Zitat von caramia_2.0 im Beitrag #471Wieso sollte ich auf rein provokative Fragen antworten? Fällt mir ja gar nicht ein.
Warum denn provokativ? Sie ergeben sich rein logisch aus den Forderungen der Abtreibungsgegner, wenn man versucht, die Argumente nachzuvollziehen. Das sind Fragen, die man beantworten können sollte, wenn man gegen Abtreibungen ist.
Zitat von Convallaria im Beitrag #476... Das sind Fragen, die man beantworten können sollte, wenn man gegen Abtreibungen ist.
Meiner Meinung nach nicht einmal dann, sondern nur, wenn mensch die eigene Auffassung zur Grundlage einer allgemeinen Gesetzgebung machen möchte oder dies empfiehlt. Privat und persönlich für sich kann da jede/r alles Mögliche meinen.
Zitat von Kitty_Snicket im Beitrag #422 [....] Eine Frau will abtreiben. Dann muss sie ankreuzen oder sonstwie zu Protokoll geben, dass sie vergewaltigt wurde (offenbar auch jetzt schon). Wenn das in Zukunft also die einzige erlaubte Situation ist, in der sie abtreiben kann, was wird dann wohl passieren? Dann beginnen Frauen zu lügen? Und/oder müssen die Vergewaltigung irgendwie 'beweisen' (was ja jetzt schon hervorragend funktioniert)? Vermittels einer Anzeige? Was ist, wenn eine vergewaltigte Frau das nicht will? . . . . .
Gute Fragen, die du da aufwirfst - dein gesamtes Posting.
Ist insgesamt eine ganz schwierige Situation - und ja , ich bin für die freie Entscheidung der Frau. Wenn der evtl. Vater ein Vertrauter bzw. eine Stütze sein will, kann sie seinen Input ja berücksichtigen, aber es ist und bleibt ganz alleine ihre Entscheidung.
Und das Philosophieren mit sowas unbeweisbarem wie Glauben und Gott sollten in dieser Diskussion außen vor bleiben. Gläubige Menschen können gerne ihren Glauben ausleben und nicht abtreiben. Aber mit dem Argument, unschuldiges Leben zu schützen weil es von Gott gewollt ist , dem kann ich nicht folgen. Wo ist Gott , wenn unschuldige Menschen im Krieg dahingeschlachtet werden, wenn junge Mädchen entführt und in die Sklaverei verkauft werden? Deshalb - bitte nicht diese Argumentation.
Zitat von caramia_2.0 im Beitrag #471Wieso sollte ich auf rein provokative Fragen antworten? Fällt mir ja gar nicht ein.
Meinst du die:
Zitat von Convallaria im Beitrag #470.. all die Fragen, die @Kitty nun schon mehrfach gestellt hat (danke dafür). Warum ist das eine Leben mehr wert als das andere? Wovon hängt das ab? Wenn man das Recht auf Abtreibung bei schlampiger Verhütung absprechen will, gilt das auch bei einer 14jährigen Schwangeren? Warum hat das ungeborenene Kind weniger Rechte, wenn es durch Vergewaltigung gezeugt wurde? Etc.... Ich bin der Ansicht, entweder akzeptiert man das Recht abzutreiben, oder man ist grundsätzlich dagegen. Wenn man es akzeptiert, sollten einen die Gründe im Einzelfall nichts angehen.
?
Wenn du für Lebensschutz bist: dann sind das sachlich begründete Fragen: Welches Leben wird geschützt, welches nicht?
Fällt dir nicht ein, darauf zu antworten, weil dir nichts einfällt? Falls doch, kann man darüber reden. Wenn nicht: Kartenhaus, umgepustet
Denk, was du willst! Hier wird ja nicht einmal genau gelesen bzw. mitgedacht, sonst würde nicht schon wieder Glaube und Kirche in einen Topf geworfen. Hauptsache, man kann provozieren. Ich habe mehrfach geschrieben, dass ich auch bei Abtreibung nach Vergewaltigung Bauchschmerzen habe. Kann man das nicht akzeptieren?
Ich kenne übrigens eine Frau, die nach einer Vergewaltigung schwanger wurde. Abtreibung war für sie überhaupt kein Thema. Zuerst wollte sie das Kind zur Adoption freigeben, je weiter aber die Schwangerschaft fortschritt, desto mehr verlor dieser Gedanke an Bedeutung. Sie hat das Kind behalten und es liebevoll großgezogen. Das ist für mich eine wahrhaft starke Frau!
cara, nochmal: Deine Überzeugung will dir niemand nehmen, kann auch niemand. Das Problem ist, dass diese Überzeugung nach Überzeugung anderer Abbruchsgegner (nicht nur in den usa) gesetzlich zementiert werden soll bzw ist.
