ich habe gerade alle Beiträge der letzten Tage nachgelesen. Ich kann alles gut nachvollziehen und würde gerne Details dazu schreiben. Dafür fehlt mir leider mal wieder die Ruhe und Zeit. Irgendwie bin ich immer wieder oft in Familie eingebunden. Aber trotzdem konnte ich wieder viel damit anfangen und über das Thema Alkohol lerne ich auch weiter. Das Thema ist ganz nah an anderen Themen dran, weil es ja ein Suchtmittel ist. Ein Mittel um Gefühle zu beeinflussen. Und Gefühle haben wir alle. Und wer von seiner Veranlagung her sensibel ist spürt seine Gefühle sehr oder sie machen ihm/ihr sonstwie oft zu schaffen.
Das Thema Alter beschäftigt mich auch. Für mich selbst und ich erlebe es grad in voller Dosis bei meinen Eltern. Lyanna, das wird dich sicher auch beschäftigen. Ein weiterer Lebensabschnitt, eine Umstellung. Und wir beide kennen das, Depressionen am Ende des Winters.
@Namastine Mit Angststörungen habe ich auch seit der Jugend zu tun. Früher habe ich es mir als Depression erlebt, heute fühle ich sehr die Ängste.
Liebe Lyanna, ich hoffe auch, dass es bald wieder etwas schöner für dich wird. Der Frühling, wie schon geschrieben wurde? Darauf hoffe ich auch. Und mal wieder eine Gruppe wäre bestimmt auch ein gutes Erlebnis für dich. Der Alkohol soll ja nur ein Hilfsmittel sein. Aber leider ein sehr ungeeignetes. Ich stelle mir vor, es ist, als ob du ein Medikament schlucken würdest, was du überhaupt nicht vertragen kannst. Deshalb ist es so wichtig, andere Hilfe und Hilfsmittel zu finden.
Zitat von Alina61 im Beitrag #3501 über das Thema Alkohol lerne ich auch weiter. Das Thema ist ganz nah an anderen Themen dran, weil es ja ein Suchtmittel ist. Ein Mittel um Gefühle zu beeinflussen. Und Gefühle haben wir alle. Und wer von seiner Veranlagung her sensibel ist spürt seine Gefühle sehr oder sie machen ihm/ihr sonstwie oft zu schaffen.
Das Thema Alter beschäftigt mich auch. Für mich selbst und ich erlebe es grad in voller Dosis bei meinen Eltern. Lyanna, das wird dich sicher auch beschäftigen. Ein weiterer Lebensabschnitt, eine Umstellung. Und wir beide kennen das, Depressionen am Ende des Winters.
Liebe Lyanna, ich hoffe auch, dass es bald wieder etwas schöner für dich wird. Der Frühling, wie schon geschrieben wurde? Darauf hoffe ich auch. Und mal wieder eine Gruppe wäre bestimmt auch ein gutes Erlebnis für dich. Der Alkohol soll ja nur ein Hilfsmittel sein. Aber leider ein sehr ungeeignetes. Ich stelle mir vor, es ist, als ob du ein Medikament schlucken würdest, was du überhaupt nicht vertragen kannst. Deshalb ist es so wichtig, andere Hilfe und Hilfsmittel zu finden.
Liebe Grüße!
Liebe Alina,
das hast du so schön und treffend geschrieben, danke dir. Vorhin schien für ein Stündchen die Sonne, die hat mich rausgelockt auf Terese... und hab ein winzig kleines bisschen dort aufgeräumt und weggeschmissen, was sowieso weg konnte.
Ich hab auch die Hälfte der Strünke des grossen Lavendelbusches geschnitten, unten komme ich nicht dran ... das hat mich doch tatsächlich beflügelt ...ich sehe wieder Licht am Horizont.
Nun hab ich irgendwo gelesen, dass es wärmer werden soll, dann wieder eisekalt, und die Sorgen um die Knospen und Blüten sind da. Ich hab meine Schneeglöckchen bewundert, die jedes Jahr an der selben Stelle wachsen, egal, welches Wetter wir haben.
Von mir aus könnten wir jetzt so richtig in den Frühling reingehen und dort auch bleiben. Vor ein paar Jahren war es am 18. Februar so warm, dass wie draussen Geburtstagskaffee getrunken haben, obwohl drinnen gedeckt war. Erst gegen abend gingen wir wieder rein ...
