Sturmfalke, ja, ich bin noch berufstätig, (Mitte 50), habe eine manchmal unter- und dann wieder überfordernde Arbeit. Homeoffice ist da schwer möglich und das ist auch gut. So muss ich raus und unter die Leute. Meistens bin ich so eingespannt, dass die Woche rum ist, und ich nichts fürs Wochenende ausgemacht habe, weil ich abends einfach müde bin und meine Ruhe haben will. Und ab und zu auch mal ausgehe, zum Tanzen, was mir großen Spaß macht.
Schon allein der Gedanke, in Vereine oder feste Gruppen zu gehen, macht mich unruhig.
Eine Selbstständigkeit ist nochmal eine andere Nummer und Grund für Existenzsorgen, ich könnte das nicht mehr und habe größte Hochachtung für Einzelkämpfer, die ein (Laden-)Geschäft führen. Ich hatte als junge Frau neben einer schlecht bezahlten Angestelltenarbeit auch noch freie Jobs. Die zu akquirieren war für mich grauenhaft. Meine jetzige Festanstellung ist nicht wirklich erfüllend, aber relativ sicher.
Ein kleines Piep oder auch längeres Piep für alle, mich gibts noch, auch wenn es mir manchmal lieber wäre, das Elend hätte ein Ende. Am liebsten würde ich nur noch schlafen .... Doch soweit ist es noch nicht. Also durchhalten und weitermachen. Warum sollte das Leben anders mir mir umgehen als mit allen anderen? Ich glaube wirklich, die Parole ist "durchhalten" und niemals die Hoffnung verlieren, dass es doch noch mal besser oder anders wird. Süchteleien verstecken die Lebensprobleme nur für eine Weile, weil sie so leicht udn unangreifbar machen ...alles Illusion.
Mir ging es in meinem Leben oft schon sehr übel ...ich hätte nicht gedacht, dass es noch übler sein könnte ... doch manchmal vermute ich hinter all dem, dass es genug ist, was mein Leben so hergegeben hat ... also vegetiere ich nur noch so dahin, ich empfinde das so. Und das sich andere um mich "kümmern" wollen, empfinde ich sogar als lästig ...wen sie mir etwas aufdrücken wollen, was ich gar nicht kann oder will. Das ist für mich keine "Hilfe"
Allerdings möchte ich mich nicht nur beschweren oder mir leid tun... ne halbe Stunde am Tag Selbstmitleid ist genug!!!
Den Rest verbringe ich damit, die Schmerzen in Schach zu halten, zum Arzt zu laufen (wenn ich kann) oder zu telefonieren, um mitzuteilen, dass ich diese und jene Medikamente nicht nehmen kann wegen Suchtgefahr oder Allergie. Steht auch gross und dick markiert auf den Waschzetteln. Das, was ich ihm vorgeschlagen habe, ich zwar auch nicht so gerne nehmen würde, verschreibt er mir nicht, hat er gesagt. Also was tun?
Mir hat mal ein Arzt gesagt: sie sind nicht süchtig nach Medikamenten oder Alkohol, sie sind süchtig nach Schmerzfreiheit. Darüber habe ich lange nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen: er hat recht! Beides zusammen haben die die körperlichen Schmerzen und das seelische Leid gar nicht so durchkommen lassen ...
Und einige andere, die dasselbe sagten, hatten auch recht. Ich weiss leider nur nicht, was ich jetzt machen soll. Ausser aushalten und innerlich vor Schmerzen schreien, weiss ich nichts.
Das Aussenrum und die Selbstquälerei gehören wahrscheinlich tatsächlich nur zum täglichen Lebensspiel, was eigentlich jeder von uns spielt ... bis es irgendwann mal ausgespielt ist? Also weitermachen, nur nicht mehr so gern und so fröhlich, wie sonst irgendwann mal .
Allerdings bin ich sehr dankbar, dass ich noch schreiben kann, wenn auch nicht mehr so leicht und flockig ... manchmal ist die Zeit, dass es mich ungemein erleichtert, nicht allein mit meinen schrägen Gedanken aushalten zu müssen ... deshalb schreibe ich ...