ZitatDenk, was du willst! Hier wird ja nicht einmal genau gelesen bzw. mitgedacht, sonst würde nicht schon wieder Glaube und Kirche in einen Topf geworfen. Hauptsache, man kann provozieren. Ich habe mehrfach geschrieben, dass ich auch bei Abtreibung nach Vergewaltigung Bauchschmerzen habe. Kann man das nicht akzeptieren?
Ich kenne übrigens eine Frau, die nach einer Vergewaltigung schwanger wurde. Abtreibung war für sie überhaupt kein Thema. Zuerst wollte sie das Kind zur Adoption freigeben, je weiter aber die Schwangerschaft fortschritt, desto mehr verlor dieser Gedanke an Bedeutung. Sie hat das Kind behalten und es liebevoll großgezogen. Das ist für mich eine wahrhaft starke Frau!
Das ist wohl eher die Ausnahme. Aber das gibt es, alle Hochachtung.
Aber warum Glaube und Kirche nicht zusammengehören, erschliesst sich mir nicht. Die Kirche definiert doch wer ein Gläubiger ist. Was es dazu braucht. Und missachtet dann ihre eigenen Regeln. Das ist menschlich, das ist eine Tatsache.
na, man kann schon gläubig sein und sich das rauspicken, was zu den eigenen Vorstellungen passt und die Kirche Kirche sein lassen. Tun ja viele Katholiken, die verhüten und sich den Teufel drum scheren, was die Crossdresser mit den spitzen Hüten in den oberen Rängen dazu meinen. An Gott glauben sie trotzdem und lassen ihn einen guten Mann sein. Immerhin Mann
Zitat von vultura im Beitrag #483na, man kann schon gläubig sein und sich das rauspicken, was zu den eigenen Vorstellungen passt und die Kirche Kirche sein lassen. Tun ja viele Katholiken, die verhüten und sich den Teufel drum scheren, was die Crossdresser mit den spitzen Hüten in den oberen Rängen dazu meinen. An Gott glauben sie trotzdem und lassen ihn einen guten Mann sein. Immerhin Mann
Ich stelle mir das problematisch vor, wirklich Gläubige zu sein und trotzdem der katholischen Kirche anzugehören. Ich habe das nicht ausgehalten und bin gegangen. Und ich bin sehr froh in einem säkularen Staat zu lebe.
Zitat Ich habe mehrfach geschrieben, dass ich auch bei Abtreibung nach Vergewaltigung Bauchschmerzen habe. Kann man das nicht akzeptieren?
OK, danke (und sorry, das hatte ich in der Tat nicht auf dem Schirm), für dich ist also mit Vergewaltigung die Grenze noch nicht erreicht, ab der du eine Abtreibung befürwortest. Das teile ich zwar nicht, kann ich aber dann logisch nachvollziehen. Ich frage nun nicht zur Provokation, sondern wirklich, um zu verstehen: Gibt es denn so eine Grenze für dich?
Das Problem ist ja - bei der Diskussion kommt man unweigerlich an den Punkt, wo es dann um medizinische Indikationen geht. Und dann muss man sich irgendwann entscheiden: Rettet man das Leben der Mutter, oder lässt man "den Dingen seinen Lauf"? Wo greift man überhaupt ein? Oder ist die moderne Medizin insgesamt abzulehnen? Es gibt ja durchaus Menschen, die auch das befürworten, das ist ja auch ok, so lange sie das für sich selbst so handhaben, aber jemand anderem vorschreiben, dass sie ebenso zu leben haben, das geht eben nicht. Jedenfalls nicht in einer Demokratie. Und da sind wie wohl wieder am Anfang der Diskussion angekommen...
Zitat von caramia_2.0 im Beitrag #479Hier wird ja nicht einmal genau gelesen bzw. mitgedacht, sonst würde nicht schon wieder Glaube und Kirche in einen Topf geworfen. Hauptsache, man kann provozieren. Ich habe mehrfach geschrieben, dass ich auch bei Abtreibung nach Vergewaltigung Bauchschmerzen habe. Kann man das nicht akzeptieren?
(Hervorhebung von mir) Uff. Die Formulierung ist sehr unglücklich ...
