an dich denke ich heute. 32 Jahre sind es nun schon. Ich finde das wirklich toll und freue mich für dich. Wie geht es dir gesundheitlich ? Ich weiß es leider nicht, da ich hier immer nur sehr kurz vorbeischauen kann. In Gedanken trage ich dich aber sehr oft mit.
Danke dir, Lottchen, dass du immer daran denkst ...irre.
Wenn ich so an heute vor 33 Jahren denke ...mag ich eigentlich gar nicht mehr, dennoch kommt es vor.
Als ich in die Klinik ging, konnte ich nicht wissen, dass es das Beste sein würde, was ich tun konnte. Ich ging ja aus Verzweiflung, weil etwas geschehen war, mit dem ich nicht mehr klar kam und ich nicht ohne oder mit Alkohol leben konnte. Es hat sich gelohnt ...auch, wenn ich manchmal um die Ecke denke ...aber auch das wird immer seltener.
Ist bei euch alles soweit gut ...hat sich alles eingespielt, Lottchen?
eingespielt hat sich alles nicht wirklich. Der Antrag auf EMR ist raus. Sollte dieser Abgelehnt werden, muß mein Mann vorzeitig in Rente gehen. Wir würden sonst ins Bürgergeld abrutschen. Finanziell wird es trotzdem immer schwieriger. Im Juli ist das ALG zu Ende. Sollte er in Rente ( mit Anzügen gehen ), verfolgen wir die EMR weiter. Notfalls müssen wir gerichtlich vorgehen. Wir haben das ganze Procedere in die Hände des SOVD gegeben. Mir ist das ganze einfach zu Complex. Meine Konzentration ist sowieso nicht die Beste.
Mein Mann ist gesundheitlich stark angeschlagen. Kleinigkeiten kann er schon erledigen. Diese müssen aber kurz und leicht sein.
Wir leben in herausfordernden Zeiten. Privat und Weltpolitisch. Das geht uns ja nicht alleine so.
Wir sind trotzdem nicht in Panik oder Resignation verfallen. Ich hoffe das bleibt uns lange erhalten.
@Katta mein herzliches Beileid. Ich wünsche dir viel Kraft und daß du Trost findest. Es ist noch nicht sehr lange her, daß mein Vater gestorben ist und hat mich mehr getroffen als ich mir vorher vorgestellt hätte.
@Eva, mach dir keinen Kopf wenn dich das nicht anspricht. Ich denke man braucht zu unterschiedlichen Zeiten verschiedene Übungen. Für mich ist es mit sedona grad richtig. Als ich vor Jahren erstmals etwas darüber gehört habe war es nicht so.
@Lyanna, Heute früh habe ich in der ZEIT etwas über die erste Phase der Trumpschen Regierung gelesen, man spricht jetzt von einem Staatsstreich. Das zusammen mit putin und dem was bei uns grad so passiert macht mir auch Angst. Ich habe mich dann wieder eingefangen. Bewegung hilft mir da oft, heute auch.
Vielen Dank, ich nehme die Umarmungen und die lieben Worte gerne.
Mein Vater ist am frühen Freitagabend nach einem langen Leben verstorben. Ich bin jetzt dankbar, dass ich dabei sein konnte. Weinen kann ich kaum, das kommt bestimmt noch. Ich bin einfach müde. Mein Bruder und ich können uns die Aufgaben teilen, das ist gut. Meine Mutter ist dabei keine Hilfe, sie ist selbst sehr alt.
Eigentlich wollte ich mit meinem Post vor allem sagen, dass es auch ohne Scham gehen kann, und das ich heilfroh bin, nüchtern und klar zu sein. Uneigentlich auch. Schön, dass es euch gibt.
Liebe Katta, ich möchte dir meine Anteilnahme aussprechen. Gut, dass dir dein Bruder helfen kann. Schön, dass es dich gibt und wir immer noch alles mit klarem Verstand durchleben können. Immer wissend, dass wir nichts ändern könnten, wenn wir trinken. Und gönne dir Pausen liebe Katta und tu dir etwas Gutes. Liebe Grüße von Vicky
ICH war trotzden unendlich traurig, dass ich niemandens Kind mehr war.
Das treibt mir sogar beim Schreiben Tränen in die Augen.
Das war auch mein Gedanke, als dann auch vor ein paar Jahren meine Mutter starb ... ich bin jetzt ein Waisenkind ...
Nur mal so ...ist auch nicht so ganz ernst gemeint ...allerdings wünschen würde ich mir das schon. Hat jemand Langeweile und sucht Beschäftigung?
