Ich schicke dir ein Kraftpaket, wenn du möchtest, liebe Eva. Kann ja nichts schaden.
Dazu wünsche ich dir, dass du baldmöglichst wieder auf die Beine kommst ... so eine Lungenentzündung entkräftigt und zehrt den Körper aus ... dementsprechend lange hat es bei mir damals gedauert, bis ich wieder arbeiten durfte. Und doch habe ich zu früh wieder angefangen, das habe ich aber erst später bemerkt ... wie immer: das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts erkannt.
Einen frohen 1.ten Advent wünsche ich uns und allen, die krank sind, eine baldige Gesundheit. Mir geht es etwas besser, bin aber nicht richtig in "Ordnung" ..das wünsche ich mir auch " in Ordnung zu sein"
Zitat von lyanna im Beitrag #3058Mit den Schmerzen kam auch die grosse Kraterlandschaft auf dem rechten Schienbein, ich mag gar nicht so richtig hingucken, sieht schrecklich aus ... ich krieg das auch gar nicht mehr so auf Reihe: erst der Sturz mit Verletzung am Knie, dann die Schmerzen im Bein und dann die Kraterlandschaft, vorher war die Haut staubtrocken wie die Wüste …..
Liebe lyanna, wie geht es Dir denn? Ich lese so gerne bei „euch“ hier rein, hab ja jahrelang mit Suchtkranken gearbeitet und finde, ihr seid hier sooo gut mit- und füreinander! Bitte hör nicht auf, hinzugucken - ganz im Gegenteil: Dein Körper mitsamt rechtem Schienbein hat Dich bis hierhin gebracht, über Jahrzehnte, was für eine tolle Leistung! Er wird Dich auch - irgendwie - noch weiter durchs Leben bringen, ich bin ja selber chronisch krank und hadere mit ganz ganz vielen Gegebenheiten, aber hingucken und dankbar sein sind irgendwie das Mindeste, was ich für mich und wir für uns tun können. Was hat denn Dein Arzt zum Thema Gürtelrose gesagt?
Eva und Lyanna, auch von mir weiterhin gute Besserung 🌻 Katta, ja, das Programm ist verhaltenstherapie und auch positive Psychologie. Gerade geht es darum lösbare und unlösbare Probleme zu unterscheiden. Und dann lösunswege zu finden für die lösbaren. Es ist gerade anstrengend für mich. Weil ich erstmal dazu neige alle meine Probleme als unlösbare einzuordnen 🫣 Arbeitest du denn mit dem was du in der verhaltenstherapie gelernt hast an deinen alltäglichen Widrigkeiten?
Liebe Vamos ...oder lieber ...ich bin mir nicht sicher?
Danke, dass du nach meinem Befinden fragst, ich will nicht meckern, auch, wenn es mir nicht gut geht. Früher hab ich mich durch die schlimmen Tage gebracht in dem Wissen, dass es anderen ja viel schlechter geht als mir. heutzutage weiss ich, dass es mir nicht viel hilft, das zu wissen, ich muss da durch, komme , was da wolle ...egal wie gut oder schlecht es anderen geht.
Gürtelrose ist es nicht, sagt die Ärztin, wäre es Gürterose, dann gäbe es eine bestimmte Behandlungs-Möglichkeit, so testen wir nur ins Blaue ... ich soll das Bein mir einer bestimmten Salbe pflegen, ansonsten muss ich sehen, wie ich mit den Schmerzen zurechtkomme. Ich nehme Tramaldon Tabletten, Ibus darf ich nicht mehr nehmen wegen meiner Nieren. Die haben mir die Schmerzen genommen, jedenfalls konnte ich sie dann ganz gut aushalten. Tilidin hab ich auch hier, vertrage es aber nicht ....
Ich habe gefragt, ob ich mich darauf einstellen soll, das Bein zu verlieren? Ich habe so komische Träume ...die Frage wurde belächelt ...die Vorstellung macht mir trotzdem Angst. Eigentlich kann ich nichts anderes tun, als abzuwarten, wie sich das ganze weiter entwickelt.
Manchmal denke ich, dass es mir mit Alkohol besser ging ..auf alle Fälle habe ich um meine ganzen "Krankheiten" nicht so gegrübelt, weil ich nach dem 2ten Bier schon in anderen Spären wandelte ...und dann ging es erst richtig los. Ich wollte das volle (Suff)Programm ....
Ich kann mich auch nach vielen Jahren Trockenheit sehr gut daran erinnern, wie schrecklich dieser Zustand war, der tagtäglich wiederholt wurde, solange es grad noch so ging ...
