Guten Morgen, gestern war ein entspanntes Meeting, mit 13 Teilnehmern. Das ist auch in etwa unsere Gruppenstärke, zwischen 10 und 15 Leute am Tisch.
Im Moment Zuwachs von recht jungen Menschen, in den 30er - das ist nicht die Regel, laut Statistik werden Menschen erst Mitte 40 ihrer Krankheit bewusst und auch dann dauert es noch. Die hunderte Versuche das Trinken zu kontrollieren um genau so oft zu Scheitern.
Das war in etwa gestern auch Thema.
Tat gut, das "andere" Meeting steckte noch in den Knochen und es war schön wieder mit den anderen auch mal zu lachen.
schön, dass dieses Meeting wieder angenehmer war! Ich war auch früher mal in einer Selbsthilfegruppe, die ähnlich aufgebaut war, also auch nach den Regeln der AA. Das Thema der Gruppe war irgendwie Abhängigkeit von anderen/der Meinung anderer, ich weiß es nicht mehr genau, es ist 25 Jahre her.
Was Psychosen sind, habe ich auch erst viel später gelernt. Gut, wenn man weiß, was da abläuft. Da gibt es keine Schuld, bzw. der Umgang ist ja sehr schwierig, bei einem Schub etwas für Fachleute, wie du auch schreibst.
Zum Egoismus: Das ist auch gar nicht leicht. Also wie du zuletzt geschrieben hast, stelle ich mir das so vor: 1. In meinem Leben sollte ich der wichtigste Mensch sein (nicht immer leicht umzusetzen! Und es gibt so viele verschiede Situationen) 2. Aber im Leben der anderen bin ich nicht der Nabel der Welt So ungefähr.
Zu den jungen Leuten um die 30 Jahre: Ja, auch in der Klinik war diese Altersgruppe stark vertreten. Ich denke, es gibt viele junge Menschen mit psychischen Problemen. Das Gute könnte sein, dass sich heute früher geöffnet und Hilfe gesucht wird. Was meinst du?
Ja, Alina - mir macht es auch total Angst wenn ich merke jemand ist in der Psychose, dieses unberechenbare macht mir furchtbare Angst. DAS wiederum ist eine Störung von MIR, da kann das Gegenüber ja nichts dafür und wirklich gefährlich ist sie ja wohl nicht. Die Gruppe die Du beschreibst könnte ein Coda gewesen sein, die sind auch eine Schrittegruppe. Ich denke heute oft, ich hätte sowas schon gebraucht als ich noch weit weg vom Alkohol war. Dann stellt sich aber die Frage "wann war das ?" ich habe wohl schon sehr früh angefangen mich mit Alkohol in die eine oder andere Richtung zu bringen und zu regulieren
Mit Egoismus das hast Du gut zusammengefasst, es ist immer ein Abwägen.
Was die jungen Leute betrifft, das stimme ich Dir auch zu. Ich denke es ist heute nicht mehr so schambesetzt sich Hilfe zu suchen und die auch anzunehmen. ICH wäre nicht in eine Entgiftung gegangen, aus purem Scham sagen zu müssen "ich trinke zuviel" - ich dachte ja lange ich schaffe es nur nicht mich zusammenzureißen und "weniger" zu trinken. Ich dachte ich bin einfach unfähig das zu kontrollieren. War ich ja auch, dass es allerdings eine Suchterkrankung ist, für die ich gar nichts kann, wurde mir erst viel später klar.
Auch in der Schule bei ähnlichen Themen ist das heute anders, zu einer Beratungsstelle zu gehen, bei evtl. psychisch kranken Kindern, ist heute fast "normal" - mehr Eltern bitten um Hilfe und bekommen sie ja auch.
Auch das hat zwei Seiten der Medaillie, in der Betreuung haben wir dann halt auch Kinder, deren Betreuung in andere Hände gehört. Da sträuben sich dann oft auch die Eltern, was ich auch verstehen kann. Schwierig manchmal
Wünsche allen eine gute Zeit ich liebe diese Jahreszeit sehr - auch wenn ich morgens bisschen friere :-)
zum Geburtstag💐 wünsche ich dir alles Gute. Ich habe zwar vergessen, wie viele Kerzen auf deiner Torte 🎂 brennen müssen, aber deinen Geburtstag habe ich nicht vergessen.
