Zitat von ja-aber im Beitrag #246Ich bin seit ein paar wenigen Jahren dabei, meinen Garten "einheimischer" zu gestalten. Gar nicht so einfach.
Schön
Zitat von ja-aber im Beitrag #246 Bis vor kurzem wusste ich nicht mal, dass Sommerflieder, Goldrute und Lupinen als invasive Neophyten zählen. Goldrute werde ich wohl nicht mehr los.... die ist hier überall auf den Wiesen.
Die kanadische Goldrute ist invasiv. Die heimische Goldrute ist für spezialisierte Wildbienenarten und als Raupenfutterpflanze gut. Also kanadische Goldrute raus und heimische Goldrute rein.
Zitat von ja-aber im Beitrag #246Was ich aber gern noch hätte im Garten: mehr Bocksbart, Wegwarte
Da es bei mir mit dem direkten aussäen auch nicht immer so klappt kaufe ich mir auch Wildstauden in Töpfen. Nach 2-3 Jahren vermehren die sich dann auch. Meine in Töpfchen gekaufte Wegwarte gedeiht jetzt auch schon in Ritzen Oder Wildstauden in Töpfchen aussäen und dann in die Wiese einpflanzen.
Und keine Sorge: in unserem Garten ist reichlich Platz, wir haben auch immer noch zig andere Pflanzen sowie einige qm voll mit Wildblumenwiese.
Eine weltweite Ausbreitung von erfolgreichen Pflanzenarten halte ich für normal. Viele unserer Bäume im Wald sind auch Migranten. Sowas ist Entwicklung, Evolution.
Chickenwings, du schreibst ja selber, dass sie sich bei dir wie die Karnickel vermehren. Und das tun sie ja dann nicht nur in deinem Garten sondern auch außerhalb. Die lassen sich durch deinen Gartenzaun ja nicht aufhalten. Und nicht überall ist so viel Platz, wie in deinem Garten.
Und das, was Lurchi geschrieben hat, ist ja noch mal deutlich differenzierter als mein Post.
Das sich erfolgreiche Pflanzen durchsetzen, ist tatsächlich der Lauf der Natur. Unser Problem ist aber, dass wir durch unser Eingreifen dafür sorgen, dass riesige Flächen, auf denen ursprünglich mal unsere Wildkräuter und -pflanzen in ihrer Vielfalt Platz hatten, mit unseren landwirtschaftlichen Erzeugnissen besetzt sind und sehr unnatürlich von jeglichem anderen Bewuchs freigehalten werden.
Die Fläche aller Gärten zusammengenommen ist größer als die Fläche der Naturschutzgebiete hier bei uns. Von daher können wir diesen wichtigen Pflanzen ja gut in unseren Gärten Asyl gewähren und ihnen wenigstens da Platz lassen. Viele unserer Insekten sind sehr spezialisiert, was ihre Futterpflanzen angeht.
Wobei ich noch mal betonen möchte, ich mag Schmetterlingsflieder auch sehr. Es sollte nur verhindert werden, dass er sich unmäßig verbreitet.
Aber bevor ich noch mehr ins OT abdrifte, mach ich jetzt lieber hier Schluss.
Chickenwings, du schreibst ja selber, dass sie sich bei dir wie die Karnickel vermehren. Und das tun sie ja dann nicht nur in deinem Garten sondern auch außerhalb. Die lassen sich durch deinen Gartenzaun ja nicht aufhalten. Und nicht überall ist so viel Platz, wie in deinem Garten.
Und das, was Lurchi geschrieben hat, ist ja noch mal deutlich differenzierter als mein Post.
Dass sich erfolgreiche Pflanzen durchsetzen, ist tatsächlich der Lauf der Natur. Unser Problem ist aber, dass wir durch unser Eingreifen dafür sorgen, dass riesige Flächen, auf denen ursprünglich mal unsere Wildkräuter und -pflanzen in ihrer Vielfalt Platz hatten, mit unseren landwirtschaftlichen Erzeugnissen besetzt sind und sehr unnatürlich von jeglichem anderen Bewuchs freigehalten werden.
Die Fläche aller Gärten zusammengenommen ist größer als die Fläche der Naturschutzgebiete hier bei uns. Von daher können wir diesen wichtigen Pflanzen ja gut in unseren Gärten Asyl gewähren und ihnen wenigstens da Platz lassen. Viele unserer Insekten sind sehr spezialisiert, was ihre Futterpflanzen angeht.
