In eigene Bücher hineinkritzeln oder gar mit dem Textmarker hantieren ist ja ok. Leider gab es viele Leute, die das auch mit Büchern machten, die ihnen nicht gehörten (Schul- und Uni-Bibliothek).
Och, ich fand das verschiedene Male ziemlich nützlich…
Aber generell - ich befürworte das definitiv nicht.
Und habe eine ganz dezidierte Meinung zu Menschen, die geliehene Bücher nicht gut behandeln… Kaffespritzer, Eselsohren, gebrochener oder platzgedatschter (Taschenbücher…) Rücken…
Ich habe FreundInnen, denen leihe ich Bücher. Und welche, die nichts von mir bekommen, außer, ich will es loswerden!
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Ich habe nie in Bücher geschrieben. Als Kind mal reingekritzelt, und dann ein sehr schlechtes Gewissen gehabt ...
Im letzten Jahrtausend haben mich meine Eltern jedesmal, wenn ich ein Buch bekam, angewiesen: "Schreib aber gleich deinen Namen rein!" Das war so eines ihrer Schreckensszenarien, man könnte das Buch verleihen und nicht mehr zurückkriegen. Als mahnendes Beispiel wurde dann, so meine ich mich zu erinnern, meine Oma aufgeführt, die wohl etlicher Bücher verlustig ging, weil sie eben das nicht getan hatte. Damals hatten Bücher eine andere Wertigkeit als heute, im Zeitalter der öffentlichen Bücherschränke.
Ich habe so viele Bücher "von früher", in denen unsere Namen stehen - auch die Schullektüre meiner verstorbenen Schwester ... die gebe ich nicht weg!
Genau: zu meiner Bücher-Nostalgie gehören ganz prägend auch die Bücher, die sie las: "Frankie" von Carson McCullers, der Fänger im Roggen, Das Brot der frühen Jahre und das Irische Tagebuch von Heinrich Böll ...
Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an. (Marc Aurel)
Zitat von Ranunkel im Beitrag #579Ich habe auch die Schul-Lektüren alle sehr gerne gelesen. […] Sehr viel von Brecht Die Verwandlung […] viele Gedichte […]
Brecht: Der gute Mensch von Sezuan hat mich sehr beeindruckt, aber auch viele seiner Gedichte, z.B. Vom Schwimmen in Seen und Flüssen.
Die Verwandlung war jahrelang MEIN Seelentröster, wenn ich mich als junge Erwachsene fremd und unverstanden fühlte.
Lyrik liebe ich bis heute. Aus Platzgründen habe ich viele meiner Bücher verschenkt und entsorgt. Aber fast alle Lyrikbände stehen noch im Regal - ich liebe es, ab und an darin zu stöbern.
Weitere Schullektüren, die ich gut fand: Sansibar oder der letzte Grund von Alfred Andersch Animal Farm von George Orwell
"Sansibar" haben wir auch gelesen, damals hat mich das Buch aber eher genervt als dass ich es mochte. Ich besitze es aber noch und wollte es irgendwann noch mal lesen, um zu sehen, wie es mir nun als Erwachsene gefällt.
Zitat von Iceman im Beitrag #626Leider gab es viele Leute, die das auch mit Büchern machten, die ihnen nicht gehörten (Schul- und Uni-Bibliothek).
In unserer Stadtbibliothek gab es jemanden, der oder die bestimmte Prominente nicht leiden konnte (Lady Di und Jackie Kennedy unter anderem) und Bücher, in denen sie erwähnt wurden, mit gehässigen Kommentaren versah
Nora, ich verleihe Bücher auch nur an Menschen, von denen ich weiß, dass sie meine Schätze pfleglich behandeln. Das habe ich auch aus leidvoller Erfahrung gelernt :(
This is a broken world and we live with broken hearts and broken lives but still that is no alibi. (Leonard Cohen)
I would love to live like a river flows,carried by the surprise of its own unfolding. (John O'Donoghue)
Moderatorin in Kultur und Unterhaltung | Mode und Kosmetik | Andere Sprachen - anderes Leben | Photographie | Hobbies aller Art
Was ich an den Schullektüren komplett verabscheute - diese „traurigen, verzweifelten, fatalen Szenarien“ (Hier: der Pfarrer) Warum nicht mal etwas positives, schönes?
Insbesondere, da es ja eigentlich positiv losging mit den „Kleidern“.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zum Thema Bücher verleihen/ handschriftliche Notizen in Büchern: Handschriftliche Notizen habe ich früher des öfteren in meinen Büchern gemacht. Das letzte Mal in einem Buch das ich ausnahmsweise vertrauensselig verliehen und nicht wiederbekommen habe. Der Kontakt zu der Person besteht nicht mehr. Und so ist das Buch für mich auf der Verlustliste. Dumm gelaufen: trau, schau wem.🙃🤨
habe versucht, geduldiger zu werden, hab aber damit aufgehört. ging mir einfach nicht schnell genug.
An den Jungen, der mir im Kindergarten einen Heiratsantrag gemacht hat: Ich wäre jetzt soweit
Mir hat man als Kind beigebracht, Bücher pfleglich zu behandeln also auch nicht reinschreiben. Allenfalls lal ganz vorsichtig mit Bleistift. Heute arbeite ich mit Klebezetteln.
Zitat von Nora im Beitrag #634Frau kann sich zwar das Buch wieder besorgen. Aber es nicht DAS Buch!