Mir wird auch gesagt, ich werde noch gebraucht, so ganz kann ich das nicht glauben, die Kinder sind erwachsen und längst entfleucht und leben ihr eigenes Leben. ich befürchte, dass mein Zustand ihnen etwas von ihrer Lebensfreude nimmt ...(klaut) Teilweise sind sie auch klüger und umsichtiger als ich ...woher sie das bloss haben? Da gehöre ich nicht mehr dazu (das ist meine Meinung und Erkenntnis). ich fühle mich fremd in diesem meinem Leben ...weiss aber nicht, wie ich dagegen ankommen kann ...und will ich das überhaupt?
Ich glaube, ich bin am besten bedient, wenn ich alles so annehme, wie es jetzt ist! DAS ist eben jetzt mein Leben ...und mein Leben ist mein "Irrenhaus" ...ich denke, jeder hat eins .... und wenn ich das vergesse, dann holen mich mit Sicherheit irgendwelche Schuldgefühle oder Scham ein ...isso. Wer das nicht hat oder sich damit rumschlägt, der kann sich freuen, der weiss aber auch nicht, wovon ich rede ....
Einen schönen Tag wünsche ich euch allen und vorab schöne Träume für jeden von uns ... ich habe auch genug von den Albträumen, die mich ziemlich oft an den Rand des "aufgebens" bringen ...vor allem, wenn ich sie nicht vergesse.
....mir wird auch gesagt, ich werde noch gebraucht, so ganz kann ich das nicht glauben....
Liebe Lyanna,
du wirst gebraucht ... schon deine Präsenz in diesem und dem früheren Forum ist ein Beweis dafür, wieviele Menschen hast du mit Deiner Kraft und Umsicht inspiriert und aufgefangen.
Es ist schwer und es ist so natürlich, dass du deinen jetzigen Zustand nicht magst, keiner möchte leiden und SChweres zu akzeptieren - ja Schreiben tut sich das leicht, aber es sit herausfordernd es zu leben. Lese gerade das Buch von Desmond Tuti und Dalai Lama - wieviel mussten die beiden durchstehen - Tuti auch mit Krankheit etc, Ich schicke Dir einfach ganz viel Liebe auf diesem Wege. Für mich bist du wichtig - deine Lebensweisheit, dein Humor und deine Zuversicht... Ich bin dankbar, dass es Dich gibt!!! Deine ai
Tut mir leid das es dir nicht gut geht liebe Lyanna. Dauerhaft Schmerzen zu haben muss schrecklich sein. Schmerzen im Allgemeinen sind schrecklich. Manchmal hilfreich, um das Gesunde wieder schätzen zu lernen. Aber ich fürchte es wird dir nicht wirklich aus ärztlicher Sicht geholfen werden können. Ich kann mich auch schwer rein denken, kenne zwei Schmerzpatienten, beide hochgradig depressiv. Wie soll auch ein gesunder Geist und einem angeschlagenen Körper gedeihen? Alles hängt mit allem zusammen.
Ich übe mich gerade in Achtsamkeit. Das tut mir gut, damit meine Gedankenwelt nicht zu sehr abdriftet und sein Theater spielt. Meine Sucht gehört zu mir, hat aber gerade nicht die Kontrolle und ich hoffe das wird nie wieder so sein.
Ihr seid alle soooo lieb, danke euch. Mir ist bewusst, dass jeder sein Kreuz zu tragen hat, jeder muss sehen, ob und wie er seines tragen oder auch ablegen kann.
Bei mir ist es immer noch so, dass ich mir meine Sachen selbst laut erzählen muss, das mache ich am liebsten nachts auf Terese ... dann sieht und hört mich keiner und ich selbst sehe auch nicht, wie ich rot werde, ich fühle das nur ...aber ... die Gewichtigkeit der Dinge, die Schuldgefühle und die Scham verändern sich.
Beides ist nicht weg, doch dieses Kreuz zu tragen wird leichter ...ich rede auch mit den Schmerzen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich bei meinen Schuld - und Schamgefühlen die heutigen Massstäbe anlege, die es vor 50 Jahren nicht mal ansatzweise so gegeben hat. In der letzten Zeit dachte ich, die Schmerzen hören nicht zu ...seit zwei Tagen kann ich es wenigstens aushalten, sie kommen wellenmässig, allerdings hoffe ich, dass sie sich in den nächsten Tagen noch mehr zurückziehen. Wenn die Hoffnung nicht wäre ...