Dass ich mich daran erinnere, liegt an den Gruppen, die ich besuchte und am Schreiben hier ...jeder, ob in der Gruppe oder hier, hat mir meinen Zustand vor Augen geführt, wenn er von sich selbst gesprochen (geschrieben) hat. Es von anderen zu hören ist noch mal heilsamer, als für sich selbst hinter sich und seine Schliche zu kommen. ich bin dankbar dafür, dass sich viele User hier so offen zu ihrer Sucht geäussert haben, ohne anzuklagen, einfach nur akzeptierend, dass es eben so ist!
Ich bin auch sonst chronisch krank wie du auch, liebe Vamos, damit lebe ich ja auch schon mein halbes Leben ... irgendwann macht dann ein sehr gebeutelter Körper das auch nicht mehr mit ... damit rechne ich ... doch vielleicht habe ich noch ein paar Jahre? Die würde ich so liebend gern ohne Schmerzen und irre Ängste verbringen ...das wünsche ich mir für mich ...und für jeden, der es auch gebrauchen kann.
Ich freue mich sehr, dass du dich in diesem Strang zu Wort gemeldet hast, Vamos, bitte frag immer gern nach, wenn du eine Frage hast, ich antworte gern, wenn ich kann.
Das, was du grad machst, erinnert mich sehr an die Therapie, die ich in den neunziger Jahren gemacht habe, erst speziell auf Sucht ausgerichtet und dann in der "Nachsorge" (so nannte sich das) das volle Therapieprogramm, was an das anklingst, was du grad beschreibst. (Ich habe neulich von meiner Therapiefreundin erfahren, dass wir Suchttherapie nach Dr, Kellermann gemacht haben, Dr, Kellermann selbst kümmerte sich mit Leidenschaft um Spielsüchtige, was 1993 noch nicht als Krankheit anerkannt war? Es gibt ja viele Therapien und Wege, um zufrieden trocken leben zu können... bei Spielsucht sehe ich da so manche Hürde, die ich nicht unbedingt hinter mir lassen könnte/wollte ...ich kniffle gerne und spiele auch gerne Rommé ... doch damit hab ich mich ja nicht ruiniert. Das waren die "geistigen Getränke", die im Suff endeten ...und viel Kummer verursachten ...
Ich wünsche dir und Katta weiterhin viel Erfolg damit und gutes Erkennen für dich/euch selbst ... ich denke, das hört niemals auf, wenn "man" einmal damit angefangen hat ... auf alle Fälle hat es mir nicht geschadet und nach meinem Empfinden schadet es auch keinem anderen.
"Es ist gerade anstrengend für mich. Weil ich erstmal dazu neige alle meine Probleme als unlösbare einzuordnen 🫣 Arbeitest du denn mit dem was du in der verhaltenstherapie gelernt hast an deinen alltäglichen Widrigkeiten?"
Das kenne ich so gut! Im ersten Augenblick wirkt oft alles unlösbar, zu viel, ich fühle mich dann oft gelähmt und völlig überfordert. Und auch, als würde ich völlig paranoid überreagieren. Letztens gab es eine Situation mit meiner Wohnung, mit meinen Vermietern, die hat mich zutiefst verunsichert und ich empfand mich komplett aufgelöst. Wir haben die Situation in kleinen Schritten aufgedröselt, bis ich verstanden habe, dass meine Reaktion eigentlich adäquat war und ich trotzdem noch handlungsfähig. Das war spannend. Mein Misstrauen mir gegenüber ist manchmal noch so tief, ich weiß eigentlich, dass ich meiner Intuition trauen kann, wenn ich aber sehr gestresst bin, falle ich in die alten Muster und werte mich ab. Ich weiß, ehrlich gesagt, gar nicht, ob ich mit dem Gelernten arbeite, wahrscheinlich schon. Ich merke, dass manche Stunden lange nachwirken und teilweise erst nach Tagen eine Erkenntnis hervorbringen. Mir wird öfters bewusst, dass ich mich gerade in einem Muster befinde, das früher mal sinnvoll für mich war. Und kann mich dann fragen, ob das jetzt noch sinnvoll ist. Ich erkenne Reaktionen wieder und kann besser einordnen, warum ich so und so reagiert habe. Und habe mehr Verständnis für mich selbst. Wir haben viele Stunden auch nur mit Trauerarbeit verbracht.
Meine Themen wechseln ständig und es fällt mir schwer, länger an einem Problem Interesse zu haben. Gerade, wenn die Pausen sehr lang sind, ist meistens schon wieder alles ganz anders. War da was...?
Liebe Katta, das liest sich für mich so, wie ich meine Therapie noch in Erinnerung habe ...es arbeitet und wirkt ... und manchmal dauern Erkenntnisse auch länger ...
