wo ich (m)ein gesellschaftspolitisches Thema an- oder unterbringen kann: Im Kirchen-Missbrauchsstang wurde die These aufgstellt, Männer wären EIGENTLICH (wohl qua Geschlecht) als Frauenärzte (Neusprech: Ärztinnen? ??) nicht geeignet. Ich würde gerne darüber diskutieren
Zitat von vultura im Beitrag #1wo ich (m)ein gesellschaftspolitisches Thema an- oder unterbringen kann: Im Kirchen-Missbrauchsstang wurde die These aufgstellt, Männer wären EIGENTLICH (wohl qua Geschlecht) als Frauenärzte (Neusprech: Ärztinnen? ??) nicht geeignet. Ich würde gerne darüber diskutieren
Ich habe keine These aufgestellt, es ist nur MEINE Meinung.
Eine alte Indianer Legende besagt: Wenn Du stirbst, begegnest Du auf der Brücke, die zum Himmel führt, allen Tieren, die Dir auf Deinem Weg zu Lebzeiten begegnet sind. Und diese Tiere entscheiden, ob Du weiter gehen darfst oder nicht.
Ich denk schon, dass zumindest früher unter den noch stärker patriarchalischen Gegebenheiten Frauen vielleicht die besseren Gyns waren. Ich habe als junge Frau von einigen (verbalen) Weinsteiniaden männlicher Gyns gegenüber meinen Mitschülerinnen gehört. Ich hatte nacheinander 2 deutlich links-feministisch eingestellte Frauenärztinnen, das war Klasse! Adressen weiblicher Gyns wurden unter uns Gymnasiastinnen/Studentinnen gehandelt ... Denn Misogynie war bei den Männern teils an der Tagesordnung.
Jetzt ist es sicher anders. Ich gehe zwar immer noch zu einer Frau, was daran liegt, dass ich mich generell in der Gesellschaft von Frauen wohler fühle, aber ich kenne von der Arbeit her tolle männliche, empathische, integre Gyns. War auch teils recht schräg, als ich einmal in der Ambulanz von einem meiner Autoren reingebeten wurde, da die Kollegin, bei der ich Termin hatte, krank war. Nach einer kurzen beidseitigen Peinlichkeit liefs dann ganz normal. Wir kannten uns aus Arbeitsbesprechungen.
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
Wobei ich das nicht auf diese Fachrichtung beschränken würde. DAs war früher schon recht überall verbreitet. Also so "gutsHERRiges Gebaren" und erklären und für bissl ... halten. Liegt auch an der elitär-hierarchischen Ausbildung nach wie vor, fürchte ich.
Heute - so ab diesem Jahrtausend ist es anders geworden, was auch daran liegt, dass es inzwischen viel mehr Gyninnen gibt.
Wo ich noch einen Gendergap sehe ist Orthopädie. nach wie vor in fester Manneshand. Und Radiologie.
Insgesamt sehe ich eine gesamt-gesellschaftliche Zeitenwende - vor allem nach me too und überhaupt.
Viele Frauen gehen lieber zu Frauen (nicht nur wegen Kulturhintergrund, aber auch). Aber ob Frauen per se empathisch(er) sind? Glaube nicht.
Ich war jetzt lange bei einer Zahnärztin und jetzt neu bei einem (viel jüngeren) Zahnarzt. (ist ja auch was recht Intimes, finde ich zumindest)
Und? Der He-Dentist ist viel! freundlicher, auskunftsfreudiger und sanfter.
Ich! glaube! aber, das liegt eher an der Generation als am Gender. Und könnte so auch für die Gyns zutreffen.
Zitat von vultura im Beitrag #1wo ich (m)ein gesellschaftspolitisches Thema an- oder unterbringen kann: Im Kirchen-Missbrauchsstang wurde die These aufgstellt, Männer wären EIGENTLICH (wohl qua Geschlecht) als Frauenärzte (Neusprech: Ärztinnen? ??) nicht geeignet. Ich würde gerne darüber diskutieren
Eigentlich war die Frage ja nur, wo der Strang hingehört, als technische Frage zum Forum. Nun hat aber schon die Diskussion über das Thema selbst begonnen.
Ich verschiebe daher den kompletten Strang zur Gesundheit wo er evtl. besser passt. Bei Bedarf ändere ich -bzw. besser eine dort zuständige Moderatorin- noch die Überschrift.
Eigentlich ist es mir egal. Andererseits denke ich… eine Frau versteht besser, was mich umtreibt, wie ich mich fühle, so als Frau. Welche Gedanken ich mir mache - zu „was machen Hormone mit meinem Körper“ und so - einfach, weil das eventuell sie auch betrifft/betreffen könnte, und sie deshalb anders damit umgehen.
