Ich leide derzeit an akutem Lesezeitmangel, was mich tierisch nervt ... andererseits bin ich auch selber schuld, weil ich doch fast jeden Abend beim 21-Uhr-EM-Spiel klebenbleibe Aber das mit diesem Fußball hat ja bald wieder ein Ende.
Meine aktuelle Lektüre gefällt mir durchaus, daran liegt es nicht. Es handelt sich um "The Summer Before the War" (dt. "Der letzte Sommer") von Helen Simonson. Es spielt im englischen Städtchen Rye an der Küste von Kent und beginnt im Sommer 1914, als Beatrice Nash nach dem Tod ihres Vaters nach Rye kommt, weil sie dort Chancen auf eine Anstellung als Lateinlehrerin hat. Zuvor ist sie mit ihrem verwitweten Vater durch die Welt gereist und findet die kleinstädtische Welt von Rye ganz schön eng. Ihre erste Anlaufstelle dort ist die resolute Agatha, die im gesellschaftlichen Leben der Stadt recht engagiert ist, während ihr Mann sich in den höheren Regierungskreisen von England bewegt und einen baldigen Kriegsausbruch befürchtet.
So kommt es dann auch, und während die jungen Männer sich reihenweise zum Dienst an der Waffe melden und ein Großteil der restlichen Bevölkerung ihnen zujubelt, ist Beatrice eher skeptisch, und über den üblichen Sommeraktivitäten wie Festlichkeiten und Paraden liegt eine dunkle Vorahnung.
Eher gemächlich erzählt und mit mehr Fokus auf das Gesellschaftsleben als auf die politischen Ereignisse, was mich anfangs ein bisschen genervt hat. Aber Simonson hat auch einen gewissen bissigen Unterton und überzeichnet manche Figuren gerade so weit, dass man sich wunderbar über ihre Kleingeistigkeit amüsieren kann.
This is a broken world and we live with broken hearts and broken lives but still that is no alibi. (Leonard Cohen)
I would love to live like a river flows,carried by the surprise of its own unfolding. (John O'Donoghue)
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ich hatte mir überlegt, ob ich nicht während der EM ein Buch auch zum Thema Fußball lesen wollte ... und mal recherchiert, was denn so in Frage käme.
Bücher rund ums Thema und eben mit dem Backround "Fußball" gibt es ja wie Sand am Meer .. allerdings kaum eines, das mich als Leserin anspricht und das ich gerne lesen würde.
Vielleicht hab ihr Tipps... denn ich habe nichts gefunden, wo ich meine Nase tatsächlich reinstecken wollte.
Ich muss mal überlegen. Außer "Fever Pitch" (das mich nicht soooo überzeugt hat, anderes von Hornby hat mir besser gefallen) habe ich spontan nur Fußballerbiographien und Kinderbücher im Kopf, aber da gibt es garantiert noch mehr.
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Zitat von London im Beitrag #1802Vielleicht hab ihr Tipps... denn ich habe nichts gefunden, wo ich meine Nase tatsächlich reinstecken wollte.
Kistner, Thomas, Die Fifa-Mafia - man kommt ausm Kipfschütteln nimmer raus
Zitat von Twix im Beitrag #1805Bei euch ist es immer so still
Gefällt mir richtig gut und ev kauf ich auch das erste Buch der Autorin
Junge Frau am Fenster stehend...
Ha, beide habe ich auch auf meiner Liste, wobei die ja sowieso krass viele Bücher umfasst, seufz.
Vergesst den Genetiv - der kommt schon irgendwie durch. Rettet lieber den Konjunktiv - der hat Würde. -webfail.de-
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"Iowa" von Stefanie Sargnagel. Gefällt mir sehr gut! Ein sehr amüsanter Einblick in die USA und wie sich Sargnagel - gemeinsam mit Christiane Rösinger - im ländlichen Amerika wiederfindet.