Ich möchte euch was Wichtiges sagen: ihr habt es fabelhaft selbst hingekriegt, die Sache mit dem Trockenwerden ist nicht so schwer, finde ich, aber das Trockenbleiben liegt in den Händen jedes einzelnen ...da hab ich wohl keine Aktien drin. Ich bin irre stolz auf alle, die sich auf den Weg gemacht haben und nun schon lang und länger ohne Alkohol leben können.
Die, denen es zu schwer, anstrengend oder schlichtweg zuviel war, haben sich aber mal für eine zeitlang auf den Weg gemacht, das fand ich auch toll. Da macht es vielleicht erst in ein paar Jahren Klick oder auch gar nicht.
Ich kann nur (uns) allen beste Gesundheit wünschen und wünschen, dass das Leben für Jeden so verläuft, wie er sich das vorgestellt hat, auch wenn jeder weiss: irgendwas ist immer.
Ich bin froh, dass ich wenigstens keinen Alkohol brauche, weil ich einfach nicht normal trinken kann. Warum es fast immer bis zum Augenstillstand gehen musste? Vielleicht hab ich gedacht, dass ich sonst was verpasse?
Wenn es nicht so traurig gewesen wäre, würde ich jetzt lachen. Meine Sucht gehört zu mir, da stimme ich dir zu, liebe Namastine, die lässt sich nicht unter den Tisch kehren, doch ich überlasse ihr keineswegs mehr die Kontrolle über mein Leben.
Wie das nun mit den Tabletten wird? Davon bin ich abhängig, wenn ich die starken Schmerzen nicht aushalten kann, aber ist das noch so wichtig? Ich hab viele jahre auf dem Buckel mit allem drum und dran, irgendwie kaputt bin ich auch, ich geb mir keine Mühe mehr, das zu reparieren. Da wird nur probiert und ausgetestet und am Ende kommt das bei raus, was sowieso schon feststeht ... nein, das will ich nicht.
Wer weiss schon, was noch so kommt? Vielleicht muss ich meine Gedanken dann in eine ganz andere Richtung wandern lassen. Jetzt möchte ich gerne die Sonnentage noch geniessen und was kommt, kommt sowieso. Mensch hat nur eine gewisse Kontrolle über sich selbst, finde ich ...anderes haut den Menschen wieder total um, aber bitte nie mehr so, dass Alkohol der letzte Ausweg ist ...
Liebe 💕 Lyanna, "das wünsche ich mir ..." hast du geschrieben. Ich wünsche dir das auch.
Weiterhin schaue ich nur kurz hier vorbei. Leider verinnt meine Zeit so schnell. Irgendwie ist immer was los oder ich habe zu nichts Lust oder bin einfach durch meine Schmerzen ausgebremst. Aber alles noch im grünen Bereich. Glaube ich zumindest. Ich denke an Dich und Euch. Ich freue mich schon auf den Tag, an dem ich hier öfters unterwegs sein kann. 😁
Hallo zusammen es ist wieder mal Zeit für einen kleinen Piep von mir.
Zitat von lyanna im Beitrag #3007 Ich möchte euch was Wichtiges sagen: ihr habt es fabelhaft selbst hingekriegt, die Sache mit dem Trockenwerden ist nicht so schwer, finde ich, aber das Trockenbleiben liegt in den Händen jedes einzelnen ...da hab ich wohl keine Aktien drin ...