Ich könnte jemanden zum Haushalt-Ausmisten gebrauchen ...
Aus dem Keller kann fast alles weg, ohne noch mal in die Kisten zu gucken. Das Zeug steht dort seit vielen Jahren und wurde bislang nicht vermisst ...also weg damit ... es müsste aber direkt weggebracht werden, damit ich nicht mehr drin rumwühlen kann udn man nur noch meinen Hintern und die Fusssohlen sieht.
Meine Kleiderschränke platzen vor Klamotten, dabei ziehe ich fast immer den selben Style an ... bequem muss es sein ...hab ich und das in doppelter oder dreifacher Ausführung.
Meinen Kindern hab ich gesagt, dass sie einen Container bestellen sollen, wenn ich die Zehen nach oben gestreckt habe... und weg mit den Sachen, an denen sie kein Interesse haben. Sie kriegen von mir jetzt schon das, woran sie Interesse bekunden ...nimm mit! Und nicht nur die Kinder kriegen das, was sie gerne hätten von mir...
Ich würde auch selbst einen Container bestellen, doch in einer leeren Wohnung möchte ich dann doch nicht sitzen.
Mein Klinikaufenthalt über Weihnachten hat mir gezeigt, wie schnell es gehen kann, dass die Äugelein geschlossen bleiben (könnten.) Ich weiss bis heute nicht, was genau passiert ist?
Zerstörerische Bakterien hatten beim Sturz im Septenber von mir Besitz ergriffen ...Mitte Dezember wüteten sie in mir mit irren Schmerzen, Vergiftungerscheinungen und starken Bewusstseintrübungen. Hundekind dachte, dass ich sterben würde ...Münchner Kindl schloss sich an und Israelkind wollte sofort zu mir reisen, um für mich da zu sein ...
Es hat gute 4 Wochen gedauert, bis ich mich im Kopf wieder "richtig" fühlte
Ich bewege mich jetzt auch in der Wohnung mit Gehwägelchen, ganz vorsichtig ...in der Annahme, dass alles gut geht. Ich möchte nicht mehr fallen. Als ich im Septenber 24 stürzte und mich auf dem Sisalteppich am Knie verletzte, dachte ich: das ist jetzt der Anfang vom Ende.
Naja, ich bin immer noch da, dank Antibiotika ...sie haben das Passende für mich gefunden, obwohl der Bakterienstamm unbekannt sein sollte ... Da hab ich noch mal Glück gehabt, doch ob das wirklich Glück war, weiss ich noch nicht so richtig ...
Wie schön, dass ich keine Alkoholfahne hatte ...dann wäre das Unglück dem Alkohol geschuldet ..für die Ärzte, denke ich. Ich bin früher öfter unter Alkoholeinfluss gestürzt, in die einzige Pfütze auf dem Marktplatz, die Treppe runter, wo ich mir im nüchternen Zustand das Genick gebrochen hätte, mich vor dem Rosenbeet ausgezogen habe und mitten in die Dornen gelegt habe. Am nächsten Tag hab ich mich beschwert, wer mich so zugerichtet hat ...
Das möchte ich alles nicht mehr haben, nie mehr, das Leben ist so schon aufregend und schmerzhaft genug.
Ich miste gerne aus und tue das bei mir regelmäßig. Das schafft Raum und Luft. Könnte nicht eine Deiner Töchter so nach und nach Sachen mit dem Auto wegbringen?
Die Ursache für Deinen Krankenhausaufenthalt liest sich heftig! Sepsis? Was ich mich Frage ist, hat Deine Hausärztin das nicht erkennen können?
Schön, dass Du noch da bist!
Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert.
ausser dass ich starke Schmerzen hatte, gabs nichts Ungewöhnliches ...Schmerzen hab ich ja immer. Die Wunde am Knie war aussergewöhnlich gut verheilt, und es gab keinen Grund, zur Ärztin zu gehen ..
Ich kann mich zwar nicht erinnern, aber ich muss mein Münchner Kindl angerufen haben ...ich kam nicht mehr zum Klo ... dann kam wohl irgendwann Hundekind dazu, und sie versuchten beide, mich ins Bad zu bugsieren. Irgendwann kam der Klostuhl aus dem Keller zum Einsatz. Inzwischen hatten die Kinder mich so bearbeitet, dass ich den Notrufknopf drückte ... und so nahm das Geschehen seinen Lauf.
