Zitat von Mendo im Beitrag #12Verbiegen soll man sich nicht, aber einschwingen. Die Stimmung des anderen aufnehmen.
Ich glaube, darum geht es in erster Linie. In der Sauna ist es doch auch so, dass der Kreislauf eh so stark belastet ist, dass ich träge werde und mein Gehirn mit mir. Der Redefluss versickert. Im Kino mit Genuss einen Film zu sehen, ist mir nur schwer möglich, wenn Leute die ganze Zeit um mich herum reden. Oder lautstark und naiv Einsichten geäußert werden, wie "Du bist der Mörder!" Was ja eh allen klar ist. Aber ich gebe mich auch vor dem Fernsehen gern einer Stimmung hin, es sei denn, ich sehe mit einem Filmenthusiasten Klassiker an und wir machen uns auf Kameraeinstellungen etc. aufmerksam.
"Anstrengend" ist ein blöder Terminus, das hat etwas Abweisendes. Und Kommunikationsbedürfnis ist das eine, das andere ist der Inhalt des Gesagten. Wenn ich nur von mir selbst rede, dann wird es für andere wirklich anstrengend. Womit wir wieder beim Einschwingen wären.
Nora, der Thread entwickelt sich voraussehbar in die Richtung, dass du als nicht normal, zu egoistisch usw usw dargestellt wirst, weil dein Kommunikationsbedürfnis anders ist als von diesen Usern. Ich bin sehr müde, hier immer wieder auf Toleranz, genaues Lesen usw hinzuweisen, weil es erfahrungsgemäß nichts bringt.
Deswegen will ich jetzt gleich sagen - ich unterschreibe jedes Wort bei dir, auch in der Sauna. Eins der Gründe, warum ich nicht ins Kino gehe, weil ich da nicht reden kann. Wobei ich deutlich weniger beim Film rede als einige, die ich kenne. Die haben mehr geredet und gequatscht, als nur ab und zu Anmerkungen zum Inhalt zu geben. Quatschen will ich beim Film nicht, nur kurz was sagen, was mich gerade bewegt.
Mein Partner hat zwar ein ganz anderes Kommunikationsbedürfnis als ich, aber trotzdem nimmt er es wohlwollend auf und reagiert. Das ist für mich das Wichtigste und da möchte ich dir Mut machen - du brauchst nicht unbedingt jemanden, der viel redet. Sondern gerne einen Kontakt zu dir hält, Kontakt über Kommunikation. Und nicht nur seine Ruhe haben will, weil er von der Arbeit zu müde ist. Das fände ich echt respektlos, genau wie Abwertung durch "labern".
Ich muss aber sagen, ich war mein ganzes Leben in unterschiedlichen Beziehungen und hatte tatsächlich keine Partner, die damit ein großes Problem hatten. Diese kommunikative Zugewandtheit ist für mich tatsächlich selbstverständlich.
Mein jetziger Partner hatte am Anfang Probleme damit, Kapazität betreffend, aber danach hat es funktioniert. Ich habe mehrmals erklärt, dass es für mich essenziell ist und meine Bindung eben über Kommunikation funktioniert. Wenn ich nicht das Gefühl habe, kommunikativ willkommen zu sein, ziehe ich mich automatisch emotional zurück. Wie du schreibst, ich fühle mich nicht wertgeschätzt.
Natürlich knallt es immer wieder zwischen uns, wenn er mal wieder nicht zuhört und es nicht rechtzeitig kommuniziert. Ich merke es natürlich schnell, mich verletzt es aber schnell. Da ich aber mit ihm über alle meine Empfindungen sprechen kann (das Wichtigste in einer Beziehung für mich), klären wir das schnell.
Mir ist gerade eingefallen, dass mein Partner diese Eigenschaft auch hat - wenn er einen Gedanken hat, will er es mitteilen. Es ist halt seltener, aber grundsätzlich ticken wir da ähnlich. Aber einige meiner Ex-Partner hatten das nicht.
