Lesen hatte bei mir nichts mit Schule zu tun. Jeden Freitag ging ich in unsere Gemeindebücherei und deckte mich schon als 6 Jährige mit Büchern ein.
Mein Bruder hatte sämtliche Bücher von Karl May ( " durchs wilde kurdistan") und wollte dies an meinen Sohn weitergeben. Aber die Jugend schafft es heutzutage nicht mehr, komplexe Sätze- die möglicherweise aus haupt- und nebensätzen bestehen- zu verstehen
Die Bücher, die wir in der Schule lasen, mochte ich zu großen Teilen nicht (und wenn doch, kannte ich sie oft schon). In den unteren Klassen spürte ich da oft einen erhobenen Zeigefinger irgendeiner Art, und in den höheren, bis hin zum Deutsch-Leistungskurs, wurde mir zuviel zerpflückt, zerredet, analysiert, wiedergekäut. Ich hätte lieber mehr Unterschiedliches gelesen, mehr Breite, auch wenn das zu Lasten der Tiefe gegangen wäre.
"Die Jugend", na ja. Ich habe neulich erst den Kindern einer Freundin ein Paket alter Jugendbücher geschickt (gut, sicher nicht alle besonders komplex), die begeistert gelesen werden. Ebenso gibt es Erwachsene, die freiwillig kein Buch aufschlagen. (Und solche, die über so detaillierte Erinnerungen, wie sie hier gesammelt sind, Bauklötze staunen würden - das hatte ich neulich erst...)
Ich habe auch die Schul-Lektüren alle sehr gerne gelesen. Ob mir noch welche einfallen? Die Leiden des jungen Werther Die neuen Leiden des jungen W. Iphigenie auf Tauris Sehr viel von Brecht Die Verwandlung Biedermann und die Brandstifter Brave new World 1984 viele Gedichte Dürenmatt
Die Leiden des jungen Werther Die neuen Leiden des jungen W. Brave New World Moon Palace Macbeth Unterm Rad Faust Berlin Alexanderplatz Leonce und Lena, Dantons Tod, evtl. auch den Lenz Homo faber Der Hirbel Der lange Weg des Lukas B. Alles Lüge (?)
Das sind die, an die ich mich spontan erinnere. Richtig gut gefallen hat mir davon eigentlich nur der Faust.
Es gab echt gute Lektüren - Kleider machen Leute war die erste, daher dachte ich „Lektüre in der Schule ist was tolles!“
Leider ging es dann mit „Das Schiff Esperanza“ weiter… Grauenvoll auch „Die Marquise von O. / Das Erdbeben in Chile“ Oder später „Bahnwärter Thiel“. Die furchtbarste englische Lektüre war „Der alte Mann und das Meer“.
Es ist zu merken: Ich mag Bücher ohne gutes Ende nicht…
Und das schon, bevor mir die Barbara Cartland Romane meiner Tante in die Hände fielen!
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Ranunkel im Beitrag #579Ich habe auch die Schul-Lektüren alle sehr gerne gelesen. Ob mir noch welche einfallen? Die Leiden des jungen Werther Die neuen Leiden des jungen W. Iphigenie auf Tauris Sehr viel von Brecht Die Verwandlung Biedermann und die Brandstifter Brave new World 1984 viele Gedichte Dürenmatt
Alle bis auf Biedermann und die Brandstifter haben wir auch gelesen, mit positiver Erinnerung meinerseits und:
Maria Stuart Die Räuber (in der Theater-AG - seither bin ich Schiller-Fan! und mag ihn lieber als Goethe, Der Faust ist halt sehr bemüht..) Dantons Tod Stiller Die Bekenntnisse des Hochstablers Felix Krull Mephisto
Schullektüre, die ich nicht mochte: Madame Bovary Die Deutschstunde Katz und Maus Hiob
"Tell me, what it is you plan to do with your one wild and precious life?" - Mary Oliver
Moderatorin im Reiseforum, Frauengesundheit, Kinder, Familie und Erziehung, Kindergesundheit, Kinderwunsch, Psychische Gesundheit und psychische Erkrankungen, Schwangerschaft, Baby und Kleinkind, Umbrüche im Leben, Verlust und Trennung, Was bringt Dich aus der Fassung? sowie Mode und Kosmetik
Beim Stichwort Schullektüre fällt mir zuerst der meines Erachtens völlig überschätzte Brecht ein, der damals bei vielen Deutschlehrer/innen und weiten Teilen des Bildungsbürgertums einen merkwürdigen Heiligenstatus hatte.