Ja, tatsächlich, ich war noch nicht dran ..das haben wir uns auch gesagt ...es wäre ein schönes Rübergleiten gewesen ... so dunkel kann ich mich wohl daran erinnern ...schemenhaft ... doch soweit war es dann doch wohl noch nicht.
ausser dass ich starke Schmerzen hatte, gabs nichts Ungewöhnliches ...Schmerzen hab ich ja immer. Die Wunde am Knie war aussergewöhnlich gut verheilt, und es gab keinen Grund, zur Ärztin zu gehen ..
O.K. - jetzt verstehe ich das. Das es das gibt wusste nicht.
Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert.
Liebe Lyanna, jetzt wo ich deinen Bericht lese, möchte ich dir von Herzen sagen, wie froh ich bin, dass du noch hier bist. Ich umarme dich in Gedanken...
Zum Thema Scham: Alles, was ich im Suff so angestellt habe, damals, habe ich nur mir selbst angetan. Ich konnte und wollte nicht anders und schäme mich, aber nur für mich selbst. Ein Freund, der ähnlich wie ich gerade Rückschau auf sein Leben hält, fragte mich letztens: Was bedauerst du in deinem Leben? Einige Menge, antwortete ich. Aaaber, ich kann es jetzt nicht mehr ändern. Es ist traurig, vor allem meine Suff-Zeit bedauere ich, so viel verlorene Lebenszeit! Aber ich habe auch Antworten auf das Warum. Und das finde ich wichtig. Und dann sprachen wir über das "Dazu-stehen-können". Das finde ich auch wichtig, ich merke immer häufiger, dass ich zu den Dingen stehen kann, die ich getan oder nicht getan habe in meinem Leben. Und das gibt mir innere Ruhe und vor allem Gelassenheit. Mein Thema ist also ein anderes seit einiger Zeit: meine Endlichkeit. Was bleibt von mir, was werde ich alles nicht mehr erleben? Wie werden meine Liebsten ohne mich weiterleben? Fragen, die sich nicht beantworten lassen. Gut, das hat natürlich alles mit dem Altwerden zu tun und damit, im Hier und Jetzt bestmöglich zu leben in der Zeit, die mir noch bleibt. Eine Herausforderung, die ich angehen muss. Nur eines ist mir dabei wichtig: Ich muss dafür im Kopf sonnenklar bleiben, was heißt, nie wieder Alkohol!
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und geht wählen morgen!
Wie schön, dass du mal wieder gepiepst hast mit so schönen Nachrichten, liebe Aloe. Auch wenn du nicht schreibst, denke ich öfter an dich, tu ich schon seit Jahren ... umso schöner, was ich von dir so lesen darf.
Ganz toll, dass du auf WARUM? eine Antwort für dich gefunden hast. Damit kann alles etwas leichter werden ...das, was erlebt wurde und auch das, was noch kommt.
Ich bin dabei, meine Sachen für meine Nachkommen zu ordnen. Ich dachte, ich hätte das schon ...
Eigentlich könnte es mir ja egal sein, sie werden das Wichtige schon finden. Sie haben ja auch jetzt meine Patientenverfügung gefunden ... kein Wunder, ich hab ihnen mindestens 10 mal gezeigt, in welchem Ordner welche Unterlagen sind ...es steht auch draussen drauf ... Als sie sie den gefunden hatten, klang es so, als hätten sie den Mount Everest bestiegen...
Jetzt brauche ich nur noch den Mietvertrag (sichtbar für mich), weil ich nicht weiss, ob der benötigt wird, wenn ich denn die Zehen nach oben strecke ...was irgendwann geschehen wird ...unweigerlich. Ich glaube, der ist auch in einem Ordner abgeheftet, allerdings bin ich mir da nicht sicher ... also das wären die Formalitäten. Die anderen "äusseren" Dinge sind geklärt und geordnet ...meiner Meinung nach ..
Alles andere, was nach meinem Ableben von mir übrig bleibt oder was weitergetragen wird, darauf habe ich keinen Einfluss ... möchte ich auch nicht haben.
Das, was ich getan oder nicht getan habe zu gewissen Zeiten, die nicht unbedingt etwas mit Alkohol zu tun hatten, wiegt für mich schwer ... das war jemand anderes als das, was ich jetzt bin. peinlich Ich weiss drum, dass ich damals das getan habe, was mir möglich war ... aus heutiger Sicht war es niemals genug und meines Erachtens nach nicht richtig....
