Nach "Wunderschön" bleib ich bei SAT 1 und gucke mir auch noch "One for the Road"an ... ein neuerer deutscher Alkoholikerfilm, so hab ich es gelesen.
Es gibt mehrere deutsche Filme, die sich mit dem Thema Alkoholsucht beschäftigen. Ein bekannter und neuerer Spielfilm ist One for the Road (2023) mit Frederick Lau und Nora Tschirner, in dem zwei Berliner Lebenskünstler eine Wette abschließen, ob sie dem Alkohol für eine bestimmte Zeit entsagen können.
Mal gucken, ob ich dem Film was abgewinnen kann? Ich hab ja sonst nichts zu tun :)
Ich fand den Film sehenswert ...so richtig aus dem Leben gegriffen, gut dargestellt.
Ich konnte mich zurückerinnern ...ich? Ich doch nicht? Alle anderen, aber nicht ich. Es hat gebraucht, zu begreifen, dass es ganz anders war, als ich je dachte ...
Ich würde den Film als ein gutes Stück Erkenntnisfilm empfehlen, obwohl es anfangs so aussah, als ginge es "nur" um den Führerschein. Doch wer wird schon je mit sich selbst und seinen "Lastern" konfrontiert, wenn es nicht grade um den Führerschein geht? Alles andere ist eher selten, oder?
Ohja, in den 8 Jahren Meetingsbesuchen habe ich von vielen "verlorenen" Führerscheinen gehört. Die meisten kamen in die Gruppe bis die MPU geschafft war und dann nie wieder. Meiner war auch mal eingezogen, Restalkohol, war aber "nur" Fahrverbot und Geldstrafe ohne MPU. Fazit: aufhören für sich selbst hat gute Chancen. Aufhören um den Führerschein wieder zu bekommen, hat jede Menge Potenzial für einen Rückfall.
Hab ich bei den kurzen Witzen gefunden ...da lese ich öfter rein und amüsiere mich, herrlich. Kurz, knapp, sachlich ...ich finde sie einfach "köstlich" ...die Witze. * Drogen und Alkohol sind was für Anfänger. Wer richtig cool ist, zieht sich die Realität rein. * Und es geschah also, dass zu jener Zeit des Jahres alle Söhne und Töchter an die Stätten ihrer Geburt zurückkehrten, damit sie die IT-Probleme ihrer Eltern richteten. (wie wahr!) * Es gibt Menschen, die sind so gelenkig, dass sie ein Bein im Stehen neben den Kopf hoch-strecken können. Und dann gibt es mich. Ich kann im Sitzen meine Hand aufs Knie legen.
Mein Tag ist gerettet ... der kurze Witzestrang ist wie ein frischer, blauleuchtender Frühlingsanfang für mich!
Gestern Abend war ich in "meinem"Meeting – obwohl ich vorher lange hin und her überlegt hatte, ob ich überhaupt hingehen möchte, ob ich das brauche und ob mich die anderen Menschen nicht vielleicht einfach nur nerven mit dem ewig gleichen.
Und dann habe ich etwas Wichtiges gemerkt: Nicht die anderen nerven mich. Ich bin genervt von mir selbst. Mit genau dem ewig gleichen.
Ich bin unzufrieden. Ich sehe meine Fortschritte zwar, aber irgendwie sind sie mir nie genug. Immer dieses „mehr, mehr, mehr“. Ich will mehr haben, mehr erreichen, glücklicher sein – und verliere dabei manchmal den Blick für das, was längst da ist.
Gestern wurde mir das wieder ein Stück weit zurechtgerückt: Dankbarkeit. Demut. Und der Blick auf die kleinen Schritte.
Denn auch kleine Schritte sind Schritte. Und manche davon haben mich weitergetragen, als ich im Moment überhaupt wahrgenommen habe.
Vielleicht muss es gar nicht immer mehr sein. Vielleicht darf ich auch einfach einmal innehalten und sagen: Schau mal, was du schon geschafft hast. Schau mal, wo du heute stehst. Das ist auch etwas wert.