Ob es einen Overload gibt, wenn jemand ähnlich viel redet? Meiner Erfahrung nach ist es nur ermüdend, wenn derjenige beim gleichen Thema sich im Kreis dreht bzw nicht merkt, dass er das Gegenüber ermüdet. Da kenne ich ein paar. Ich kenne dagegen auch jemanden, der mit mir echt viel redet (wir telefonieren zig Mal am Tag, teilweise auch stundenlang), der mich aber nicht ermüdet. Kommt also mehr auf die Gegenseitigkeit an.
Zitat von Nora im Beitrag #1 Highlight… Gespräch über irgendetwas eigentlich Belangloses, Ausflug, den man machen möchte. Kurze Gesprächspause – und Gegenüber fragt „War’s das?“ und erwartet, eindeutig, jetzt wieder in den Kommunikationsmodus eines Horta verfallen zu dürfen. (Aka Schweigen) Ich denke nur „What the hell?“
(Hervorh. v. mir)
Mein Gedanke beim Lesen: Das klingt hier jetzt so kurz und bündig beschrieben, wieviele Sätze hat sie denn tatsächlich drumrum gemacht? Ich kenne von mir die Ungeduld, wenn mir jemand etwas eigentlich klar Umreißbares beschreibt, aber irgendwie immer am wesentlichen Punkt vorbeisegelt. Also einfach viel Wortbeiwerk macht. :-) Vielleicht hast Du ja Lust, das mal spielerisch für Dich zu prüfen. Wieviele Wörter und Sätze brauchst Du für die blanke Auskunft, dass es a) heute nach schmodderigem Winterwetter aussieht, wenn Du b) aus dem Fenster schaust - und Du deshalb überlegst, c) nachher beim Rausgehen den dicken Mantel anzuziehen.
ZitatAuch beim Schauen eines Films/einer Serie (sogar Wiederholung, sogar DVD/Mediathek, übrigens kann modernes Fernsehen auch „zurückspulen“), sollte möglichst nicht unterbrochen werden. Und ich rede hier nicht vom entscheidenden Showdown, sondern von „irgendeiner“ Szene, sollte nicht kommunikativ unterbrochen werden. Oder beim Rumbasteln am Fahrrad.
Das wären für mich tatsächlich auch klassische Situationen, in denen ich Kommunikation überhaupt nicht brauche - bzw. störend finde. Ich meine, was gibt's Schöneres, als sich schweigend in ein kaputtes Licht am Fahrrad zu vertiefen und daran rumzukniffeln, bis das doofe Ding wieder leuchtet.
ZitatKann ich mich doch nicht verbiegen? Oder ist mein Anspruch zu hoch?
Wie sieht Ihr das?
Dir könnte immerhin helfen, ein Gefühl für eine Skalierung zu bekommen, auf der Du Dein Kommunikationsbedürfnis einzuschätzen lernst. Ich finde schon, dass es hilft, zu erkennen, wo ich "drüber" bin und deshalb meine Ansprüche besser neu sortiere, wenn ich nicht Enttäuschungen oder Frustrationen in Serie einsammeln möchte.
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Halte Dir jeden Tag 30 Minuten für Deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mache ein Nickerchen. (A. Lincoln)
Zitat von Aen im Beitrag #31Ich finde schon, dass es hilft, zu erkennen, wo ich "drüber" bin und deshalb meine Ansprüche besser neu sortiere, wenn ich nicht Enttäuschungen oder Frustrationen in Serie einsammeln möchte.
Wenn es ein essenzielles Bedürfnis ist, kann man es nicht skalieren, man bleibt sonst unglücklich. Das Bedürfnis sich jederzeit mitteilen zu können und gehört zu werden, ist nämlich für manche Menschen wie mich und Nora essenziell. Natürlich kommt es auf äußere Umstände an, siehe Sauna. Aber bei einem Partner ist es sehr wichtig, sich willkommen zu fühlen. Das bedeutet nicht, dass man ohne Unterlass redet. Sondern dass man weiß, man könnte es jederzeit. Es ist extrem viel Wert und nicht skalierbar.