Ich finde es so traumschön, wenn alles so zart grün leuchtet und ich zusehen kann, wie die Natur erwacht... darauf freue ich mich jedes Jahr, immer wieder und doch immer wieder neu ...denn dieses Jahr hatten wir ja mal nach langem einen richtigen Winter. Nicht, dass ich den Winter vermisse, den fand ich nur als Kind schön ... Nach dem bisschen draussen sein, fühle ich mich lebendiger als die letzten Tage.
Heute war wieder Kontrolltermin in der Herzklinik. Das dauert immer 5 Stunden, weil bei jeder Untersuchung erst gewartet werden muss. Bin ja darauf eingestellt und froh so gut aufgehoben zu sein.
Vor unserer Reise stand noch Herz OP und Defibrillator zur Disskussion.
Heute sprach der Arzt von einem kleinen Wunder. Die Dicke der Herzwand ist geschrumpft, der Gradient verbessert.
Meine Erkrankung ist zwar nicht heilbar, aber die Symtome sind weniger schlimm.
ich bin unendlich dankbar dafür.
Im Warteraum neben mir, saß ein Mann, der seit 30 Jahren ein fremdes Herz in sich trägt. Eine sehr berührende Begegnung.
Ich freue mich riesig mit dir, Eva, dass sozusagen ein kleines Wunder geschehen ist .. du bist zwar nicht geheilt, doch ist es nicht absolut super, dass deine Erkrankung zum Stillstand gekommen ist, nein, das, was hätte gemacht werden sollen, ist sogar noch kleiner geworden, dh. geschrumpft ... das ist ein wunderschönes Wunder, denke ich. Und die Begegnung mit dem Mann mit fremden Herzen ...sowas erlebt man auch nicht alle Tage. Sowas würde mich auch sehr berühren.
Bestimmt wirst du weiterhin wegen der Herzwanddicke beobachtet?
Eines Tages ist alles ok, ohne dass überhaupt daran gewerkelt wurde. An solche kleinen oder grossen Wunder glaube ich ja ....
Danke fürs Mitteilen und weiterhin alles Gute und beste Gesundheit für dich, liebe Eva
Danke Lyanna fürs mitfreuen. Das bedeutet mir viel, es ist dieses schöne Gefühl der Nähe hier.
Ja, ich bleibe für "immer" der Herzpatient, das ist dort auch so schön, sie begrüßen mich in der Fachabt. immer herzlich. Anfangs war ich alle 4 Wochen dort, jetzt in 4 Monaten wieder.
Wenn sich alles weiter gut entwickelt, 2 mal im Jahr.
Der Mann mit dem transplantiertem Herz, hat mich sehr beeindruckt.
Vor 30 Jahren, als junger Mann dort operiert, entlassen mit der Aussicht, das neue Herz funktioniert 10 bis 15 Jahre. Jetzt sind es 30 geworden und er meinte, gut war es erst als ihm klar wurde, dass niemand das Datum kennt, wann er gehen muss.
Er hat beschlossen ohne Angst und Sorge zu leben.
Allein mit ihm dort dieses Gepräch, einfach tief berührend
Yeapphie Eva! Ein Wunder! Warum nur kleines Wunder? 😍
Tolle Geschichte mit dem Mann, der beschlossen hat ohne Angst und Sorge zu leben. Das erinnert mich an Lester Levinson, der die Sedona Methode aus ähnlicher Motivation heraus entwickelt hat. Er hatte eine sehr schlechte Prognose, und er wollte seine letzte Zeit wenigstens nicht voller schlechter Gefühle verbringen.
Liebe Eva, ich freue mich auch sehr, dass es dir gesundheitlich gut geht Und wünsche dir, dass du noch lange so fit bleibst.
Du warst so mutig, dass du die Reise angetreten hast, aber sie hat dir gut getan.
Die Geschichte mit dem Mann, der seit 30 Jahren ein fremdes Herz in sich trägt, hat mich auch sehr berührt. Von so einer langen Zeit hatte ich noch nie gelesen. Sehr schön.
der Mensch mit dem längsten Leben nach einer Transplantation, hat sein neues Herz seit 41 Jahren (habs extra gegoogelt) Wahnsinn, ich erinne mich noch an Christian Bernard der die OP zum ersten Mal durchführte.
