Das mag sich komisch anhören, aber meine Situation, und vieles was ich, im Altforum, und auch hier, gelesen habe, läßt sich mir diese Frage stellen. Okay nicht nur hier, sondern auch, was eine Freundin zu mir sagte.
Ich bin jetzt seit acht Jahren wieder Single. Ende einer Ehe, 2 Kinder, Vollzeit (liest sich bei mir „40 Stunden mit Reisetätigkeit“), und dann kam auch noch Corona.
Es ist nicht so, dass ich nicht einen neuen Partner haben wollte. Es ist eher so, dass mich keiner haben will… „Weil ich anstrengend bin!“. Das war die Diagnose, die meine Freundin stellt – und auch schon ein sehr guter Kollege/Freund.
Warum bin ich anstrengend? Weil ich kommunikativ bin. Weil ich von meinem Partner erwarte, dass er mir zugewandt ist, wenn wir zusammen sind. Ich meine, mit jeder Freundin unterhalte ich mich eigentlich permanent, das erfordert doch keine Mühe!
Damit meine ich nicht dauerquatschen, sondern ansprechbar sein, wenn man zusammen ist. Zum Beispiel, man liest nach dem Frühstück Zeitung im Urlaub oder so und dann redet man, wenn wer was interessantes gelesen hat, und dann schweigt man wieder, und dann sag noch mal jemand was… Oder beim zusammen Auto fahren, oder nach dem Kino unterhält man sich über den Film… Das ist doch nicht seltsam, finde ich!
Den Männern, denen ich näher kam (übrigens auch mein Exmann, das ist Teil des Endes unserer Ehe), fällt das komischerweise schwer. Dabei sind das nicht die „großen Schweiger“, beruflich können sie sich ja hervorragend artikulieren (bei meinem Zeitplan lerne ich interessante Männer eigentlich nur beruflich kennen). Aber in der Beziehung müssen sie sich anscheinend davon erholen. Highlight… Gespräch über irgendetwas eigentlich Belangloses, Ausflug, den man machen möchte. Kurze Gesprächspause – und Gegenüber fragt „War’s das?“ und erwartet, eindeutig, jetzt wieder in den Kommunikationsmodus eines Horta verfallen zu dürfen. (Aka Schweigen) Ich denke nur „What the hell?“
Auch beim Schauen eines Films/einer Serie (sogar Wiederholung, sogar DVD/Mediathek, übrigens kann modernes Fernsehen auch „zurückspulen“), sollte möglichst nicht unterbrochen werden. Und ich rede hier nicht vom entscheidenden Showdown, sondern von „irgendeiner“ Szene, sollte nicht kommunikativ unterbrochen werden. Oder beim Rumbasteln am Fahrrad.
Hier im Forum sind ja einige, die auch in „höherem Alter“ wieder Partnerschaften begonnen haben – Ist das ausgesprochen „mein“ Problem, oder ist es schon mehreren aufgefallen? Meine Freundin meinte, damit müsste ich mich abfinden, wenn ich wieder einen Partner möchte. Das wäre bei Männern einfach, so das müssen wir verstehen. Ich fühle mich damit aber nicht wohl, ich fühle mich da nicht gesehen, nicht wertgeschätzt. Kann ich mich doch nicht verbiegen? Oder ist mein Anspruch zu hoch?
Wie sieht Ihr das?
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Lustig, ich habe in den letzten Jahren die Quassler abbekommen. Ich unterhalte mich auch gerne, höre auch gerne zu, erzähle vielleicht weniger als ich zuhöre. Was mich gestört hat (und immer noch stört), wenn ich merke, dass mein Gegenüber mir nicht zuhört. Bei mir spießt sich da mein Wunsch nach einem kommunikativen Mann mit meinem Bedürfnis auch gehört zu werden. Die Balance muss stimmen.
Du scheinst eben ein sehr kommunikativer Typ zu sein. Würde dein Gegenüber nun auch viel reden, wer kommt dann zu Wort? Sprichst du über Belangloses oder Dinge, die dich berühren? Für mich ist Unterhaltung über "was habe ich heute gekocht" eher nervig.
