Zitat von mono im Beitrag #645...Es ist also erstmal eine Mutmaßung, dass dahintersteckt, Frauen wollten andere Frauen unterdrücken. ...
(Hervorhebung von mir)
Wäre es in der Tat, wenn ich das so behauptet hätte. Habe ich aber nicht, sondern ganz bewusst geschrieben, dass sie sich an der Unterdrückung von Frauen beteiligen, ohne eine Aussage zu treffen, ob das ihr erklärtes Ziel oder ein Nebeneffekt ihres Engagements ist.
Sag ich doch, DEINE Sicht. Meine Sicht ist, dass sie sich für das ungeborene Leben einsetzen.
Bleib bitte bei der Wahrheit. Du hast mir Unterstellung vorgeworfen.
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Und was passiert, wenn die Frau die Abtreibung ohne Vorliegen der Einverständniserklärung des Mannes durchführt?
Kann der Mann in dem Szenario durch hinauszögern der Unterschrift die Abtreibung verzögern, so dass zB Fristen verstreichen?
In der Praxis kann ich mir eine Lösung mit gesetzlich geregeltem Einbezug des Mannes nicht vorstellen.
Ihn zur Beratung mitzunehmen, ist ja (freiwillig) schon jetzt kein Problem. Erzwungen steht schon allein der Zeitdruck dagegen.
Ja, wenn der potentielle Vater sich ein Kind wünscht und die schwangere Frau abtreibt, ist das traurig. Vermeiden lässt sich so ein Fall durch gesetzliche Regelungen nicht.
Dann sollten die Unterstützer dieser Neuregelung die Patenschaften und finanziellen Unterstützungen für die Kinder bis zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit übernehmen.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Zur Beteiligung der Arbeitgeber: kennst du einen Fall, bei dem ein Unternehmen andenkt, zwar die Kosten für eine Abtreibung zu übernehmen, aber keinen parental leave anbietet?
Mir sind nur AG bekannt, die bereits parental leave implementiert haben und nun über eine Regelung zur Unterstützung der Betroffenen nachdenken .
Google US hat 24 Wochen paid leave (deutlich mehr, als ich bei meinem AG in CH bekomme)
Sag ich doch, DEINE Sicht. Meine Sicht ist, dass sie sich für das ungeborene Leben einsetzen.
Mich interessiert tatsächlich Deine persönliche Meinung: Siehst Du k/eine Diskrepanz zwischen diesem Einsatz für das ungeborene Leben, der mit erheblicher Aggression einhergeht (Bedrohung von Ärzt:innen, Kopfgeld seitens des Gesetzgebers) und dem sehr mangelhaften Einsatz für das (neu)geborene Leben?
"It has to be possible to feel the pain in one community without denying it to the other. It has to be!" John Oliver
Moderatorin in den Foren zu Beziehung und Sex, zu Kunst, Musik und Literatur, zu Politik und Tagesgeschen und zum Handwerken (warum auch immer). Ueberall sonst gilt: Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen.
Es steht doch jedem frei, sich für das ungeborene Leben einzusetzen.
Was nicht zum Ziel führt, ist ein Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen. Verhindert wird damit nur ein sicherer Weg eines Schwangerschaftsabbruchs, aufs Spiel gesetzt wird das Leben von Frauen.
Wie dieser Zweck gefördert werden kann, ist dafür allseits bekannt: Aufklärung, Zugang zu Verhütungsmitteln und Gesundheitsfürsorge, Mutterschutzregelungen, finanzielle Unterstützung, Förderung sozialer Gleichberechtigung und damit auch die Übernahme von Verantwortung durch Männer.
Entsprechend sind die Zahlen an Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland rückläufig, auch wenn hier einiges zu wünschen übrig bleibt. 90 % der Alleinerziehenden sind weiblich, die wenigen vertretenen Männer haben in der Regel keine Kleinkinder zu betreuen, hormonelle Verhütung von Männern wird nicht kommen, weil keine Bereitschaft besteht, Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen, wie sie die der Pille für Frauen entsprechen.