Auch erkenne ich Dinge, die ich niemals hätte "recht machen" können, nach menschlichem Ermessen. Es nützt mir auch nichts, mich in Selbstanschuldigungen zu wälzen oder zu zerfleischen, aber auch das habe ich getan, weil es so sein sollte ... und irgendwann ist es genug.
Ich schriebs ja schon mal: Am liebsten hätte ich Absolution, die ich mir aber wirklich nur selber geben kann ...wenn überhaupt. Also packe ich das, was mir gelegentlich zu schaffen macht, vorläufig wieder in die Abstellkammer.
Diese habe ich nett hergerichtet, damit sich mein damals "sogenanntes Fehlverhalten", sich dort auch wohlfühlen kann und nicht so schnell aus der Abstellkammer entfleuchen möchte ...
Ich werde irgendwann sehen, ob es so aufgeht, wie ich mir das gedacht habe ....oder auch nicht ...
Jeder Mensch ist anders, egal um was es geht, und das ist gut so. Dennoch hängt alles, wirklich alles, miteinander zusammen, und es ist spannend, zu erfahren, welche Umgangsmöglichkeiten mit den Dingen für andere möglich sind. Das geht aber meiner Meinung nach nur, wenn jene anderen bereit sind, davon zu erzählen ...
Danke dafür, Aloe ...tschüss bis zum nächstenmal ...
Also packe ich das, was mir gelegentlich zu schaffen macht, vorläufig wieder in die Abstellkammer.
Diese habe ich nett hergerichtet, damit sich mein damals "sogenanntes Fehlverhalten", sich dort auch wohlfühlen kann und nicht so schnell aus der Abstellkammer entfleuchen möchte ...
Ich werde irgendwann sehen, ob es so aufgeht, wie ich mir das gedacht habe ....oder auch nicht ...
*grins* danke für den Lacher
@Aloe hast du das Mirtazapin ganz langsam ausgeschlichen? ich möchte nämlich ganz gern so langsam wieder damit aufhören und frage mich ob das problematisch ist
ich weiß natürlich nicht, wie viel Milligramm du nimmst, ich hatte glaube ich 25 mg. Hab sie dann ein paar Wochen lang geteilt, dann geviertelt und irgendwann eben ganz weggelassen. Das ging sehr gut, ich erinnere mich noch an nächtliche Schweißausbrüche, aber ansonsten hatte ich keine Entzugserscheinungen. Du schaffst das! Viel Glück dabei. Ich hatte die ja 15 Jahre lang genommen, nur abends zum Schlafen. Aber dann war wirklich mal genug mit den Dingern. Mein Melatonin Bonbon reicht inzwischen zum Schlafen und natürlich die Tatsache, dass ich zwei bis dreimal die Woche um 6.30 Uhr aufstehen muss. Dann bin ich abends sooo müde, dass ich nicht mal mehr einen Bonbon brauche.
Liebe Lyanna, das mit dem Nachlass regeln oder Patientenverfügung schiebe ich noch vor mir her. Dazu ist es noch zu früh...hoffe ich :-) Aber wegschmeißen, damit habe ich angefangen. Das tut gut und hilft auch beim innerlichen Aufräumen.
Winke winke nach Northern Town von der Elb-Südseite :-)
Danke ❤️ Ich nehme eine vor dem Schlafen gehen, das sind glaube ich 15mg Mensch, so lange hast du die genommen. Und dein Arzt hat da einfach immer wieder verschrieben? Gut, jetzt ist es ja Geschichte, gsd So werde ich es auch machen. Erstmal ein viertel weg.
ich brauche mal euren Rat, euer Wissen, euren Umgang ... vielleicht könnt ihr mir auch dabei helfen, einiges zu erkennen? Rückgängig zu machen ist nichts, das weiss ich.
Mein Hundekind leidet sehr, dass sie so spät erfahren hat, dass auch sie ADHS behaftet ist ... ich bin mir nicht sicher, ob es mich auch getroffen hat, aber bei dem, was ich zur genauen Diagnose anschleppen müsste, will ich es gar nicht mehr wissen.
Meine Tochter sagt, sie ist mehr in der Vergangenheit und überlegt, was alles anders hätte laufen können, wenn sie gewusst hätte, dass sie ADHS hat? Ist das so?