Das scheint systemimmanent zu sein;-) mein Partner, mit dem ich ziemlich zufrieden bin, ist auch so vertieft in die Zeitung, Lektüre usw., dass er es gar nicht mitbekommt, wenn ich ihn anspreche. Sitze ich aber mal vor dem TV und will etwas für mich Wichtiges/Interessantes sehen (oder einen Radiobeitrag hören), dann hat er ein absolutes Talent, in genau diese Momente 'reinzuplatzen und mich vollzuquatschen, ich nenne das immer augenrollend Sprachdiarrhoe. Wir sind aber beide ältere Semester und nehmen einander an, wie wir sind, mit allen Schrullen und Marotten.
Zwischenlabern beim fernsehen oder lesen fände ich eine Qual.
Was ich sehr genieße: auch mal nix reden. Auch mal (mal! nicht immer. Aber schon oft) 8km nebeneinander gehen und nix sagen. Und wohlfühlen. Oder Autofahren und nix sagen. Einvernehmlich, verträglich, glücklich.
Mein größter Horror inzwischen wäre wohl ein Mann, der beim Sex redet. Vorher, als Verbal-Petting, gern. Aber dann muss mal Schluss sein.
Du, so wie du es schilderst, wärst mir wohl auch als Freundin bisweilen zu anstrengend. Aber, nimm es als Trost, ich bin auch total anstrengend. Weißt warum? Diagnose "du denkst zuviel, Rokeby". Hurra.
Wenn es passt, passt es. Und wenn nicht, hast eh keine Chance, verschwendest nur Zeit.
Zitat von R_Rokeby im Beitrag #4 Wenn es passt, passt es. Und wenn nicht, hast eh keine Chance, verschwendest nur Zeit.
gekürzt so
Ja genau.
Ich finde auch nicht, dass 'die Männer' so sind. Ich rede auf der Arbeit teilweise 7h am Tag + Schreibtischzeit. Ich schaffe dann abends keine großartig tiefgründigen Gespräche mehr. Klar, bisschen Smalltalk über den Tag, Organisatorisches oder nach (! währenddessen ist für mich auch ein no go) dem Film ist kein Problem, aber ich könnte auch den ganzen Abend schweigen. Auch kann ich das komplette Wochenende schweigen, wenn ich nichts vor habe. Ich habe dann auch nicht das Bedürfnis jemanden anzurufen, um zu reden.
Meiner Meinung nach ist es auch ein Unterschied, ob ich eine Freundin treffe, die ich vielleicht nur alle paar Wochen/Monate sehe. Dann kann ich auch 5 Stunden durchquatschen. Bei Personen, die ich mehrfach die Woche sehe, ist das auch nicht so. Da wird auch über längere Zeit mal zusammen geschwiegen.
Für mich ist wichtig, einander auch in dieser Hinsicht zu respektieren. Ich rede gerne und ich schweige gerne. Wenn ich merke oder wenn mir klar gemacht wird, dass in bestimmten Situationen Schweigen erwünscht ist, dann habe ich zu schweigen und das erwarte ich umgekehrt genauso. Sonst kann ich wirklich ziemlich unbequem werden. Abersherum ist es schwierig: Ich kann nicht reden, wenn mir nicht danach ist. Wie hier gesagt wurde, es sollte einfach passen. Klar man macht auch Kompromisse oder man geht auf die Wünsche ein, aber in einem bestimmten Umfang. Mehr nicht.
"Alle" - wie oft ist dir das denn passiert ? Ist vermutlich Typsache.
Mir wäre es sicher auch zu viel, bin aber ein sehr sehr introvertierter Typ der gerne ganz ohne Worte zugewandt ist. Und oft mal einen Abend lang gänzlich darauf vergißt zu sprechen, speziell in Gruppen. Oder auf etwas verbal zu reagieren obwohl ich mir viel dazu denke, diese Gedanken aber auch für mich nicht immer in Sprache formuliere, deshalb dann auch nicht akustisch verbalisiere. Aber das bin ich.
Bei einer Serie oder gar Musik dazwischenzureden ginge gar nicht.
Ich denke das Redebedürfnis ist eben von Mensch zu Mensch verschieden und nicht unbedingt geschlechtsabhängig. (Ich hatte letztens einen Monteur im Haus, da schwirrte mir nach 20 min. schon der Kopf, weil er ohne Punkt und Komma redete.)