Also ganz ehrlich - ich bin auch stolz auf mich selbst. Diese Alkoholhürde war bis jetzt die größte, die ich zu überwinden hatte. Noch nie in meinem Leben war ich so ohne jede Hoffnung und Kraft wie an jenem Tiefpunkt. Mehr als zehn Jahre sind seitdem vergangen und immer wieder gab es Situationen, bei denen ich dachte - ohooo jetzt musst du aber aufpassen. Und ich hoffe, dabei bleibt es. Was allerdings passieren würde - müsste ich einen Schicksalsschlag überstehen, von dem ich glaube, ich könnte nie wieder davon genesen ... einen Lieblingsmenschen verlieren (@lyanna und @Zombi2016 und an alle, die Schlimmes verdauen müssen), darüber will ich gar nicht nachdenken. Ich kann mich nur immer wieder daran erinnern, wie sich dieser schlimme Drang anfühlt, um einigermaßen gewappnet zu sein.
ZitatIch übe mich gerade in Achtsamkeit. Das tut mir gut, damit meine Gedankenwelt nicht zu sehr abdriftet und sein Theater spielt. Meine Sucht gehört zu mir, hat aber gerade nicht die Kontrolle und ich hoffe das wird nie wieder so sein.
Daran arbeite ich auch - und ich habe den Eindruck, als bliebe mir diese Arbeit bis an mein Lebensende erhalten. Meine Gedanken sind noch immer sehr marschierfreudig - zudem haben sie die Eigenschaft immer wieder zu zersplittern und mich auf neue Wege zu führen. Aber es wird besser; und manchmal stellt sich das auch als gute Fähigkeit heraus - beim Geschichten schreiben zum Beispiel.
Hier schick ich mal ein fett gutes Karma ; mögen Schmerzen und Leid Linderung finden. Ich stelle mir das unglaublich zehrend vor.
Meine Ängste sind in letzter Zeit immer schlimmer geworden und ich konnte immer weniger schlafen. Dienstag war ich am Ende. Dann eine weitere schlaflose Nacht. Gestern war ich beim Arzt weil ich wirklich null mehr weiter wusste. Schwere depressive Episode sagt er. Ich habe Mirtazapin bekommen. 15mg soll ich erst mal nehmen. Sonst weiß ich noch nicht wie es weitergeht.
Das tut mir leid das zu lesen. Akute Ängste bzw Ängste im allgemeinen kenne ich nur zu gut. Das Medikament wird dir helfen wieder schlafen zu können. Mit Schlaf sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Und eine antidepressive Wirkung wird es auch entfalten. Bis dahin kann es manchmal dauern, aber es ist toll, dass du dir Hilfe geholt hast. Vielleicht helfen dir Atemübungen, oder Meditationen? Das hat mir manchmal in schlimmen Phasen gut geholfen und Bewegung oder Sport! Alles Liebe
Sturmfalke, da hat Namastine total recht, mit dem Mirtazapin wirst du schlafen können.
Sind deine Ängste konkret oder allgemein? Zwischen 2018 und 2022 hatte ich unspezifische Ängste, das war furchtbar und ich konnte kaum schlafen, das eine hat das andere verstärkt. Inzwischen habe ich nur noch ganz selten einen Anflug. Was ich damit sagen will, es wird wieder besser, auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt.
Sind es diffuse Ängste ..Ängste vor irgenetwas ...oder haben die Ängste einen Bezug zu irgendetwas, Sturmi?
Es tut mir sehr leid, dass auch du davon betroffen bist, zum Glück hast du die Reissleine gezogen und dich an deinen Arzt gewandt. Ich denke, der wird dir helfen oder dich weiterleiten. Die tabletten werden dich unterstützen. Beobachte dich ein bisschen, ob udn wie es dir damit geht!
Als ich damit zu tun hatte, bin ich wieder zur Therapie gegangen. Ich hatte das Glück, auch schnell eine Therapeutin zu bekommen, die mit mir gearbeitet hat ...so gut wie es ging. Tabletten habe ich auch bekommen, doch ich wollte keine nehmen, wenn es möglich gewesen wäre wegen meiner Suchtvergangenheit. Es blieb mir aber nichts anderes übrig, als sie doch zu nehmen, sonst wäre ich wohl auf keinen grünen Zweig gekommen ... also nahm ich zusätzlich Citalopram. Die nehme ich heute noch ...damit gehts einigermassen. Therapie musste ich aufhören, da meine körperlichen Beschwerden mich nicht mehr zur Therapie fahren liessen.