Gestern ein kleines, sehr feines Meeting. Es ging darum was wir im Meeting sagen und welche Auswirkungen das haben kann. Beim Meeting vor einigen Wochen, erzählte jemand von seinem Weinkeller, meinte stolz, das mache ihm nichts aus. Wir teilten unsere persönlichen Erfahrungen und griffen ihn nicht an. Eher wars "zu Bedenken" geben.
Er ist beleidigt weg und kam bis jetzt nicht wieder. Die Gruppe machte sich darüber Gedanken, ob wir was falsch gemacht hätten.
Klar, wir möchten das sich jemand bei uns wohl fühlt, sich angenommen und gesehen fühlt. Es gibt auch keine Ratschläge, wir reden jeweil nur von uns.
Ich kann mich immer noch erinnern wie es oft auch in der Bri war. Immer mal kam jemand, der nach vier Wochen ohne Alkohol, glaubte es geschafft zu haben. Ich habe mein Gefühl geschildert, als ich vor Jahren eine Flasche Rotwein geschenkt bekam. Ich hatte sie angenommen und NACHTS nicht schlafen können, mit dem Gefühl, es sei eine Bombe im Haus. Sohn musste sie abholen, eine ganz surreale Situation, vor einer Flasche Angst zu haben. Ein anderer berichtete vom Bierkasten, für Besuch gekauft und dann doch selbst geleert.
Ich denke schon, es gibt einige die das auch können, die Alkohol im Haus haben, ohne trinken zu müssen.
Nur ist es für MICH nicht geeignet, ich persönlich sehe auch keinen Sinn darin. Wenn mich jemand besucht und hat seinen Schoppen dabei - mir egal. Es gibt auch eine Freundin im Meeting, die sagte, in ihrem Haus darf niemand trinken - auch okay, ihr Haus, ihre Regel.
Wir sind zwar traurig dass der Mann sich angegriffen gefühlt hat und nicht mehr kommt, eine Selbsthilfegruppe hilft aber nur, wenn wir ehrlich über uns berichten.
Danke Eva für das Post! Leider bin ich die nächsten Tage ohne PC., doch ich kmme wieder, dann schreib ich noch was dazu. Das ist ein sooo wichtiges Thema!
Ich habe auch gehört, dass Cognacflaschen oder Magnumals Mahnmal auf dem Garderobenschränkchen standen, als Mahnmal, dass es nicht mehr gebraucht wird. Nach einer Woche gabs das Mahnmal nicht mehr: Flasche war leergetrunken. Derjenige kam aber wieder in die Gruppe: ihr hattet recht, das hätte ich niemals geglaubt. ich dachte, ihr seid neidisch ... Nun hatte er es am eigenen Leib erfahren, wie schnell es geht und nicht unbedingt ein "Mahnmal" mit Inhalt gebraucht wird ... es wird schneller leer, als man manchmal gucken kann.
Ihr Lieben, ich habe vor anderthalb Jahren eine Flasche Rotwein geschenkt bekommen. Sie steht seitdem unangebrochen in der hintersten Ecke in meiner Küche. Ich habe sie schlichtweg vergessen, bis ich mich vor Kurzem an sie erinnert habe. Mir geht es gesundheitlich grade nicht besonders und ich dachte: Ach zur Entspannung, zum Kopf abschalten könntest du sie doch öffnen. Und dann kamen zum Glück andere Gedanken: wie schlimm es war, als ich jeden Tag eine Flasche getrunken habe... wie schlecht es mir an dem Tag vor 3 Jahren ging, als ich beschloss, aufzuhören mit dem Wein. Und dass der Wein nichts, aber auch gar nichts daran ändern würde, wie es mir im Moment geht. Im Gegenteil: Er würde alles noch viel viel schlimmer machen!
Also hab ich es sein lassen. Die Flasche steht immer noch da. Für den absoluten Notfall, der hoffentlich nicht so schnell kommt. Was auch immer so ein Notfall bedeuten würde. Jetzt, wo ich das hier schreibe, schüttelt es mich wieder bei dem Gedanken an den Geruch, den Geschmack, das eklige Kopfgefühl...also lasse ich es weiter sein. Die Flasche ist kein Mahnmal, aber ein Symbol für das Nicht-wollen. Ich WILL nicht mehr trinken und das bleibt auch so, basta.