In unserem Haushalt sind wir dahingehend recht gleich drauf - wir reden gern mal, aber wir hängen auch gern unseren Gedanken nach. Im Auto können wir zu dritt sein, es fällt eine Stunde lang kein Wort und alle sind zufrieden. Bestimmte Personen unserer Verwandtschaft, räusper, würden da schon platzen.
Sich in einer Beziehung dahingehend zu verbiegen, macht keinen Sinn - viel oder wenig zu reden ist ja nicht richtig oder falsch, es hat da eben jeder sein Naturell. Es ist anstrengend, wenn es nicht passt - der Wenig-Redner fühlt sich eventuell zugetextet (es sei denn, er ist Gerne-Zuhörer), der Viel-Redner meint gern "Was hast Du denn?" / "Ist was nicht in Ordnung?" - es sei denn er nimmt das Schweigen des Gegenübers gar nicht wahr oder genießt, dass ihm jemand zuhört.
Übrigens erzähle ich einem anderen nur über einen Zeitungsartikel o. ä., wenn ich weiß, dass es ihn auch interessiert. Nach (!) einem Film reden? - Ja, je nach Thema - eher dann, wenn es z. B. um ein moralisches Dilemma ging o. ä. Während des Films möchte ich nicht reden - selbst mit Stop- und Rückspulfunktion nicht.
Schwierig.... Ich schweige gerne und genieße das auch. Dann aber sprudelt es wieder raus und nimmt kein Ende :)
Mein Mann ist auch eher schweigsam und das genieße ich total (vor allem wenn ich gerade mit etwas beschäftigt bin)
Am Anfang war das anders. Da haben wir auch Mal 5 Stunden telefoniert ohne das es still wurde. Beim Kennenlernen finde ich viel Kommunikation gut. Dann darf es irgendwann auch gerne weniger werden.
Zitat von Kastanie im Beitrag #6Für mich ist wichtig, einander auch in dieser Hinsicht zu respektieren. Ich rede gerne und ich schweige gerne. Wenn ich merke oder wenn mir klar gemacht wird, dass in bestimmten Situationen Schweigen erwünscht ist, dann habe ich zu schweigen und das erwarte ich umgekehrt genauso. Sonst kann ich wirklich ziemlich unbequem werden. Abersherum ist es schwierig: Ich kann nicht reden, wenn mir nicht danach ist. Wie hier gesagt wurde, es sollte einfach passen. Klar man macht auch Kompromisse oder man geht auf die Wünsche ein, aber in einem bestimmten Umfang. Mehr nicht.
Ich finde, das hast du perfekt formuliert, mir geht es ganz ähnlich ... konnte es immer sehr genießen, wenn ich mit Menschen zu tun hatte wo man spontan quasi "im Flow" war.
Zitat... Das Schlimmste, was Österreich über die Welt gebracht hat, bleibt aber Sigmund Freund. ...
Quelle Hoffen wir, daß das nur ein freundlicher, Freund'scher Verschreiber von Mark Stöhr war.
Hahaha, was für ein Gedanke. Ich muss sagen, diese Symbol Lastigkeit und auch die Pathologisierung bzw. Sexualisierung der Traumwelt hat mir zu Denken gegeben. Jetzt aber unabhängig davon, es war ja doch der Neffe Edward Bernays (Propaganda), welcher den Onkel brillantest vermarktet hat, nämlich als dieser dabei war zu verarmen wegen exzessivem Kokain Konsums .... just sayin.
Ich bin ähnlich wie du und es ist mir tatsächlich ziemlich wichtig, während des Film oder einer Folge über das Gesehene zu reden. Mir wurde auch bescheinigt, dass ich kommunikativ anstrengend wäre, weil ich hohe Aufmerksamkeit verlange. Dann ist es so, ich bin ich und kann das Bedürfnis ja nicht abschalten. Mit meinem Partner (mit 41 kennengelernt) rede ich deutlich weniger als ich bräuchte, damit habe ich mich abgefunden. Aber solche Alltagsgespräche, wie du sie erwähnst, sind drin und mir auch sehr wichtig.
Ansonsten lebe ich mein wirklich hohes Kommunikationsbedürfnis zusätzlich bei anderen Menschen aus (telefonisch oder schriftlich), das passt dann für mich.