Liebe Grüße
Lotte
Im Moment rasen mir die Tage förmlich davon. Irgendwann werde ich hier mal wieder was von mir berichten...😁
Mein Liebes Lottchen, ich danke dir ganz herzlich. Es freut mich sehr, dass ich doch nicht ganz vergessen bin ...hab so süsse Karten und Whatsapps bekommen mit Geburtstagsliedern und Trommelwirbeln ... und einen Geburtstagsgruss hier von dir ..das ist für mich was Besonderes
Das schrieb ich gestern bei den Nachteulen ...es ist so mein allgemeiner Zustand, mal auf, mal ab ..hat überhaupt nichts mit Alkohol zu tun, deshalb bei den Nachteulen. Vielleicht sollte ich wieder öfter hier schreiben, denn die "Zustände" die jetzt sind, hatte ich schon vor 40 Jahren ...ich wollte auch nicht älter als 40 Jahre werden und habe irgendwie auch darauf "hingearbeitet ...
Aliinchen, das hast du wirklich schön geschrieben, und ich habe mich an das erinnert, was ich tatsächlich schon wieder vergessen hatte... Ich habe die Zeit gar nicht mehr auf dem Plan, da ich Murmeltiertage lebe, jeden Tag dasselbe, ausser, wenn ich dann doch mal zum Arzt muss, weil ich allein nicht weiterkomme... das sind Termine, die ich überhaupt nicht mag!
Zu all den anderen Maleschen sind nun auch noch unangenehme Panikattacken hinzugekommen ... ich glaube, die Hälfte der Deutschen ist davon betroffen. Da sitze ich dann und nutze alles Werkzeug, was ich von meiner Therapeutin zu Panikattacken bekommen habe, um am Ende dann doch eine halbe Tablette zu nehmen, die ich per Zufall noch entdeckt habe ...die ist zwar schon über 20 Jahre abgelaufen, doch sie tuts noch, irgendwie ....vielleicht ist es auch nur Einbildung?
Im Grunde ist nix los ...aber ich muss gestehen ...seit dem Tod meines Mannes habe ich an nichts mehr Freude, jedenfalls keine Freude, die mich beflügelt, etwas zu tun, anzugehen oder zu bewerkstelligen. Ich könnte vielleicht, aber ich mag nicht mehr.
Es ist schön, wenn die Kinderlein mal kommen, die Enkelchen auch, aber doch selten. Kämen sie häufiger, würde das bei mir auch nichts ändern. Ich kann ihnen nichts mehr beibringen, sie sind geübter als ich, und ich staune nur, was sie alles können, wissen und tun, sie können mir noch was beibringen....vor allem Sprachen, aber ich habe keine Lust mehr drauf. Einmal haben sie mir begeistert zugehört, als ich den gesamten Struwwelpeter auswendig aufgesagt habe, lesen konnten sie ihn schon selbst. Das wars dann aber auch schon meinerseits... ansonsten bringen sie sich Bücher mit oder lesen meine Bücher, die sie auch mitnehmen können, wenn sie wollen oder ich schicke sie mit Leergut in den Kaufladen ... das machen sie gerne. Sonst ist ja hier nichts los! Bei Moma ist es langweilig! Für die Spielplätze sind sie schon zu alt. Mein jüngster Enkel wird in 14 tagen konfirmiert ...und ich kann nicht hin. Meine Israeltochter hat einen tollen Job gemacht bei ihren Kindern ...darauf bin ich stolz und auf meine Grosse, sie hats genau so gemacht...
Ich bin auf alle meine Kinder stolz, jedes hat etwas einmaliges und bewundernswertes ... wenn ich länger drüber nachdenke: wieso freu ich mich eigentlich nicht mehr? Allein meine Kinder sind ein Geschenk des Himmels. Ich muss mich damit dann doch noch mal beschäftigen ...intensiver.