Zitat von Aloe im Beitrag #3512 Mir geht es gesundheitlich grade nicht besonders und ich dachte: Ach zur Entspannung, zum Kopf abschalten könntest du sie doch öffnen. Und dann kamen zum Glück andere Gedanken: wie schlimm es war, als ich jeden Tag eine Flasche getrunken habe... wie schlecht es mir an dem Tag vor 3 Jahren ging, als ich beschloss, aufzuhören mit dem Wein. Und dass der Wein nichts, aber auch gar nichts daran ändern würde, wie es mir im Moment geht. Im Gegenteil: Er würde alles noch viel viel schlimmer machen!
Also hab ich es sein lassen. Die Flasche steht immer noch da. Für den absoluten Notfall, der hoffentlich nicht so schnell kommt. Was auch immer so ein Notfall bedeuten würde. Jetzt, wo ich das hier schreibe, schüttelt es mich wieder bei dem Gedanken an den Geruch, den Geschmack, das eklige Kopfgefühl...also lasse ich es weiter sein. Die Flasche ist kein Mahnmal, aber ein Symbol für das Nicht-wollen. Ich WILL nicht mehr trinken und das bleibt auch so, basta.
Liebe Grüße an euch alle
Wie schön, dass du geschrieben hast, Aloe, danke dafür. In deinem Post finde ich mich auch wieder, genau deshalb bin ich so erpicht auf meine alkohofreie Zone. Ich dürfte nichts im Haus, im Keller oder in der Garage haben ...der Weg zur Flasche wäre zu kurz, es wäre keine der Flaschen mehr da, aber die Notfälle waren da. Öfter, als es mir lieb war!
Auch die Katastrophe, die Anfang des Monats hier mit Bauarbeiten in meiner Wohnung begann, war eine extreme Notsituation. Das war so schlimm und für mich abartig, dass ich für ein paar Tage ausgezogen bin. Fertig sind sie immer noch nicht mit ihren Arbeiten, es muss noch was tapeziert und gemalert werden, das, was sie aufgerissen und teilweise kaputt gemacht haben, um neue Rohre zu verlegen
Auf alle Fälle hängen die Oberschränke wieder richtig, die Lämpchen gehen, zwar anders als vorher, aber naja ... Diese Tage bis gestern waren für mich ein Riesennotfall, da überhaupt nichts abgesprochen wurde, keine Uhrzeit gesagt wurde und wild gebohrt und gehämmert wird, in der Wohnung über mir, der Mieter ist gestorben und es wird grundsaniert. Dagegen kann ich ja nichts machen, muss sein. Aber das meine Wohnung dabei in Mitleidenschaft gezogen wurde, hatte ich nicht auf dem Zettel.
Das ist nur einer von vielen Notfällen, bei denen die Mahnflasche vernichtet worden wäre ...und zwar von mir, es war z.T so schlimm, dass ich alles Folgende gern in Kauf genommen hätte ... nur den Notfall wollte ich auslöschen ...
Im Nachhinein war ich saufroh, dass ich meine alkoholfreie Zone hatte, ein Taxi loszuschicken und mir was zu besorgen, wäre schon wieder zu aufwendig gewesen ... zuviel Zeit zum Nachdenken.
Wie gut, dass dir noch eingefallen ist, wie schlecht du dich gefühlt hast und Alkohol alles noch viel schlimmer machen würde. Diese Kurve hast du gekriegt. Ich wünsche dir, dass du immer die Kurve kriegst, liebe Aloe. Du hast es sehr verdient, ein selbstbestimmtes Leben zu haben ...wie wir alle, die nicht mehr trinken (müssen)
Auch die Katastrophe, die Anfang des Monats hier mit Bauarbeiten in meiner Wohnung begann, war eine extreme Notsituation. Das war so schlimm und für mich abartig, dass ich für ein paar Tage ausgezogen bin. Fertig sind sie immer noch nicht mit ihren Arbeiten, es muss noch was tapeziert und gemalert werden, das, was sie aufgerissen und teilweise kaputt gemacht haben, um neue Rohre zu verlegen
Auf alle Fälle hängen die Oberschränke wieder richtig, die Lämpchen gehen, zwar anders als vorher, aber naja ... Diese Tage bis gestern waren für mich ein Riesennotfall, da überhaupt nichts abgesprochen wurde, keine Uhrzeit gesagt wurde und wild gebohrt und gehämmert wird, in der Wohnung über mir, der Mieter ist gestorben und es wird grundsaniert. Dagegen kann ich ja nichts machen, muss sein. Aber das meine Wohnung dabei in Mitleidenschaft gezogen wurde, hatte ich nicht auf dem Zettel.