Zitat von ZeroZero im Beitrag #32 Wenn es ein essenzielles Bedürfnis ist, kann man es nicht skalieren, man bleibt sonst unglaublich.
Das finde ich unbedingt, dass man das kann. :-) Schau, wenn ich im Austausch mit anderen Menschen beispielsweise erfahren würde, dass mein Bedürfnis nach völliger Ruhe und Geräuschfreiheit eines ist, dass so sonst kaum jemand hat, dass ich also weit neben der Gaußschen Normalverteilung hocke, dann kann ich doch besser einschätzen, wie sich 'die Welt da draußen' und ich zueinander verhalten. Und was ich besser beachten sollte, wenn ich unfallfrei durch soziale Verkehrslagen kommen möchte.
ZitatDas Bedürfnis sich jederzeit mitteilen zu können und gehört zu werden, ist nämlich für manche Menschen wie mich und Nora essenziell.Natürlich kommt es auf äußere Umstände an, siehe Sauna. Aber bei einem Partner ist es sehr wichtig, sich willkommen zu fühlen. Das bedeutet nicht, dass man ohne Unterlass redet. Sondern dass man weiß, man könnte es jederzeit. Es ist extrem viel Wert und nicht skalierbar.
Missverständnis. Das Bedürfnis sehr viel zu reden, mag "auf der Skala" nicht "regelbar" sein - so Deine Behauptung. Es ist aber auf einer Skala verortbar. Das war mein Punkt. Und dass diese Erkenntnis dann im weiteren hilfreich sein kann, war meine Idee aus Erfahrung.
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Halte Dir jeden Tag 30 Minuten für Deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mache ein Nickerchen. (A. Lincoln)
Zitat von Nora im Beitrag #1 Warum bin ich anstrengend? Weil ich kommunikativ bin.
Wenn in einem Arbeitszeugnis steht, dass der/die Betreffende *kommunikativ* ist, dann ist damit *Geschwätzigkeit* gemeint.
Ich möchte Dir selbstverständlich nicht unterstellen, dass Du geschwätzig bist. Aber bei jemandem, dem an quantitativer Kommunikation nicht viel liegt oder der sie geradezu ablehnt, könnte das schon in diese Richtung aufgefasst werden.
Wenn Du ein anderes Adjektiv findest, das nicht negativ konnotiert ist, her damit… „Quantitative Kommunikation“ hört sich auch nicht gerade positiv an. Eher nach anderer Ausdruck für Logorrhoe.
Und zusammengefaßt - ich werde nicht für „geschwätzig“ im klassischen Sinne gehalten, aka „redet ohne Unterlass, und bekommt die Krise, wenn sie schweigen muß“. Sondern für „anstrengend“, weil ich miteinander reden in jeder beliebigen Situation als normal und positiv empfinde. „Einander zuhören“ at its best!
Zitat
ZitatAuch beim Schauen eines Films/einer Serie (sogar Wiederholung, sogar DVD/Mediathek, übrigens kann modernes Fernsehen auch „zurückspulen“), sollte möglichst nicht unterbrochen werden. Und ich rede hier nicht vom entscheidenden Showdown, sondern von „irgendeiner“ Szene, sollte nicht kommunikativ unterbrochen werden.
Würde mich auch *narrisch* machen, denn ich konzentriere mich ja bestenfalls auf das, was ich anschaue - und möchte auch nicht durch Kommentare, Analysen, Fragen etc. gestört werden.
Es gibt Filme/Serien/etc, da muß frau sich konzentrieren . Z.B. Dokumentationen, oder hochkomplexer Plot. Aber bei der beliebigen Serie auf „Vorabendkrimiserien-Niveau? Echt jetzt?
Zitat Das erinnert mich an eine Film-Szene ... das Schweigen eines Paares während einer Autofahrt wird von der Frau *aufgelockert*:
Was denkst Du gerade?? -- Gar nichts, warum? Aber man kann doch nicht nichts denken, also woran denkst Du jetzt??
Hatte schon was von Loriots *Ich will einfach nur hier sitzen*.
Ich kann jetzt nix für Deine Assoziationen. Die angepeilte ist lächerlich.