Ich habe gestern "Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen" von Sangu Mandanna beendet. Sehr zauberhaftes Buch über Magie, schrullige Charaktere, aber auch über Einsamkeit und den Wunsch, eine Familie zu finden.
Und für meinen Buchclub haben wir zuletzt "Yadriel und Julian - Cemetery Boys" gelesen. Eine queere Story, die ebenfalls Fantasy-Elemente aus dem mexikanischen Kulturkreis beinhaltet. Die Hauptfigur ist ein trans Junge, der seiner Familie gegenüber beweisen möchte, dass er die magischen Fähigkeiten eines Brujo hat, eines Mannes, der die Gabe hat, die Geister der Toten in die Unterwelt zu entlassen. Sehr schöne Story und sehr spannend geschrieben.
Gerade zu ende gelesen: Julian Barnes "Vom Ende einer Geschichte" Als Adrian Finn in die Klasse von Tony Webster kommt, schließen die beiden Jungen schnell Freundschaft. Sex und Bücher sind die Hauptthemen, mit denen sie sich befassen, und Tony hat das Gefühl, dass Adrian in allem etwas klüger ist als er. Auch später, nach der Schulzeit, bleiben die beiden in Kontakt. Bis die Freundschaft ein jähes Ende findet. Vierzig Jahre später, Tony hat eine Ehe, eine gütliche Trennung und eine Berufskarriere hinter sich, ist er mit sich im Reinen. Doch der Brief eines Anwalts erweckt plötzlich Zweifel an den vermeintlich sicheren Tatsachen der eigenen Biographie. Je mehr Tony erfährt, desto unsicherer scheint das Erlebte und desto unabsehbarer die Konsequenzen für seine Zukunft.
Ein recht kurzer Roman mit einem für mich überraschenden Ende, den ich sehr gerne gelesen habe
Ausgelesen habe ich von Homeira Qaderi Dich zu verlieren oder mich
Sehr begeistert aber auch richtig mitgenommen hat mich das Buch. Bei Bildern würde ich sagen, ich konnte nicht hinschauen. Hier beim Lesen konnte ich manchmal kaum "hinlesen".
Es ist die Lebensgeschichte der afghanischen Autorin, die als Kind schon in ihrem Elternhaus las, was ihr unter die Finger kam. Als 13 jährige unterrichtete sie schon heimlich andere Mädchen. Mit den Taliban war alles verboten. Nach vielen Umwegen konnte sie mit einem der letzten Flugzeuge Kabul verlassen - mit ihrem kleinen Sohn, den sie schon verloren glaubte.
Unglaublich eindringlich geschrieben, die Einblicke in diese Männer dominierte Welt waren schwer auszuhalten.
Das Buch war aus der Bücherei, werde es mir aber noch kaufen.
Menschen können nicht irgendein Leben führen, sondern nur ihr eigenes. Remo Largo
Ich lese gerade "Widerfahrnis" von Bodo Kirchhoff.
ZitatReither, bis vor kurzem Kleinverleger in einer Großstadt, nun in einem idyllischen Tal am Alpenrand, hat in der dortigen Bibliothek ein Buch ohne Titel entdeckt, auf dem Umschlag nur der Name der Autorin, und als ihn das noch beschäftigt, klingelt es abends bei ihm.
Und bereits in derselben Nacht beginnt sein Widerfahrnis und führt ihn binnen drei Tagen bis nach Sizilien. Die, die ihn an die Hand nimmt, ist Leonie Palm, zuletzt Besitzerin eines Hutgeschäfts; sie hat ihren Laden geschlossen, weil es der Zeit an Hutgesichtern fehlt, und er seinen Verlag dichtgemacht, weil es zunehmend mehr Schreibende als Lesende gibt. Aber noch stärker verbindet die beiden, dass sie nicht mehr auf die große Liebe vorbereitet zu sein scheinen. Als dann nach drei Tagen im Auto am Mittelmeer das Glück über sie hereinbricht, schließt sich ihnen ein Mädchen an, das kein Wort redet, nur da ist.
