Ich schreibe jetzt mal als Laie mit bestimmt unvollständigem Wissen zum Rechtssystem in den USA:
ich hatte es immer so verstanden, dass Gesetze im Einklang stehen müssen mit der Verfassung/Bill of Rights, d.h. es kann kein Gesetz geben, ob auf nationaler oder bundesstaatlicher Ebene, welches das unterläuft. Das war, meine ich, auch vor 50 Jahren die Grundlage dafür, den Bundesstaaten eine eigene Gesetzgebung zu diesem Thema zu gewähren.
In einem Land, welches in einzelnen Staaten die Todesstrafe zulässt (und ich vermute, es sind die gleichen, die für eine rigide Abreibungsregelung sind) fehlt mir da die Grundlage dafür.
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Am 23.6. gab es in der Kulturzeit/3sat übrigens einen interessanten Beitrag über Norma McCorvey, bekannter als Jane Roe (anonymisiert) in Roe v. Wade. Der Fall änderte damals die Gesetzgebung.
Bereits im Vorfeld des Urteils wurde McCorvey zur Galionsfigur der BefürworrterInnen eines Selbstbestimmungsrecht der Frau in der Abtreibungsfrage.
NACH dem Urteil wechselte McCorvey die Seiten und unterstütze die "Lebensschützer" (Organisation von Abtreibungsgegnern), auch öffentlich - ihr Bekanntheitsgrad, und gerade weil sie die Auslösern für das besagte Urteil war, verschafften ihr viel Aufmerksamkeit und machten sie dann dort zum Aushängeschild.
Noch interessanter ist dann das:
In späteren Jahren wurde Norma McCorvey (1947–2017) zu einem Aushängeschild der Lebensrechtsbewegung. Sie versuchte im Jahr 2005 im Fall McCorvey v. Hill vor dem Bundesappellationsgericht für den fünften Gerichtsbezirk erfolglos, aufgrund ihrer Rolle als direkt Betroffene eine Aufhebung von Roe v. Wade zu erreichen. Der Oberste Gerichtshof lehnte eine Annahme dieses Falls zur Entscheidung ab.
Der Filmemacher Nick Sweeney veröffentlichte im Jahr 2020 den Dokumentarfilm AKA Jane Roe, in dem McCorvey angibt, dass sie für ihre spätere Haltung als Abtreibungsgegnerin von zwei evangelikalen Pastoren und radikalen Abtreibungsgegnern bestochen worden sei. Diese Aussage wurde von den Pastoren Rob Schenck und Flip Benham bestätigt; diese äußerten, dass sie die wirtschaftliche Notlage von McCorvey erkannt und ausgenutzt hätten.[21][22]
Ich habe den Filmausschnitt in der Kulturzeit gesehen, in welchem die bereits von einer schweren Krebserkrankung gezeichnete Norma McCorvey das selbst so erklärte.
Zitat von Haze im Beitrag #1120Jenseits der politischen Dimension und der gesellschaftlichen Spaltung zum Thema Abtreibung in den USA finde ich auf formaler Ebene die Berichterstattung verwirrend:
Juristisch wurde doch nur das bisher eingeschränkte „Recht auf Gesetzgebung“ wieder an die Bundesstaaten zurückgegeben. Auf dieser Metaebene würde ich sogar verstehen, dass man das Urteil formal begrüßen kann.
Schade finde ich die durchgängig verzerrte Darstellung in den Schlagzeilen.
Sorry, aber mir erschließt sich nicht, was an den Schlagzeilen verzerrend sein solll. Das Urteil Roe vs. Wade hatte für die gesamte USA Abtreibungen bis zur Lebensfähigkeit des Fötus erlaubt. Mit dessen Aufhebung ist das bundesweite Recht auf Abtreibung also abgeschafft = gekippt. Jeder einzelne Bundesstaat darf jetzt, mangels übergeordneter Regelung, Abtreibungsverbote erlassen, ohne dass es noch eine juristische Grundlage gibt, dagegen zu klagen.
Was daran begrüßenswert sein könnte, vermag ich mal so ganz und gar nicht zu erkennen.
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻
Die Schlagzeilen suggerieren, es gäbe ein Gesetz auf Bundesebene, das nun durch das Verfassungsgericht / Oberste Gericht als nicht mit der Verfassung vereinbar abgeschafft wurde.
Stattdessen wurde bisher den Bundesstaaten durch das allseits bekannte Urteil (und nicht durch Gesetzgebung auf Bundesebene!) verwehrt, Abtreibungsgesetze jenseits gewisser Grenzen zu erlassen.