Ich bin ein Einsiedlertyp, zwar ursprünglich sehr Menschen zugewandt, sonst hätte ich meine Berufe gar nicht ausüben können ... doch irgendwann hat mich diese Zugewandtheit verlassen. Es ist mir am liebsten, wenn ich in Ruhe gelassen werde, Wahrscheinlich schreibe ich deshalb noch hier, weil keiner etwas von mir will. Oft habe ich nicht mal mehr dazu Lust, ...vielleicht kommt das irgendwann wieder?
Hier schien heute die Sonne, direkt in der Sonne war es auch warm. Der Hund war da und wir haben uns ein Schnitzel geteilt ..das Schnitzel musste weg, damit Platz im Kühlschrank ist, den brauche ich für eine Schokosahnetorte und eine Philadelphiatorte, die ziehen nachher hier ein ... Hundekind ist schwer am Arbeiten ...
gerade habe ich hier reingelesen und möchte dir auch von Herzen gratulieren.
Auch wenn du und Eva es vielleicht nicht so empfinden, für mich seid ihr hier die zentralen, wichtigen Menschen und ich freue mich immer von dir, von euch zu lesen.
Ich hoffe, dass es für dich, trotz aller Beschwernisse, ein guter und schöner Tag wird. 🌻
Herzliche Grüße vom Äffle 🙋🏼♀️
Freundschaft ist das Seil, das hält, wenn alle Stricke reißen
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Liebe Lyanna, Du "Mutter dieses Stranges" heute feiern wir Dich für Dein SEIN, für Deine wundervollen Worte und Gedanken. Für alles was Du hier tust.
Wieder ein kleiner Beitrag weg ...ich glaub, das hab ich selbst gemacht? Wie auch immer:
Vielen lieben Dank für die Glückwünsche, liebe Sturmi, Monkele und Eva, es ist ja ein ganzer Strauss geworden, über den ich mich sehr freue.
Der Geburtstag war TOLL!
Das hab ich noch von keinem anderen Geburtstag so sagen können. Die Kinderchen, die im näheren Umkreis wohnen, waren da, auch Schwiegersohn ... und Hundekind hat die beiden Hunde mitgebracht. Einer von ihnen hatte Bauch und musste auf den Arm, bis es ihm besser ging ...dann feierte er mit.
Hier bei mir wird trotz allem doch viel gelacht über alles mögliche, wo andere nicht unbedingt lachen ...gestern konnten wir gar nicht aufhören zu lachen. Fast immer über uns selbst und unsere Missgeschicke, die wir oft gemeinsam "überlebt" haben Passt! Sitz! Wackelt und hat Luft...
Heute geht alles wieder seinen Murmeltiergang, an den ich mich schon länger gewöhnt habe, das hat auch was ... Hier stürmt es, die Sonne scheint unregelmässig und es tropft vom Himmel, meine kleinen Regentonnen laufen schon über ...nun denn ...
Ich weiss nicht, ob es noch jemanden interessiert, dennoch möchte ich diesen Film rechtzeitig avisieren ...mich interessiert er, bezüglich dieses Themas kann ich gar nicht genug wissen ...
Am Montag, den 29.09 läuft im ZDF um 20.15 der Spielfilm
"Im Rausch"
Katja, die nach einem Skandal entlassen worden ist, trifft Eddi in einer Bar. Beide rutschen in die Sucht ab. Ein Rückkehrangebot unter Auflage einer Entziehungskur führt zu Katjas Reportage über Alkoholimus, die ihre Sucht weiter anheizt.
Ich weiss nicht, ob dieser Film glaubhaft ist, es liest sich für mich aber so. Überhaupt ist es möglich, dass völlig unmögliche Dinge unter Alkohol geschehen sind, selbst, wenn es im nüchternen Zustand kaum vorstellbar ist.