Das ist nur einer von vielen Notfällen, bei denen die Mahnflasche vernichtet worden wäre ...und zwar von mir, es war z.T so schlimm, dass ich alles Folgende gern in Kauf genommen hätte ... nur den Notfall wollte ich auslöschen ...
Liebe Lyanna,
mir ist erst jetzt beim Lesen dieser Zeilen so richtig bewusst geworden, wie belastend diese Situation war, vielleicht auch noch ist. Die eigene Wohnung empfinde ich als Schutz-und Rückzugsraum. Und wenn dann, so wie bei Dir, darin "eingebrochen" wird im Zuge von unvorhersehbaren Maßnahmen, Handwerkern die auftauchen wann sie wollen, Absprachen die nicht eingehalten werden (wie gut, dass Du da nun Grenzen setzt!), den Lärm und so aus dem eigenen Tagesrythmus geworfen zu werden ist sehr verständlich, dass Du dies als Notsituation empfunden hast. Der Stresspegel kann so hoch ansteigen, dass er sich kaum mehr regulieren lässt und man sich ein "Hilfsmittel" wünscht, um davon erlöst zu werden. Alle Achtung, dass Du das durchhalten konntest! Ich wünsche Dir sehr, dass bald äußere und innere Ruhe einkehrt.
Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert.
Danke dir, Timeless, danke, dass du verstehst ...das kann nicht jeder. Ich hab grad bei den Nachteulen geschrieben. Ich glaube, zu wissen, was demnächst auf mich zukommt, das fühlt sich nicht so berauschend schön an ...aber ich muss abwarten. Ganz still und leise, beobachten und weiterhin auf mich aufpassen
Fakt ist meine alkoholfreie Zone, mit der ich bislang nur gute Erfahrungen gemacht habe. Hätte ich Alkohol "griffbereit", gäbe es ihn schon lange nicht mehr, dh. es stünden Ersatzmahnflaschen da, damit es nicht so auffällt, wenn ich es schaffe, nicht durch Alkohol aufzufallen ... was meist nicht möglich nicht, es sei denn, ich würde immer trinken. Dann wäre es ja mein geistig umnachteter Gesamtzustand.
Ich habe Alkohol auch gegen Schmerzen getrunken, in meiner Erinnerung hat es mir geholfen. Da ich ja nicht mehr trinke, brauche ich Tabletten, damit ich die Schmerzen überhaupt aushalten kann. Ich frage mich: was ist schädlicher? Die Hammertabletten oder der Alkohol? Die Tabletten verändern meinen Geisteszustand nicht, ich denke, ich bin klar im Kopf. Das wäre ich mit Alkohol nicht, doch ich erinnere mich daran, dass ich mit Alkohol mutiger und lebenlustiger war.
Vielleicht ist die Erinnerung massiv geschönt, es sind ja nun auch schon ein paar Jährchen vergangen, dennoch ...manchmal ist es gar nicht so einfach zu entscheiden, wie und womit es mir "besser" ging. Das Bittere, das Ende und kaum noch Ertragbare habe ich vergessen ...daran würde ich mich durch Zuhören von anderen Betroffenen erinnern. Danke noch mal an Aloe, du hast es so nachvollziehbar beschrieben.
Dass mich das Alkoholthema ein Leben lang beschäftigen und verfolgen würde, hätte ich so nicht gedacht. Das tut es aber. Wenn mir das einer gesagt hätte, dem hätte ich innerlich 'nen Vogel gezeigt ...es gibt ja auch Menschen, die sagen, sie wären damit durch.
Ich bin's nicht ...so ist es eben. Wenn ich aber davon spreche, kommt manch einer und sagt "Wie gut, dass du das mal ansprichst, mir geht es ähnlich ...aber das darf man ja gar nicht mehr sagen"
Ich kann's nicht lassen, ich spreche drüber ....für mich ist es mit ein paar beruhigenden Worten nicht abgetan ...ist wohl ein Lebensthema!
das ist zwar nicht das gesuchte Video, aber mir geht es um die Aussage, irgendwann "gesund" zu sein, wenn kein Alkohol mehr getrunken wird.