Ich akzeptiere, DASS es deine Meinung ist. Und ich sage jetzt zum, glaube ich, vierten Mal, dass mich einfach interessiert, WARUM in diesem Fall diese Abtreibung - wenn auch 'gerade noch' erlaubt ist, oder sein darf.
Mir widerstrebt es zwar, zu soufflieren, aber offenbar kommt ansonsten nicht rüber, worum es mir geht.
Das Kind ist in Sünde gezeugt? -> ergo kein gleichwertiger Embryo? Die Mutter hat bei der Zeugung nicht gesündigt (wie die Frauen, die nicht/nicht ordentlich genug verhüten oder zwar verhüten, aber dann die mit dem Koitus einhergehende Verantwortung für jegliches eventuell gezeugte Leben nicht übernehmen wollen) und deswegen ist es ein Spezialfall, wo das Kind weniger von Gott gewollt ist wie bei freiwilligem GV? Sünde ist kein Faktor, aber in dem Fall (=einer Gewalttat) wäre es auch für viele Christen ein Schritt zu weit, eine Frau zur Austragung zu zwingen? Oder ... Oder ... ???
Bei 'stark, weil nach Vergewaltigung Kind behalten' frag ich mich: im Umkehrschluss sind dann alle, die von ihrem Vergewaltiger kein Kind wollen, schwach?
Also...Ich habe 2021 Ajna Jusic kennengelernt. Sie ist eine junge Frau aus Bosnien, die ihr Leben der Vergewaltigung ihrer Mutter während des Bosnienkrieges verdankt und sich für andere Kinder mit ähnlicher Herkunft engagiert. Allein in Bosnien geht man von mindestens 1000 Kindern mit gleicher Geschichte aus. Man nennt sie die "unsichtbaren Kinder. " Ajna hat mit 15 Jahren einen psychischen Zusammenbruch erlitten und erst langsam, sehr langsam wieder ins Leben zurückgefunden. Zusammen mit ihrem Stiefvater und ihrer Mutter hat sie eine Therapie gemacht, mit ihrer Mutter ist das Verhältnis "ganz gut", sie "tragen die Last jetzt gemeinsam ". Und sie kämpft dafür, dass Kinder wie sie als Kriegsversehrte (weltweit) anerkannt werden.
Aus dieser Begegnung heraus empfinde ich es als unglaubliche Anmaßung, als Nichtbetroffene überhaupt auf die Idee zu kommen, die Entscheidung einer Frau, die nach einer Vergewaltigung schwanger ist, für oder gegen Abbruch (wenn man die Wahl überhaupt hat) überhaupt zu beurteilen.
Danke, Sasapi. Gerade aktuell in Hinblick auf den Krieg in der Ukraine und den Vergewaltigungen von Christinnen, wo war/ist da Gott? Wo hat ER diese Schandtaten verhindert?
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Frag nicht mich. Und- auf dem Balkan waren es nicht nur die Soldaten der gegnerischen Armee, die vergewaltigt haben. Es gibt Betroffene, deren Väter Angehörige von Hilfsorganisationen, von UN Truppen waren- die haben wenigstens den Vorteil, dass sie die Namen kennen ( solche Vorfälle wurden, wenn sie ausffielen, zumindest dokumentiert, wenn die Kerle auch nicht bestraft, so aber zumindest postwendend zurück geschickt wurden) und nicht ständig bei "Name des Vaters" in der Schule nichts eintragen konnten und dann als "Bastard"usw beschimpft wurden.
Zitat von Sariana im Beitrag #489Danke, Sasapi. Gerade aktuell in Hinblick auf den Krieg in der Ukraine und den Vergewaltigungen von Christinnen, wo war/ist da Gott? Wo hat ER diese Schandtaten verhindert?
ich habe jetzt mehrfach gelesen, dass diese Frauen in Polen nur unter größten Schwierigkeiten Hilfe kriegen. Überigens hab ich mal eine Bericht über eine vergewaltigte kroatische Frau gesehen, die auch beschlossen hat, ihr Leid und dieses Kind anzunehmen und so positiv wie irgend möglich damit umzugehen. Gut, wenn das möglich ist, aber das darf doch keine Vorgabe für Andere sein!
Klar.... Die legalen Methoden sind wesentlich gesünder als Kleiderbügel und Stricknadeln.