Eigentlich wollte ich sein neueres Buch lesen, "Seit er sein Leben mit einem Tier teilt". Das obige gab es in meiner Bücherei und ich hab es erstmal vorgezogen. Das Buch war 2016 auf der Shortlist für den deutschen Buchpreis. Ich bin jetzt nicht extrem begeistert, die Beschreibung der langen Fahrt nach Sizilien hatte aus meiner Sicht durchaus Längen. Und seine Sprache ist auch nicht so richtig mein Ding. Es fesselt mich nicht. Also eher keine Leseempfehlung von mir. Ich glaub das neue Buch von ihm spar ich mir gleich.
Ich lese von Martin Suter "Small World" und bin begeistert. Irgendwie liegt man mit Suter immer richtig. Leider bin ich erst vor kurzem auf ihn aufmerksam geworden.
Zitat von ralice im Beitrag #1813DEN vermisse ich auch!
Ihr dürft jederzeit gerne Stränge eröffnen, wenn Euch was fehlt oder was Neues einfällt.
@ Nachtkatze: "Small World" hat mir auch sehr gut gefallen. Überhaupt, insbesondere die frühen Sachen von Suter fand ich alle gut. Die neueren haben mich nicht mehr so gereizt.
Ich habe gestern mit "Trespasses" (dt. "Übertretung") von Louise Kennedy angefangen und direkt die ersten 100 Seiten verschlungen. Gefällt mir ausgesprochen gut. Es geht um eine junge, katholische Lehrerin in Belfast Anfang der 70er, also mitten in den schlimmsten "Troubles", die sich in einen viel älteren Mann verliebt, einen entfernten Bekannten ihrer Eltern. Michael ist in vielem ihr krasses Gegenteil: Protestant, wohlhabend, mit reichen, etwas abgehobenen Freunden und allem Anschein nach auch noch verheiratet. Man weiß vom Prolog an, dass die Sache nicht gut ausgehen wird, aber der Weg dorthin ist deshalb nicht minder fesselnd. Ich mag Kennedys Stil, der viel sagt, ohne große Worte zu machen, und der geschichtliche Hintergrund ist so interessant wie bedrückend.
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Ich bin weiterhin froh mit meinem Grisham "Feinde"
Ich würde jetzt nicht unbedingt direkt einen nächsten von ihm lesen weil es ja doch meistens Gerichtskrimis sind aber jetzt ist es total schön damit abends ins Bett zu gehen und abzutauchen
Grisham habe ich früher wahnsinnig gerne gelesen, vor allem "Der Regenmacher" und "Das Urteil" sind mir in sehr guter Erinnerung geblieben. Irgendwann haben die Bücher dann für meine Begriffe etwas abgebaut, seitdem habe ich sie nicht mehr wirklich auf dem Schirm. Aber er kann schon großartig Spannung erzeugen und tolle Gerichtsszenen schreiben.
Ist "Feinde" das Nachfolgebuch zu "Die Firma" oder verwechsle ich da was?
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Ist "Feinde" das Nachfolgebuch zu "Die Firma" oder verwechsle ich da was?
Das Nachfolgebuch ist "Die Entführung" (deutsch 2024 gebunden, 383 S.).
Interessant sind etliche Details und Hintergrundinformationen zu / über Libyen. Das erste Viertel fand ich spannend, danach gab es zu viele grausame Details (kann man überlesen). Es zieht sich gerade für mein Empfinden. Habe noch 80 Seiten zu lesen. Es dauert halt länger als sonst, trotzdem ist es lesenswert.
Parallel habe ich "Die F*ck-It-Liste" (polit.Satire/Thriller) von Niven angefangen.