Das glaube ich einfach nicht, jedenfalls nicht für mich. Wenn es für Frau Stüben anders ist, freut mich das für sie. Ich kann mir vorstellen, sowas trifft auf "Partytrinker" zu, vielleicht auch auf Gewohnheitstrinker, die rechtzeig die Bremse benutzen konnten, ....
auf MICH trifft es nicht zu. Ich habe ja u.a. getrunken um irgendwelche inneren Zustände auszuhalten, weg zu machen. Das waren alles Dinge von außen, die mich innerlich angefressen haben.
Ja, auch wenn mein kleiner privater Raum gestört war. Handwerker im Haus - unerträglich ! Mich einigeln können und gleichzeitig jeder Zeit fliehen zu können war lebenswichtig. Trotzdem habe ich funktioniert und das kostete Kraft und Energie ohne Ende.
Ich würde sagen, ohne diese grundsätzlichen Ängste, Störungen oder Dysfunktionen wäre ich ja "gesund" und dann hätte VIELLEICHT die Sucht überwunden, bei mir sind allerdings die Grundfaktoren schon anders.
Dieses "geheilt" würde doch dann auch bedeuten ich könnte mal wieder ein kleines Glas trinken - sofort weiß ich aber, was soll ICH denn mit einem Glas. Ich will doch gar nicht das Glas passend zum Essen - ich will doch das was nagt weg saufen.
mit den Jahren lernte ich, Leben geht echt auch ohne, nie einfacher, aber es geht.
es war jemand unter uns, der einen Rückfall hatte, keiner der lange trocken ist (paar Monate) aber wir sind dann doch alle irgendwie betroffen. Toll das er wieder da war und auch den Werdegang vom Rückfall beschrieb. Das übliche, Gedanken an Alk, wie toll es ist ohne Alk, man könnte ja probieren ob das stimmt mit dem "einen Glas" Dann tolle Post auf die er 3 Jahre hingearbeitet hatte (hat nicht gesagt worum es ging) und dann der Gedanke das muss gefeiert werden. Haben wir ja gelernt, Feiern bedeutet auch Alkohol trinken, oder bzw. keine Feier ohne Alkohol.
Er hat so anschaulich seine eigene Reden der linken und der rechten Seite geschildert - und 1 Abend geschafft dass er NICHT trank. Am nächsten Tag das gleiche Spiel und damit die andere Seite Ruhe gibt ist er zur Tanke gefahren, wollte 1 Bier holen. Dort entschieden, eins ist keins, also 3 Bier - ach zur Sicherheit 5 aber stolz, dass es nicht wie früher ein SIXpack war. An dem Abend 3 Bier getrunken, ins Bett - weder richtig voll - noch gut gelaunt, traurig über sich selbst aber nicht besoffen genug für ein "egal"
Am nächsten Morgen die 2 restlichen Bier weggeschüttet, aber vom Einkauf eine Flasche Wein mitgebracht. Auch diese dann getrunken und an den folgenden Abenden auch, insgesamt 5 Trinktage.
Wir können uns nur freuen und ihm wünschen, dass er seine Achtsamkeit wieder findet und sich vor allem seine Ehrlichkeit behält. Nützt niemandem wenn er sich selbst belügt, ihm selbst am wenigsten.
Er meinte dann lächelnd, eine Flasche zur Mahnung oder gar "Sicherheit" käme nicht in Frage, er hat ja gesehen, für ihn gibt es nur den Weg der Entsorgung: Wegschütten, verschenken oder selbst trinken.
Ich habe so viele die sich sicher waren oder wähnten gesehen wie sie gescheitert sind, es sind dann doch oft die Hintertürchen die offen bleiben und dann gehen die Diskussionen mit sich selbst los. Dafür habe ich auch gar keine Energie mehr.
Ich habe halt das große Glück einen trockenen Mann an meiner Seite zu haben, wenn mal was ist, kennt er die inneren Anspannungen, geht aber damit ganz anders um. Er ist 19 Jahre ohne Alk. ich hatte einmal Sorge. Als seine Mutter gestorben und beerdigt war, kurz vor unserem Urlaub, war er 3 Tage nicht hier, lag mit Migräne im Bett. Da gab es Momente in denen ich mich sorgte ob er vielleicht.... ? Ein guter Freund dachte das übrigens auch und hat in auch besucht, H. war nicht sauer darüber und hat sich gefreut. Er fragte warum ich nicht da war - also zu ihm kam.