Alles Gute für dich und nutze die Möglichkeiten, die sich dir bieten oder die dir vorgeschlagen werden. Angstperioden sind schrecklich, finde ich.
Wahrscheinlich waren die auch früher schon da bei mir, doch durch meine verschiedenen Süchte waren die Ängste meist schön gedeckelt. Auf alle Fälle weiss ich immer mehr, warum ich getrunken und Psychpharmaka genommen habe, ganz abgesehen von Schmerzmittel...
Das Leben ohne die gewohnten "Weichzeichner" ist für mich viel schwieriger, als ich es mir vorgestellt habe.
Der Spruch: Schwierigkeiten sind da, um überwunden zu werden", stimmt auch nur peripher, finde ich.
Warum geht nicht mal alles glatt und schwerelos über die Bühne und bitte auch mal für länger?
Das wünsche ich allen und alles Gute für dich, Sturmi.
Mit dem mirtazapin habe ich tatsächlich geschlafen. Und ich konnte auch wieder etwas essen. Es ist jetzt nicht mehr ganz so unerträglich wie es mir geht. Die innere Unruhe und die Angst sind nicht weg aber ich kann was machen. Wie Atemübungen oder Bewegung. Daran war Dienstag und Mittwoch gar nicht mehr zu denken. Ich war ein richtiges häuflein Elend. Mir Bewegung, rausgehen und Yoga usw habe ich mich über die letzten Monate über Wasser halten können. Aber trotzdem kam jetzt dieser Absturz.
Meine Ängste sind denke ich eher konkret. Davor es nicht mehr zu schaffen. Die Anforderungen die die selbstständige Arbeit mit sich bringt und die mir im Moment so erscheinen als ob ich das nicht mehr bewältige. Auch vor dem alt werden, vor kommenden Verlusten und dem eigenen Tod. Dazu der Gedanke wozu? Diese ganze plagerei scheint mir so sinnlos. IUnd ich habe an nichts mehr Freude. Arbeite nur noch Listen ab. Da müssen wir zu einer Feier, da ins Theater, Urlaub ist sogar sehr anstrengend.
Danke für eure Antworten und Fragen und das ihr da seid. Ich hab niemanden sonst zum darüber reden. Meinen Mann natürlich, der ist für mich da. Aber er hatte so etwas noch nicht.
Was mach ich denn jetzt? Die Tabletten nehmen und? Therapeuten suchen kann lange dauern, mein Arzt rechnet mit ca 1 Jahr in unserer Region. Das ist so lange. Ein online Programm hab ich gefunden von hello better. Ai, was hältst du als fachfrau davon? Mittags spazieren gehen, yoga und Krafttraining hab ich eh auf dem Zettel. Meditation namastine? Was würdest du denn für eine empfehlen. Wild schütteln tut mir glaub ich grade gut, vor allem morgens, da sind die Ängste schlimmer.
Was mach ich denn jetzt? Die Tabletten nehmen und? Therapeuten suchen kann lange dauern, mein Arzt rechnet mit ca 1 Jahr in unserer Region. Das ist so lange.
Eine Möglichkeit wäre noch nach jemanden zu suchen der/die Online-Termine anbietet, dann wärst Du nicht an Deine Region gebunden. Und falls es Dir finanziell möglich ist - als Selbstzahler findest Du schneller einen Platz.
Alles Gute!
Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert.