Eher…
Fahren, fahren, dabei daran denken, daß nächste Woche Bundestagswahlen sind, frau den Bericht über xy der Partei ABC gelesen hat und aus heiterem Himmel davon erzählen und die Meinung wissen wollen.
Zitat
ZitatSorry, ich wurde mit einem Gehirn geboren, und die gute Fee schenkte mir die Gabe, es auch benutzen zu können!“ ist dann meine Standardantwort.
Ebenfalls keine Unterstellung, sondern nur eine Frage: kann es sein, dass Du Dein ausgeprägtes kommunikatives Bedürfnis mit einem bestimmten intellektuellen Niveau gleichsetzt?
So aus dem Zusammenhang gerissen, macht der Satz keinen Sinn. Er bezieht sich auf den auch @rokeby bekannten Satz „Du denkst zuviel“, der gerne im Zusammenhang mit „Anstrengend“ geäußert wird. Wenn ich diesen, nicht gerade als Kompliment zu verstehenden, Kommentar höre, haue ich das raus. Und ja, denken hat was mit intelligentem Niveau zu tun…
Zitat
Zitat von Nora im Beitrag #22 Nun, in der Sauna hält frau höflicherweise die Klappe, weil es nun mal so ist, daß dort nicht gequasselt werden soll… Ich finde das eigentlich furchtbar, wenn ich mit jemand da bin, mit dem ich normalerweise Gedanken teilen würde.
Hm, Du hältst nur aus Höflichkeit die Klappe. Die Frage ist für mich eher, warum Dir Schweigen in dieser Situation, die ja auf Abschalten und Entspannung ausgelegt ist, so schwerfällt.
Weil mein Gehirn gerade bei Entspannung auf Hochtouren läuft. Ist das nicht normal?
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Aen im Beitrag #33Das Bedürfnis sehr viel zu reden, mag "auf der Skala" nicht "regelbar" sein - so Deine Behauptung. Es ist aber auf einer Skala verortbar. Das war mein Punkt. Und dass diese Erkenntnis dann im weiteren hilfreich sein kann, war meine Idee aus Erfahrung.
Zum drölfzigsten Mal -und nicht nur auf @Aen bezogen, hier steht es nur so schön deutlich…
Warum der Unterschied zwischen „jederzeit miteinander reden können“ und „unheimlich viel reden müssen“ für so viele nicht erkennbar?
Ich will und muß nicht unentwegt reden (im Zweifel sogar ohne Antwort). Ich möchte „nur“ daß mein Gegenüber sich gerne mit mir unterhält. Auch ohne „Anlass“ wie die Planung der Reise zu Tante Brigittes 70tem Geburtstag oder das Verlegen des Fliesenspiegels im HWS-Raum.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Nora im Beitrag #34 Und zusammengefaßt - ich werde nicht für „geschwätzig“ im klassischen Sinne gehalten, aka „redet ohne Unterlass, und bekommt die Krise, wenn sie schweigen muß“. Sondern für „anstrengend“, weil ich miteinander reden in jeder beliebigen Situation als normal und positiv empfinde. „Einander zuhören“ at its best!
Puh, da wärst du bei mir auch auf der Abgrenzungsliste, das finde ich rücksichtslos.
Zitat Es gibt Filme/Serien/etc, da muß frau sich konzentrieren . Z.B. Dokumentationen, oder hochkomplexer Plot. Aber bei der beliebigen Serie auf „Vorabendkrimiserien-Niveau? Echt jetzt?/[quote]
Wenn ich die Glotze einschalte, will ich auch gucken - und nicht reden. Sonst würde ich ja nicht einschalten. Wenn dann mein Nebenan Gespräche mit mir anfangen will, empfinde ich das als respektlos.
[quote]Eher…
Fahren, fahren, dabei daran denken, daß nächste Woche Bundestagswahlen sind, frau den Bericht über xy der Partei ABC gelesen hat und aus heiterem Himmel davon erzählen und die Meinung wissen wollen.