Ich wollte in in Ruhe lassen und hatte wohl auch Angst dass ich ihn kontrollieren würde. Auch darüber haben wir ausführlich geredet.
Ohne alles raus zu lassen, ist es viel schwieriger alles zu schaffen
ich habe mich nun dooch entschlossen, den Einstieg in meine Badewanne zu wagen, doch bevor ich das tue und nicht weiss, ob ich heile wieder rauskomme, möchte ich dir erstmal danken, danken für deine Posts und besonders für den Letzten. DAS sind die Geschichten, die mir helfen, trocken zu bleiben und zu leben. Und wo hört man sie? In einer Selbsthilfegruppe.
Sicher, jeder Mensch ist anders und es hilft ihm das, was er für sich erkennt, dass es ihm helfen könnte. Es gibt wohl viele Wege, trocken zu werden und zu bleiben. Sicher möchte jeder auch mit seinem Weg zufrieden, glücklich und stolz sein, dass es auf seine Weise klappt, trocken zu bleiben. Das will und kann ich auch keinem wegreden ...weshalb auch? Aber ich brauche die Geschichten von anderen, ich muss nicht mal wissen, von wem genau ...dann kann ich auch heil sein und bleiben ... jedenfalls was den Alkoholismus betrifft.
Ich brauche keinen Alkohol, ich brauche die Geschichten, nicht jeden Tag, aber hin und wieder mal so eine ...das tut meiner Seele gut. Ob ich dann jemals gesund sein würde, weiss ich nicht ... ich habe in letzter Zeit viel zu wenig über dieses echt tiefliegende/greifende Thema gesprochen, auch nicht geschrieben.
Die Menschen, die zu mir kommen, haben das Problem nicht, aber alle haben einen Menschen, den sie lieb hatten, an den Alkohol verloren ... ob Oma, Freund, Mann, Bruder, Schwester, Mama ... sie selbst wissen nicht, wie es ist, nicht trinken zu wollen, aber doch den Drang danach zu verspüren ...und ihm nicht widerstehen zu können.
Ich weiss nicht, wie es wäre, wenn Tommy noch hier sein könnte, es ist mir entfallen, ob ich mit Tommy auch solche Gedanken hatte. ich glaube nicht, wir haben oft über "unser Thema" geredet....was mit der Zeit zwar weniger wurde, aber nie ganz vergessen war ...
Danke noch mal, Eva.
Wie geht es dir, liebe Namastine? Ich hoffe, du bist mit dir im Reinen und es geht dir gut?
Liebe Lyanna, das mit den Bauarbeiten kann ich deshalb so gut nachvollziehen, weil ich vor einigen Jahren in der gleichen Situation war. Das Mehrfamilienhaus, in dem ich wohne, wurde von außen generalsaniert, inkl. neue Fenster. Das Ganze hat 1 Jahr gedauert! Und es hat mich fast umgebracht. Denn zu der Zeit habe ich noch getrunken und die Ausrede war natürlich, dass ich es sonst nicht ausgehalten hätte. 8 Stunden Lärm am Tag, das Haus ein Dreivierteljahr eingerüstet, Bauarbeiter, die mir ins Fenster geguckt haben. Es war wirklich die Hölle. Mittlerweile denke ich, dass ich es nur aushalten konnte, weil ich getrunken habe. Na gut, Schnee von gestern. Ich habe beides überlebt, sowohl Baulärm als auch Alkohol. Beides ist ja Geschichte, und das ist auch gut so.
Mein kleiner Bruder (na ja so klein auch nicht mehr, 60 Jahre) ist Alkoholiker und hat gerade auch wieder einen Rückfall. Seine Freundin hat sich von ihm getrennt, für ihn ein sehr "guter" Grund, wieder anzufangen. Er zieht aber immer sofort die Reißleine und hat einen Termin in der Entzugsklinik gemacht. Da kennen sie ihn schon, er ist mindestens einmal im Jahr dort. Schlimm, auch für mich, weil ich so gar nichts machen kann. Es ist sein Leben und er muss für sich selbst sorgen, so wie ich für mich. Fürs Zuhören bin ich allerdings immer da.