Ihr Lieben alle, liebe Lyanna, liebe Sturmi, ich melde mich auch mal wieder, heute aus dem sonnigen Norden, endlich mal wieder. Ich kenne diese Herbst-Depressionsanwandlungen auch. War vor kurzem erst wieder kurz davor, im Selbstmitleid, in Zweifeln und Einsamkeit zu versinken, als ich die Nachricht bekam, dass einer meiner wichtigsten Auftraggeber ab 2025 aus Kostengründen die Zusammenarbeit mit mir einstellt. Nackte Panik hat mich ergriffen, bin wegen meiner Mini-Rente wirklich dringend darauf angewiesen zu arbeiten und mit so viel weniger Geld ab nächstem Jahr, schliddere ich direkt hinein in die Altersarmut. Was tun? Keine Ahnung...Akquise betreiben, ich will mit fast 70 eigentlich nicht mehr Klinkenputzen. Geht eine Tür zu, öffnet sich eine andere? Daran hatte ich bis gestern null Gedanken verschwendet, kommt ja sowieso nicht vor in meinem Leben. Aaaber, gestern öffnete sich tatsächlich eine neue Tür. Ich stehe noch etwas ratlos davor, weil kompliziert, aber machbar, hindurchgehen werde ich. Denn ich werde gebraucht, wieder einmal. Ein wichtiges Gefühl, gerade im Alter. Tja, die Sache mit dem Alter, dem körperlichen Verfall, der zeitlichen Begrenzung meines Lebens, was, wenn ich nicht mehr alleine leben kann, treibt mich auch sehr um. Aber ich bin wirklich zu dem Entschluss gekommen, es einfach so anzunehmen, wie es nun mal ist. Ich kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen, schaue ab und zu zurück auf mein Leben und denke, es ist und war ok. mit allen Höhen und Tiefen, die dazugehören. Dazu gehört auch mein jahrelanger Alkoholkonsum, der seit fast 2 Jahren Geschichte ist. Als letztens die Nachricht kam von der "Kündigung" stand ich tatsächlich vor meiner Flasche Wein, die als Mahnung in meiner Küche ganz hinten in der Ecke steht: Öffne ich dich jetzt? Ganz klar nein!!! Denn das würde es nicht besser machen, im Gegentum. Die paar schlaflosen Nächte wegen der Zukunftsängste nahm in ebenso in Kauf wie alle schlechten Gefühle. Wird schon irgendwie weitergehen, ja, wird es. Hoffentlich noch ganz lange, oder doch lieber kürzer, damit das Elend ein Ende hat? Weg, weg mit diesen Gedanken, die mich keinen Schritt weiterbringen. Annehmen, Zauberwort, ich bemühe mich und es gelingt mir, zumindest zeitweise. Ich kann von Glück sagen, dass ich keine Schmerzen habe, außer den seelischen ab und an. Liebe Lyanna, ich kann mir vorstellen, wie sehr dich das quält. Dem Leben etwas Schönes abgewinnen, trotz dem Leiden, das ist die große Herausforderung, vor der wir alternden Menschen stehen. Ich wünsche dir ganz viel Kraft dafür und Unterstützung da, wo du sie brauchst und bekommen kannst. Liebe Sturmi, ich habe auch jahrelang Mirtazapin genommen, eigentlich nur zum Schlafen. Das hat gut geholfen. Mittlerweile bin ich frei davon, schlafe mit Melatonin Bonbon. Plazebo, keine Ahnung, es hilft jedenfalls. Und darüber bin ich heilfroh, denn nichts ist schlimmer, als nicht schlafen zu können.
Also dann wünsch ich uns Kraft, wie jedes Jahr, die dunkle Jahreszeit zu überstehen. Ich bin ja für die Einführung von Winterschlaf, von November bis Ende Januar :-) Sonnige Grüße, so kann es meinetwegen bleiben, bis die ersten Knospen wieder austreiben. Die Hoffnung, dass dies mit Sicherheit passiert im nächsten Frühling, lässt mich durchhalten. Alles Liebe!
Schön, dass es aufwärts geht! Ich verstehe total was dich bedrückt und dass sich die Angsstörung oder Depression nun so zeigt.
Kennst du die OSHO Meditation? Die ist sehr dynamisch und es gibt auch ein paar Videos dazu auf YouTube. Ansonsten versuche ich es mit Achtsamkeit in meinem Alltag und manchmal im sitzen zu meditieren.
Vielleicht hast du Glück und findest eher einen Therapieplatz. Am besten von deiner Krankenkasse eine Liste von Psychologen, bzw Psychotherapeuten geben lassen und überall anrufen und auf Warteliste setzen lassen. Hello Better habe ich Anfang des Jahres gemacht und es hat mir soweit geholfen, die Angst in ihrer Entstehung zu verstehen. Einige Übungen habe ich gemacht, oder machen müssen und ich war etwas abgelenkt. Aber so eine reale Therapie ist sicherlich hilfreicher. Vielleicht kann dir dein Arzt Hello Better verschreiben und du probierst es einfach mal aus. Ich hatte damals nach jedem Strohhalm gegriffen und war froh aus der akuten Phase wieder raus zu kommen.