Da fände ich auch nichts dabei, außer dass ich mal ne Pause brauche, wenn die Fahrt über Stunden geht.
Zitat von Nora im Beitrag #22 Weil mein Gehirn gerade bei Entspannung auf Hochtouren läuft. Ist das nicht normal?
Nein.
Disclaimer: Grundsätzlich würde ich mich durchaus auch in die Kategorie der Labertasse einordnen! Aber ich beobachte auch, dass ich mit dem Älterwerden mehr Ruhe brauche. Z.B. bin ich nach einem kommunikationsreichen Arbeitstag einfach "durch". Das war früher anderes, da habe ich bis zum Umfallen weiterkommuniziert.
@Nora, insgesamt habe ich das Gefühl, dass bei Dir das Problem eher das Stören oder vielleicht ein Mangel an Wahrnehmung der Bedürfnisse des anderen ist als die eigentliche Redemenge?
Aber wenn das für Dich unter Verbiegen fällt, dann solltest Du Dir wohl tatsächlich jemanden suchen, der immer gesprächsbereit ist.
Ich denke noch nichtmal, dass es mit unterschiedlichem Kommunikationsbedürfnis zu tun hat.
ZeroZero hat es angesprochen. Ich glaube, es geht in erster Linie um Aufmerksamkeit. Du schreibst ja auch, dass du nicht immer reden willst, aber dass du sicher sein möchtest, dass eine gewisse kommunikative Grundstimmung da ist, eine Grundbereitschaft, dir zuzuhören, und dass diese Grundbereitschaft Priorität haben sollte. Der andere soll also quasi immer auf Standby sein, dir jederzeit gerne zuhören können/wollen. Der andere muss immer auf Abruf sein, egal, was ihn (oder sie) sonst gerade beschäftigt. Die Aufmerksamkeit für dich und deine kommunikativen Bedürfnisse muss Priorität haben.
Wenn es so ist, fände ich das auch sehr anstrengend. Ach was, streiche den Konjunktiv. Ich fand es anstrengend. Mein Ex war auch so. Fernsehen oder Film gucken oder Podcast hören ging nicht, weil man immer aus seinen Gedanken, aus seinem aktuellen Aufmerksamkeitsflow rausgeholt wurde, hin zu ihm, zu seinen Bedürfnissen. Das ist anstrengend. Stell es dir so vor, als ob du beim Joggen alle paar Meter plötzlichen Hindernissen ausweichen müsstest, weil dir meinetwegen Gänseküken vor die Füße laufen. Gänseküken sind niedlich und süß, und du hast sie lieb und weichst ihnen gerne aus, aber joggen kannst du so nicht.
Für mich wäre außerdem noch die Frage, ob das bei dir in beide Richtungen gehen kann, also ob du auch eine ähnlich hohe Bereitschaft hast, deine Aufmerksamkeit dem Gegenüber zur Verfügung zu stellen, wie du sie von ihm erwartest. Setz dich mal neben jemanden zum Fernsehen auf die Couch, ohne dass ihr ein spezielles Programm gucken wollt, und überlass ihm oder ihr die Fernbedienung zum Zappen. Hältst du das gut aus, wenn jemand anders die ganze Zeit Richtung, Ziel, Takt deiner Aufmerksamkeit bestimmt? Mich macht das kirre. Da kann ich nur maximal 2 Minuten sitzen bleiben, länger halte ich das nicht aus. Andersherum brauch ich aber auch nicht diese Standby-Bereitschaft von meinem Partner.
Wie lange dauert Dubrovnik? (Frage in einem Online-Reiseforum)
Warum der Unterschied zwischen „jederzeit miteinander reden können“ und „unheimlich viel reden müssen“ für so viele nicht erkennbar?
"jederzeit" wäre der Anspruch, wo ich sagen würde, du bist auf dem falschen Dampfer oder tatsächlich dürfte es da Schwierigkeiten geben, jemand passendes zu finden.
