigewalt erregten weltweites Medieninteresse.
Den Großteil seiner Zeit widmet er jedoch seinem sozialen Engagement: Kaepernick gründete mehrere Organisationen und Unternehmen, ist ein bekanntes Gesicht im Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit und Rassismus und setzt sich auch nach seinem Protest in der NFL weiterhin für Gleichberechtigung und Menschenrechte ein.
Nachtrag: In Wikipedia lese ich: "2023 wurde auch ihr Roman Muna oder Die Hälfte des Lebens, in dem die Ich-Erzählerin Muna Abbelius mit seelischer und physischer Gewalt in ihrer Beziehung konfrontiert wird, für den Deutschen Buchpreis nominiert und schaffte es als Finalist auf die Shortlist. Der Roman thematisiert eine gesellschaftlich internalisierte Misogynie." Oha! Mit dem letzten Satz gehe ich überhaupt nicht mit. Grundsätzlich bin ich sehr sensitiv, was gesellschaftlich internalisierte Misogynie angeht. Im Fall Muna sehe ich das aber nicht so, sondern ihre Probleme in ihrer Persönlichkeit (kombiniert mit nicht einfachen Lebensumständen) begründet. Ich wüsste gerne, wo genau hier die Misogynie ist. Übersehe ich etwas, oder liegt Wikipedia falsch?
Zitat von Galah im Beitrag #1946Gehört: Terezia Mora: "Muna oder die Hälfte des Lebens" Puuh, krass!! Sehr speziell und harte Kost, aber ich war, trotz relativ wenig Handlung, vom Sog des Buches gefesselt, und empfehle es weiter. Es geht um die Hörigkeit einer Frau. Das Setting ähnelt Erpenbecks "Kairos": Die Protagonistin hat das gleiche Geburtsjahr wie die Kairos-Protagonistin, und ist auch in der DDR aufgewachsen. Der Typ ist genauso mies wie bei "Kairos". Dennoch ist das Buch ganz anders, und zwar was mich an "Kairos" gestört hatte, gefiel mir hier besser: Die in meinen Augen bei "Kairos" unausgereifte DDR-BRD-Thematik spielt hier keine Rolle, das Buch will nur ein Psychogramm von Muna sein. Muna erschien mir im Gegensatz zur Kairos-Protagonistin absolut glaubwürdig, obwohl sie mir charakterlich fremder nicht sein könnte. Und Muna wird 20 Jahre lang begleitet. Die Geschichte erinnerte mich an den Film "Take this waltz", weil das gleiche Grundproblem beschrieben wird, nur in einer anderen Ausführung. Wo Michelle Williams im Film eine sympathische Frau mit sympathischen Partnern spielt, sind Muna und ihre Männer unsympathisch. Aber beide Frauen können sich nur über aufregende Beziehungen spüren, und beide Male fand ich es extrem glaubwürdig dargestellt. Dazu kommt noch eine Besonderheit: "Muna" soll wohl Teil 1 einer künftigen Trilogie darstellen, und zwar als Gegenpol zur einer schon existierenden Triologie der Autorin über einen Mann. Jede Trilogie soll die Gefährdung der menschlichen Existenz darstellen, die erste aus männlicher, die zweite aus weiblicher Perspektive. So hat es sich mir nach etwas Googlen dargestellt. Weil mir "Muna" gefiel und aus Neugierde auf das Gesamtkonzept habe ich mir jetzt den ersten Teil der ersten Trilogie ("Der einzige Mann auf dem Kontinent") ausgeliehen. Ob mir das Gesamtkonstrukt zusagt, wird man dann sehen. Grundsätzlich mag ich es sehr, wenn die Summe von mehreren Teilen noch etwas Neues ergibt, wie z.B. bei Lucinda Rileys Schwestern-Reihe.
Bzgl. Print-Lektüre: Da bin ich immer noch beim Frisch-Bachmann-Roman. Das liegt z.Tl. daran, dass ich wenig Gelegenheit zu Print-Lektüre habe, zum anderen zieht sich der Roman etwas, trotz des an und für sich interessanten Themas.
Bettina Storks: "Ingeborg Bachmann und Max Frisch - Die Poesie der Liebe" Plus: Der Roman orientiert sich maximal an bekannten Fakten und Quellen und hat auch den jüngst veröffentlichten Briefwechsel, auch mit Zitaten, eingearbeitet. Daher interessiert mich nun der Briefwechsel selbst nicht mehr. Interessant für mich war, inwiefern beide die Beziehung in ihren Werken verarbeitet hatten, das war mir so nicht bekannt gewesen. Schön fand ich die Darstellung von Bachmanns Liebe zu Italien. Minus: Den Stil der Autorin empfand ich als sehr dröge.
Die Lektüre hat in mir die Lust geweckt, mal wieder etwas von Frisch zu lesen. Zu Bachmanns Prosa hingegen zieht es mich gar nicht, ich finde, sie hätte bei der Lyrik bleiben sollen.