Ich habe ja auch lange darüber gegrübelt, was alles anders hätte laufen k ö n n e n, wenn ich manches gewusst hätte und wenn ich meine Zeit nicht dem Alkohol gewidmet hätte, obwohl ich irgendwann dabei zu der Erkenntnis gelangt bin, das ich wahrscheinlich einiges nicht überlebt hätte. Mir standen viele Engel beiseite, sonst wäre einiges nicht zu überleben gewesen, da ich so weiss und höre, dass andere schon lange nicht mehr unter den Lebenden sind ... Ich hätte nochmal Glück gehabt, sagen manche. Es hat kaum einer geglaubt, dass es mir mir noch mal was werden könnte ... Ob das nun Glück war, das bin ich mir nicht sicher. Aber egal, es ist nunmal so, wie es ist, sonst ...würde ich hier auch nicht schreiben.
Habt ihr auch daran gedacht, dass vieles anders hätte laufen können, wenn euch ADHS bewusst gewesen wäre? Was wäre der Unterschied zum heutigen Leben gewesen? Oder was hätte der Unterschied sein können?
Als ich Kind war, gab es den Begriff ADHS noch gar nicht, wie es viele Begriffe und Diagnosen noch nicht gab. Als meine Tochter Kind war, hatte ich den Begriff auch noch nie gehört. Was hätte ich vielleicht anders gemacht, wenn ich über ADHS Bescheid gewusst hätte, was hätte ich anders machen können?
Als ich den Begriff ADHS das erstemal hörte, war ich über 40 jahre alt, und es betraf das Kind meiner Kollegin, das Ritalin bekam ... es wurde nicht viel darüber geredet. Die Kollegin war ziemlich fertig, sie hatte noch zwei andere Kinder ohne ADHS. Ich habe heute keine Kontaktmöglichkeiten mehr zu der damaligen Kollegin.
Fällt euch dazu vielleicht etwas ein? Möglicherweise hätte ich keine Ansprüche an das Kind gestellt, weil ich gewusst hätte, dass es nicht so aufnahmefähig ist, wie andere Kinder ohne die Diagnose? Ach, ich weiss es ja nicht. Deshalb frage ich ja. Was hätte euch damals unterstützt diesbezüglich, vielleicht habt ihr ja Ideen?
Hallo Lyanna, seit wann hat sie denn die Gewissheit ADHS zu haben ?
Für mich war es eine Erklärung, endlich hatte alles einen Grund. Einen Grund für den ich nichts kann. Ich muss mich nicht zusammenreißen um nichts zu vergessen, ich BIN so und es ist nicht meine Schuld.
Der Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch war schnell klar, Selbstmedikation um Ruhe im Kopf zu bekommen. Ändern kann niemand was, es erkärt sich vieles und das war mit sehr wichtig. Ich wusste auf einmal warum ich ständig Zettel schreibe, die ich dann nicht mehr finde. Warum ich kaum örtlich orientieren kann und mich verlaufe oder verfahre.
Ja, an mich wurden Ansprüche gestellt, die ich nicht erfüllen konnte. Die höchsten Ansprüche an mich hatte ich allerdings selbst. Ich weiß heute warum ich nicht studiert habe, damals habe ich dafür eher eine Ausrede benutzt. Es wäre schlicht zu anstrengend gewesen, ich kann mich nicht gut selbst organisieren. Wenn mich dann etwas interessiert, sauge ich alles auf und gerate in den Hyperfokus. Der reicht aber immer nur für Teilbereiche.
Ich denke weder "dumm noch blöd" ich denke einfach anders.
ja, ich hätte eine andere Laufbahn haben können... Damals gab es ADHS doch nur bei Jungs bis zur Pubertät. Es wurde so gelehrt und fertig. Ein verträumtes Mädchen hat sowas nicht.
ADHS bei Frauen ist einfach anders.
Geholfen hätte mir wirklich eine Medikamentengabe. Das war aber sogar für Jungs ein Thema bei dem gesagt wurde, die Eltern würden die Jungs stillstellen wollen. Vollkommener Blödsinn, Ritalin bei "uns" macht fokusiert und klar. Ich nehme lächerliche 5mg und bin dankbar dass ich es heute weiß wie ich mir helfen kann.
Meine Mutter hatte das 100% auch. Da hieß es sie sei traumatisiert durch Krieg und Missbrauch. Die Auswirkungen sind ähnlich.
Mein Sohn hat letztes Jahr auch die Diagnose bekommen Er lehnt Medikamente ab und mach eine Gruppentherapie. Hilft ihm sehr, auch im Umgang mit mir.
Vielleicht habe ich an Deinen Fragen vorbei geredet. DAS war dann auch Hyperfokus ;-)
Liebe Eva, erstmal ganz lieben Dank für dein Post, das ich mit allergrösstem Interesse gelesen habe ...weil ... jetzt ist es auch für mich dringender als ich je dachte, dass es das sein könnte.