In Englisch mochte ich die Short Stories von Hemingway und anderen, außerdem die Stücke von Oscar Wilde, da gab es auch eine tolle Aufführung von "The Importance of Being Earnest" von unserer Schultheatergruppe.
In der Oberstufe hatten wir einen Deutschlehrer, der die Lektüre der deutschen Klassiker sehr oft mit einem Theaterbesuch verband, manchmal sogar bis nach Frankfurt, das war toll, ein bisschen Großstadt-Feeling für uns Provinzler.
Und viele englischsprachige Stücke liefen im amerikanischen Theater in der Nachbarstadt, damit verbinde ich auch viele wunderbare Erinnerungen. Dort gab es eine große US-Garnison, die hatten ein eigenes Theater mit erstaunlich hohem Niveau, und als deutscher Zivilist durfte man da auch hin, da es außerhalb des Kasernengeländes lag. Einer unserer Englischlehrer spielte da auch mit, in seiner Freizeit. Neben den Klassikern liefen dort auch Musicals und Komödien, und ich behaupte mal, ich habe dort mehr gelernt als in mancher Unterrichtsstunde in der Schule.
Mich hat schullektüre sehr inspiriert ich habe mir meist daraufhin weitere Erzählung und/romane/theaterstücke der entsprechenden Autoren zugelegt und begeistert gelesen. Egal ob Brecht oder Hesse oder Dürrenmatt: ich habe sie geliebt.
" Der alte Mann und das Meer" fand ich auch grausig, @Nora. Unser Englischkurs durfte damals abstimmen und es gar gegen "Romeo und Julia" gewonnen. Verzeihe Ich meinen Kurskameraden bis heute nicht. 😉 Das Schiff Esperanza mochte ich und die Schachnovelle. In Englisch hatten wir in Klasse 9 ein schmales Büchlein über das Titanic- Unglück- da bin ich ohnehin " Fan". Die Französichlektüren fand ich alle eher so naja.
Ich habe Schillers Dramen nicht ungern gelesen, Peter Schlemihls wunderbare Geschichte und die blaue Blumen der Romantik haben mich verzaubert. Und ganz klar wurde sehr viel österreichische Dichter gelesen wie Grillparzer, Raimund und Nestroy ..Thornton Wilder und Oskar Wild haben wir gelesen, Brecht, ...und in Englisch S. Maugham... "Der alte Mann und das Meer" fand ich aber auch entsetzlich, ebenso wie " Lord if the Flies" ! An vieles kann ich mich halt leider nicht mehr erinnern, obwohl Deutsch und Literaturgeschichte meine Lieblinggegenstände waren. Ich denke , jede Zeit hat " ihre" Schul- Pflichtliteratur. Heute geht ohne "Schachnovelle" und " Die Verwandlung" gar nichts, wobei ich letzteres ganz grauenhaft finde! Ich dachte nur, hier im Strang ging es ums private Lesen.
Zitat von ViolaFaber im Beitrag #560 Kennst du dann auch die "Plötzlich Prinzessie"-Bücher von Meg Cabot?
Jaaaaa! Die fand ich auch toll!
Schullektüren, kennt ihr "Die Insel der blauen Delfine"? Richtig tolles Buch, das möchte ich total. Ansonsten fand ich auch die Buddenbrooks, den Besuch der alten Dame und die Physiker nicht schlecht.