Ich habe auch einen Mann, der phasenweise nicht sehr kommunikativ ist. Insbesondere Kommunikation meinerseits bei ihm wichtigen Sendungen führt zu mehr oder weniger freundlichen Bemerkungen, dass er dabei nicht gestört werden will. Ich glaube das Problem liegt da eher manchmal auf der nonverbalen Ebene. Nora hat das in ihrem ersten Post ja schon geschrieben, dass sie sich dann nicht gesehen und nicht wertgeschätzt fühlt. Ich denke, wenn die Grundstimmung von gegenseitigem Respekt geprägt ist, kann man das fehlende Redebedürfnis eher als nicht so wichtig abtun. Bei mir ist das oft Stimmungssache. Mal kann ich es gut tolerieren, mal fühle ich mich persönlich berührt. Ich wäre allerdings manchmal dankbar, wenn mein Mann z. B. kurz sagen würde, dass er gerade nicht aufnahmebereilt ist, weil... wir aber später reden können. Edit: natürlich musste es oben "Stimmungssache" und nicht "Stimmungsmache" heißen. Lustige Autokorrektur
Ich hatte mich wegen fehlender Kommunikation nach 33 Ehejahren getrennt. Wenn es Redeanteile gab, dann waren die nur negative Energieräuber und Lebensversauer. Jetzt habe ich einen Ehemann, mit dem ich sehr gut reden kann. Über Filme, über Bücher, über Politik, über Menschen, Vergangenheit, Zukunft...
Irgendwie muss es passen, ich finde, man kann sich nicht verbiegen. Sollte man nicht. Vielleicht dauert es nur, bis man das passende Gegenstück findet. Ohne dass es passend wäre, würde ich lieber allein bleiben.
Zitat von R_Rokeby im Beitrag #4Zwischenlabern beim fernsehen oder lesen fände ich eine Qual.
Hm, das ist jetzt ein sehr interessanter Triggerpunkt… Daß jemand eine Verbaläußerung meinerseite - egal ob wichtig oder Seitenkommentar - als „Labern“ bezeichnet, löst bei mir ungeahnte Aggression und Wut aus. Vermutlich, weil es das ultimative Wort für „hirnloses Geschwätz“ ist. Wäre vermutlich das sofortige Beziehungsanbahnungsende - und in einer Beziehung der Grund für ernsthafte Dissonanzen.
Zitat Was ich sehr genieße: auch mal nix reden. Auch mal (mal! nicht immer. Aber schon oft) 8km nebeneinander gehen und nix sagen. Und wohlfühlen. Oder Autofahren und nix sagen. Einvernehmlich, verträglich, glücklich.
. Ich kann durchaus schweigen. Aber ich fühle mich in einer Beziehung nur wohl, wenn ich weiß, daß es jederzeit „appreciated“ (sorry, mir fällt kein deutsches Wort ein, daß genau das wiedergibt , bedeutet etwa „positiv aufgenommen/wertgeschätzt “) wird, wenn ich etwas sage. Ich brauche noch nicht mal Zustimmung. Sondern nur die „Miteinander-reden“-Bereitschaft!
ZitatMein größter Horror inzwischen wäre wohl ein Mann, der beim Sex redet. Vorher, als Verbal-Petting, gern. Aber dann muss mal Schluss sein.
Lach, vorher über Sex REDEN, geht garnicht - per SMS aber durchaus gerne (ok, ich HAB einen an der Waffel). Währenddessen bin ich hin und wieder kommunikativ… durchschwätzen wäre jetzt auch eher unsexy, aber komplett schweigsam… nö, Fische gehören ins Aquarium.
ZitatDu, so wie du es schilderst, wärst mir wohl auch als Freundin bisweilen zu anstrengend. Aber, nimm es als Trost, ich bin auch total anstrengend. Weißt warum? Diagnose "du denkst zuviel, Rokeby". Hurra.
DAS Kompliment kenne ich auch… „Sorry, ich wurde mit einem Gehirn geboren, und die gute Fee schenkte mir die Gabe, es auch benutzen zu können!“ ist dann meine Standardantwort.
ZitatWenn es passt, passt es. Und wenn nicht, hast eh keine Chance, verschwendest nur Zeit.