Wie sieht es mit Aufgabe deiner Selbstständigkeit aus? Ist das eine Option in ein Angestelltenverhältnis zu wechseln?
gestern Abend habe ich alle Beiträge der letzten zwei Wochen gelesen und es hat mich sehr berührt. Es tut mir leid wegen der Depressionen und schweren Stunden. Aber ich bin auch dankbar, dass ihr hier davon geschrieben habt. Jetzt zum Winteranfang geht es mir auch wieder schlechter und ich war froh, hier die Gefühle aufgeschrieben zu sehen, die ich auch habe. Danke auch dir, Aloe, für deinen schönen Post.
Lyanna, ich hoffe sehr, dass es dir bald besser geht, vor allem du weniger Schmerzen hast. Wann hast du den Termin bei der Ärztin? Der sollte doch hilfreich sein. Gestern habe ich auch an dich gedacht. An deinen Spruch: "Irgendetwas ist immer". Leider ist der meistens wahr. Aber immerhin hat er mir gestern wieder geholfen, ein paar Ärgernisse hinzunehmen. Wenn es mich auch sehr ermüdet. Aber deine Schmerzen sind eine Ärgernisse. Sondern ich denke oder hoffe, dagegen muss man etwas tun können.
Sturmi, gut, dass du in ärztlicher Behandlung bist. Und dass es dir schon etwas besser geht, und du auch ansonsten etwas für dich tun kannst, hört sich auch positiv an. Ich kann mir vorstellen, wie schlimm du dich gefühlt haben musst. Ich habe auch ein Online-Programm gemacht. Eines zum Thema Depressionen, eines zum Thema Ängste (Novego) Für mich war es zusätzlich und ich fand es gut. Weil man sich damit zuhause beschäftigen kann, wann man möchte und es von traurigen Gedanken ablenkt. Sehr gut fand ich, dass man bei diesem Programm 1x pro Woche einem Therapeuthenteam schreiben konnte. Mit den Antworten konnte ich durchaus etwas anfangen. Diese Programme von Novego habe ich auch auf Rezept bekommen. Ob an deiner Selbstständigkeit etwas zu verändern ist, wollte ich auch fragen (wie Namastine). Aber vielleicht musst du das ja erst mal therapeutisch herausfinden. Alles Liebe und viel Kraft für dich!
Gegen meine Traurigkeit bei Dunkelheit, auch besonders am Morgen, helfen mir zur Zeit am besten mehrere kleine Lichter. Auch mal farbiges Licht. Zum Glück gibt es ja jetzt vieles mit LED. Und ich habe eine kleine Lampe, bei der ich die Farbe einstellen kann. Hatte eine Freundin für mich vor Jahren im Internet bestellt. Lichttherapie (das ganz helle) mag ich nicht. Ich bin zu lichtempfindlich.
Aloe, ich freue mich für dich, daß du nun schon 2 Jahre ohne Alkohol lebst, freue mich auch sehr über dein post hier. Ich verstehe momentan nicht, warum mich meine Zuversicht verlassen hat und mich die Angst so sehr in den Griff bekam. Jahrelang hast du mirtazapin genommen? Uuiiuuii
Die Selbständigkeit aufzugeben habe ich momentan nicht vor. Ich bin Ende 50. Alles ist auf die Selbständigkeit eingerichtet. Private Rentenversicherung und Krankenversicherung, das Haus in dem mein Laden ist gekauft, natürlich noch nicht abbezahlt usw.
Namastine, ach du hast schon hello better gemacht, vielen Dank das du das erzählst. Ich glaube ich werde auch nach diesem Strohhalm greifen. Die dynamische Meditation nach osho, genau. Hab jetzt zweimal morgens sowas gemacht auf yogaeasy von Irina und valentin Alex gefunden. Stille kann ich grad schlecht ertragen. Gestern hab ich mir frei genommen, im Garten einen Baum geschnitten, war beim Krafttraining und spät nachmittag noch im Hallenbad. Heute in der kühlen Herbstsonne radfahren.
