Zitat von rosemary im Beitrag #498Als Jugendliche habe ich Simmel geliebt (schon die Titel " Liebe ist nur ein Wort " hach) Meine Freundin verschlang die "Angelique" Romane
Zitat von Nora im Beitrag #502...Mein Favorit - „Es muss nicht immer Kaviar sein“
Das ist das einzige Simmel- Buch, das ich fertig gelesen habe, schon bei den zwei Nachfolger-Büchern habe ich abgebrochen. Ich fand sie alle geschrieben nach Schema F!
Lustig, für wie viele hier die Simmel-Titel Kindheits- und Jugenderinnerungen sind! Auch meine Familie war Mitglied im Bücherbund, und bei meiner Oma standen sie alle im Schrank, diese Titel. Mir ist "Bis zur bitteren Neige" am meisten in Erinnerung geblieben. Weil ich mich damals als Kind immer gefragt habe, was das ist, diese Neige.
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Für Simmel war ich wahrscheinlich zu jung, den kannte ich vor allem von meiner Oma aus deren Bücherregal. Mit ein paar Freundinnen hab ich aber eine Zeit lang alles von Maeve Binchy verschlungen, während wir uns gleichzeitig versicherten, wie schlimm Rosamunde Pilcher sei :-)
Zitat von Hirvi im Beitrag #494 Als ich mal länger krank war, brachte mein Vater mir eine große Kiste mit P.M.-Magazinen, die die Nachbarn zum Altpapier hatten stellen wollen. Damals waren die noch nicht so pseudowissenschaftlich unterwegs wie später, und ich inhalierte den Stapel mit einem erhebenden Gefühl von "Was es nicht alles gibt auf der Welt, von dem ich nichts wusste!"
Als die P.M. erstmals erschien, das war 1978, war ich zehn. Mein Vater, dem immer sehr daran gelegen war, dass meine Schwester und ich Freude an Bildung haben, hat sie sofort für mich abonniert. Ich hab sie gefressen und jeden Monat dem neuen Heft entgegengefiebert. Das war die Grundlage dafür, dass ich bis heute eine große Begeisterung für Wissenschaft habe. Ich bin meinem Vater sehr dankbar.
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Zitat von Pfefferminz im Beitrag #465Kennt Ihr von Eilis Dillon "Die Insel der wilden Pferde"?
Nein, ich kenne gar nichts von Eilis Dillon. Aber: ich hatte das Vergnügen, in ihrem Haus in Dublin echten Wiener Apfelstrudel zu essen ... ! Und zwar, als ich Mitte der 1980-er in Dublin lebte, und über eine Freundin ein Paar aus Österreich kennenlernte, der junge Mann war Doktorand am Trinity College, und hatte das Haus der Schriftstellerin zwischengemietet, weil sie zu dieser Zeit im Ausland (USA, meine ich mich dunkel zu erinnern) weilte. Eines Abends luden sie mich und ein paar andere Bekannte ein, und die Frau servierte uns die leckere Spezialität. Sie erzählten, dass Frau Dillon eine gute Freundin von Heinrich Böll sei (der zu dieser Zeit auch noch lebte), und wenn er zu Besuch in Dublin war, übernachtete er bei ihr - sie zeigten uns das Gästezimmer und die Bibliothek mit seinen Büchern (und persönlichen Widmungen). Wie ich jetzt beim Googeln gesehen habe, haben er und seine Freundin Annemarie ihre Bücher - oder zumindest das mit den Pferden, vermutlich auch die anderen, ins Deutsche übersetzt.
Wenn man heute auf Flohmärkte geht oder in diese öffentlichen Bücherschränke schaut, findet man viel von dem, was hier erwähnt wird. Simmel, die Angélique-Romane, auch Gwen Bristow (von der ich ein paar Bücher las, die mich beeindruckten - spannende Geschichten auf jeden Fall), dann gab es noch Willi Heinrich (von dem ich als junges Mädchen mal ein Buch in die Finger bekam ... das waren alles so Bücher mit "Stellen";-). Man findet dann auch die Bestseller der folgenden Jahrzehnte: Der Medicus, Nicht ohne meine Tochter und Die weiße Massai. Alle gelesen, bis auf letzteres, das war mir dann irgendwann zu blöd. Im weißen Hochzeitskleid einen Massai-Krieger zu heiraten ... wie doof.