Das ist doch ein fundamentaler juristischer Unterschied.
Das Begrüßen habe ich bewusst im Konjunktiv geschrieben, weil die extremen Abtreibungsverbote schon im Raum stehen und die politische Spaltung so aufgeheizt scheint, dass es wohl auch dem Gericht nur um Politik geht.
Wenn das nicht so wäre : 1. Abtreibungsgesetze gehören zur Legislative, ich kann nachvollziehen, dass man kein "Grundrecht auf Abtreibung" aus dieser oder jener Verfassung ableiten kann. 2. Ich finde das Verbot (!), Abtreibung gesetzlich vor der 24. Woche (bzw. Lebensfähigkeit...) irgendwie einzuschränken auch nicht richtig.
Aber wie gesagt, im aktuellen Szenario, das sich abzeichnet, war das Roe-Urteil praktisch sicher die bessere Konstruktion.
Na gut. Damit ist immerhin klar, worum's geht. Rückkehr zum Alten Testament. Nix mit Philosophie, Schutz von/Respekt vor Leben oder dergleichen. Einfach Repression.
Oh, im AT sind Lebensschutz, Respekt vor dem Leben und Philosophie sehr stark vertreten.
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Zitat von Haze im Beitrag #1128Die Schlagzeilen suggerieren, es gäbe ein Gesetz auf Bundesebene, das nun durch das Verfassungsgericht / Oberste Gericht als nicht mit der Verfassung vereinbar abgeschafft wurde. ...
In keiner der von dir verlinkten Schlagzeille und in allen anderen, die ich gesehen habe, ist irgendwo von einem Gesetz die Rede, ab und an von "Abtreibungsrecht" und in den Artikeln wird auf die bisher geltende Rechtssprechung hingewiesen. Für das, was da jetzt in deinen Gedanken passiert, kannst du m. E. nicht die Berichterstattung verantwortlich machen.
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻
Zitat von Jubidu im Beitrag #1123Die Frage sollte auch sein, warum das überhaupt passiert. Warum konnte Trump überhaupt gewählt werden, warum Johnson, was sagen uns die Wahlergebnisse in Frankreich usw.
Für mich die wichtigste Frage in diesem Zusammenhang. Sollte man ausweiten auf Russland und natürlich auf Deutschland. Warum wird Merz der nächste Kanzler und warum hat niemand eine Chance gegen ihn?
Es ist schon so, dass Demokratien die Machthaber haben, die sie verdient haben. Also Deutschland verdient Merz. Warum? Warum verdient Deutschland nichts Besseres?
Der Beschluss des SC in den USA kann den aussichtslos geschlagenen Demokraten vorübergehend ein bisschen Aufwind verschaffen. Aber es wird nicht reichen, um die Wahlen zu gewinnen.
Merz wird der nächste Bundeskanzler? Woher willst du denn das wissen?
(Ist hier aber OT).
Ich denke, es gibt immer Bewegungen und Gegenbewegungen und mal passt es einem und mal nicht. Wer etwas ändern will, hat ja die Gelegenheit, da stimme ich Herrn Obama und Herr Biden zu. In einer Demokratie gibt es kein Recht darauf, dass da beschlossen wird, was man gerade gerne hätte. Man muss schon was dafür tun.
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Dieses Beispiel aus der taz "Nach 50 Jahren haben die USA das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche quasi abgeschafft."
lese ich auch beim zweiten Mal als irreführend bis falsch. Richtig, in den Artikeln selbst wird es dann korrekter dargestellt. Ist ja ein typisches Phänomen .
Das eigentliche Problem liegt doch aber in denjenigen Bundesstaaten, die im Extremfall nahezu vollständige Abtreibungsverbote planen, auch nach Vergewaltigung usw. Dagegen sollte sich der politische Protest meiner Meinung nach richten. Das neue Urteil passt formal für mich in einen Staat(enbund), in dem sogar die Todesstrafe auf Einzelstaatenebene geregelt wird.
Zitat von Haze im Beitrag #1120Jenseits der politischen Dimension und der gesellschaftlichen Spaltung zum Thema Abtreibung in den USA finde ich auf formaler Ebene die Berichterstattung verwirrend:
Juristisch wurde doch nur das bisher eingeschränkte „Recht auf Gesetzgebung“ wieder an die Bundesstaaten zurückgegeben. Auf dieser Metaebene würde ich sogar verstehen, dass man das Urteil formal begrüßen kann.