Der Ansicht bin ich auch, egal ob Kommunikationsverhalten, Genießertum (oder auch nicht) oder Sex.
Aber mir wird eben unterschwellig oder direkt gesagt, daß meine Ansprüche/Wünsche eben so gestrickt sind, daß die kein Mann erfüllen kann!
Dann hirne ich immer ein bisschen - und komme zum Schluß, lieber Single, als Kompromiss, der dazu führt, daß ich mich als Nora nicht ernstgenommen fühle. Ich will nicht „unter folgender Bedingung“ (was auch immer das ist) geliebt werden. Sondern als „ich, so wie ich bin“.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Mendo im Beitrag #12Verbiegen soll man sich nicht, aber einschwingen. Die Stimmung des anderen aufnehmen.
Hm, und dann sagt mein Ich: „Und wieso ICH und nicht der andere?“
Ich meine, es gibt auch beim Bedürfnis nach Sex (einer will viel, der andere eher wenig) die blöde Tatsache, daß der Kompromiss, das „sich in der Mitte treffen“ für den „weniger“-Part keine tragbare Variante ist. Das ist beim Reden vermutlich auch so.
Andererseits bedeutet es für den „Viel“-Part auch eine Eingrenzung, ungute Beschneidung dessen, was man möchte. Was auf Dauer auch Ressentiments auslöst.
Aber mir geht es noch nicht mal um das „Viel“-Reden. Sondern um das Positiv-aufnehmen, daß Kommunikation gewünscht wird.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Avada im Beitrag #5Auch kann ich das komplette Wochenende schweigen, wenn ich nichts vor habe. Ich habe dann auch nicht das Bedürfnis jemanden anzurufen, um zu reden.
Wenn ich alleine bin, ist das durchaus fein, ich leide nicht an chronischer Logorrhoe! Aber wenn Menschen um mich sind, will ich schon reden können.
ZitatBei Personen, die ich mehrfach die Woche sehe, ist das auch nicht so. Da wird auch über längere Zeit mal zusammen geschwiegen.
Käme mir seltsam vor - also, z.B. zusammen ins Fitnesstudio… ich muß dann nicht permanent quatschen. Aber schon eher ein paar Worte tauschen beim Gerätewechsel, oder Umziehen. Deshalb hasse ich auch viele Menschen in der Sauna… wegen des „Schweigegebots“, das ich in Anwesenheit anderer einhalte. Egal, welcher Gedanke jetzt durch mein Hirn flitzt. Bin ich mit jemand alleine, sage ich dann etwas.
Oder das Spazierengehen oder Wandern. Klar, gerne schweigenddie Landschaft geniessen. Aber eben nicht im sklavischen Trappistenmodus.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
"Deshalb hasse ich auch viele Menschen in der Sauna… wegen des „Schweigegebots“, das ich in Anwesenheit anderer einhalte. Egal, welcher Gedanke jetzt durch mein Hirn flitzt. Bin ich mit jemand alleine, sage ich dann etwas."
Ich glaub, wir würden da auch freundschaftlich auf keinen Nenner kommen. Ich mags gar nicht, wenn bei Saunagängen gesprochen wird, auch beim Sport bin ich nicht zum Reden (vorher und nachher ist natürlich was anderes). Ich hab auch Freund*innen mit denen ich 5h in den Urlaub fahre und wir schweigen davon 4 und hören uns Musik oder Podcasts oder sowas was an. Auch komme ich mit Menschen nicht gut klar, die immer/oft das Bedürfnis haben, alle ihre Gedanken mitzuteilen und darauf auch gerne eine Reaktion haben wollen.
Weder das eine noch das andere ist falsch. Nur eben nicht kompatibel. Deshalb würde ich mich auch nicht verbiegen in der Hinsicht. Ich kenne Männer die schätzungsweise ein ähnliches Kommunikationsbedürfnis haben wie du. Also es gibt sie.
Zitat von Morcheeba im Beitrag #20"Deshalb hasse ich auch viele Menschen in der Sauna… wegen des „Schweigegebots“, das ich in Anwesenheit anderer einhalte. Egal, welcher Gedanke jetzt durch mein Hirn flitzt. Bin ich mit jemand alleine, sage ich dann etwas."