Mein eigenes Leben erweist sich im Nachinein als ein todsicheres Dahinsiechen, welches wahrscheinlich schon lange nicht mehr bestehen würde, falls nicht irgendwann bei mir der dringende Wunsch aufgetaucht wäre, ohne Alkohol weiter zu leben. Bis hier und heute ist es mir gelungen, Alkohol stehen zu lassen, doch ganz so leicht, wie es sich liest, war es nicht ... ich verdränge nichts. Wenn ein Alkoholthema bei mir auftaucht, beschäftige ich mich damit, bis ich es klären kann. Ich habe für mich entschieden, an diesem Thema dran zu bleiben, denn nie, niemals möchte ich mehr in diesem Alkoholwust versinken.
Ich konnte und kann nicht normal trinken, wie auch viele andere Dinge bei mir im Übermass sein müssen ... bis ich die Faxen dicke hab ...siehe meine Haushalts-und Schränkeentrümpelung ... ich darf gar nicht drüber nachdenken, wieviel an Geld ich weggeschmissen und verteilt habe.
Vielleicht geht die Entwöhnung von manchen unangenehmen Ereignissen nur dann, wenn es einschneidende Momente gibt, die auch im Gedächtnis bleiben? Ich weiss es nicht ...doch für mich sehe ich es so.
Es ist ja "immer gleich" und jedes Mal doch anders. Sehr guter Film. Karin Sass spielt sich selbst mit tollem Auftritt. Alle Tricks kommen vor...und sie belügt sich, wie ich mich belogen habe.
Sehr guter Film. Ich möcht gern wissen, ob das enttäuscht sein von Menschen bei euch auch so stark dazugehörte während der Trinkzeit? Ich musste sehr hart lernen, mich nicht länger enttäuschen zu lassen. Lieber getrennte Wege ( manche auf Zeit) mit so vielen Personen, anstatt saufen. Leicht war es nicht.
chinn, ja In der Trinkzeit waren die anderen in meinen Augen eh falsch. Heute denke ich es lag an MEINEN Erwartungen wie sie hätten sein sollen.
Heute kann ich akzeptieren dass es oft einfach nicht passt, das macht aber nichts.Ich kann mich heute ohne Drama von Menschen fernhalten die mich nerven. Es ist meine Energie nicht wert.
Menschen die mir wichtig sind, sage ich auch mal wenn was nicht passt. Ohne große Rechtfertigung oder Diskussion.
Mein Therapeut hat mich gefragt "Hat Ihnen denn jemand versprochen, dass es leicht sein würde?" als ich mich mal beschwerte, wie schwer vieles für mich sei, so schwer, dass es (fast) einfacher gewesen wäre, wieder zu trinken ....
Seine Frage hat in mir ein völlig neues Denken angeregt ...diese Frage stelle ich mir auch heute noch manchmal. Es gibt ja viele solche Situationen, wie du sie oben schilderst, chinn, grössere und kleinere ...ich hatte sie auch.
Im Laufe der Jahre hat sich das aber ausreichend reguliert, denke ich. Doch genau weiss ich es auch nicht ...irgendwas ist ja immer. Ich machs dann wie eva ...ich distanziere mich.
Ähnlich mache ich es auch hier im Forum ...ich diskutiere nicht, in keinem der Diskutierstränge, obwohl ich eine Meinung zu manchem hätte. Würde ich mitdiskutieren, wäre es für mich von vornherein klar, dass ich mich in den Wust mit reinziehen lassen WILL und gerade etwas Bock auf Drama hätte ... so sagte ich es meiner Therapeutin und sie bestätigte mir, dass ich das völlig "gesund" sehe.
Abstand ist das Zauberwort ...auch von Verwandten ...oder aber ich hab tatsächlich mal Bock auf Ungereimtheiten, etwas Drama und etwas andere Würze in meinem Leben als ich sowieso schon habe.
Ich liebe es, so friedlich vor mich hin zu leben, ich glaube, den meisten wäre es zu langweilig ?
Nach wie vor bin ich der Meinung: ich bin der Boss in MEINEM Leben, und ich bestimme weitestgehendst den Kurs, auf dem ich segle. Krankheit und einige andere Unannehmlichkeiten kann ich leider auch nicht verhindern ...ich kann mich darum kümmern oder lasse es einfach so laufen ... das liegt dann widerum bei mir.