Nachdem Ausgangspunkt aber die Situation in den USA ist: Wenig von wem, was dem Schutz des werdenden Lebens dient, findet sich dort. Mutterschutz, Förderung des Zugangs zu Verhütungsmitteln, Gesundheitsvorsorge, Aufklärung, alles weitgehend Fehlanzeige und häufig gerade von denen verhindert, die sich den Lebensschutz auf die Fahne schreiben. Dass die Gefahr von schwarzen Frauen und ihren Kindern, bei der Geburt zu versterben, doppelt so hoch ist wie bei Weißen, kommt nicht von ungefähr.
Vor dem Hintergrund empfinde ich Abtreibungsverbote als zynisch. Das sowieso, aber vor allem in Ländern wie den USA. Gleich, wie man dazu ethisch steht - es funktioniert nicht. Wenn Abtreibungsgegner dann aber auch gegen das sind, was die Zahl an Abtreibungen reduziert, ist das für mich ein Beleg dafür, dass es sich nicht um Lebensschutz, sondern Werteheuchelei handelt, die - auch das kommt nicht von ungefähr - mal wieder Frauen als Leidtragende im Fokus hat. Dass sich dann gerade auch Frauen gegen Frauen engagieren, ist ebenfalls kein Zufall, sondern meiner Meinung nach ein typischer Fall internalisierter Misogynie.
Wir wissen, was funktioniert und was nicht - Unterstütze ich das, was nicht funktioniert, zeige ich, wes Geistes Kind ich bin, vor allem, wenn dann auch noch eine Rhetorik eingesetzt wird, die biologische Tatsachen leugnet und immer wieder von "Kindern" die Rede ist, die es bei einem Schwangerschaftsabbruch gar nicht gibt.
Sag ich doch, DEINE Sicht. Meine Sicht ist, dass sie sich für das ungeborene Leben einsetzen.
Mich interessiert tatsächlich Deine persönliche Meinung: Siehst Du k/eine Diskrepanz zwischen diesem Einsatz für das ungeborene Leben, der mit erheblicher Aggression einhergeht (Bedrohung von Ärzt:innen, Kopfgeld seitens des Gesetzgebers) und dem sehr mangelhaften Einsatz für das (neu)geborene Leben?
Ich persönlich bedrohe niemanden und ich will und werde auch niemandem eine Abtreibung verbieten. Wer bin ich denn auch, das ich das könnte.
Aber intervenieren, durch Überzeugung, nicht durch Verbote, das würde ich und ich werde mir dabei nicht vorwerfen lassen, mich an der Unterdrückung der Frau zu beteiligen. Das ist ja schon fast beleidigend.
In meinen Augen ist Aufklärung über mögliche Hilfen und Überzeugung alles andere als Unterdrückung. Der Frau ist es gegeben, Leben zu schenken und im Grunde ist das eine große Gnade, die wir den Männern voraushaben.
Zitat von Amelanchier im Beitrag #653 In der Praxis kann ich mir eine Lösung mit gesetzlich geregeltem Einbezug des Mannes nicht vorstellen.
Ich auch nicht. Eine gesetzlich verbindliche Einverständniserklärung des Mannes würde bedeuten, dass er grundsätzlich über den Körper der Frau und das, was damit passiert, bestimmen könnte. Das darf in einer aufgeklärten Gesellschaft einfach nicht sein.
Zitat von Amelanchier im Beitrag #653Und was passiert, wenn die Frau die Abtreibung ohne Vorliegen der Einverständniserklärung des Mannes durchführt?
Kann der Mann in dem Szenario durch hinauszögern der Unterschrift die Abtreibung verzögern, so dass zB Fristen verstreichen?
Das fände ich fatal, wenn der Mann mit MUSS. So kann er nämlich Macht über die Frau ausüben.
******************************** Sagt es allen weiter - besonders den jungen Menschen: Werdet StammzellenspenderIn - rettet Leben! Spende geht oft über das Blut. * DKMS
Zitat von Lizzie64 im Beitrag #661Caramia, aber ohne die Männer wäre diese Gabe wertlos, also sind sie mit in der Gleichung. Das kannst du nicht bestreiten.
Klar und darum haben sie meiner Meinung nach auch mitzureden.