Alina, auch dir herzlichen Dank für den Tipp mit novego. Ist das bei hello better auch so, daß man schriftlich mit einem Psychologen in Kontakt ist?
Liebe Sturmi, ja, die Ängste in der Selbständigkeit sind immer da, mal mehr, mal weniger. Ich bin jetzt seit 15 Jahren selbständig, mit ständigem Auf und Ab. Gerade auch während der Corona Zeit. Meine Tochter hat auch einen Laden und kämpft an vielen Fronten. Allein die Ladenmiete ist unglaublich, da bin ich froh, im Homeoffice arbeiten zu können. Nun steht aber das Weihnachtsgeschäft vor der Tür. Ich denke, du kannst zuversichtlich sein, oder? Die Ängste werden sanfter, kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Es wird weitergehen, und das willst du ja auch, genau wie ich. Ich wünsche dir viel Kraft dafür.
Liebe Sturmfalke, Stille konnte ich lange nicht aushalten, als mein Lebensgefährte gestorben war.
Während seiner Krankheit, als die unspezifischen Ängste immer stärker wurden und ich nicht schlafen konnte, haben mich Schlafmeditationen auf YouTube einigermaßen ruhen lassen.
Ich bekam dann Opipramol, ein angstlösendes Antidepressivum, das auch schlafanstoßend wirkt (Mirtazapin ist in der Beziehung viel stärker, finde ich). Das habe ich für ca. anderthalb Jahre regelmäßig und dann nach Bedarf genommen. Und als ich dann alleine war, habe ich einen Podcast nach dem anderen laufen lassen. Einer, der mich am meisten beruhigt (immer noch), ist "Geschichten aus der Geschichte". Und komischerweise True Crime Podcasts.
Musik konnte ich eine ganze Weile nicht hören, Stimmen waren mir lieber. Inzwischen höre ich wieder sehr gerne alles mögliche an Musik.
Liebe Sturmfalke, jede/r reagiert vermutlich bei einer Erschöpfungsdepression anders. Ich konnte damals nur noch langsam spazieren gehen und war mit allen anderen Unternehmungen und Entscheidungen völlig überfordert. Der Arzt hat damals vorsichtig gefragt, ob ein Klinikaufenthalt für mich vorstellbar wäre. Der Gedanke, dass ich dann einen Koffer packen müsste, war ganz schlimm für mich. Das hätte mich überfordert. Bis heute kann ich nicht meditieren oder Entspannungsübungen machen. Musik hören geht auch nur ganz selten. Ich habe etliche verschiedene Medikamente ausprobiert. Opipramol hat mich z.B. noch angespannter gemacht. Ein einziges hatte gut gewirkt. Da haben die Blutwerte schon nach kurzer Zeit negativ reagiert. Derzeit nehme ich Escitalopram in Tropfenform und bin aber noch am Einschleichen. Es kann Schlafstörungen verursachen. Ich schlafe jedoch besser damit. Die Mittelchen wirken sehr individuell. Wäre ein Klinikaufenthalt etwas für dich? Aber das ist mit der Selbstständigkeit vermutlich nicht so einfach. Ich wünsche dir gute Besserung und ganz viele Grüße an alle P.S: Ich schaue mir am liebsten Dokumentationen über alles Mögliche auf youtube an. Vicky
und ganz liebe Grüsse an alle, die hier geschrieben haben, ich freue mich sehr darüber.
Ansonsten bin ich weiterhin sehr stark eingeschränkt mit meinen kaputten Beinen und Füssen, ich komme ich keinen Schuh, nur unter allergrössten Schmerzen. Also laufe ich in Stoffschühchen und Puschelhausschuhen rum, wenn ich denn rumlaufe. Aber auch im Sitzen brauche ich was Warmes. Wäre es wärmer, würde ich nur in kurzen Hosen hier sitzen, weil jeder Stoff an den Beinen schmerzt ... ich geb die Hoffmung nicht auf ...irgendwann wird es schon erträglich werden. Vielleicht mit den passenden Tabletten?
Wie war das sonst noch? Unkraut vergeht nicht, obwohl ...