Zitat von ZeroZero im Beitrag #28Nora, der Thread entwickelt sich voraussehbar in die Richtung, dass du als nicht normal, zu egoistisch usw usw dargestellt wirst, weil dein Kommunikationsbedürfnis anders ist als von diesen Usern. Ich bin sehr müde, hier immer wieder auf Toleranz, genaues Lesen usw hinzuweisen, weil es erfahrungsgemäß nichts bringt.
Deswegen will ich jetzt gleich sagen - ich unterschreibe jedes Wort bei dir, auch in der Sauna. Eins der Gründe, warum ich nicht ins Kino gehe, weil ich da nicht reden kann. Wobei ich deutlich weniger beim Film rede als einige, die ich kenne. Die haben mehr geredet und gequatscht, als nur ab und zu Anmerkungen zum Inhalt zu geben. Quatschen will ich beim Film nicht, nur kurz was sagen, was mich gerade bewegt.
[…] Wenn ich nicht das Gefühl habe, kommunikativ willkommen zu sein, ziehe ich mich automatisch emotional zurück. Wie du schreibst, ich fühle mich nicht wertgeschätzt.
Natürlich knallt es immer wieder zwischen uns, wenn er mal wieder nicht zuhört und es nicht rechtzeitig kommuniziert. Ich merke es natürlich schnell, mich verletzt es aber schnell. Da ich aber mit ihm über alle meine Empfindungen sprechen kann (das Wichtigste in einer Beziehung für mich), klären wir das schnell.
Wir sind ja öfter nicht einer Meinung. Aber…
Ja, genau! Wow, ich bin nicht „alleine“.
Danke 🌹💐🐈
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Aen im Beitrag #33Das Bedürfnis sehr viel zu reden, mag "auf der Skala" nicht "regelbar" sein - so Deine Behauptung. Es ist aber auf einer Skala verortbar. Das war mein Punkt. Und dass diese Erkenntnis dann im weiteren hilfreich sein kann, war meine Idee aus Erfahrung.
Zum drölfzigsten Mal -und nicht nur auf @Aen bezogen, hier steht es nur so schön deutlich…
Warum der Unterschied zwischen „jederzeit miteinander reden können“ und „unheimlich viel reden müssen“ für so viele nicht erkennbar?
Weil Du weder in einem Internetforum, noch im Realverkehr mit Menschen unter Kontrolle hast - oder bringen kannst - wie Menschen Dein "ich will jederzeit mit Dir sprechen können" für sich empfinden?
Und für manche hier in diesem Thread ist Dein drölfzigfach mitgeteilter Anspruch des "jederzeit miteinander reden können" eben "unheimlich viel reden müssen". Ich meine, Du selbst bringst das Spannungsfeld doch perfekt auf den Punkt. Genau dazwischen hockt mE der Konflikt und damit verbundene Frustrationen. Und genau hier könnte jetzt eine produktive Auseinandersetzung beginnen. In Dir selbst oder hier mit "uns" oder nochmal ganz anders. Muss aber nicht - eh klar.
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Halte Dir jeden Tag 30 Minuten für Deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mache ein Nickerchen. (A. Lincoln)
Zitat von Nora im Beitrag #34 Und ja, denken hat was mit intelligentem Niveau zu tun…
Nein, Denken als Vorgang hat nichts mit Intelligenz zu tun.
Aber darum ging es mir auch gar nicht. Sondern um das Bedürfnis, jedem Gedanken auch durch Worte Ausdruck zu verleihen.
Natürlich gibt es intelligente Menschen, die schweigen können. Die sind nur wesentlich uninteressanter, als die, die sich über ihre Gedanken austauschen.
ZitatIn Deinem Beitrag # 34 sind die Zitate (außer dem ersten) wohl etwas durcheinander geraten ;). Vielleicht kannst Du das richtigstellen?
Danke für den Hinweis, dachte, ich hätte es korrigiert.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Nora im Beitrag #35 Warum der Unterschied zwischen „jederzeit miteinander reden können“ und „unheimlich viel reden müssen“ für so viele nicht erkennbar? [... ] Ich möchte „nur“ daß mein Gegenüber sich gerne mit mir unterhält. [... ]
Nora, das klingt für mich nach sehr hohen Erwartungen an Dein Gegenüber.