Das stimmt. Es gibt hier auch so ein paar Exemplare, die mehr sind als ihr bloßer Inhalt. Etwa die schon total zerlesene "Unendliche Geschichte", die ich mit 10 geschenkt bekam und die das erste Buch war, bei dem ich weinen musste. Oder "Anne in Avonlea", Geschenk meiner sehr geliebten und leider schon lange nicht mehr unter uns weilenden Patentante. Oder auch Erbstücke aus der Familie.
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Vor einiger Zeit habe ich zwei verliehene Bücher nach über 15 Jahren, inklusive mehrerer Jahre ohne Kontakt mit der Ausleiherin, wiederbekommen. Allerdings waren das Lehrbücher, also etwas, das man länger in Gebrauch hat als einen Krimi oder so...
"das Buch", ja. Ich habe eine uralte, zerlesene Ausgabe von "Ferien auf Saltkrokan", die ich bekam, als ich mal im Krankenhaus lag - lose Seiten, abgenoddelter Umschlag, Eselsohren, Flecken, über die ich gar nicht nachdenken will... Irgendwann beschloss ich, es zu ersetzen. Das neue Buch war nicht nur, wie ich feststellte, eine überarbeitete Übersetzung, bei der ich über jedes geänderte Wort stolperte, sondern fühlte sich auch so steif und neu und falsch an, dass jetzt zwei Ausgaben im Regal stehen.
Nach langer Suche ist es mir geglückt, antiquarisch ein Buch aus meiner Jugend wiederzufinden: "Hundertundacht Glocken" von Jane Flory. Es erzählt vom Alltag eines Mädchens in Japan. 🇯🇵 Ich hatte es damals sehr gerne gelesen und es war mir irgendwie verlorengegangen. Nun habe ich es wiedergefunden! ⛩️
Oh stimmt, "Ferien auf Saltkrokan" gehört auch dazu, mitsamt seinem verknitterten Schutzumschlag. Und natürlich nur die Übersetzung von "damals". Ich mag die allermeisten Neuübersetzungen nicht, weil ihnen oft der Charme der alten fehlt.
Ich fremdele auch nach wie vor mit der neuen Bibelübersetzungen, die seit ein paar Jahren in Gottesdiensten verwendet wird. Der fehlt definitiv an vielen Stellen die Poesie und der Wohlklang der alten.
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"Die schwarze Spinne" "Romeo und Julia auf dem Dorfe" "Maria Stuart"* "Der kaukasische Kreidekreis" "Faust I" "Animal Farm" "Die Erlebnisse des Arthur Gordon Pym" "1984" "Lord of the Flies" "Die Pest"
* Die Schönheit von Schillers Versen ist mir erst viel später aufgegangen - zu Lesezeiten war der Faust für mich der Star - aber soo schöne Zitate, so schön einsetzbar im täglichen Leben! "Der Lord lässt sich entschuldigen, er ist zu Schiff nach Frankreich" - "Franz heißt die Kanaille!" ... und ich hab sie nie genutzt!
„Mir graut vor diesem tintenklecksenden Säkulum“
„So sei mir gewähret die Bitte, in Eurem Bunde der Dritte“
Ansonsten habe ich wohl auch einiges an Schulliteratur vergessen - Lord of the flies fiel mir auch erst durch Eure Erwähnung wieder ein. Erinnert Ihr Euch noch an den „Ghost of Canterburry“ als erste Englisch-Lektüre?
"Tell me, what it is you plan to do with your one wild and precious life?" - Mary Oliver
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Zitat von Marie-Madeleine im Beitrag #640Oh stimmt, "Ferien auf Saltkrokan" gehört auch dazu, mitsamt seinem verknitterten Schutzumschlag.
Das hat jetzt nix mit dem Buch zu tun. Ich habe beim Blick in die Fernsehzeitung gestern gesehen, dass das im TV läuft. Ich habe dann eingeschaltet und festgestellt, dass es eine Neuverfilmung war.. da habe ich nach zwei Minuten wieder abgeschaltet.
Toller Strang, da ploppen sooo viele Erinnerungen auf!
Zum Thema Schullektüre: In unserem Deutsch-Leistungskurs musste jede/r von uns ein Referat über ein Werk der Weltliteratur halten. Der Lehrer gab uns eine Liste, und wir konnten uns was davon aussuchen. Meine Wahl fiel auf das Stück “Nora oder Ein Puppenheim” von Henrik Ibsen. Ich war schon damals Feministin und fand es erstaunlich, dass ein männlicher Autor bereits 1879 beschrieb, wie eine Frau aus ihrer von der Gesellschaft vorgegebenen Rolle ausbricht.
Zitat von Orangegrüne im Beitrag #625Kennt jemand noch die Zeitschrift Yasmin (ca. 1968/69/70).
Klar, "Jasmin - die Zeitschrift für das Leben zu Zweit." An die Kinderseite erinnere ich mich nicht, aber die hatten eine gute Anleitung, wie frau einen Duschkopf sonst noch nutzen kann..
Ich liebte als junges Mädchen das Buch: "Der sanfte Falke". Dort wurde das Leben der jungen Maria Stuart erzählt. Außerdem: "Stein und Flöte und das ist noch nicht alles". Kenne das noch jemand? Ich hab es nach Jahrzehnten noch mal gelesen, da fand ich es langatmig. Was ich immer liebe - diese Liebe verdanke ich meinem Deutschlehrer - sind Gedichte und Balladen. Die Füße im Feuer; John Maynard; Nis Randers; Die Brücke am Tay ... nahezu alles von Rilke. Das mag ich sehr.