Du hast mich wiedermal ein bisschen ins Nachdenken gebracht, chinn, danke für deinen Nachdenkanstoss. Deine Antwort finde ich richtig gut, Eva, auch dafür danke.
Leider kann ich auf der Arbeit kaum Abstand halten. Es ist nicht die gleiche Arbeitsstelle, als die, wo ich noch trank. Aber Gründe zum abschießen gäbe es auch hier genug. Tatsächlich gehe ich seit 4 Jahren nach Feierabend nach Hause und muss nichts trinken. Denn ich habe gelernt, dass ich die Leute nicht ändern kann. Auch kann ich keinen zwingen, mich zu mögen, genauso wie ich nicht jeden leiden mag. Mit Bock auf Drama sagst du was, Lyanna...da muss ich mal weiter drüber nachdenken. Und Eva, na klar waren immer die anderen blöd und Schuld damals. Die Opferrolle abzulegen, endlich in die Ecke zu schmeißen, das war mit die Haupthausaufgabe.
An Alkohol denke ich nicht oft, das hat sich relativiert. Oft habe ich nicht mal Lust mich mit meiner Suchterkrankung zu beschäftigen und schwänze auch mal ein Meeting. Wenn die passenden Menschen dort sind, geht es auch gar nicht um Alkohol, sondern um das Leben mit allen Höhen und Tiefen.
Jetzt der Versuch es kurz zu machen: ich gehe momentan durch alle mögliche Diagnostik. Zunächst Zufallsdiagnose beim Hausarzt, dann Kardiologe und Anfang Okt gehe ich zu weiteren Behandlungen in eine Klinik.
Alle sagten "keinen Alkohol" seit mehr als 7 Jahren sollte da mein Gedanke sein: " mir egal, ich trinke nicht"
Hat aber ganz viel in meinem Hirn gemacht. Ich machs ja freiwillig nicht.
Bis mein Mann sagte: "kannst doch trinken. Hast Dir doch früher auch nichts draus gemacht dass Alkohol schädlich ist"
Stimmt, hat mein wirres Hirn beruhigt.
So was finde ich irre, was ein Suchtgedächtnis alles kann.
Sich mal "weg machen wollen" Das ist mir durchaus bekannt.
"Mich mal wegmachen wollen" ...das kenne ich auch., Eva.
Wenn ich seinerzeit mit Tommy unterwegs war, wir an einer Aussenkneipe vorbeikamen und die Kellner frischgezapftes Bier in leicht beschlagenen Gläsern auf ihren Tabletts balancierten, sagte ich schon mal öfter: Och, jetzt könnte ich auch so ein Glas ... Tommy daraufhin "Mach doch! Ich nicht!"
Wohlgemerkt, Tommy war auch trockener Alkoholiker, er wurde ein paar Monate eher trocken als ich. Nach etlichen Entgiftungen und einigen Therapieversuchen hatte er damals dann endgültig die Faxen dicke und war bis zu seinem Tod lebensfroh und trocken!
Heute würde ich sagen, wir waren noch gar nicht richtig "trocken", wir waren dabei, es zu werden ...mit allem drum und dran. Durch Tommy fühlte ich mich befleissigt, das Thema nicht aus den Augen zu verlieren, heutzutage, nachdem Tommy 18 Jahre nicht mehr bei mir ist, denke ich oft: Ohne Tommy würde ich wahrscheinlich längst wieder getrunken haben.
Nach seinem Tod hatten mich "das Leben und die Trauer" so richtig in ihren Krallen, dass ich oft meinte, es nicht mehr aushalten oder ertragen zu können, oder das, was bewältigt werden musste. Dazu kam noch der Schrott, der ungefragt aufploppte, als ich begann, meine Vergangenheit zu bearbeiten ...wobei ich bis heute sagen muss: Verzeihen ist die grösste Heilung, aber das "mir selbst verzeihen" ist soooo schwer ..daran knappse ich.