Du schreibst hier immer nur, was Du willst. Ist es Dir möglich, auf die Bedürfnisse anderer einzugehen? Bei mancher Beschäftigung genieße ich es so sehr, mich darin zu vertiefen, dass ich es geradezu als fast schon meditative Wohltat empfinde, kein Parallelthema zu haben (vor allem bei handwerklichen Arbeiten) .
Ja, die meisten Menschen gehen zur Entspannung in die Sauna. Wer denken möchte, kann das zu SEINEM Thema tun, ohne den anderen zu stören. Wenn ein anderer redet, nötigt er allen gewissermaßen sein Thema auf.
Zitat von MightyQuince im Beitrag #38Ich denke noch nichtmal, dass es mit unterschiedlichem Kommunikationsbedürfnis zu tun hat.
ZeroZero hat es angesprochen. Ich glaube, es geht in erster Linie um Aufmerksamkeit. Du schreibst ja auch, dass du nicht immer reden willst, aber dass du sicher sein möchtest, dass eine gewisse kommunikative Grundstimmung da ist, eine Grundbereitschaft, dir zuzuhören, und dass diese Grundbereitschaft Priorität haben sollte. Der andere soll also quasi immer auf Standby sein, dir jederzeit gerne zuhören können/wollen. Der andere muss immer auf Abruf sein, egal, was ihn (oder sie) sonst gerade beschäftigt. Die Aufmerksamkeit für dich und deine kommunikativen Bedürfnisse muss Priorität haben.
Nun, wenn ich mit wem räumlich zusammen bin (egal ob Beziehung, Freundschaft, Kind), bin ich eigentlich permanent auf „Empfang“. Ich rechne quasi permanent mit „kommunikativen Einschlägen“. Kann ich das grad nicht brauchen, kündige ich das an - „Leute, ich muß noch an meiner Dissertation arbeiten/dieses Perlmusterstück stricken etc./in idiotischer Situation ausparken, bitte in Ruhe lassen!“ Und das ist umgekehrt auch kein Problem.
Natürlich gibt es Signale die sagen „jetzt wäre Kommunikation ungünstig“ - erschließt sich aus der Situation. Aber wie gesagt - beim „Vorabendprogramm, Autofahren, Spazierengehen, Sporteln (irgendwas, weder HIT, noch Karate-Kata oder so), einfach rumhängen“ - finde ich das ungut.
ZitatFür mich wäre außerdem noch die Frage, ob das bei dir in beide Richtungen gehen kann, also ob du auch eine ähnlich hohe Bereitschaft hast, deine Aufmerksamkeit dem Gegenüber zur Verfügung zu stellen, wie du sie von ihm erwartest.
Ja. Ganz einfach und eindeutig JA.
ZitatSetz dich mal neben jemanden zum Fernsehen auf die Couch, ohne dass ihr ein spezielles Programm gucken wollt, und überlass ihm oder ihr die Fernbedienung zum Zappen. Hältst du das gut aus, wenn jemand anders die ganze Zeit Richtung, Ziel, Takt deiner Aufmerksamkeit bestimmt? Mich macht das kirre. Da kann ich nur maximal 2 Minuten sitzen bleiben, länger halte ich das nicht aus. Andersherum brauch ich aber auch nicht diese Standby-Bereitschaft von meinem Partner.
Die zwei Sachverhalte sind nicht vergleichbar.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Aen im Beitrag #33Missverständnis. Das Bedürfnis sehr viel zu reden, mag "auf der Skala" nicht "regelbar" sein - so Deine Behauptung. Es ist aber auf einer Skala verortbar. Das war mein Punkt. Und dass diese Erkenntnis dann im weiteren hilfreich sein kann, war meine Idee aus Erfahrung.
Ich habe das Wort "skalierbar" gelesen, das bedeutet ja, hoch oder runterfahren. Du meintest aber, den Ist-Zustand im Vergleich zur Mehrheit aufnehmen, ich verstehe. Genau das versucht Nora ja hier und auch im Freundeskreis.