Schade finde ich die durchgängig verzerrte Darstellung in den Schlagzeilen.
Aber die Folgen sind, dass bereits 7 Staaten das Abtreibungsrecht gekippt haben. In Alabama ist Abtreibung ab sofort verboten, komplett.
Also mir ist zum Heulen, mit all den Bestrebungen, Frauen wieder zu entrechten und zurück ins Haus und an den Herd unter der Knute der (Ehe-)männer zu zwingen.
Zitat von Haze im Beitrag #1132NoBarbie, ich habe nochmal nachgelesen.Dieses Beispiel aus der taz "Nach 50 Jahren haben die USA das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche quasi abgeschafft." lese ich auch beim zweiten Mal als irreführend bis falsch. ...
Das ist nach meinem Verständnis weder irreführend noch falsch. Fakt ist seit gestern, dass keine Frau in den USA mehr ein juristisch verankertes Anrecht darauf hat, eine Abtreibung vornehmen zu lassen. Es liegt jetzt einzig und allein an den Regierungen der Bundesstaaten, ob sie gewillt sind, den Frauen dieses Recht zuzugestehen. Das können sie, müssen sie aber nicht. Und wenn sie es nicht tun, gibt es keine Grundlage mehr, dieses Recht einzuklagen.
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻
Es kommt halt auf den Staat an,in dem jemand wohnt,wie das geregelt ist. Wir kennen das doch mit den föderalen Regeln. Das beschlossen wurde,alle Frauen müssten Hausfrauen sein, muss ich überlesen haben...
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@mono @noBarbie Das ist meine private Empfindung und auch als solche gekennzeichnet. Das könnt ihr anerkennen oder nicht, ich empfinde es einfach so. Die Incel Bewegung in den USA und das Gejammere von weißen Männern, dass sie zugunsten von Frauen und PoC benachteiligt werden, das ist meiner Meinung nach ein erschreckendes Signal dafür, wohin die Bestrebungen gehen. Und ich sehe nicht, dass das SC das soviel anders sieht. Jeder darf eine Waffe tragen - klasse, einfach nur klasse. Ab ins Mittelalter.
Frauen werden nach wie vor benachteiligt und schlechter bezahlt und bei Erfolg auch entsprechend böse in den Sozialen Medien gehaßt, beleidigt und bedroht. Keine gute Entwicklung.
Rosalie, Jedes bundesland hat seine eigene regelung bzgl waffen tragen. Es stimmt nicht, dass jeder eine waffe tragen kann. Und man braucht eine lizenz. Ich denke, dass die entscheidung vom SC ein eigentor werden wird.
Gibt es hier im forum einen Strang ueber gleichberechtigung?
Zitat von Rosalie im Beitrag #1137@mono @noBarbie Das ist meine private Empfindung und auch als solche gekennzeichnet. Das könnt ihr anerkennen oder nicht, ich empfinde es einfach so.
Ich erkennne das nicht nur an, sondern teile deine Empfindungen auch. Mir ging es lediglich darum, dass mono deinen verwendeten Begriff der "Bestrebungen" zu brereits gefassten Beschlüssen umgedichtet hat.
ZitatDie Incel Bewegung in den USA und das Gejammere von weißen Männern, dass sie zugunsten von Frauen und PoC benachteiligt werden, das ist meiner Meinung nach ein erschreckendes Signal dafür, wohin die Bestrebungen gehen. ...
Diese und andere Formen von Frauenfeindlichkeit sind inzwischen weltweit verbreitet und bedrohlich gut vernetzt und auch in Deutschland in üblen Auswüchsen vorhanden. Ich empfehle dazu das Buch "Die letzten Männer des Westens - Antifeministen, rechte Männerbünde und die Krieger des Patriarchats" von Tobias Ginsburg, in dem es auch um die Rolle der selbsternannten "Lebensschützer/innen" u. a. in den USA geht. Die -innen sind da übrigens (für mich) erschreckend oft sehr aktiv.
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻
Nur, dass das mit dem " Undichten" mal wieder eine Unterstellung ist. Es war eine Zuspitzung und auch so erkennbar. Gestern auf Facebook habe ich die Meinung gelesen, Frauen hätten gar keine Rechte mehr. Was ja nicht stimmt. Und: Männer duerften keine Meinung zu dem Thema haben. Ähm. Meinungsfreiheit nur für Frauen?
Jetzt waren gestern die Emotionen sicherlich noch hoch, aber das hilft ja nicht weiter.