Was ich aber wirklich nicht verstehe - muslimische männliche Gynäkologen. Irgendwie pervers, wenn ich das Frauenbild derzeitigen Islam zugrundelege.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Mir ist es grundsätzlich egal, ob ich zu einer Ärztin oder zu einem Arzt gehe - egal welche Fachrichtung. Beobachte aber bei mir selbst immer wieder, wenn ich einen neuen Arzt brauche, tendiere ich doch zu Frauen.
Was allerdings einen Mann dazu treibt Frauenarzt zu werden, erschließt sich mir jedoch nicht so ganz.
"...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..." Sprichwort auf Oxtorne
Zitat von Unendlichkeit im Beitrag #8Mir ist es grundsätzlich egal, ob ich zu einer Ärztin oder zu einem Arzt gehe - egal welche Fachrichtung. Beobachte aber bei mir selbst immer wieder, wenn ich einen neuen Arzt brauche, tendiere ich doch zu Frauen.
Was allerdings einen Mann dazu treibt Frauenarzt zu werden, erschließt sich mir jedoch nicht so ganz.
Das ergibt sich manchmal ganz ungeplant. Dissertationen werden oft schon während des Studiums begonnen/geschrieben, man ist dann mit dem Thema vertraut, hat vielleicht eine Hilfskraft- oder Assistentenstelle in Aussicht, kennt die Abläufe in der Klinik oder im Institut schon ...
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Ich war schon bei beiden. Und auch die Männer waren sicherlich kompetent, auch ebenso oft oder weniger oft empathisch, und, soweit ich es beurteilen kann, gute Ärzte. Trotzdem gebe ich zu, dass ich immer lieber zu einer Frau gehen würde. Gar nicht mal so sehr aus dem Scham-Faktor heraus (da denke ich mir, es ist deren Job), sondern weil eine Frau weiß, wie sich das anfühlt. Um es mal etwas expliziter zu halten 😁 Allein schon so ein Speculum-Dingens kann man so oder so an Ort und Stelle bringen, und so oder so größer schrauben/feststellen... Das konnten bisher die weiblichen Gyns alle besser in meinem Fall.
Auch sämtliche Maßnahmen zur Geburtseinleitung, die ich (leider) hatte, waren von Frauen durchgeführt deutlich weniger schmerzhaft. Vielleicht eingebildet, aber ich glaube nicht, ich glaube eher, sie wissen einfach, wie sich das anfühlt, in/an den weiblichen Genitalien rumzufuhrwerken.
(Den Ausspruch "wenn sie dabei zusammenzucken, dann warten sie mal die Geburt ab" hab ich auch von einem Mann gehört 🙄, ich gebe zu, kurz gedacht zu haben - was weißt DU denn davon)
Edit: In der Tendenz stimme ich daher der These zu, wenn es natürlich auch gute männliche Gyns gibt. Ich würde daher nicht so formulieren, dass Männer nicht geeignet sind, sondern dass Frauen einen gewissen Vorsprung haben 😁
Übrigens: Die Männer in meinem Umfeld möchten allesamt nicht zu einer Urologin gehen, egal wie mega-kompetent die ist. Schon gar nicht, wenn es sich um die Hafenrundfahrt handelt oder eine Beratung zur ED.
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
Ich bin als junge Frau mal von einem männlichen Gyn blöd angeredet worden. Seither gehe ich nur zu Frauen. Habe aber keine Kinder und von daher nur einmal im Jahr mit dieser Fachrichtung zu tun.
Heilfroh war ich auch über die weibliche Proktologin in München.
Zitat von Unendlichkeit im Beitrag #8(...) einen Mann dazu treibt Frauenarzt zu werden, erschließt sich mir jedoch nicht so ganz.
Dasselbe wie eine Frau?
Ein unheimlich schönes, vielfältiges und befriedigendes Fachgebiet. Man begleitet Menschen von Anfang an. Vom allerersten "Bumm-Bumm-Bumm".
Viel Freude und Glück - aber auch sehr ernste Themen und Erkrankungen. Ansprechpartner für fast alle Lebenslagen und Belange. Am Kern des Lebens und Werdens.
Verglichen mit (sorry ist nur ein Beispiel) Orthopädie oder Dermatologie ist es meiner Ansicht nach irgendwie "produktiver" und das meine ich nicht als Wortwitz.
Und es ist medizinisch wissenschaftlich ein sehr breites Fachgebiet mit vielen Möglichkeiten zur Spezialisierung - wenn man das will.