Was ich richtig grausam fand, war Tauben im Gras. Und Iphigenie auf Tauris.
Lily, die Insel der blauen Delfine haben wir weiter oben schon öfter erwähnt. Wir haben das z.B. in der 6. Klasse gelesen. Ich muss echt mal schauen, ob das Buch noch irgendwo existiert (= bei meinen Eltern oder meiner Schwester).
Seit Jahrzehnten beobachten alle, wie die Gesellschaft immer mehr Risse bekommt, und keiner kittet sie. Da darf man sich nicht wundern, wenn sie schließlich zerbricht. (Views, Marc-Uwe Kling)
Das Gold von Caxamalca Kleider machen Leute Die Judenbuche Das Schiff Esperanza Die Welle Draußen vor der Tür Der Verdacht Die neuen Leiden des jungen W. Die Räuber Woyzeck
Der Untertan Die Jungfrau von Orleans Die heilige Johanna der Schlachthöfe Effi Briest Der geteilte Himmel
Die letzten 5 waren dann in der Oberstufe im Deutsch-LK. Und "Der geteilte Himmel" war dann meine Lektüre in der Abi-Prüfung. Da habe ich dann die beste Note in der gesamten Oberstufenzeit im Bereich Deutsch rausgeholt.
Zitat von Aurelia im Beitrag #586Ich kann mich an kein einziges Buch erinnern, das wir in der Schule gelesen haben.
GsD, ich bin nicht allein!
Der Strang hier macht mich völlig fertig und ich müsste ihn besser meiden. Aber ich schreib es mir einmal von der Seele, dann hab ich hoffentlich Ruh.
Wie gesagt, an Schullektüre erinnere ich mich überhaupt nicht, wahrscheinlich, weil Deutsch mein Hassfach war. Ich konnte nur kurz und knapp, ausschweifende Aufsätze waren nicht mein Ding. Da erinnere ich mich an eine Eins in der Inhaltsangabe zu "Die Bürgschaft" und sonst ist alles weg.
Nur an ein Buch, aus dem uns eine Referendarin in der 4. Klasse vorgelesen hat, erinnere ich mich gut, das mussten meine Eltern mir kaufen: Konrad Lorenz - Er redete mit dem Vieh, den Vögel und den Fischen.
Seit ich hier mitlese, sind mir Bücher in den Sinn gekommen, die ich meinte aufgehoben zu haben. Aber ich suche und suche.
Mein Vater arbeitete in der Druckindustrie und die Chefin war in einer evangelischen Sekte. Der Chefin Anliegen war auch das Drucken christlicher Bücher. Unter anderem für Kinder die Geschichten der Familie Gutermut. Ich hatte alle davon und schaute vor einiger Zeit nochmal rein und war entsetzt. Vater Gutermut scheute nicht vor körperlicher Züchtigung zurück, die vor allem ihm weh tat. Ja klar. Die meisten hab ich weggeschmissen, aber ein paar meinte ich behalten zu haben.
Dann war ich so im Alter von 12/13 ganz scharf auf die "Wir Mädchen"-Reihe, kennt das noch jemand? Und das Buch, das ich ganz dringend suchte, war ein Roman, der in der CSSR spielte, es ging um ein Mädchen, das im Eiskunstlaufkader war. Ich kann mich noch vage an das Cover erinnern: weiß mit einem Mädchen im Stil der 70er gezeichnet drauf.
Einmal habe ich ein Buch gebraucht gekauft, das für 80 € zu haben war. "Der Spuk im alten Schrank" von Barbara Sleigh, das habe ich in meiner Jugend wieder und wieder in der Bücherei entliehen. Trotz des gruseligen Covers wieder gern gelesen.