Weiteres Röntgen war Grund zur Freude, die Lungenentzündung ist im Abmarsch. Ich kann am Montag und Dienstag online an der Schulung teilnehmen und darf, wenn nix wieder schlimmer wird, am 11.12. wieder arbeiten. Ab 20.12 haben wir dann Ferien und ich habe die Hoffnung bis Jahresende wieder "richtig" fit zu sein. Das mit dem Husten könnte solange noch dauern
Kleine Spaziergänge sind erlaubt, insgesamt langsam machen - ach ich bin soooo froh.
Auf dem Röntgenbild wurde allerdings auch ein Bruch sichtbar, da muss ich dann nächstes Jahr mal zur Spiegelung.
Irgendwas ist ja immer - und ich sag immer, mit 66 ist kein Mensch mehr ohne jeden Makel :-)
O Eva, es hört wohl nie auf? Vielleicht wirst du jetzt ganz neu und heil gemacht? Das wünsche ich dir von Herzen.
Schlauch schlucken konnte ich schon früher nicht ...würde ich heute auch nicht mehr wollen ... mit Betäubung wahrscheinlich schon, wenn ich es mit dem Magen hätte ...
Wie schön, daß die Lungenentzündung abhielt, Eva. Da freue ich mich mit.
Mit dem arbeiten an den lösbaren Problemen, da hat mein Programm so eine Art Schema. Erstmal beschreiben was genau das Problem ist. Dann festhalten was mein Ziel ist. Dann alle möglichen Lösungswege zusammen tragen, auch ungewöhnliche, so eine Art von brainstorming Dann diese alle überdenken und den besten Weg auswählen Dann konkrete Schritte für die nächsten Tage planen
Das macht man schriftlich. Geht ja in so einem Programm auch gar nicht anders. Aber es hilft auch wirklich an einem Problem dran zu bleiben wenn man das so aufschreibt.
Ein kleines Gedicht von Christian Morgenstern - aus meiner Kirchenzeitung zur Adventszeit ....
Die drei Spatzen
In einem leeren Haselstrauch, da sitzen drei Spatzen Bauch an Bauch. Der Erich rechts und links der Franz und mittendrin der freche Hans. Sie haben die Augen zu, ganz zu, und obendrüber schneit es, hu! Sie rücken zusammen dicht, ganz dicht. Sie warm wie Hans hat's niemand nicht. Sie hör'n alle drei ihrer Herzlein Gepoch. Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.
Eine schöne Vorweihnachtszeit und einen gesegneten zweiten Advent
Sturmfalke, das ist ein gutes Programm, ziehst du das immer durch? Wenn ich so durch den Wind bin, scheint mir alles andere noch anstrengender zu sein als dieser Zustand, ich komme fast nicht mehr ins Tun.
Zitat von Katta im Beitrag #3094Ich lese den Christian Morgenstern gern, danke, Lyanna!
Eva, das hört sich machbar an. Ich muss gestehen, ich mag diese Propofol Kurznarkosen... Alles Gute!
Ich muss gestehen ...ich auch, obwohl ich erst eine zur Darmspiegelung bekommen habe....hinreissend, gerne mehr!!! Ein erkennbares Zeichen, welche "Zustände" mir am besten gefallen ..passend zu meinem (Sucht)Charakter. Am liebsten Rausnehmen aus dem was ist, nicht denken müssen, alles geschehen lassen, ohne dass ich was mitkriege ... das ist immer noch da, wenn auch latent.
Meine Therapiefreundin lässt all die "Sachen" ohne Kurznarkose machen. Ich habe ihr gesagt, sie weiss gar nicht, was sie verpasst ...hihihihi. Sie ist aber nicht scharf darauf., getreu dem Motto "Was ich nicht kenne, kann ich auch nicht vermissen."
Wie geht es dir denn sonst, Eva, alles wieder im Lot? Keine Schmerzen mehr und Luft kriegst du auch? Ich nehme aber an, dass du dich trotzdem schonen musst, damit du keinen Rückschlag hast ...der wäre dann wohl noch heftiger als das, was du bereits überstanden hast.
Wie schreibt Brischa oft? Bleib oder werde gesund.
ich schicke mal ganz liebe Adventsgrüsse raus an Yesi, Zombi, aiai, syl und alle, die in all den Jahren hier mitgeschrieben haben. Die Namen fallen mir im Moment leider nicht alle ein, in meinem Kopf ist ein Buchstabengewimmel, doch ich krieg es nicht zusammen.
Fühlt euch unvergessen und bedankt dafür, dass ihr hier gegeben habt, was ihr geben konntet und wolltet. Mich hat das sehr unterstützt und getragen auf meinem Weg, im trockenen Leben zu bleiben ...