Meine Gesundheit spielt immer noch verrückt, Ärzte sind alle im Urlaub, also muss ich wohl bis Ostern durchhalten, dann kommt hoffentlich endlich eine Diagnose. Aber Alkohol ist kein Thema. Es würde alles schlimmer machen.
gehts dir etwas besser? Es tut mir leid, dass du nun schon eine Weile eine verrückte Gesundheit aushalten musst und hoffe auf baldige Besserung für dich. Ganz toll finde ich, dass du trotz gesundheitlicher Rückschläge, weiterhin trocken lebst. Du hast recht: Alkohol ist kein Thema und besser machen würde er auch gar nichts. Das wissen wir alle, glaube ich, und dennoch vergesse ich das hin und wieder mal ...meist dann, wenn ich gern mal trinken würde.
Doch wie Eva schreibt: ich will nicht nur ein Glas, einen kleinen Rausch wollte ich schon haben ...und genau dann hätte ich den Absprung verpasst.
Liebe Lyanna, danke fürs Nachfragen...nein, es geht mir leider nicht besser. Das Problem: vor, nach und über Ostern waren sämtliche zuständige Ärzte im Urlaub. Ich habe also immer noch keine Diagnose, trotz meines Verdachts (irgendwas mit der Halswirbelsäule), und das nervt wirklich sehr. Meine gesamte rechte Körperseite ist lädiert, Augen, Nacken, Arm, Bein, Schwindel und Erschöpfung. Und das schon seit Wochen. Erst nächste Woche habe ich endlich einen CT Termin im Krankenhaus. Ich kann nur hoffen, dass dabei etwas rauskommt. So lange muss ich also noch durch- und aushalten. Noch sind Ferien, aber ab Montag muss ich wieder unterrichten. Ich hoffe, dass ich das schaffe, wenn nicht, dann eben nicht. Über Ostern hatte ich zum Glück viel Arbeit, das hat gut abgelenkt. Ich hoffe, ihr hattet alle ein schönes Fest und schön trocken.
War der CT Termin schon, Aloe? Hoffentlich kann man dir danach gezielt helfen? Das wünsche ich dir sehr.
Es tut mir immer weh, wenn ich lese, dass oft nichts gefunden wird, was die Schmerzen verursacht, und dennoch geht es einem schlecht. Ich habe mich daher entschlossen, nur noch zum Arzt zu gehen, um zu zeigen, dass es mich noch gibt. Das reicht ja so einmal im Jahr.
Wenn ich Schmerzen habe, die ich kaum ertragen kann, nehme ich ein oder zwei Tabletten mehr ...und wenn es sein muss, auch noch Tropfen. Da frag ich nicht danach, ob da Alkohol drin ist, in Tropfen ist immer Alkohol. Ich nehme sie aber nicht, um mich zu besaufen, nur zum Schmerzwegkriegen.
Wahrscheinlich ist die Haltbarkeit der Tropfen inzwischen auch abgelaufen, doch danach gucke ich nicht ...ich bilde mir ein, sie helfen. Das müssen sie, wenn ich schon so ein Teufelszeug nehme ... diese Tropfen in Tablettenform vertrage ich nicht, die machen mich so dusselig, als wäre ich volltrunken und ohne Verstand ... schmerzfrei machen sie auch nicht! Leider verschreiben Ärzte, jedenfalls meine, diese Tropfen nicht mehr.
Die Flasche, die ich beim grossen Aufräumen und Entrümpeln noch entdeckt habe, hüte ich wie meinen Augapfel ... auch wenn ich weiss, dass Einbildung auch ne Bildung ist ...eine ganz schön Mächtige sogar.
Das passiert so alle zweidrei Jahre ein-zweimal ... dann muss ich immer an eine Mitpatientin denken in der Therapie, sie hat das Rasierwasser ihres Freundes getrunken und ihr Haarwasser, weil nix anderes im Haus war. Das hat sie relativ lange so gemacht ... Früher hab ich gedacht, dass sowas nicht zu überleben wäre ... Ich habe sie nach der Therapie nicht mehr gesehen und hoffe, dass es ihr gut geht.
Ich wünsche uns allen, dass es uns gut geht und wir mit dem Leben und seinen auch unangenehmen Gegebenheiten einigermassen zurechtkommen.
Meine Hilfe aus Lettland sagt , wenn ich mich mal beklage: das IST das Leben. Recht hat sie, ich möchte es aber manchmal gern leichter haben .... wünschen darf ich mir ja was ...egal wann und auch zu Ostern.