Es ist doch aber so, dass die Beteiligung des Mannes sich zunächst mal auf die Zeugung beschränkt. Während der Schwangerschaft kann er unterstützend tätig sein. Das Wunder, das in seinem Bauch ein Kind heranwächst, wird er nie erleben können.
Zitat von badenserin im Beitrag #657Wie dieser Zweck gefördert werden kann, ist dafür allseits bekannt: Aufklärung, Zugang zu Verhütungsmitteln und Gesundheitsfürsorge, Mutterschutzregelungen, finanzielle Unterstützung, Förderung sozialer Gleichberechtigung und damit auch die Übernahme von Verantwortung durch Männer.
Entsprechend sind die Zahlen an Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland rückläufig, auch wenn hier einiges zu wünschen übrig bleibt. 90 % der Alleinerziehenden sind weiblich, die wenigen vertretenen Männer haben in der Regel keine Kleinkinder zu betreuen, hormonelle Verhütung von Männern wird nicht kommen, weil keine Bereitschaft besteht, Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen, wie sie die der Pille für Frauen entsprechen.
Nachdem Ausgangspunkt aber die Situation in den USA ist: Wenig von wem, was dem Schutz des werdenden Lebens dient, findet sich dort. Mutterschutz, Förderung des Zugangs zu Verhütungsmitteln, Gesundheitsvorsorge, Aufklärung, alles weitgehend Fehlanzeige und häufig gerade von denen verhindert, die sich den Lebensschutz auf die Fahne schreiben. Dass die Gefahr von schwarzen Frauen und ihren Kindern, bei der Geburt zu versterben, doppelt so hoch ist wie bei Weißen, kommt nicht von ungefähr.
Vor dem Hintergrund empfinde ich Abtreibungsverbote als zynisch. Das sowieso, aber vor allem in Ländern wie den USA. Gleich, wie man dazu ethisch steht - es funktioniert nicht. Wenn Abtreibungsgegner dann aber auch gegen das sind, was die Zahl an Abtreibungen reduziert, ist das für mich ein Beleg dafür, dass es sich nicht um Lebensschutz, sondern Werteheuchelei handelt, die - auch das kommt nicht von ungefähr - mal wieder Frauen als Leidtragende im Fokus hat. Dass sich dann gerade auch Frauen gegen Frauen engagieren, ist ebenfalls kein Zufall, sondern meiner Meinung nach ein typischer Fall internalisierter Misogynie.
Wir wissen, was funktioniert und was nicht - Unterstütze ich das, was nicht funktioniert, zeige ich, wes Geistes Kind ich bin, vor allem, wenn dann auch noch eine Rhetorik eingesetzt wird, die biologische Tatsachen leugnet und immer wieder von "Kindern" die Rede ist, die es bei einem Schwangerschaftsabbruch gar nicht gibt.
So geht es mir auch, Badenserin.
Wenn das gewordene Leben wichtig ist, dann müsste man doch dieses (von mir fett markierte) einfordern.
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Zitat von caramia_2.0 im Beitrag #663Es ist doch aber so, dass die Beteiligung des Mannes sich zunächst mal auf die Zeugung beschränkt. Während der Schwangerschaft kann er unterstützend tätig sein. Das Wunder, das in seinem Bauch ein Kind heranwächst, wird er nie erleben können.
Da drehen wir uns leider im Kreis. Wie kannst du Männer verpflichten für das Kind zu sorgen - sowohl finanziell, als auch emotional und betreuend?
Wie?
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caramia, wenn ich von der Tatsache schreibe, dass die Einschränkung des weiblichen Selbstbestimmungsrechts Frauen unterdrückt, ist das eine Unterstellung? Ein dermaßen ideologisch bestimmtes Sprachverständnis ist für mich keine Diskussionsgrundlage.
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Zitat von caramia_2.0 im Beitrag #663 Klar und darum haben sie meiner Meinung nach auch mitzureden.
Nein, haben sie nicht. Alles, was nach der Zeugung passiert, betrifft unmittelbar - und unteilbar - den Körper und die Psyche der Frau. Darüber hat kein Mann, und auch sonst niemand, mitzureden.