Ich finde es toll, dass hier doch noch hin und wieder Gedanken und Erfahrungen zum allgemeinen Lebensthema aufkommen, denn: wenn ich das Leben nicht so annehmen kann, wie es nun mal ist, geschieht es ziemlich schnell, wieder in alte Muster zu verfallen, manchmal schneller, als ich gucken kann. Doch inzwischen merke ich es rechtzeitig.
Zu mir kommen Menschen, denen ich erzähle, was in meinem Leben so geschah ...das ergibt sich so ...vielleicht nicht alles, aber doch eine ganze Menge. Die Gespräche mit diesen Leuten sind toll, seien es meine Haushaltshilfe, meine Begleitung, meine Fusspflege oder auch eine Freundin ... da kommt soviel Wissen zusammen, nicht unbedingt über Alkohol, aber über das Leben an sich. Ich kann von allem profitieren und werde meinen Kummer auch noch los, genau so wie die, die zu mir kommen.
Es finden nicht immer unbedingt "schwere Geschütze" statt, aber ich habe noch keinen erlebt, der hier bedröppelt weg geht ...mir selbst ist meist auch leichter ums Herz.
Auch wenn ich ganz oft allein bin, was ich ja mag, finde ich, ich habe ein tolles Leben ...zur Zeit lebe ich richtig gern ... ich bin glücklich, wenn die Schmerzen mich nicht völlig zermürben. Im Moment halten sie sich in Grenzen ...dafür bin ich dankbar ...und auch für vieles mehr.
Was morgen ist, weiss ich natürlich heute noch nicht ... doch der Tag heute ist wahrscheinlich ein weiterer Baustein für ein zufriedenes Leben
Ich hab mir den Film "Im Rausch" um 29.15 im ZDF für heute abend aufgehoben.
Angefixt bin ich durch diverse Vorschauen und dass ihr ihn gut findet, hab mich Mediathekmässig echt zurückgehalten, vor allem, weil die Mediathek hin und wieder steht oder stottert.
Wenn ich nach dem "Rausch" noch Kraft und Hirn übrig habe, sehe ich mir dann um
das Thema "von Menschen enttäuscht sein" hat mich auch gleich berührt. Gerade auch in letzter Zeit grübele ich darauf herum. Ich finde es auch sehr gut, dass ihr hier solche Themen beschreibt. Genau, wenn man da irgendwie nicht klar kommt, sucht man schnell nach irgendwelchen "Fluchtmöglichkeiten". Zumindest wenn man lieber mal flüchten möchte, vielleicht nicht so gern kämpfen mag. Ich zähle mich dazu. Bei mir ist es nicht der Alkohol, aber ich möchte auch öfter mal flüchten. In der Jugend hatte ich die Essstörung. Jetzt ist mir das alles bewusster, das ist gut. Aber aufpassen muss ich trotzdem. Gibt ja verschiedene Fluchtwege. Einige sind nicht zu empfehlen.
Bezüglich anderer Menschen: Ich mache auch die Erfahrung, es gibt solche und solche. Zu einigen lieber auf Distanz zu gehen tut mir gut. Aber schwierig finde ich es, wenn ich mit Menschen zu tun habe, die so ein richtiges "Mittelding" sind. Eine Eigenschaft an ihnen finde ich gut, eine andere überhaupt nicht. Eigentlich kommt das allgemein oft vor. Aber es gibt so spezielle, da ist es richtig auffällig, dass ich schwanke. Leider zählt auch mein Vater dazu. Dieses Schwanken macht mir dann zu schaffen. Kennt ihr das in eurem Umfeld?
Eva, ich kann mir vorstellen, dass es dich beschäftigt/beschäftigt hat, wenn du jetzt eine Krankheit hast, bei der man auf Alkohol verzichten soll oder sogar muss. Es ist eben anders, wenn man etwas freiwillig macht. Solche Situationen kenne ich auch. Aber ich finde es auch gut, was dein Mann gesagt hat, er hat ja recht. Und du hast noch einen wichtigen Grund es zu lassen. Für dich und deine Gesundheit. Kannst froh sein, wie weit du da ja schon bist :)