Zitat von Unendlichkeit im Beitrag #8Mir ist es grundsätzlich egal, ob ich zu einer Ärztin oder zu einem Arzt gehe - egal welche Fachrichtung. Beobachte aber bei mir selbst immer wieder, wenn ich einen neuen Arzt brauche, tendiere ich doch zu Frauen.
Was allerdings einen Mann dazu treibt Frauenarzt zu werden, erschließt sich mir jedoch nicht so ganz.
Das ergibt sich manchmal ganz ungeplant. Dissertationen werden oft schon während des Studiums begonnen/geschrieben, man ist dann mit dem Thema vertraut, hat vielleicht eine Hilfskraft- oder Assistentenstelle in Aussicht, kennt die Abläufe in der Klinik oder im Institut schon ...
Oder man bekommt halt da eine Stelle und anderswo nicht. Oder so.
Aber bissl inhaltliche Überzeugung ist schon bei den meisten da. Doch!
Zitat von Nora im Beitrag #7... Was ich aber wirklich nicht verstehe - muslimische männliche Gynäkologen. Irgendwie pervers, wenn ich das Frauenbild derzeitigen Islam zugrundelege.
Du fragst männliche Gynäkologen nach deren Religions-Zugehörigkeit? Warum?
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Ich hatte in den ersten Jahren immer männliche Gynokologen mit denen ich jeweils zufrieden war (Wechsel wegen Umzug), dann hatte ich eine ältere Gynokologin, die deutlich weniger empathisch war als ihre vorherigen männlichen Kollegen und jetzt seit vielen Jahren wieder eine Gynokologin mit der ich mich auch sehr gut verstehe, allerdings war ich letztlich bei ihrer jüngeren Kollegin und habe gemerkt, die Untersuchung habe ich quasi überhaupt nicht gemerkt, die hatte irgendwie eine bessere Technik.
Ergo ich glaube es hat wenig mit dem Geschlecht zutun. Früher dachte ich sogar, dass Gynokologen feinfühliger sind, weil sie es eben nicht aus dem eigenen Erleben kennen und Gynokologinnen eher sagen "stellen sie sich nicht so an, das tut nicht weh, ich kenne das von mir", wenn sie halt selbst robuster sind (so war die eine Gynäkologin bei der ich mal war). Das sehe ich heute nicht mehr so, sondern jeder Mensch ist anders und der eine ist empathischer als der andere und der andere hat dafür vielleicht die bessere Technik.
Ich erwarte von einer Ärztin oder einem Arzt, dass sie wissen was sie tun und nicht ob sie es selbst nachempfinden können, mein Orthopäde muss ja auch einen Rückenschaden haben (besser wäre sogar er hätte keinen" und mein Chirug soll schon viele Blinddärme entfernt haben, aber sicherlich nicht seinen eigenen.
Ich war zuerst, in jungen Jahren, bei einer Ärztin. Die fand ich ziemlich "rabiat", also unsanft, da bekam ich schon mal ein "Stellen Sie nicht so an!" zu hören.
Danach war ich sehr lange bei einem Mann, das war ok, nicht schlecht und nicht überragend gut, allerdings war er nicht nur Gynäkologe, sondern auch Dipl.Biologe, er machte die Laborarbeit soweit wie möglich selbst. Das fand ich ziemlich vorteilhaft- er lag mit seinem Verdacht immer richtig und ich musste nie mit einem "Übergangsmedikament" leben, weil irgendein Befund vom Labor noch nicht da war. Aber er war eher ein 5 Minuten Sprecher. Jetzt bin ich bei einer jungen Frau. Die ist toll! Nimmt sich Zeit, halt Geduld...
Im hiesigen Krankenhaus sind die Untersuchungszimmer ungünstig gebaut. Man muß vom Paravent quasi "unten ohne" durch das halbe Zimmer marschieren, bis man den Untersuchungsstuhl erreicht. Da gefiel mir die Art eines jungen Arztes aus Syrien sehr gut- er verhielt sich sehr diskret und wandte sich mir erst wieder zu, als ich bereits "saß" und mich zurecht gerückt hatte. Das habe ich auch schon anders erlebt- ich mag nicht gern halbnackt mit fremden Herren diskutieren und ein ständiges Hin und Her, jemand rein, jemand raus, während man in mangelhafter Bekleidung herumsteht oder läuft finde ich auch nicht so berückend..
Mein erster Gynäkologe war der Mann, der mich auf die Welt geholt hat. Ein unheimlich netter, lustiger Mann, der mir damals 15jähriger immer genau erklärt hat, was er gleich macht und warum und der sehr vorsichtig war.