Oje hier wird immer von russischer Literatur geschwärmt... die ganze Schulzeit hindurch gabs bei uns irgendwelche sowjetische Schulliteratur zum Pflichtlesen angefangen von Timur und sein sein Trupp von Arkadi Gaidar, dann Djamila von Tschingis Aitmatow und dann der absolute Horror "die Mutter" von Maxim Gorki. Zwischendurch gabs noch den Stahl, wie der gehärtet wurde... ehrlich, mich hat die Literatur nullkommanull begeistert - ich empfand das alles sehr düster und schwermütig, überhaupt nicht mein Leben tangierend. Der Untertan, ja den haben wir auch lesen müssen, oder der Zauberberg von Thomas? Mann. Die Reisen des Odysseus haben wir auch durchgenommen - und oh Schreck, ich musste darüber vor der ganzen Klasse ein Referat halten. Am interessantesten fand ich noch Käuzchen Kuhle - das hatte was krimimäßiges, davon habe ich sogar noch eine DVD der Buchverfilmung.
Ist zwar OT - aber im Kunstunterricht gabs auch "Schulbilder", wo wir die alten Künstler studieren mussten - Unterschiede in der Malerei Rembrandt -Rubens, bei Rembrandt haben wie die Anatomie des Dr. Tulpus betrachtet - ok, wer später mal Medizin studieren wollte sicher interessant, aber für empfindliche Schüler sicher nicht so prickelnd. Dann kann ich mich noch an die Wolgatreidler erinnern von Ilja Repin.....
Zitat von -franzi- im Beitrag #585Mich hat schullektüre sehr inspiriert ich habe mir meist daraufhin weitere Erzählung und/romane/theaterstücke der entsprechenden Autoren zugelegt und begeistert gelesen. Egal ob Brecht oder Hesse oder Dürrenmatt: ich habe sie geliebt.
Ich auch. Oder wir haben Ausschnitte im Unterricht gelesen und ich habe dann das Original selbst gelesen, z. B. Wilhelm Meisters Lehrjahre.
#593 Familie Gutermut sagt mir nichts, aber irgendwie fällt mir dabei ein Buchgenre ein, das ich immer mit einer Art angewiderter Faszination gelesen habe - die arme, kinderreiche, aber glückliche Familie, deren Lebensinhalt darin besteht, sich ständig füreinander und für andere aufzuopfern und nur ja keine eigenen Bedürfnisse zu haben. Die Bücher von Louisa May Alcott fallen für mich darunter, und ein Buch namens "Die Familie Pfäffling" oder so ähnlich.
Ja meine Mutter auch - ich musste mit in klassische Konzerte "feingemacht" mit Kleidchen und schrecklichen Strumpfhosen... Nebenan hat der Direktor der örtlichen Musikschule gewohnt, der wollte gern dass ich irgendein klassisches Musik-Instrument spielen lerne - alles Akustische hat mich null interessiert, im Theater war das Bühnenbild das interessanteste und wehe das war langweilig - bin ein "Sehmensch" - Museen, Galerien gerne....
Zitat von Aurelia im Beitrag #586Ich kann mich an kein einziges Buch erinnern, das wir in der Schule gelesen haben.
GsD, ich bin nicht allein!
Der Strang hier macht mich völlig fertig ...
Du regst mich an, jetzt auch mal mein Gedächtnis zu prüfen - so spontan denkt man ja oft "alles weg", aber so nach und nach .. also:
"Die schwarze Spinne" "Romeo und Julia auf dem Dorfe" "Maria Stuart"* "Der kaukasische Kreidekreis" "Faust I" "Animal Farm" "Die Erlebnisse des Arthur Gordon Pym" "1984" "Lord of the Flies" "Die Pest"
* Die Schönheit von Schillers Versen ist mir erst viel später aufgegangen - zu Lesezeiten war der Faust für mich der Star - aber soo schöne Zitate, so schön einsetzbar im täglichen Leben! "Der Lord lässt sich entschuldigen, er ist zu Schiff nach Frankreich" - "Franz heißt die Kanaille!" ... und ich hab sie nie genutzt!