Und genau das nehme ich aus dem gestrigen Abend mit. ❤️
Über das Post habe ich eine Zeit "sinniert", Eva, und ich finde mich auch darin wieder. Es ist toll, dass du genau diese Erkenntnis aufgeschrieben hast.
Dankbarkeit und Demut,
leider geht das bei mir auch oft im Tagesgeschehen, dh. so dahinleben, unter, und ich nehme alles als selbstverständlich, die kleinen Schritte gehen an mir vorbei ...ich sehe sie nicht mehr ...schade. Du erinnerst mich daran.
In meiner Gruppe war auch jemand, der mich (und nicht nur mich) sehr, sehr genervt hat. Aus 2 Gruppen ist er rausgeflogen, weil die erkannten, dass er die Gruppenstunde nutzte, um zu provozieren. In meiner Gruppe durfte er sein Unwesen noch treiben wurde aber verwarnt. Bevor ich mich vor lauter Ärger wieder volllaufen lasse, bin ich damals lieber dort weggeblieben.
Ich habe gesucht, wo ich mich in dieser Situation wiederfinden könnte ...ich habe mich nicht finden können, obwohl ich seinerzeit der Meinung war, dass ich die Dringlichkeit der unangenehmen Situationen und das Provozieren nur hatte erkennen können, weil ich es genau so auch in mir hatte. Ich wurde in diesem Fall nicht fündig, obwohl mir nach Jahren schon etwas in dieser Richtung an mir auffiel. Doch das ist wieder eine andere Geschichte.
Letztlich habe ich die Notbremse gezogen mit einem innerlichen NEIN zur damaligen Gruppensituation, die mir gefährlich wurde.
Das ist mir gestern ins E-Mail Postfach "geflattert" und passt zum Thema, finde ich:
Wenn wir anfangen, uns mit uns selbst zu beschäftigen, zu lesen, Kurse oder Therapie zu machen, dann machen wir das natürlich meist nicht, weil wir so viel Freude daran hätten. Wir machen es, weil wir leiden. Und wir wünschen uns, dass dieses Leiden vorbei ist.
Deswegen tragen viele Menschen die Frage in sich: „Wie lange wird das dauern?“
Leider ist das die falsche Frage, denn Heilung ist keine Ziellinie, die man überschreitet.
Heilung ist eher wie ein Nordstern - du wirst ihn nie erreichen, aber du kannst ihm folgen. Und das verändert alles.
Denn wo es keine Ziellinie gibt, gibt es auch kein Zuspätkommen. Keinen Rückstand. Keine Schuld, dass noch nicht alles gut ist.
Im neuen Video erzähle ich, warum Heilung ein „Zahnputzproblem“ und kein „Diplomproblem“ ist - und warum genau darin so viel Entlastung liegt.
Viele Grüße von mir, ich habe gerade mal wieder die letzten Posts gelesen.
@ Lyanna Die kurzen Witzchen fand ich auch lustig. Weil sie auch sinnig waren.
Timeless und Eva, ja, mit der Selbstreflektion, das ist so eine Sache. Wirklich ein komplexes Thema. Aber stimmt, Fortschritte sind schon etwas sehr Gutes.
Und Eva, warum man/ich bei vielen Dingen immer mehr will...auch ein wichtige Frage. Die muss ich mal im Auge behalten. Diese Selbstunzufriedenheit kenne ich leider auch. Etwas besser als früher ist es schon geworden. Aber es ist noch da.
So, jetzt schaue ich mal zurück, ob es noch andere Posts gab.
Kommt alle gut in den Herbst! Bei mir geht das gerade so lala.
@eva Habe grad noch von deinem guten Ergebnis bzgl. des Herzens gelesen und dass du erst in einem Jahr wieder zur Kontrolle musst. Wunderbar!
Natürlich freue ich mich in erster Linie für dich, aber nach so vielen traurigen Nachrichten in meinem Umfeld, die ich wahrgenommen habe, bin ich selbst erleichtert.
Ich denke an Aloe, Brischa, Namastine und an die, von denen ich weiss, dass irgendeine ärztliche Versorgung stattfinden müsste.... oder bei denen eine Trennung ansteht ich hoffe, es geht euch gut.