Dann musste ich mal zu seiner - weiblichen - Vertretung und hatte das Gefühl, sie sagt gleich zu mir "jetzt stell dich mal nicht so an, ich weiß doch selber, wie sich das anfühlt".
Als ich an meinen jetzigen Wohnort gezogen bin, war der erste Gyn ein älterer Herr. Sehr schwarz-humorig, ich hab mich sofort wohlgefühlt! Als er gestorben ist, wurde die Praxis von einem jungen Arzt übernommen, seine Frau ist Hebamme. Er selbst auch eher trocken, aber fachlich kompetent. Für mich persönlich ideal, in der Schwangerschaft habe ich quasi immer mit ihm die physischen und mit ihr die psychischen Wehwehchen besprochen. Fazit: Ich hatte mit FrauenÄRZTEN bisher Glück.
Allerdings war in unserer Kinderwunschpraxis damals eine Frau die behandelnde Chefärztin und auch bei ihr habe ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt.
Kein Mensch kann in der Wüste leben und davon unberührt bleiben. Er wird fortan, wenn vielleicht auch kaum merklich, das Zeichen der Nomaden tragen. (Wilfried Thesiger)
Zitat von Unendlichkeit im Beitrag #8Mir ist es grundsätzlich egal, ob ich zu einer Ärztin oder zu einem Arzt gehe - egal welche Fachrichtung. Beobachte aber bei mir selbst immer wieder, wenn ich einen neuen Arzt brauche, tendiere ich doch zu Frauen.
Was allerdings einen Mann dazu treibt Frauenarzt zu werden, erschließt sich mir jedoch nicht so ganz.
Ich würde die Frage bzw den letzten Satz für mich gerne umformulieren: was einen Mann heutzutage dazu treibt, Frauenarzt zu werden, erschließt sich mir nicht so ganz. Das früher generell Männer Ärzte waren, ist klar. Aber heutzutage... Andererseits gibt es heutzutage auch Frauen, die Urologinnen werden.
(Und obwohl wir vielleicht am Beginn einer zeitenwende sind, sehe ich immer noch, dass manche Berufe ganz selbstverständlich bevorzugt von Männern ergriffen werden. Auch die Musik-Business ist es so: im Jazz z.b. sehe ich vorwiegend Kerle auf der Bühne. inzwischen deutlich jünger, als ich es bin, sind es bevorzugt Männercombos.)
Zitat von promethea71 im Beitrag #17Früher dachte ich sogar, dass Gynokologen feinfühliger sind, weil sie es eben nicht aus dem eigenen Erleben kennen und Gynokologinnen eher sagen "stellen sie sich nicht so an, das tut nicht weh, ich kenne das von mir", wenn sie halt selbst robuster sind (so war die eine Gynäkologin bei der ich mal war).
Ich habe schon viele Gynäkologen gehabt und fast immer hatte ich genau das Erlebnis. Männer vorsichtig und empathisch, Frauen unempatisch, rabiat und ziemlich grob. Als ich vor zig Jahren ein Problem hatte, war ich bei einigen, bis mir einer (männlich) helfen konnte und mich ernst genommen hat.
Bei der ersten Schwangerschaft war ich dann noch bei ihm, dann hat er leider aufgehört. Die Frau danach war wirklich eine Katastrophe, sie wollte mich nach 12 Wochen nicht mehr krankschreiben, als ich vor Übelkeit nicht mal stehen konnte. Es hat nach 12 Wochen aufzuhören. 🙄 Dass es im Liegen die einzige Chance war, Essen halbwegs bei mir zu behalten, war ihr egal. Ich bin dann nur zur Hebamme gegangen und zu ihr nur zu Pflichtterminen.
Danach wieder zig gewechselt, jetzt bin ich bei einer Frau, sie ist ziemlich nett. Richtig gut beraten fühle ich mich zwar nicht, aber immerhin ist sie vorsichtig.
Der Frauenarzt, der mich als Patientin übernommen hatte, als mein erster FA in Rente ging, hat mir tatsächlich mit dem Spekulum mal sehr weh getan und den no-go-Satz "Stell dich nicht so an." (war in der Jugend) nachgeschoben. Aber ich hab das nicht mit seinem Geschlecht in Verbindung gebracht, sondern damit, dass er ein Arsch war und ich nicht mehr dorthin gehe.
Inzwischen bin ich bei einer Ärztin, aber auch nur, weil sie zufällig die erste war, die im neuen Wohnort einen Termin frei hatte. Ich hab mir ehrlich gesagt noch nie Gedanken über das Geschlecht meiner Ärzt*innen gemacht.