Soweit ich weiß,haben Hr Obama und Hr Biden darauf hingewiesen,dass politisches Engagement möglich ist. Und das stimmt ja. Gerichtsurteile gelten ja nicht ewig,wie man gerade sieht. Wer gegen das Urteil ist kann sich entsprechend engagieren und entsprechend waehlen. Wobei leider in den USA durch das Parteiensystem so ein entweder- oder vorherrscht. Dazu gab es gestern einen ganz guten Kommentar auf Tagesschau.de Das ist bei uns schon anders.
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Zitat von mono im Beitrag #1141Nur, dass das mit dem " Undichten" mal wieder eine Unterstellung ist.
Ich gehe mal positiv davon aus, dass hier alle noch ganz dicht sind.
ZitatEs war eine Zuspitzung und auch so erkennbar.
Ich kannn nur eine indirekt formulierte Falschbehauptung erkennen.
ZitatGestern auf Facebook habe ich die Meinung gelesen, Frauen hätten gar keine Rechte mehr. Was ja nicht stimmt.
Hältst du es für sinnvoll, einzelne unbelegte Facebook-Posts irgendwelcher unbekannter Leute hier zur Diskussion zu stellen?
ZitatUnd: Männer duerften keine Meinung zu dem Thema haben. Ähm. Meinungsfreiheit nur für Frauen?
Natürlich dürfen Männer eine Meinung haben, ebenso wie sie das Recht haben, diese zu äußern. Ob diese Meinung relevant ist und Grundlage für Entscheidungen sein kann, steht auf einem ganz anderen Blatt. Wenn Frauen die Meinung äußern, dass Männer häufiger/regelmäßiger zur Prostata-Untersuchung gehen sollten, wird das wohl kaum zu überfüllten Wartezimmern urologischer Praxen führen. Männer behalten sich nämlich selber die Entscheidungen darüber vor, welche medizinischen Behandlungen/Eingriffe sie vornehmen lassen wollen. Frauen wird dieses Recht genommen.
Zitat... Soweit ich weiß,haben Hr Obama und Hr Biden darauf hingewiesen,dass politisches Engagement möglich ist. Und das stimmt ja. Gerichtsurteile gelten ja nicht ewig,wie man gerade sieht. Wer gegen das Urteil ist kann sich entsprechend engagieren und entsprechend waehlen. ...
Und wenn es dann wieder fünf Jahrzehnte dauert, bis das bundesweite Abtreibungsrecht in den USA neu geregelt wird, wie viele ungewollte Kinder sind in dieser Zeit mögliicherweise vernachläsigt oder sogar misshandelt worden? Wie viele Frauen sind bis dahin an den Folgen einer unsachgemäßen, illegalen Abtreibung gestorben, oder weil sie, anders als Andrea Prudente, nicht das nötige Geld hatten in ein Land zu fliegen, das ihr die notwendige medizinische Versorgung nicht verweigert?
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻
Zitat von noBarbie im Beitrag #1142...Wie viele Frauen sind bis dahin an den Folgen einer unsachgemäßen, illegalen Abtreibung gestorben, oder weil sie, anders als Andrea Prudente, nicht das nötige Geld hatten in ein Land zu fliegen, das ihr die notwendige medizinische Versorgung nicht verweigert?
De gute Ordnung halber: Andrea Prudente ist nicht zur Abtreibung aus den USA "geflüchtet". Sie hat auf Malta Urlaub gmacht, als lebensbedrohliche Schwangerschaftskomplikationen auftraten. Sie ist dann nach Spanien ausgereist, weil der Schwangerschaftsabbruch auf Malta für sie nicht legal möglich war.
Ansonsten: Der Supreme Court hat die Gesetzgebungskompetenz in Sachen Schwangerschaftsabbruch an die Bundestsstaaten zurückgegeben. Dort ist diese Frage nun Gegenstand der politischen Auseinandersetzung und Mehrheitsbldung.
Als Frau würde ich als allererstes Mal jedweden Kontakt zu Menschen einstellen, die gegen ein gesetzlich definiertes Recht auf Schwangerschaftsabbruch sind - vor allem aber den sexuellen Kontakt zu solchen Männern. Und dann würde ich mir genau überlegen, ob ich in einem Bundesstaat leben will, der mir dieses Recht verwehrt.
Würde dies Schule machen, müssten sich INCELS, fundamentalistische Christen, arme unterdrückte Männer & Co um die übrig gebliebenen "Pro-life"-Frauen bemühen, was ihre Fortpflanzungsrate arithmetisch betrachtet verringert.