In all dem, was du schreibst, habe ich mich wiedererkannt und gesehen wie noch nie zuvor, obwohl ich eigentlich nur für meine Tochter gefragt habe. Ich wollte wissen, was ich ändern oder anders machen könnte in Bezug auf sie und ADHS und habe erkennen müssen, dass ich das gar nicht kann. Selbst wenn ich wollte ...ich kann nichts ändern.
Ich kann nur so sein, wie ich bin ...und das ist keinesfalls angepasst oder mit dem Strom fliessend. Eher halte ich mich zurück, weil ich sonst den Faden nicht wieder aufnehmen kann, den ich gesponnen habe .... ich verliere mich und bin gedanklich shcon ganz woanders als bei dem, was ich gerade sage. So ähnlich ist es auch bei meiner Tochter ...sie ist unglücklich und fühlt sich missverstanden, was ich verstehen kann ... so ging es mir auch mein Leben lang.
Ich bin irgendwann mal zu der Erkenntnis gekommen, dass mein Alkoholismus mich wahrscheinlich erst hat leben lassen, andernfalls und ohne Suchtverhalten wäre ich vielleicht schon gar nicht mehr, weil ich das, was sich für mich als Leben auftat, überhaupt nicht ertragen konnte. Soweit ich mich erinnere, begann das schon in frühen Kinderjahren ...ich gehörte einfach nicht hierher, machte aber zwangsläufig das, was von mir verlangt wurde, auch wenn ich das ganz blöd fand.
Blieb mir ja nichts anderes übrig, wie eben allen Kindern nicht anderes übrig bleibt, als das zu tun, was die Erwachsenen von ihnen verlangten oder es gab Theater und Prügel oder auch noch andere Strafen, an die ich mich gar nicht erinnern möchte ...
Soweit, so gut, irgendwie komme ich mit dem Rest meines Lebens wohl zurecht, was soll ich auch anderes tun. Ich bin aber besorgt um meine Tochter, weil ich mich auch in ihrer Schilderung erkennen konnte.
Es muss dann alles etwas zu viel gewesen sein, was wir beide erlebten ...keiner hat gewusst, was mit dem anderen los ist/war ... obwohl wie beide vor langer Zeit auch länger bei einer Psychologin waren ...ich war überfordert, das Kind war unglücklich. Sicher spielten da auch noch andere Dinge mit rein, das weiss ich ...auch so etwas, was mir zu schaffen macht ... aber auf die Idee mit ADHS oder spezifischen Medikamenten ist da noch keiner gekommen, weder bei mir noch bei Tochter. Ich bekam Valium und was es so am Markt gab, das Kind würde sich schon zurechtfinden. Ist doch alles in Ordnung mit uns.
Da standen wir nun und keiner wusste, wie es nun weitergehen könnte ..es ging einfach so weiter. Ich wage zu behaupten, dass wir uns beide nicht zurechtgefunden haben.
Heutzutage ist unser Verhältnis ein anderes ...seinerzeit waren wir beide sehr verloren und heimatlos ... nicht von dieser Welt, in die wir nicht passten. Wir beide verstehen uns, und ich höre viel von dieser Tochter ...auch Dinge, die uns beide zum Weinen bringen, irgendwie passen wir immer noch nicht in diese welt, sie lebt sehr zurückgezogen mit Mann und Hunden, ich lebe wie ein Eremit und lasse gelegentliche Besuche freudlos über mich ergehen. Hinterher war es dann manchmal ganz nett, aber ich bin froh, wenn die Tür von aussen zuklappt, Tochter auch, obwohl sie durch Mann und Hunde ein anderes Leben hat als ich, zum Glück.
Ich muss noch ein bisschen nachdenken, liebe Eva, hab ja Zeit genug. Vielleicht steige ich auf dieses Thema noch mal ein.
Jetzt hab ich erstmal so von der Leber weg geschrieben ...
nun muss ich mich ein bisschen sortieren: morgen kommen meine Israelis. Es wird schon schön werden, sie haben gesagt, sie freuen sich auf mich ...
Ich hätte vor Jahren wahrscheinlich gar nichts damit anfangen können, wenn einem von uns ADHS attestiert worden wäre ...? Es hat ja auch nicht "gegriffen" als ich merkte, Probleme mit Alkohol und Tabletten zu haben, bevor ich nicht selbst" einsah" dass es so war! Es musste erst ganz dicke kommen ... Erst dann konnte/wollte ich was tun.