Zitat...Amerika in der nahen Zukunft. Nachdem Donald Trump zwei Amtszeiten durchregiert hat, ist jetzt seine Tochter Ivanka an der Macht. Das Land ist tief gespalten, die Jahre populistischer Politik haben ihre Spuren hinterlassen. Derweil erhält Frank Brill, ein anständiger Zeitungsredakteur in einer Kleinstadt, der gerade in den Ruhestand getreten ist, eine folgenschwere Diagnose: Krebs im Endstadium. Anstatt sich all die Dinge vorzunehmen, die er schon immer machen wollte, erstellt er eine sogenannte F*ck-it-Liste.....
J. Niven äußert sich über J.D. Vance: "Vance has been criticized for just copying Trump. Vance is an echo to Trump, not a new voice."
Zitat von London im Beitrag #1802ich hatte mir überlegt, ob ich nicht während der EM ein Buch auch zum Thema Fußball lesen wollte ... und mal recherchiert, was denn so in Frage käme.
Die EM ist zwar rum, aber vielleicht ist das Thema bei dir trotzdem noch aktuell.
Mir fiel spontan
Eshkol Nevo, Wir haben noch das ganze Leben
ein.
"WM-Finale 1998. Frankreich – Brasilien. Fiebrige Stimmung vor der Glotze zwischen Churchill, Juval, Amichai und Ofir. Die vier sind um die dreißig, Freunde seit Jugendtagen, sie gucken zusammen Fußball, quatschen, kiffen, sind füreinander da. Da verfällt einer auf eine kuriose Idee – drei Lebenswünsche auf einen Zettel zu schreiben, die Zettel zu verstecken und erst beim nächsten Finale die Wünsche preiszugeben ... Wird das Glück auf ihrer Seite sein?
Vier Jahre später ist nichts, wie es war. Die Stimmung im Land ist explosiv, die Wünsche sind verweht, das Leben schmeckt anders. Eshkol Nevos neuer Roman über die Lust am Jungsein, die Innigkeit echter Freundschaft, weiß um die Zerbrechlichkeit des Lebens und ist doch voller Hoffnung und Wärme."
Ich hatte schon ganz vergessen, dass es bei dem Nevo um Fußball ging - es ist schon ziemlich lange her, dass ich das Buch gelesen habe, aber ich mochte es sehr.
Ich bin mit "Trespasses" von Louise Kennedy durch, hat mir gut gefallen, auch wenn es eine traurige Geschichte ist.
Nun lese ich "Das Leuchten am Ende der Welt" von Eowyn Ivey. Der Titel ist ein bisschen kitschig, aber das Buch gefällt mir. Im Mittelpunkt steht Allen Forrester, der 1885 eine Expedition durch die unwirtlichen Weiten von Alaska führen soll, von der Mündung des Wolverine River bis zur Beringstraße. Er und seine Begleiter sind ständig Gefahren ausgesetzt und es ist alles andere als klar, dass sie ihr Ziel erreichen werden. Allens Frau Sophie sitzt indessen auf einem Militärstützpunkt fest, weil ihr Wunsch, ihren Mann zumindest ein Stück weit zu begleiten, aufgrund bestimmter Umstände nicht umsetzen ließ. Sie ist begeisterte Vogelkundlerin und fühlt sich unter den anderen Militärehefrauen, die ein ziemlich klatschsüchtiger, engstirniger Haufen sind, wie ein Fremdkörper. Sehr schön geschrieben und mit Zeitdokumenten untermalt, anscheinend hat es die Forresters wirklich gegeben.
Der ganz leichte phantastische Touch, der sich bei den Schilderungen der Expedition einschleicht, ist ein wenig speziell und ich bin gespannt, ob der sich noch irgendwie rational auflöst, aber andererseits gab es so was auch bei Iveys Erstling "Das Schneemädchen" und es hat mich da auch nicht gestört.
This is a broken world and we live with broken hearts and broken lives but still that is no alibi. (Leonard Cohen)
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