Wobei ich noch mal betonen möchte, ich mag Schmetterlingsflieder auch sehr. Es sollte nur verhindert werden, dass er sich unmäßig verbreitet.
Aber bevor ich noch mehr ins OT abdrifte, mach ich jetzt lieber hier Schluss.
Edit: Im Grunde genommen steht vieles davon aber ja auch in dem Artikel, den du selber verlinkt hast.
Für mich zusammengefasst bedeutet dieses Mehr an Informationen nun, dass mein Sommerflieder bleibt und wie sonst auch die vertrockneten Blüten angeschnitten werden, und dass ich bei neuen Pflanzen auch darauf achte, dass auch welche dabei sind, die Raupen als Nahrung dienen können (mit einem Grumpf dabei, aber passt schon).
Ein Amateur hat die Arche gebaut, Profis die Titanic.
Zitat von Chickenwings im Beitrag #252 Eine weltweite Ausbreitung von erfolgreichen Pflanzenarten halte ich für normal. Viele unserer Bäume im Wald sind auch Migranten. Sowas ist Entwicklung, Evolution.
Die weltweite Ausbreitung erfolgt aber nicht über natürlichem Weg sondern ist vom Menschen forciert.
Es wurden in den letzten Jahrzehnten sicher allein in Deutschland Hunderttausend Sommerflieder von Menschen gepflanzt und hat sich damit auch in der Natur ausgebreitet. Dies ist kein natürlicher Vorgang sondern menschengemacht. Denn ohne Mensch hätte er sich gar nicht so schnell ausbreiten können. Das hat nichts mit Entwicklung zu tun und auch nichts mit Evolution.
Denn Evolution ist ein Anpassungsprozess über Generationen. Durch die Eingriffe des Menschen hat die Natur keine Zeit sich anzupassen. Ganz abgesehen davon, dass der Mensch ihr immer mehr Raum stiehlt und damit ihre Lebensgrundlage.
Es geht auch gar nicht darum ob Sommerflieder ja oder nein. Oder um einzelne Privatgärten. Sondern darum sich der Probleme bewusst zu werden die mit unserem menschlichen Handeln entstehen können.
Mir persönlich ist das Argument „das gab es schon immer“ oder „Evolution“ … ein bißchen zu naiv. Als ob die Menschen die Augen verschließen weil sie nicht wahrhaben wollen was nicht sein kann. Auch wenn wir denken "mein" Handeln hat doch gar keine Auswirkungen sind wir alle Teil einer Gemeinschaft und sind auch verantwortlich für das gemeinschaftliche Handeln.
Aber wenn sich fremde Pflanzen irgendwo ansiedeln, weil die Samen an Flugzeugrädern hängen geblieben sind oder von Menschen über 10.000 Kilometer hin und her transportiert werden, hat das ja einen ganz anderen Charakter. Auf diesem Weg kann sich der Rest der Natur ja gar nicht entsprechend anpassen.
Wie lange hat es zum Beispiel gedauert, bis die hiesigen Vögel bemerkt haben, dass die Zünslerraupen fressbar sind. In dieser Zeit ist fast der komplette Buchsbaumbestand abgestorben. Verbreitet haben die sich über Containerhäfen, also nicht auf natürlichem Weg über einen langen Zeitraum, wo dann die Fressfeinde Möglichkeiten gehabt hätten, mitzuwandern.
Zitat von Weederhex im Beitrag #257 Der vermaledeite Kirschlorbeer ist so ein Kandidat.
Der Kirschlorbeer ist halt ein sehr anspruchsloser, immergrüner Sichtschutz für kleine Stadtgärten. Ich sehe das Übel ganz woanders: nämlich im Zubetonieren riesiger Areale für den 5 Großmarkt samt großen Parkplatz , nur damit auch XY sich dort positionieren kann. Da gehen Wiesen und Ackerflächen verloren.
Zitat von ralice im Beitrag #261 Der Kirschlorbeer ist halt ein sehr anspruchsloser, immergrüner Sichtschutz für kleine Stadtgärten. Ich sehe das Übel ganz woanders: nämlich im Zubetonieren riesiger Areale für den 5 Großmarkt samt großen Parkplatz , nur damit auch XY sich dort positionieren kann. Da gehen Wiesen und Ackerflächen verloren.