Was Anfang der 1980-er natürlich mal schwer im Umlauf war: Christiane F. Ich gehörte zu denen, die das Buch nicht gelesen, sondern gefressen haben. Und ich war, damals mit 15, hin- und hergerissen, einerseits fand ich sie und das Leben, das sie führte, saumäßig spannend und irgendwie "cool", und hatte lange diesen Tonfall im Ohr. Aber natürlich war mir klar, dass sie ein extrem hartes, gefährliches Leben führte, und nicht wenige ihrer Freunde blieben ja auch auf der Strecke, wie im Buch in Wort und Bild geschildert. (Gab es nicht sogar, nachdem das Buch erschienen war, Stadtrundfahrten in Berlin, zum Bahnhof Zoo, nebst Besuch der Discothek "Sound" inklusive einem Glas Kirschsaft (Christiane F.s Lieblingsgetränk dort)? Ich meine mich zu erinnern, vielleicht stand das im "Spiegel". Es hat offenbar viele Leute beeindruckt, sicher vor allem, weil es so authentisch, als O-Ton, rüberkam.
Wann ich anfing, den Spiegel zu lesen, weiß ich nicht mehr, ich denke, dass der "Stern" zuerst kam. Und zuhause die "TV Hören und Sehen", die uns samstags von einem Jungen an die Tür geliefert wurde. Da habe ich fast alles verschlungen, meine Lieblingsrubrik war "Frau Barbara", die Briefkastentante, die so gute Ratschläge in allen Lebenslagen gab ... das fand ich spannend. Auch die Nachrichten und Räuberpistolen aus aller Welt (die kruden Stories spielten zum Glück meistens in den USA). Und am Ende die Cartoons von Sepp Arnemann, der immer eine Maus in den Bildern versteckte - wer erinnert sich?
Ja, @Mediterranee, und dann gab es das neue Magazin ... Peter Moosleitners "PM". Auch ich gehörte zu den Glücklichen, deren Eltern so Feuer und Flamme waren, dass sie es sofort abonnierten. Das war super, oder? Wir haben es alle geliebt!
Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an. (Marc Aurel)
Jetzt ist es dann soweit, ich habe mir The Island of Horses und die Kinder vom Bahnhof Zoo bestellt. Ist ja nicht so, dass ich noch anderthalb ungelesene Meter hier rumstehen hätte...
Ich fand die "Kinder vom Bahnhof Zoo" damals irgendwie ziemlich abstoßend und erschreckend und hatte kein gutes Bild von dieser Stadt.
Das änderte sich erst, als ich 1986 das erste Mal dort war, und - literarisch gesehen - dann viel später durch die wunderbaren "Herr Lehmann"-Romane von Sven Regener.
@Hirvi, du wirst sicher vom "Bahnhof Zoo" überrascht sein. Es ist ja aus den späten 1970-ern, und genau diese Patina hat es auch! Einfach ein altes Zeitzeugnis ... allein diese Schwarzweißfotos von den jungen Männern ...
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Ja, Bravo auch. Aber das war weniger lesen als Fotos gucken und den neuesten Klatsch über die Lieblingsbands inhalieren.
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Klar, die Bravo! Ich hab sie seltener gekauft als bei Freundinnen gelesen, natürlich Dr.Sommer und diese Aufklärungsthemen! Die Foto Love Story - da fand ich die Körpersprache der Protagonisten immer so gekünstelt - naja, man wollte das Geschehen ja verdeutlichen. Und immer der Liedtext eines aktuellen Hits mit Übersetzung, das war auch gut. Dann gab es noch "Mädchen", das las ich auch, eher selten, aber dann mit Interesse. Da gab damals ein blondgelockter Tommy den Mädels Ratschläge zu Lebens- und Liebesfragen. (Vermutlich hatte er da seine Thea schon ... und kannte sich aus )
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Ich habe ein paar bei Freundinnen gelesen, eine hatte einen Winnetou als Starschnitt an der Wand, bei dem aus unerfindlichen Gründen ein Stück am Bein fehlte.
Für mich kam die Bravo fast zu spät, als ich sie entdeckte, da war ich schon auf dem Weg zu "alternativer" Literatur und den Frauenbüchern.
Die Bravo habe ich regelmäßig gelesen, die hat meine Mutter mir gekauft. Und die Popcorn, das war auch so eine Jugendzeitschrift. Ich hatte mehrere Klassenkamerad:innen, deren Eltern die Bravo nicht erlaubt haben. Irgendwie unvorstellbar heutzutage! Auch wenn ich an die "Skandale" der damaligen Popwelt denke - man wusste nicht genau, ist Boy George Männlein oder Weiblein? Das Selbstbefriedigungslied von Cindy Lauper. Fällt Euch noch was ein? Ich glaube, ich werde alt - all das wäre heute keine Meldung mehr wert.