******************************** Sagt es allen weiter - besonders den jungen Menschen: Werdet StammzellenspenderIn - rettet Leben! Spende geht oft über das Blut. * DKMS
Zitat von SASAPI im Beitrag #409Die geistige Reife hinkt der körperlichen Reife in der Regel immer hinterher, egal, in welchem Lebensalter man ist. Soll dann die Frau, der die geistige Reife fehlt, quasi aus Erziehungszwecken gezwungen werden, das Kind zu bekommen?
Ja genau, das war meine Frage. Wäre (m)eine Tochter schwanger geworden (und damit körperlich reif für Sex und Schwangerschaft, geistig vielleicht nicht?), was hätte sie/ich als Mutter tun sollen?
@Charlie, ich glaube, weil ich dazu was geschrieben hatte. Weil, wenn man gegen Abtreibungen ist, ja durchaus auch der Punkt aufkommen kann, ob Mutter oder Kind überleben. Wenn man gegen Abtreibung ist, müsste man konsequenterweise auch dann nicht abtreiben, denn warum hat dieses Kind weniger Recht auf Leben als das eines Vergewaltigers oder auch das einer liebenden, sich auf das Kind freuenden Familie? Lässt man also den Dingen seinen Lauf, da gottgewollt? Udn wenn ja, wie ist das mit anderen medizinischen Eingriffen? Aber das führt zu weit weg.
Ich finde es nur so extrem schwierig, die Argumentation gegen das Recht auf Abtreibung nachzuvollziehen, zumindest, wenn man sie praktisch ausgestalten will - dann muss man Grenzen ziehen. Das kommt mir alles so unlogisch vor. Ja, ich weiß, ist ein emotionales Thema, und da kann auch jeder so unlogisch sein wie er will (für sich selbst), aber doch nicht, wenn man in Gesetze für alle gießt?
Wenn für Abtreibungsgegner wirklich die Kinder wichtig wären, ließe sich fragen: Wo sind die ganzen Hebammen, Familienhelfer*innen, Kitaplätze und Hortplätze, Leihgroßeltern, die Finanzierung usw. die es Müttern (auch aus prekären Verhältnissen) ermöglichen Kinder groß zu ziehen? Würde mit einer passenden Infrastruktur nicht gleichzeitig für das ungeborene Leben, die Mutter (evtl. den Vater, falls er Lust hat seine Verantwortung zu tragen) und das geborene Kind gesorgt?
Was tun die Abtreibungsgegner*innen (in Amerika) eigentlich in ihrer Freizeit, um Mutterschaft auch in kritischen Situationen zu ermöglichen? ... anstatt wütend und fordernd auf eine Frau zu zeigen, die weder ein noch aus weiß, ihr "Verantwortungslosigkeit" mit dem Verweis auf nötige emotionale Reife als Voraussetzung für Geschlechtsverkehr vorzuwerfen. Was ist das eigentlich für ein aggressiver Akt? Wo kommt diese Wut her? Woher das Recht zu urteilen, wann, wer, wie emotional reif ist?
- "Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts zu seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen." - Epikur von Samos
Zitat von SASAPI im Beitrag #488Also...Ich habe 2021 Ajna Jusic kennengelernt. Sie ist eine junge Frau aus Bosnien, die ihr Leben der Vergewaltigung ihrer Mutter während des Bosnienkrieges verdankt und sich für andere Kinder mit ähnlicher Herkunft engagiert. Allein in Bosnien geht man von mindestens 1000 Kindern mit gleicher Geschichte aus. Man nennt sie die "unsichtbaren Kinder. " Ajna hat mit 15 Jahren einen psychischen Zusammenbruch erlitten und erst langsam, sehr langsam wieder ins Leben zurückgefunden. Zusammen mit ihrem Stiefvater und ihrer Mutter hat sie eine Therapie gemacht, mit ihrer Mutter ist das Verhältnis "ganz gut", sie "tragen die Last jetzt gemeinsam ". Und sie kämpft dafür, dass Kinder wie sie als Kriegsversehrte (weltweit) anerkannt werden.
Aus dieser Begegnung heraus empfinde ich es als unglaubliche Anmaßung, als Nichtbetroffene überhaupt auf die Idee zu kommen, die Entscheidung einer Frau, die nach einer Vergewaltigung schwanger ist, für oder gegen Abbruch (wenn man die Wahl überhaupt hat) überhaupt zu beurteilen.
Gab ja diesselbe Konstellation auch nach dem 2. Weltkrieg. Vergewaltigung ist für die russische Armeeführung ein ganz normales Instrument der Kriegsführung.