Der Fall Roe v. Wade reicht ja nicht. In der GOP lauteste Forderungen nach Verbot von Verhütungsmitteln, Illegalisierung von trans Sein, Illegalisierung von Homosexualität
Bzgl. Verhütungsmitteln: dann ist es wirklich nicht mehr weit, dass "ein Mädchen nichts mehr lernen muss", weil "es ja sowieso heiratet" und/oder kindert ... Oder keusch lebt wie die Nonnen.
Kein Sex im Studium. Mehrere hunderttausend Euro Invest - und dann pardautz, schwanger? Stillen, kümmern, erziehen - und studieren sowie malochen für die Finanzierung? Wohl wieder nur für die top oberen Prozent, die kümmerfähige und -willige Großeltern oder Kohle für ne Nanny haben ...
Was ist klein, grün und dreieckig? - Ein kleines grünes Dreieck! (copyright: mein Neffe als Kleines)
Zitat von Nicolo im Beitrag #1143... De gute Ordnung halber: Andrea Prudente ist nicht zur Abtreibung aus den USA "geflüchtet". Sie hat auf Malta Urlaub gmacht, als lebensbedrohliche Schwangerschaftskomplikationen auftraten. Sie ist dann nach Spanien ausgereist, weil der Schwangerschaftsabbruch auf Malta für sie nicht legal möglich war.
Der gute Ordnung halber habe ich einen Artikel verlinkt, der genau diese Hintergründe aufzeigt. Es bleibt aber Fakt, dass Prudente, wenn sie sich den Flug nach Spanien nicht hätte leisten können, auf Malta mit großer Wahrscheinlichkeit nicht überlebt hätte. Und genau vor diesem Problem stehen viele Frauen in Amerika. Sie haben schlicht nicht das Geld, in einen anderen Bundessstaat zu reisen und vom Arbeitsplatz und/oder ihren Kindern tagelang fern zu bleiben um eiine Abtreibung vornehmen lassen zu können.
Zitat... Als Frau würde ich als allererstes Mal jedweden Kontakt zu Menschen einstellen, die gegen ein gesetzlich definiertes Recht auf Schwangerschaftsabbruch sind - vor allem aber den sexuellen Kontakt zu solchen Männern.
Wärest du als Frau auf die Welt gekommen, wäre nicht sicher, ob du so priviligiert wärest, dass du es dir leisten könntest, den Kontakt zu deinem Ehemann einzustellen, wenn der plötzlich eine andere politische Grundhaltung als früher übernimmt. Wenn du als schwarze/farbige Frau aus einer armen Familie nur geringere Bildungs- und damit Karrierechancen hattest, dürftest du erst recht geringe Chancen haben.
ZitatUnd dann würde ich mir genau überlegen, ob ich in einem Bundesstaat leben will, der mir dieses Recht verwehrt. ...
Dann müsstest du vor allem genau überlegen, ob du es überhaupt finanzieren könntest, evtl. mit Familie, in einen anderen Bundesstaat umzuziehen.
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻
"In anderen Teilen des Landes kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten: In Los Angeles griffen Polizisten Pressevertreter tätlich an. In Cedar Rapids, Iowa, wurden Pro-Choice-Demonstranten von einem Truck anfahren, und zwar gezielt.
Das wird jedoch wohl straffrei bleiben, denn Iowa hatte bereits zuvor ein “Anti-riot–Gesetz” verabschiedet, das es straffrei stellt, wenn man Teilnehmer eines “riots” – darunter wird jeder Aufruhr von mehr als einer Handvoll Menschen verstanden – mit seinem Auto überfährt. Vor dem Hintergrund der tödlichen Auto-Attacke eines Neonazis in Charlottesville 2017 sollten sich uns allen hier die Nackenhaare aufstellen." Quelle
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻
Mit Blick auf die Debatte um die Abtreibung in Deutschland und den USA hat CDU-Chef Friedrich Merz vor einer Gefährdung des gesellschaftlichen Friedens gewarnt. «Was da gerade auf der anderen Seite des Atlantiks passiert mit dem da beginnenden Kulturkampf um dieses Thema, das sollte uns ein warnendes Beispiel sein, dass wir damit nicht auch wieder anfangen», sagte Merz am Samstag auf einem CDU-Landesparteitag in Hamburg. Er zeigte sich besorgt, dass die Ampelkoalition mehr wolle als nur die am Freitag vom Bundestag beschlossene Abschaffung des Werbeverbots für Abtreibung. Regierungsvertreter hätten in der Debatte angedeutet, dass die Abschaffung des Paragrafen 219a erst der Anfang sei. Merz forderte: «Wir haben in den strafrechtlichen Regelungen über den Schwangerschaftsabbruch in diesem Land für Jahrzehnte für gesellschaftlichen Frieden gesorgt. Und dabei sollte es bleiben.»