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Bravo habe ich auch gelesen. Ich weiß noch, dass ich bei der Übersetzung des aktuellen Hits immer ein bisschen Fremdscham hatte. Und ich muss zugeben, durch Dr. Sommer tatsächlich ein paar interessante Sachen erfahren zu haben. Ich habe recht früh angefangen, die Bravo zu lesen (so plusminus 5. Klasse) und war zu diesem Zeitpunkt zu Hause nur so halbwegs aufgeklärt worden. Mir war aber auch damals schon klar, dass manche der Leserbriefe an Dr. Sommer sehr konstruiert waren. Irgendwann bin ich dann auf Mädchen und Bravo Girl umgestiegen. Im Nachhinein waren diese ganzen Beziehungstipps ganz furchtbar, sicherlich auch der Zeit geschuldet. Viel ging da in die Richtung, dass Mädchen Jungen möglichst entgegenkommen und sich an seine Vorstellungen anpassen sollten. Aber die Modeseiten habe ich mir immer gern angeschaut, wenn auch wenig umgesetzt :-) und ich erinnere mich noch vage daran, dass Jessica Schwarz damals Bravo-Girl des Jahres geworden war.
An die Popcorn erinnere ich mich übrigens auch vage. Die war auf etwas dickeren Papier gedruckt und wirkte daher rein äußerlich etwas wertiger als die Bravo, war aber inhaltlich nur ein Klon. Und dann gab es irgendwie noch eine weitere ähnliche Zeitschrift, Pop Rocky oder so?
Die Bravo war ein großes Ding bei uns, wir durften sogar Poster im Klassenzimmer aufhängen. Ich habe sie aber kaum gelesen, weil ich mich sehr lange für Musik überhaupt nicht begeistern konnte, und mich daher die Menschen und Stories dahinter auch nicht groß interessierten. Bravo Girl habe ich öfter mal gekauft, die lag mir irgendwie mehr, und irgendeine andere Zeitschrift, deren Name mir nicht einfällt, in der quasi dasselbe in Grün gestanden haben dürfte.
Edit: Genau, "Mädchen" war's.
Edit II: An einen Leserbrief zu einem Fotoroman erinnere ich mich, wo sich jemand beklagte, wenn ein/e Dicke/r vorkäme, dann immer nur in der Rolle als Dicke/r. In einer der nächsten Ausgaben kam ein übergewichtiges Mädchen vor, ohne dass das thematisiert wurde oder handlungsrelevant war.
Ich bin etwas jünger als ihr, aber die Bravo und die Bravo Girl hab ich natürlich auch gelesen. Aus heutiger Sicht schon ziemlich fragwürdig, was da alles drin stand. Ich kann mich z.B. noch daran erinnern, dass das Handy der damals 15jährigen Miley Cyrus gehackt wurde und freizügige Privatfotos von ihr aufgetaucht sind, und das von der Bravo genüsslich im Sinne von "OMG wie kann sie nur, die Schl****" ausgeschlachtet wurde, anstatt mal zu beleuchten, dass es NICHT OKAY ist, solche Fotos zu verbreiten. Diese Bilder waren da mein ich sogar auch abgedruckt gewesen. Und auch sonst wurde immer genüsslich auf der angeblich zu freizügigen Kleidung irgendwelcher weiblicher Promis rumgehackt und irgendwie ging es letztendlich immer um Sex. Und viele der damaligen Stars wie Miley, Demi, Selena und Co. waren halt selbst noch Kinder. Naja, und dass halt in der Dr.Sommer-Rubrik nackte Minderjährige mit allem, was dazu gehört, abgebildet waren...
Rückblickend ist es auch krass, wie dafür, dass die Bravo ja angeblich so aufgeklärt und progressiv sein sollte, noch vor 15 Jahren das Thema LGBTQ+ auch einfach noch GAR nicht in der Bravo vorkam (zumindest kann ich mich nicht erinnern). Beziehungen waren immer klassisch heteronormativ, und natürlich verhalten sich alle Jungs "klassisch männlich" und alle Mädchen "klassisch weiblich".
Dass man auch andere sexuelle Orientierungen oder Geschlechtsidentitaten haben kann - nö. Oder - ganz wilde Idee - dass man auch ÜBERHAUPT kein romantisches oder sexuelles Interesse haben kann und das auch okay ist - schon gar nicht.
Es gab damals auch eine Zeitschrift namens Girlfriends, die war eher für noch jüngere Mädchen und da kam das Thema Jungs so gut wie gar nicht vor. Die fand ich damals immer toll und auch schön gestaltet. Irgendwie würde ich die alten Ausgaben ja echt gerne noch mal lesen, rein aus Nostalgiegründen, aber natürlich hab ich die längst nicht mehr.
Was ich als Kind aber immer toll fand, waren diese Persönlichkeitstests. Erinnert sich noch jemand? Ich hab immer meine eigenen gemacht.