Das kapiere ich gerade überhaupt nicht., Nora.
Nun, in der Sauna hält frau höflicherweise die Klappe, weil es nun mal so ist, daß dort nicht gequasselt werden soll… Ich finde das eigentlich furchtbar, wenn ich mit jemand da bin, mit dem ich normalerweise Gedanken teilen würde. Gerade, wenn ich erst mal Zeit hatte nachzudenken – dachte jetzt schon mal eine Idee durchs Hirn, die ich aussprechen möchte. Das tue ich aber eben nur, wenn ich mit diesem jemand alleine drin bin. Eben weil alles andere unhöflich gegenüber Dritten ist.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Nora im Beitrag #1 Warum bin ich anstrengend? Weil ich kommunikativ bin.
Wenn in einem Arbeitszeugnis steht, dass der/die Betreffende *kommunikativ* ist, dann ist damit *Geschwätzigkeit* gemeint.
Ich möchte Dir selbstverständlich nicht unterstellen, dass Du geschwätzig bist. Aber bei jemandem, dem an quantitativer Kommunikation nicht viel liegt oder der sie geradezu ablehnt, könnte das schon in diese Richtung aufgefasst werden.
ZitatAuch beim Schauen eines Films/einer Serie (sogar Wiederholung, sogar DVD/Mediathek, übrigens kann modernes Fernsehen auch „zurückspulen“), sollte möglichst nicht unterbrochen werden. Und ich rede hier nicht vom entscheidenden Showdown, sondern von „irgendeiner“ Szene, sollte nicht kommunikativ unterbrochen werden.
Würde mich auch *narrisch* machen, denn ich konzentriere mich ja bestenfalls auf das, was ich anschaue - und möchte auch nicht durch Kommentare, Analysen, Fragen etc. gestört werden.
Tut nichts zur Sache, aber Werbeunterbrechungen während eines Films fallen für mich in die gleiche und somit störende Kategorie. Weshalb ich Filme auf gewissen Sendern erst gar nicht anschaue, auch wenn mir die Sendung als solche zusagen würde.
Zitat von Nora im Beitrag #15 Ich brauche noch nicht mal Zustimmung. Sondern nur die „Miteinander-reden“-Bereitschaft!
Das erinnert mich an eine Film-Szene ... das Schweigen eines Paares während einer Autofahrt wird von der Frau *aufgelockert*:
Was denkst Du gerade?? -- Gar nichts, warum? Aber man kann doch nicht nichts denken, also woran denkst Du jetzt??
Hatte schon was von Loriots *Ich will einfach nur hier sitzen*.
ZitatSorry, ich wurde mit einem Gehirn geboren, und die gute Fee schenkte mir die Gabe, es auch benutzen zu können!“ ist dann meine Standardantwort.
Ebenfalls keine Unterstellung, sondern nur eine Frage: kann es sein, dass Du Dein ausgeprägtes kommunikatives Bedürfnis mit einem bestimmten intellektuellen Niveau gleichsetzt?
Zitat von Nora im Beitrag #22 Nun, in der Sauna hält frau höflicherweise die Klappe, weil es nun mal so ist, daß dort nicht gequasselt werden soll… Ich finde das eigentlich furchtbar, wenn ich mit jemand da bin, mit dem ich normalerweise Gedanken teilen würde.
Hm, Du hältst nur aus Höflichkeit die Klappe. Die Frage ist für mich eher, warum Dir Schweigen in dieser Situation, die ja auf Abschalten und Entspannung ausgelegt ist, so schwerfällt.
Zitat von Morcheeba im Beitrag #20"Deshalb hasse ich auch viele Menschen in der Sauna… wegen des „Schweigegebots“, das ich in Anwesenheit anderer einhalte. Egal, welcher Gedanke jetzt durch mein Hirn flitzt. Bin ich mit jemand alleine, sage ich dann etwas."
Das kapiere ich gerade überhaupt nicht., Nora.
Nun, in der Sauna hält frau höflicherweise die Klappe, weil es nun mal so ist, daß dort nicht gequasselt werden soll…
Heißt mit anderen Worten, du hältst es nicht mal aus die 10 Minuten, die ihr in der Sauna sitzt, still zu sein?