Und wenn jetzt das Argument kommt: Das Ungeborene ist aber auch ein Teil von ihm bzw. seiner DNA, heißt das nicht, dass er darauf so etwas wie Besitzansprüche hat. Der Körper einer schwangeren Frau ist kein bloßes "Gefäß", dass den Besitz anderer beherbergt.
Zitat von badenserin im Beitrag #657 Wir wissen, was funktioniert und was nicht - Unterstütze ich das, was nicht funktioniert, zeige ich, wes Geistes Kind ich bin, vor allem, wenn dann auch noch eine Rhetorik eingesetzt wird, die biologische Tatsachen leugnet und immer wieder von "Kindern" die Rede ist, die es bei einem Schwangerschaftsabbruch gar nicht gibt.
Geh mal zu einer Frau, die gerade eine Fehlgeburt erlitten hat und dann sag ihr, sie solle sich nicht so anstellen, es sei doch lediglich ein Zellklumpen gewesen. Wundere dich aber nicht, wenn du dann hochkantig rausfliegst.
Zitat von noBarbie im Beitrag #666caramia, wenn ich von der Tatsache schreibe, dass die Einschränkung des weiblichen Selbstbestimmungsrechts Frauen unterdrückt, ist das eine Unterstellung? Ein dermaßen ideologisch bestimmtes Sprachverständnis ist für mich keine Diskussionsgrundlage.
Einverstanden! Es ist für mich auch keine Diskussionsgrundlage, wenn immer nur von der Frau die Rede ist, von der Frau als Krone der Schöpfung.
Ihr Selbstbestimmungsrecht beginnt mit der Entscheidung, mit wem sie sich einlässt und wie weit sie gewillt ist, eventuelle Folgen zu tragen. Es endet da, wo es um das Leben eines anderen geht!
Zitat von caramia_2.0 im Beitrag #669 Geh mal zu einer Frau, die gerade eine Fehlgeburt erlitten hat und dann sag ihr, sie solle sich nicht so anstellen, es sei doch lediglich ein Zellklumpen gewesen. Wundere dich aber nicht, wenn du dann hochkantig rausfliegst.
Dann sieh dir an, was in US-Bundesstaaten wie Texas und Oklahoma gerade los ist und sag einer Frau, die gerade eine Fehlgeburt erlitten hat, dass sie sich jetzt zusätzlich inquisitorischen Fragen und Untersuchungen zu stellen hat, da grundsätzlich der Verdacht besteht, dass sie eventuell nachgeholfen hat. Suchen nach Stricknadelspuren oder Blut-Scan nach Medikamenten und dergleichen. Denn dann wäre sie zu bestrafen.
Findest du, die du selbst eine Fehlgeburt hattest, so etwas in Ordnung?
Zitat von caramia_2.0 im Beitrag #669 Geh mal zu einer Frau, die gerade eine Fehlgeburt erlitten hat und dann sag ihr, sie solle sich nicht so anstellen, es sei doch lediglich ein Zellklumpen gewesen. Wundere dich aber nicht, wenn du dann hochkantig rausfliegst.
Dann sieh dir an, was in US-Bundesstaaten wie Texas und Oklahoma gerade los ist und sag einer Frau, die gerade eine Fehlgeburt erlitten hat, dass sie sich jetzt zusätzlich inquisitorischen Fragen und Untersuchungen zu stellen hat, da grundsätzlich der Verdacht besteht, dass sie eventuell nachgeholfen hat. Suchen nach Stricknadelspuren oder Blut-Scan nach Medikamenten und dergleichen. Denn dann wäre sie zu bestrafen.
Findest du, die du selbst eine Fehlgeburt hattest, so etwas in Ordnung?
Das kann man auch anders sehen. Ob bei Fehlgeburt, bei Schlaganfall, bei Herzinfarkt, ganz egal, es wird immer untersucht, woran es evtl. gelegen haben kann. Da muss sich Frau nicht gleich wieder angegriffen fühlen. Es ist Einstellungssache und, ich schrieb es schon mal, ich sehe die Frau nicht als Nabel der Welt an.