Zitat von noBarbie im Beitrag #1145...Es bleibt aber Fakt, dass Prudente, wenn sie sich den Flug nach Spanien nicht hätte leisten können, auf Malta mit großer Wahrscheinlichkeit nicht überlebt hätte. Und genau vor diesem Problem stehen viele Frauen in Amerika. Sie haben schlicht nicht das Geld, in einen anderen Bundessstaat zu reisen und vom Arbeitsplatz und/oder ihren Kindern tagelang fern zu bleiben um eiine Abtreibung vornehmen lassen zu können. ...
Ich halte Frau Prudente für ein schlechtes Beispiel bzw. eine unpassende Illustration für ein sehr gravierendes Problem. Denn die Reise von den USA nach Malta konnte sie sich leisten, da werden die Transferkosten von Malta nach Spanien wohl weniger problematisch gewesen sein. Zuhause war Frau Prudente in jedem Falle nicht.
Zitat ... Wärest du als Frau auf die Welt gekommen, wäre nicht sicher, ob du so priviligiert wärest, dass du es dir leisten könntest, den Kontakt zu deinem Ehemann einzustellen, wenn der plötzlich eine andere politische Grundhaltung als früher übernimmt. Wenn du als schwarze/farbige Frau aus einer armen Familie nur geringere Bildungs- und damit Karrierechancen hattest, dürftest du erst recht geringe Chancen haben. ...
Zitat
ZitatUnd dann würde ich mir genau überlegen, ob ich in einem Bundesstaat leben will, der mir dieses Recht verwehrt. ...
Dann müsstest du vor allem genau überlegen, ob du es überhaupt finanzieren könntest, evtl. mit Familie, in einen anderen Bundesstaat umzuziehen.
Ich glaube nicht an Männer, die in so grundlegenden Fragen urplötzlich ihre Meinung ändern. Und die Tatsache allein, dass es Frauen gibt, die schlechtere Chancen haben, dass zu tun, as ich erwägen würde, schmälert den Sinn der Erwägungen m.E. nicht.
Zitat von Nicolo im Beitrag #1148... Ich halte Frau Prudente für ein schlechtes Beispiel bzw. eine unpassende Illustration für ein sehr gravierendes Problem. ...
Es geht mir in dem Beispiel weniger um Frau Prudente, als vielmehr um das Problem des Abtreibungsverbots und dessen Folgen.
ZitatIch glaube nicht an Männer, die in so grundlegenden Fragen urplötzlich ihre Meinung ändern.
Bis 2016 habe ich auch nicht geglaubt, dass ein Mann wie Trump zum US-Präsidenten gewählt werden könnte...
ZitatUnd die Tatsache allein, dass es Frauen gibt, die schlechtere Chancen haben, dass zu tun, as ich erwägen würde, schmälert den Sinn der Erwägungen m.E. nicht.
Die Frauen mit den besseren Chancen werden selten Opfer von Abtreibungsverboten sein, wenn sie es sich leisten können, dahin zu reisen, wo der Abbruch fachgerecht vorgenommen wird, statt zur Engelmacherin in der Nachhbarschaft zu gehen.
Je schlechter ihre Lebenssituation, desto besser könnnen Frauen unterdrückt und damit ihre besser situierten Geschlechtsgenossinnen in Angst um ihre Rechte versetzt werden.
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻
Zitat von Kaffeesahne im Beitrag #1147Ein Statement von Friedrich Merz, Bundesvorsitzender der CDU und Oppositionsführer: ... Augen auf bei allen Wahlen!
Sowieso und immer.
Bemerkenswert, dass Herr Merz damit fast wortwörtlich die FDP-Position vor der letzten Bundestagswahl vertritt: ... Auch die FDP will den Paragrafen 219a streichen, an Paragraf 218 aber festhalten: „Dieser Kompromiss ist das Ergebnis einer langen gesellschaftlichen Diskussion und sollte in seiner Grundkonstruktion auch nicht angetastet werden“, sagte Stephan Thomae dem RND. ... https://www.rnd.de/politik/paragraf-218-...FZTY43VQCI.html