Ich bin mir immer noch sicher, dass sie hier missverstanden wird. Es wird wiederholt davon ausgegangen, dass nur weil sie es kann, sie es auch dauernd macht. Das stimmt nicht. Man macht es nur dann viel, wenn man einen Mangel empfindet. Wenn man sich verbinden möchte und es nicht kann. Dann versucht man immer mehr, weil man sich eben nicht emotional zurückziehen möchte.
Bei einem Partner, bei dem man die Bereitschaft und Zugewandtheit spürt und der von einem nicht erwartet, dass man ruhig in der Ecke sitzt, weil derjenige sich von der Arbeit erholen möchte, ist man automatisch ruhiger.
Wenn jemand von der Arbeit so erschöpft ist, dass er für den Partner nicht mehr da ist, würde ich dringend an Work-Life-Balance arbeiten. Man lebt nicht, um zu arbeiten, sondern man arbeitet, um zu leben.
Nora, ich hatte tatsächlich keine Probleme zugewandte Partner zu finden. Aber was ich nicht kann - mein gesamtes Kommunikationsbedürfnis mit einem Menschen ausleben. Das wird tatsächlich zu viel, ich will ja auch mit verschiedenen Menschen über verschiedene Themen reden.
Zitat von ZeroZero im Beitrag #47 Nora, ich hatte tatsächlich keine Probleme zugewandte Partner zu finden. Aber was ich nicht kann - mein gesamtes Kommunikationsbedürfnis mit einem Menschen ausleben. Das wird tatsächlich zu viel, ich will ja auch mit verschiedenen Menschen über verschiedene Themen reden.
Gute Güte, natürlich nicht! 👍🏻
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von ZeroZero im Beitrag #47 Nora, ich hatte tatsächlich keine Probleme zugewandte Partner zu finden. Aber was ich nicht kann - mein gesamtes Kommunikationsbedürfnis mit einem Menschen ausleben. Das wird tatsächlich zu viel, ich will ja auch mit verschiedenen Menschen über verschiedene Themen reden.
Gute Güte, natürlich nicht! 👍🏻
Ich meinte damit, mein Partner lebt sein deutlich kleineres Kommunikationsbedürfnis eben fast nur mit mir aus. Ich dagegen nur einen kleineren Teil von meinem, weil es größer ist. Es wäre ihm sonst zu viel und er hat ziemlich enge Interessen, im Gegensatz zu mir. So passt es für jeden.
Zitat von Nora im Beitrag #35 Warum der Unterschied zwischen „jederzeit miteinander reden können“ und „unheimlich viel reden müssen“ für so viele nicht erkennbar? [... ] Ich möchte „nur“ daß mein Gegenüber sich gerne mit mir unterhält. [... ]
Nora, das klingt für mich nach sehr hohen Erwartungen an Dein Gegenüber.
Ja, mag sein.
Und deshalb ja auch der Punkt „verbiegen“ - denn so fühlt „niedrigeres Niveau akzeptieren“ sich an.
Biete übrigens gleiches Niveau als Gegenleistung.
ZitatDu schreibst hier immer nur, was Du willst.
Natürlich, was sonst, denn es geht um mich?
ZitatBei mancher Beschäftigung genieße ich es so sehr, mich darin zu vertiefen, dass ich es geradezu als fast schon meditative Wohltat empfinde, kein Parallelthema zu haben (vor allem bei handwerklichen Arbeiten) .
Das kann man kommunizieren, und muß es nicht „irgendwann“ raushauen, daß einen das nervt wie Bolle.
ZitatJa, die meisten Menschen gehen zur Entspannung in die Sauna. Wer denken möchte, kann das zu SEINEM Thema tun, ohne den anderen zu stören. Wenn ein anderer redet, nötigt er allen gewissermaßen sein Thema auf.
Sind meine Worte so schwer zu lesen? Wenn noch andere Menschen in der Sauna sind, schweige ich.. Da rede ich nur, wenn nur mein „Objekt der Kommunikation“ mit drin ist.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.